Fredrika Bremer

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Fredrika Bremer. Gemälde von Johan Gustaf Sandberg (1843)

Fredrika Bremer (* 17. August 1801 auf dem Gut Tuorla bei Piikkiö; † 31. Dezember 1865 auf Schloss Årsta, Gemeinde Haninge) war eine schwedische Schriftstellerin und Initiatorin der schwedischen Frauenbewegung.

Leben[Bearbeiten]

Fredrika Bremer stammt aus dem gehobenen Bürgertum und konnte sich schon früh große Reisen leisten. Daneben war sie auch sehr sozial eingestellt und ehrenamtlich in Stockholm tätig.

In Stockholm schloss sie Freundschaft mit Frances Lewin, der sie mit den Ideen von Jeremy Bentham, James Mill und dessen Sohn John Stuart Mill vertraut machte. 1831 traf sie Per Johan Böklin, der sie in die griechische Philosophie, besonders aber in den Platonismus einführte. In dieser Zeit setzte sie sich auch mit den deutschen Romantikern auseinander. Sie stand in einem regen Austausch mit Mary Howitt, die viele ihrer Werke ins Englische übersetzte. In Louisa Alcotts Little Women wird aus Bremer vorgelesen.

Ihr soziales Engagement und ihre Ideen führen 1884 zur Gründung des Fredrika-Bremer-Förbundet (dt. Fredrika-Bremer-Verbandes), der die Keimzelle des schwedischen Frauenbewegung wurde.

Werke[Bearbeiten]

Die schwedische Ausgabe jeweils mit dem Jahr der ersten Erscheinung, die Ausgaben der deutschen Übersetzung jeweils nach Treffern bei der DNB oder ÖNB.

  • Fader och Dotter (1858) (Vater und Tochter, 1859)
  • Familijen H (1830/31) (Die Familie H. Skizze aus dem Alltagsleben, 1857)
  • Grannarne (1837) (Die Nachbarn, Universalbibliothek 1003–1006 Leipzig, o.J.; 1875–1879)
  • Hemmen i den nya världen (1853/54) (Die Heimath in der neuen Welt. Ein Tagebuch in Briefen, geschrieben auf zweijährigen Reisen in Nordamerika und auf Cuba. Franck:Stuttgart 1854 – Neuausgabe: Durch Nordamerika und Kuba. Reise-Tagebücher in Briefen 1849–1851; hrsg. v. Detlef Brennecke, 2001)
  • Hemmet (1839) (Das Haus, oder Familiensorgen und Familienfreuden, 1843)
  • Hertha (1856) (Hertha oder Geschichte einer Seele. Skizze aus dem wirklichen Leben, 1857)
  • Livfet i gamla verlden (1860/62) (Leben in der alten Welt. Tagebuch während eines vierjährigen Aufenthalts im Süden und im Orient, 1861/63)
  • Nina (1835)
  • Presidentens döttrar (1834) (Die Töchter des Präsidenten. Erzählung einer Gouvernante, 1862)
  • Teckningar utur hvardagslifvet (1828) (Skizzen aus dem Alltagsleben. Nina, 1869)
  • Ett par blad ifrån Rhenstranden, eller Marienberg och Kaiserswerth 1846 (1848) (nicht ins Deutsche übersetzter Bericht über eine Rheinreise)

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Carsten Montén: Fredrika Bremer in Deutschland. Aufnahme und Kritik. Wachholtz, Neumünster 1981. (= Skandinavistische Studien; 14) ISBN 3-529-03314-6
  • Olle Bergquist: Om "Frälsarens dyra blod" och tidningsläsning hos Gud. Studier i Fredrika Bremers religiositet och författarskap. Artos bokförl., Skellefteå 1995. ISBN 91-7580-109-4
  • Carina Burman: Bremer. En biografi. Bonnier, Stockholm 2001. ISBN 91-0-057680-8
  • Inger Ekbom: Den kvinnliga fredstanken. Fredrika Bremer och andra i kamp för fred. Carlsson, Stockholm 1991. ISBN 91-7798-442-0
  • Ulrika Kärnborg: Fredrika Bremer. Natur och Kultur, Stockholm 2001. ISBN 91-27-07843-4
  • Laurel Ann Lofsvold: Fredrika Bremer and the writing of America. Univ. Pr., Lund 1999. ISBN 91-7966-578-0
  • Brita K. Stendahl: The education of a self-made woman. Fredrika Bremer 1801-1865. E. Mellen Press, Lewiston, NY u.a. 1994. ISBN 0-7734-9098-1
  • Lars Wendelius: Fredrika Bremers amerikabild. En studie i Hemmen i den Nya Verlden. Almquist u. Wiksell, Stockholm 1985. (= Skrifter utg. av Svenska Litteratursällskapet; 39) ISBN 91-7810-281-2

Ehrungen[Bearbeiten]

Das Bremer County ist ein County im US-Bundesstaat Iowa in den Vereinigten Staaten. Es wurde am 15. Januar 1851 gebildet und nach der Autorin Fredrika Bremer benannt.

Die Autorin Selma Lagerlöf schrieb 1894 eine ihrer ersten Geschichten in Osynliga länkar („Unsichtbare Bande“) über „Mamsell Fredrika“.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fredrika Bremer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Fredrika Bremer – Quellen und Volltexte