Fliegende Fische

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Dieser Artikel behandelt die Familie der Fische. Zum Film mit dem Kurztitel „Fliegende Fische“ siehe Fliegende Fische müssen ins Meer.
Fliegende Fische
Cheilopogon melanurus

Cheilopogon melanurus

Systematik
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ovalentaria
Überordnung: Ährenfischverwandte (Atherinomorphae)
Ordnung: Hornhechtartige (Beloniformes)
Unterordnung: Belonoidei
Familie: Fliegende Fische
Wissenschaftlicher Name
Exocoetidae
Rafinesque, 1810

Fliegende Fische (Exocoetidae) sind Knochenfische aus der Ordnung der Hornhechtartigen, die mit ihren flügelähnlichen Flossen gleichermaßen gut für das Gleiten durch Wasser und Luft angepasst sind. Fliegende Fische kommen in tropischen und subtropischen Regionen von Atlantik, Indopazifik und im Mittelmeer vor.

Merkmale des Fluges[Bearbeiten]

Anders als etwa die südamerikanischen Beilbauchsalmler können fliegende Fische nicht mit den Brustflossen schlagen, um ähnlich wie Vögel aktiv zu fliegen. Sie katapultieren sich mit einem Sprung aus dem Wasser und segeln kurze Strecken im Gleitflug über die Wasseroberfläche. Die weitesten Flugstrecken erreichen die Fische, wenn sie sehr nahe über und parallel zur Wasseroberfläche durch die Luft gleiten: In einer Höhe von 1,5 Meter gleitend können die Fische über 30 Sekunden lang in der Luft verweilen und dabei Distanzen von bis zu 400 Metern zurücklegen. Die durch die Aerodynamik begründeten Flugleistungen sind vergleichbar mit denen von Vögeln.[1] Gelegentlich erreichen sie bei ihren Gleitflügen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h und Flughöhen von bis zu fünf Metern, so dass sie manchmal in niedrige Boote geraten.

Das Gleiten durch die Luft wird im Allgemeinen als Fluchtverhalten vor Fressfeinden gedeutet.

Anatomie[Bearbeiten]

Fliegende Fische haben außergewöhnlich große, hoch am Körper angesetzte Brustflossen. Bei der Unterfamilie Cypselurinae sind auch die Bauchflossen flügelartig vergrößert, so dass vier Flügel für den Gleitflug zur Verfügung stehen. Der Schultergürtel und die Brustmuskulatur sind sehr kräftig. Die Schwanzflosse ist tief gespalten, der Unterlappen länger als der obere. Ober- und Unterkiefer sind bei den fliegenden Fischen, im Gegensatz zu den meisten anderen Hornhechtartigen, gleich lang, das Maul ist endständig und nicht vorstreckbar. Lediglich die Jungfische einiger Arten haben verlängerte Unterkiefer. Der Körper ähnelt dem der Heringsartigen und ist von großen, leicht abfallenden Schuppen bedeckt. Die relativ große Nasenöffnung liegt dicht vor den Augen. Die Schwimmblase ist ungekammert und ebenfalls groß.

Fliegende Fische bleiben im Durchschnitt kleiner als 30 Zentimeter, die größte Unterart Cheilopogon pinnatibarbatus californicus erreicht eine Länge von 45 Zentimeter.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Sie kleben ihre teilweise mit Haftfäden versehenen Eier (bei Exocoetus nicht) an schwimmende Objekte, wie Treibholz, Sargassum oder schwimmenden Bimsstein. An der Koromandelküste locken Fischer fliegende Fische an, indem sie Strohbündel als Laichplatz ins Wasser hängen.

Innere Systematik[Bearbeiten]

Es gibt vier Unterfamilien, sieben Gattungen und 50 Arten. Die ursprünglich als basaler fliegender Fisch betrachtete Gattung Oxyporhamphus wird heute bei den Halbschnäblern (Hemiramphidae) eingeordnet. Nach einer phylogenetischen Studie steht Oxyporhamphus innerhalb der Halbschnäblergattung Hemiramphus.[2]

Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Exocoetidae nach Lewallen et al. 2011[3].
 Exocoetidae 


 Cypselurinae 



 Cheilopogon A


     

 Cypselurus


     

 Prognichthys




     

 Cheilopogon B



     

 Hirundichthys



     

 Exocoetinae



     

 Parexocoetinae



     

 Fodiatorine



Unbestimmter fliegender Fisch kurz nach dem Abheben

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hyungmin Park, Haecheon Choi. Aerodynamic characteristics of flying fish in gliding flight. Journal of Experimental Biology, 2010; 213: 3269-3279 doi:10.1242/jeb.046052
  2. N. R. Lovejoy, M. Iranpour, & B. B. Collette; Phylogeny and Jaw Ontogeny of Beloniform Fishes PDF
  3. Eric A. Lewallen, Robert L. Pitman, Shawna L. Kjartanson & Nathan R. Lovejoy: Molecular systematics of flyingfishes (Teleostei:Exocoetidae): evolution in the epipelagic zone. Biological Journal of the Linnean Society, 2011, 102, 161–174.
  4. mālolo in Hawaiian Dictionaries

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fliegende Fische – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien