Flugzeugabsturz von Superga

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Flugzeugabsturz von Superga
Unfall-Zusammenfassung
Unfallart controlled flight into terrain
Ort Superga
Datum 4. Mai 1949
Todesopfer 31
Verletzte 0
Überlebende 0
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Fiat G.212
Betreiber Avio Linee Italiane
Kennzeichen I-ELCE[1]
Passagiere 27
Besatzung 4
Liste von Katastrophen der Luftfahrt

Der Flugzeugabsturz von Superga (ital. Tragedia di Superga) war der Absturz eines Flugzeuges des Typs Fiat G.212 am 4. Mai 1949 am Turiner Wallfahrtsberg Superga. Bei dem Unglück starben alle Insassen, darunter auch die an Bord befindlichen Spieler der Profimannschaft des Fußballvereins AC Turin, die damals als beste Italiens galt.

Il Grande Torino[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grande Torino

Beim AC Turin formte sich in den frühen 1940ern ein Team um Größen wie Valentino Mazzola und Aldo Olivieri, das als Grande Torino in die Geschichte einging. Die Turiner gewannen von 1942/43 bis 1948/49 fünf Mal in Folge die italienische Meisterschaft. In den sechs Jahren vor dem Unglück von Superga verlor der Grande Torino keines seiner 93 Heimspiele im Stadio Filadelfia. Im Jahre 1947 wurden für ein Länderspiel gegen Ungarn zehn Spieler des AC Turin, dem Heimatverein von Nationaltrainer Vittorio Pozzo, aufgestellt. Der Elfte war der Torhüter Lucidio Sentimenti, der von Juventus Turin kam. Der AC Turin der 1940er-Jahre zeichnete sich vor Allem durch die Einkaufspolitik von Präsident Ferruccio Novo aus. Er verpflichtete zunächst 1941 Romeo Menti und Guglielmo Gabetto, ehe aus einer sehr guten Mannschaft durch den Einkauf des besten italienischen Spielmachers der damaligen Zeit, Valentino Mazzola, und Ezio Loik, einem Mittelfeldspieler, eine schier unschlagbare wurde. Der Grande Torino spielte meist im WM-System, was damals in Italien noch nahezu unbekannt war. Dies bedeutete, dass aus einer sicheren Abwehr das Mittelfeld schnell überbrückt wurde und durch einen starken Angriff viele Tore erzielt wurden. So kam es dazu, dass die Spieler um Valentino Mazzola in der Saison 1947/48 in 40 Spielen 125 Tore schossen. In der Saison 1948/49 sicherte sich die Mannschaft durch ein 1:1 gegen Bari bereits fünf Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft, was den Präsidenten dazu veranlasste, ein Freundschaftsspiel in Lissabon zu vereinbaren.

Fiat G.212

Absturz[Bearbeiten]

Der Heimflug vom Freundschaftsspiel, zu dem außer Renato Gandolfi, Luigi Giuliano und Sauro Tomà alle Spieler angereist waren, startete in Lissabon um 09:52 Uhr Ortszeit. Nach einer Zwischenlandung zum Auftanken in Barcelona wurde der Flug nach Turin fortgesetzt.

Das Wetter im Großraum Turin war schlecht, die Sichtweite am Flughafen Torino-Aeritalia betrug 1200 m mit einer geschlossenen Wolkendecke in 400 m Höhe. Im Bereich des 675 m hohen Hügels von Superga herrschte dichter Nebel bei einer Sichtweite von 40 m. Über Savona meldete die Cockpitbesatzung eine Flughöhe von 2000 m und begann mit dem Landeanflug auf Turin. Während des Sinkflugs kollidierte die Fiat G.212 gegen 17:05 Uhr mit der Basilika von Superga auf der Spitze des Hügels.

Für den Absturz wurden neben den schlechten Wetterbedingungen eine mangelhafte Flugfunk-Ausstattung und Fehler in der Flugnavigation verantwortlich gemacht.[1]

Gedenktafel an die Opfer des Flugzeugabsturzes an einer Außenwand der Basilika Superga

Die Spieler des Grande Torino wurden in Italien schon zu Lebzeiten als Nationalhelden verehrt. An dem Trauerzug durch Turin beteiligten sich laut Berichten aus der damaligen Zeit ca. 500.000 Menschen.[2]

Folgen für den AC Turin[Bearbeiten]

Für den AC Turin bedeutete der Tod des Grande Torino auch das Ende der fast ein ganzes Jahrzehnt währenden Erfolgssträhne. 1949 gewann der Club seinen für lange Zeit letzten Meistertitel, nachdem die Saison von der Jugendmannschaft zu Ende gespielt wurde. Beim ersten Heimspiel nach Superga war das Stadio Filadelfia bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach der Tragödie von Superga konnte der AC Turin nicht wieder an die erfolgreichen Zeiten in den 40ern anknüpfen. In der Saison 1958/59 stieg die Mannschaft in die Serie B ab, konnte aber gleich wieder aufsteigen. Die bisher letzte Meisterschaft feierte der AC Turin in der Saison 1975/76. In den folgenden Jahren pendelt der Verein bis heute zwischen Serie A und Serie B und heißt mittlerweile FC Turin. Die letzten Erfolge waren der Gewinn der Coppa Italia 1992/93 und des Mitropapokals 1991.

Opfer[Bearbeiten]

Spieler des AC Turin[Bearbeiten]

Klubverantwortliche[Bearbeiten]

Journalisten[Bearbeiten]

  • Renato Casalbore
  • Luigi Cavallero
  • Renato Tosatti

Andere[Bearbeiten]

  • 4 Crewmitglieder
  • 1 Dolmetscher

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  2. Tragödie des AC Turin - Wie der Stolz Italiens an einem Berg zerschellte. Spiegel Online, 4. Mai 2009, abgerufen am 10. April 2010.