Franz Baumann (Beamter)

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Franz Baumann

Franz Baumann (* 1953 in Schramberg) ist seit Juni 2009 Beigeordneter Generalsekretär für die Generalversammlung und Konferenz-Organisation im Sekretariat der Vereinten Nationen in New York.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Baumann besuchte die Grundschule in Schramberg und legte 1973 am Gymnasium Schramberg die Reifeprüfung ab. Anschließend studierte er an der Universität Konstanz Verwaltungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationales und 1975 an der University of Bristol (Großbritannien) Kunstgeschichte. Sein Abschlussdiplom in Verwaltungswissenschaften legte er 1979 in Konstanz ab und promovierte 1992 in Politikwissenschaften an der Carleton University in Ottawa (Kanada). Seine Ehefrau Barbara Gibson ist kanadische Diplomatin und war von 2004 bis 2008 Botschafterin bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Wien. Ihre Tochter wurde im Jahre 2000 geboren.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Bereits 1976 war Baumann für das Europäische Parlament in Luxemburg tätig, 1979 wechselte er zur Europäischen Kommission in Brüssel und arbeitete 1980 für den Elektronikkonzern Siemens in München.

Seine Laufbahn bei den Vereinten Nationen begann Baumann 1980 bis 1982 als Associate Expert in Nigeria für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) / Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Danach arbeitete er in verschiedenen Abteilungen im Sekretariat der Vereinten Nationen, darunter Management, Friedenserhaltende Maßnahmen und dem Büro des Generalsekretärs. 1993 war er Verwaltungsleiter der gemeinsamen Menschenrechtsbeobachtermission der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten in Haiti (MICIVIH).

2002 wurde er zum Verwaltungsdirektor des Wiener Büros der Vereinten Nationen (UNOV) ernannt, 2004 zum stellvertretenden Generaldirektor von UNOV, 2006 zum stellvertretenden Exekutivdirektor des Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und 2007 zum kommissarischen Leiter des Büros für Weltraumfragen (OOSA).

Seit 2013 ist er Mitglied des Kuratoriums der Hertie School of Governance (Berlin)

Veröffentlichungen (Auszug)[Bearbeiten]

  • Wie weit half der Marshall-Plan? Das europäische Wiederaufbauprogramm in kritischer Beleuchtung. In: Damals. 8. Jahrgang, Mai 1976.
  • Plädoyer gegen eine Verweigerung. In: Forum Europa. Dezember 1978/Januar 1979.
  • mit Jan Ulrich Clauss: Die Regionalisierung Belgiens: Arithmetik eines Sprachenstreites. In: Aufstand in der Provinz. Campus Verlag, Frankfurt/ New York 1980, ISBN 3-593-32803-8.
  •  The bureaucratic State and economic Development in Nigeria. In: Doctoral Dissertation. Carleton University, Ottawa 1992.
  • Kollektive Psychopathologie. In: Sprach-Nachrichten. 1/2000.
  • Globalisierung und nationale Identität. In: Kontext. 8/2001.
  • Ein pragmatischer Idealist: Würdigung des Nobelpreisträgers Kofi Annan. In: Aufbau. 25. Oktober 2001.
  • Die Generalsanierung des UN-Amtssitzes (Capital Master Plan). In: Vereinte Nationen. (PDF; 2,4 MB) Dezember 2004.
  • Warum ist Afrika unterentwickelt? Das Beispiel Nigeria. In: Mut. April 2012.
  • Coexistence of Languages at the United Nations. In: Le jour. Université de Saint Joseph, Beirut. April 2012. (PDF; 23,1 MB)
  • Ekkehard Griep (Hrsg.): Die kurze Renaissance der VN-Friedensmissionen nach der Eiszeit des Kalten Krieges. In: Des Friedens General. Herder Verlag, Freiburg/ Basel/ Wien 2013, ISBN 978-3-451-30743-0.
  • Die Vereinten Nationen. Eine Innenansicht der Schwierigkeiten, Frieden zu schaffen. In: Mut. Nr. 554, März 2014.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hoher UN-Posten für deutschen Diplomaten. In: Berliner Zeitung. Politik, Nr. 113, 16./17. Mai 2009, S. 7.

Weblinks[Bearbeiten]