Sinkflug

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Beispielhafte Anzeige des künstlichen Horizontes beim Sinkflug mit Linkskurve

Der Sinkflug ist ein Flugmanöver eines Luftfahrzeuges zum Verringern der Flughöhe (z. B. beim Landeanflug).

Die Sinkrate, also die vertikale Geschwindigkeit im Sinkflug, wird in Fuß pro Minute (fpm) oder in m/s angegeben und mit dem Variometer gemessen.

Formeln[Bearbeiten]

Landeanflug[Bearbeiten]

Faustregeln zur Berechnung der Höhe oder der Distanz für einen standardmäßigen 3°-Sinkflugpfad (E=1:19) für den Landeanflug:

  • Flughöhe (in ft) = Distanz (in NM) * 1000 / 3      (1 ft = 30,48 cm; 1 NM = 1852 m)
  • Distanz (in NM) = Flughöhe (in ft) * 3 / 1000

Sinkgeschwindigkeit[Bearbeiten]

Die Sinkgeschwindigkeit von antriebslosen Flugzeugen berechnet sich nach folgender Formel:

V_y = C_w \cdot \sqrt{\frac{2\cdot g \cdot G}{\rho \cdot A\cdot C_a^3 }}

V_y = Vertikalgeschwindigkeit in m/s
G = Flugzeugmasse in kg
C_w = Luftwiderstandsbeiwert des Flugzeuges
g = Fallbeschleunigung in m/s2 (~ 9,8)
\rho = Luftdichte in kg/m3
C_a = Auftriebsbeiwert für minimales Sinken
A = Flügelfläche in m2

Sonderformen des Sinkflugs[Bearbeiten]

Boeing 777 im Landeanflug, Landeklappen voll ausgefahren

Ein Spezialfall des Sinkflugs ist der Sturzflug von Kampfflugzeugen, bei dem das Flugzeug steil nach unten gesteuert wird.

Ein paar Sekunden lang ist auch der Parabelflug ein steiler Sinkflug.

Bei Ballons, Fallschirmen und Ähnlichem spricht man nicht von Sinkflug, sondern einfach von „Sinken“.

Der sogenannte Notabstieg (engl. emergency descent) ist eine besondere Form des Sinkfluges. Er wird z. B. nach Druckverlust in der Kabine oder zwecks Ausweichens bei Kollisionskurs durchgeführt. Die Sinkrate einer 747-400 liegt bei 2000 ft/min ohne und bei 3000 ft/min mit Speedbrakes. Im Falle eines Druckverlustes muss jedoch erheblich schneller gesunken werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]