Franz Haniel junior

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Franz Haniel jun.
Das Wohnhaus F. Haniel in der Düsseldorfer Hofgartenstraße

Franz Friedrich Heinrich Wilhelm Carl Haniel (* 15. September 1842 in Ruhrort; † 16. Juni 1916 in Forsthaus Hülloch)[1] war ein deutscher Unternehmer in der Montanindustrie, Sohn von Hugo Haniel und ein Enkel von Franz Haniel.

Leben[Bearbeiten]

Haniel war Mitbegründer der Firma Haniel et Lueg in Düsseldorf, Mitglied des Aufsichtsrats des Kohlensyndikats und trug den Titel eines Geheimen Kommerzienrats. Seit 1872 war Haniel Angehöriger des Corps Saxonia an seinem Studienort Hannover. Aus dieser Verbundenheit heraus bestimmte er die Farben des Corps Saxonia (Grün-Weiß-Schwarz) als Flagge seiner Rheinschifffahrtslinie, welche so bis zum Erwerb der Reederei durch die Imperial Logistics Gruppe 2003 unverändert geführt wurde.[2]

1892[3] ließ Haniel in Düsseldorf auf einem Eckgrundstück in der Hofgartenstraße 1[4] nach Entwürfen der Berliner Architekten Heinrich Kayser und Karl von Großheim ein zweistöckiges Wohnhaus errichten.[5] Die schmalere Fassade des Gebäudes wies zur Hofgartenstraße, die breitere war dem Hofgarten zugewandt.[6] Im Düsseldorfer Adressbuch ist Haniel für die Jahre 1893, 1895, 1899 und 1900 als Bewohner belegt.[7] Das Gebäude erlitt bei einem Luftangriff vom 23. April 1944 Bombenschäden und wurde zusammen mit der gesamten Hofgartenstraße abgetragen. Anstelle der Hofgartenstraße befindet sich dort heute die Hochstraße Tausendfüßler.[8]

Zum Bruch mit Emil Kirdorfs Kohlensyndikat kam es 1905. Laut einem Beitrag im Berliner Tageblatt hatte Haniel „die grosse ‚Sünde‘ begangen, bei Ausbruch des Ruhrarbeiterstreiks die Forderungen der Arbeiter seiner Zeche ‚Rheinpreussen‘ zu bewilligen, ja er soll sogar seinen Arbeitern versprochen haben, keine Kohle in das Streikgebiet zu liefern, obwohl doch nach den Bestimmungen des Syndikatsvertrages der Syndikatsleitung allein das Recht zustand, über die geförderte Kohle zu verfügen.“[9]

Nach seinem Ausscheiden aus dem Kohlesyndikat war Haniel von 1905 bis zu seinem Tode 1916 Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Haniel, nach dem die Zeche Franz Haniel benannt ist, wurde auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof bestattet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Haniel jun. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Keyser, Heinz Stoob: Deutsches Städtebuch: Handbuch städtischer Geschichte. Verlag Kohlhammer, 1939
  2. vgl. Geschichte des Corps Saxonia vom 50. - 100. Jahre seines Bestehens, Druckerei Alois Wolpers, Hannover 1955, S. 128.
  3. vgl. Düsseldorfer Adressbuch 1892, Zweiter Teil, S. 500.
  4. Standort des ehemaligen Wohnhauses F. Haniel in der Hofgartenstraße 1, Düsseldorf: 51° 13′ 42″ N, 6° 46′ 52″ O51.2283746.781054
  5. Wilhelm Kick (Hrsg.): Moderne Neubauten, 2. Jahrgang, Stuttgarter Architektur-Verlag Kick, Stuttgart 1898, Tafel 14.
  6. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 408f.
  7. Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1893, Zweiter Theil., S. 531.
    Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1895, Erster Theil., S. 135.
    Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1899, Erster Theil., S. 153.
    Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1900, Erster Theil., S. 157.
  8. Landeshauptstadt Düsseldorf – Die Goldene Brücke/Hofgartenstraße
  9. Arthur Norde: Wochenschau. In: Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 4. März 1905, S. 8