Friedrich Adolf Riedesel

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Friedrich Adolph Riedesel

Friedrich Adolf Riedesel Freiherr zu Eisenbach, fälschlich auch „von“ Riedesel genannt (* 3. Juni 1738 in Lauterbach (Hessen); † 6. Januar 1800 in Braunschweig), war ein braunschweig-wolfenbüttelscher General, der die britischen Truppen während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges unterstützte. Er, seine Frau und seine Töchter wurden gefangengenommen, als General John Burgoyne nach dem Saratoga-Feldzug 1777 kapitulierte.

Leben[Bearbeiten]

Riedesel wurde als zweiter Sohn des Reichskammergerichtsassessoren Johann Wilhelm Riedesel Freiherr zu Eisenbach (1705–1782) und Sophia von Borcke (1705–1769) in eine Familie des evangelisch-lutherischen hessischen Uradels geboren, die seit 1432 den jeweiligen Erbmarschall von Hessen stellt und bis in die Gegenwart Mitglied der fortbestehenden Althessischen Ritterschaft ist. Er hatte vier Brüder: Wilhelm Hermann (1735–1764), Ludwig Volprecht (1740–1758), Johann Conrad (1742–1812), der 25. Erbmarschall und Carl Georg (1746–1819) der 26. Erbmarschall.

Sein Geburtshaus und die Stätte seiner ersten Ausbildung war das Hohaus in Lauterbach (Hessen). Seine Eltern waren über seine Ausbildung uneinig. Seine Mutter wünschte sich für ihn eine religiöse Karriere, während sein Vater eine Rechtsausbildung und eine Diplomatenkarriere favorisierte. Beides waren angemessene Lebenswege für einen jüngeren Sohn.

Sich den Wünschen seines Vaters beugend, ging er mit 15 Jahren an die Universität in Marburg. Riedesel war ein mittelmäßiger Student, verbrachte aber viel Zeit damit, dem Truppendrill des Landgrafen von Hessen-Kassel zuzusehen. Ein Offizier, der sein Interesse bemerkt hatte, freundete sich mit ihm an und brachte ihn auf betrügerische Weise dazu, sich beim Militär zu melden.

Sein erster Einsatz in London war nur von kurzer Dauer, und sein Regiment kehrte 1759 mit Beginn des Siebenjährigen Krieges nach Deutschland zurück. Er kämpfte ehrenhaft und gewann die Aufmerksamkeit Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und Friedrich II. von Preußen. 1761 kommandierte er die neu aufgestellten Husaren.

Im August 1762 wurde er in einer Schlacht gegen die Franzosen verwundet und zurück nach Minden gesandt, um sich zu erholen. Dort wurde er von der Familie von Massow versorgt und von deren Tochter Charlotte gepflegt. Im Dezember 1762 heiratete Friedrich Adolf Riedesel während des Feldzuges in Paderborn Friederike Charlotte Luise von Massow und siedelte nach Wolfenbüttel um, wo die beiden mehrere Jahre in Frieden lebten. Während dieser Jahre pendelte Riedesel nach Braunschweig, wo er als Adjutant des Herzogs diente. Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter:

  • Auguste (* 9. August 1771 in Wolfenbüttel; † 21. November 1805 in Berlin) ∞ 12. Mai 1792 mit Heinrich XLIV. Prinz Reuß jüngere Linie, Preußischer Kammerherr (* 20. April 1753; † 3. Juli 1832)
  • Friederike (1774-1854) ∞ Friedrich Wilhelm von Reden (1752-1815)
  • Caroline (1776–1861)
  • Amerika (* 7. März 1780; † 17. Mai 1856) ∞ Graf Ernst von Bernstorff auf Gartow (* 12 Juli 1768; † 2. Mai 1840)[1]
  • Georg Karl Ferdinand Friedrich Johann (* 26. April 1785; † 4. August 1854), Landmarschall ∞ Caroline Friederike Louisa Riedesel (1784–1857), Tochter des Schriftstellers Johann Hermann Riedesel zu Eisenbach (1740-1784)
  • Charlotte Hedwig ( * 4. Oktober 1788; † 24. Februar 1848)[2] ∞ Helmuth von Schöning ( * 1785; † 24. Oktober 1664), auf Schönrade[3]

In Braunschweig wurde er im Jahr 1763 in die Freimaurerloge Jonathan aufgenommen[4]; 1788 wurde er Mitglied der Loge La Constance in Maastricht.

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg[Bearbeiten]

1776 begannen die Briten hessische und andere deutsche Subsidientruppen für den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg anzuwerben. Der Herzog von Braunschweig stellte 3964 Infanteristen, darunter eine Jägerkompanie (Braunschweiger Jäger) und 336 Kavalleristen des Dragonerregiments. Letztere sollten indes ihre Pferde erst in Kanada erhalten, da man annahm, dass Reittiere dort in Massen vorhanden wären. Da dies sich jedoch als Irrtum erwies, mussten letztlich die Dragoner den Krieg ebenfalls zu Fuß bestreiten. Am 18. März segelten sie unter dem Kommando des neuernannten Generalmajors Riedesel von Stade aus ab. Nach einem Aufenthalt in England trafen sie am 1. Juni in Québec ein. Sie unterstützten die endgültige Vertreibung der amerikanischen Streitkräfte nach deren Invasion von Kanada. Dann wurden sie für den Winter auf verschiedene Posten in Kanada verteilt. Dabei geht die Geschichte, dass der erste Weihnachtsbaum auf dem amerikanischen Kontinent von der Familie Riedesel in Sorel, Kanada, aufgestellt wurde. Vor dem ehemaligen Hauptquartier der Braunschweiger Truppen erinnert noch heute eine Tannenbaumsilhouette an diese.

Saratoga-Feldzug[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel: Saratoga-Feldzug

Literatur[Bearbeiten]

  • Max von Eelking: Leben und Wirken des Herzoglich Braunschweig'schen Generallieutenants Friedrich Adolph Riedesel. O. Wigand, Leipzig 1856. online beim Internet Archive
  • Karl Siegmar Baron von Galéra: Die Riedesel zu Eisenbach: Vom Reich zum Rheinbund: Weltgeschichte des 18. Jahrhunderts in einer kleinen Residenz. Degener & Company, Neustadt an der Aisch 1961 [Band 5 der Reihe]
  • Friederike von Riedesel: Die Berufsreise nach Amerika. Briefe und Berichte des Generals und der Generalin von Riedesel während des nordamerikanischen Kriegs in den Jahren 1776 bis 1783 geschrieben. Edition Corsar, Braunschweig 2006, ISBN 3-925320-00-8 (Kommentierte Neuausgabe nach der Ausgabe Berlin 1801)
  • Bernhard von PotenRiedesel, Friedrich Adolf. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 531 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stammreihen.de/getperson.php?personID=I780307R&tree=tree1
  2. Stammbaum
  3. Hans Schöning, Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlechte von Schöning, S.184, Digitalisat
  4. Mechthild Wiswe: Freimaurer in ihrer Zeit, Begleitpublikation zur Ausstellung des Braunschweigischen Landesmuseums zum 250-jährigen Bestehen der Braunschweiger Freimaurerlogen, Braunschweig 1994, ISBN 978-392793923-3, S. 27