Minden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Minden an der Weser; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Minden (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Minden
Minden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Minden hervorgehoben
52.2833333333338.916666666666742Koordinaten: 52° 17′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Minden-Lübbecke
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 101,12 km²
Einwohner: 79.853 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 790 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32300-32499
Vorwahlen: 0571, 05734, 05704
Kfz-Kennzeichen: MI
Gemeindeschlüssel: 05 7 70 024
Stadtgliederung: 19 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kleiner Domhof 17
32423 Minden
Webpräsenz: www.minden.de
Bürgermeister: Michael Buhre (SPD)
Lage der Stadt Minden im Kreis Minden-Lübbecke
Minden Hüllhorst Espelkamp Bad Oeynhausen Lübbecke Rahden Petershagen Preußisch Oldendorf Porta Westfalica Hille Stemwede Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Niedersachsen Kreis Herford Kreis Lippe Niedersachsen NiedersachsenKarte
Über dieses Bild

Minden Zum Anhören bitte klicken! ['mɪndən] ist eine Große kreisangehörige Stadt im Nordosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Mit 79.853 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadt liegt an der Weser und ist Kreisstadt des ostwestfälischen Kreises Minden-Lübbecke im Regierungsbezirk Detmold. Minden bildet das historisch politische Zentrum des Mindener Landes.

Minden ist um das Jahr 800 gegründet worden. Die Stadt war bis zur Reformation Bischofssitz des Bistums Minden und Hauptstadt des Hochstifts Minden. Nach dem Westfälischen Frieden kam Minden 1648 unter preußische Verwaltung und wurde zur Festungsstadt ausgebaut. In preußischer Zeit war Minden Verwaltungssitz des Fürstentums Minden sowie ab 1719 von Minden-Ravensberg. Ab 1816 wurde Minden Verwaltungsstadt für den gleichnamigen Regierungsbezirk Minden.

Heute ist Minden durch sein Wasserstraßenkreuz bekannt, an dem sich Mittellandkanal und Weser in einem Bauwerk kreuzen. In der Stadt finden sich zahlreiche Bauten der Weserrenaissance sowie der Mindener Dom, der als ein wichtiges architektonisches Wahrzeichen gilt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Blick von Norden über die Weser auf die Stadt
Die Topographie des Stadtgebietes

Minden liegt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen nördlich des Durchbruchs der Weser durch das Weser- und Wiehengebirge. Hier verlässt die Weser das Weserbergland und fließt in die Norddeutsche Tiefebene.

Die Stadt liegt beiderseits der Weser im Flachland in Sichtweite der Mittelgebirge im Süden und reicht mit den Ortsteilen Häverstädt, Dützen und Haddenhausen bis an den Kamm des Wiehengebirges heran. Die Kernstadt liegt rund fünf Kilometer nördlich an der Geländestufe des westlichen Hochufers der Weser, die die Grenze der beiden Naturräume Mittleres Wesertal und Lübbecker Lößland markiert. Diese Stufe zieht sich quer durch das Stadtgebiet und teilt nicht nur die Stadt in die Ober- und Unterstadt, sondern auch die beiden Naturräume. Die Gliederung der Stadt ist geprägt durch die preußische Festung Minden; die aufgelassenen Festungsbauten bilden heute das Mindener Glacis rund um die Stadt.

Minden liegt 40 km nordöstlich von Bielefeld, 55 km westlich von Hannover, 100 km südlich von Bremen und 60 km östlich von Osnabrück und bildet das historische und politische Zentrum des Mindener Lands.

Der Mittellandkanal kreuzt die Stadt von Ost nach West, die Weser fließt von Süd nach Nord durch die Stadt. Nördlich der Innenstadt kreuzt sich die Weser mit dem Mittellandkanal am Wasserstraßenkreuz Minden. Im Stadtgebiet mündet der Kleinfluss die Bastau von Westen kommend in die Weser.

Minden ist über die Bundesautobahnen A 2 und A 30 (Europastraße 30) zu erreichen. Weiter führen die Bundesstraßen B 61, B 65 und B 482 hindurch.

Der niedrigste Punkt findet sich im Ortsteil Leteln mit 40,338 m ü. NN, der höchste Punkt mit 180,594 m ü. NN im Ortsteil Haddenhausen. Die Höhenlage der Stadt wird mit 42,2 m ü. NN am Mindener Rathaus angegeben.[2]

Geologie und Böden[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Minden

Das Gebiet wird vor allem von den Lockergesteinen des Eiszeitalters bestimmt. Dazu zählen Kies, Sand und Geschiebelehm. In manchen Gebieten finden sich vereinzelt Schmelzwassersand und der fruchtbare Löss. Die Böden bestehen im Stadtgebiet hauptsächlich aus Parabraunerden, einer verwitterten Lössform. Im Nordosten des Gebietes finden sich für den Ackerbau geeignete Braunerden mit überwiegend lehmig-sandigem Charakter, im Nordwesten außerdem staunasse Böden (Pseudogley) auf tonreichem, dichtgelagertem Geschiebemergel. Hier wird das Land meist als Grünland extensiv genutzt. Ackerbau ist nur nach entsprechender Entwässerung möglich. In den tiefer gelegenen Flussauen von Weser und Bastau findet sich Gleye. Hier ist durch die Grundwasserbeeinflussung beziehungsweise regelmäßige Überschwemmung nur eine Nutzung als Grünland möglich. Die Sedimente im Wesertal wurden teilweise bereits in den nacheiszeitlichen Talböden und Auen der Weser und Bastau abgelagert. Im Wesertal bauen zwei Unternehmen den Kies (Nassauskiesung) ab. Im Wiehen- und Wesergebirge finden sich steinige und flach- bis mittelgründige Böden (Rendzina-Braunerden) aus Kalkmergelstein und stellenweisen Lössbeimengungen.

In tieferen Schichten besteht der Untergrund aus Ton-, Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen. Diese Gesteine stammen aus dem Trias, Jura und der Unterkreide. Im Süden, wo das Stadtgebiet das Wiehengebirge berührt, treten die Schichten des Erdmittelalters (Oberer Jura, Unterkreide) zutage. In Bölhorst, Zollern und Meißen (Kohlenbergwerk Minden) wurde rund 370 Jahre lang im Mindener Revier Steinkohle gefördert. Im ehemaligen Schacht Bölhorst des Steinkohlenbergwerk Bölhorst wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine rund zehnprozentige Sole zu Kuranwendungen gefördert. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist entlang des Wiehengebirges Eisenerz im Bergbau abgebaut worden, so z. B. in der bis 1967 existierenden Eisenerzgrube Porta in Dützen, deren Außengebäude heute noch auf dem Gelände des Potts-Freizeitparks sichtbar sind. Im tiefen Untergrund sind die Gesteine des Erdaltertums (Devon, Karbon, Perm) anzutreffen.[3]

Die Eignung des Mindener Untergrunds als geothermische Wärmequelle mittels Erdwärmesonde und zur Wärmegewinnung durch Wärmepumpen ist standortabhängig sehr unterschiedlich, es gibt ungeeignete wie auch sehr gut geeignete Lagen (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[4] Generell verbessert sich die Nutzbarkeit von Norden in Richtung Süden des Stadtgebietes.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Flächen- und Bodennutzung
Bodenart Fläche in km²  %
Landwirtschaftsfläche 52,28 51,72
Waldfläche 4,44 4,39
Gebäude-, Frei-, und Betriebsfläche 26,37 26,09
Siedlungs- und Verkehrsfläche 10,17 10,06
Wasserfläche 4,02 3,98
Sport- und Grünfläche 2,46 2,43
sonstige Nutzung 1,34 1,33
Quelle:[5]

Minden wird als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums im östlichen Ostwestfalen-Lippe definiert und bedeckt eine Gesamtfläche von 101,08 km². Dabei dehnt sich das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung bis zu maximal 13,1 km und in Ost-West-Richtung bis zu maximal 14,1 km aus.

Die Flächennutzung ist nebenstehender Tabelle zu entnehmen, wobei Minden einen wesentlich höheren Anteil der Flächen für die Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Städten in Nordrhein-Westfalen wie zum Beispiel Bielefeld (dort 37,71 %) ausweist. Im OWL-Durchschnitt ist dies jedoch Mittelmaß. (Durchschnitt aller OWL-Landkreise: 57,3 %)[6]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Minden grenzt im Osten mit seinen Stadtteilen Minden-Meißen, Minden-Päpinghausen und Minden-Dankersen an die Stadt Bückeburg im niedersächsischen Landkreis Schaumburg. Im Norden grenzt Minden an die Stadt Petershagen, im Westen an die Gemeinde Hille und im Süden an die Städte Bad Oeynhausen und Porta Westfalica (alle im Kreis Minden-Lübbecke gelegen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Nach § 1 der Hauptsatzung wird das Stadtgebiet von Minden in folgende 19 Stadtbezirke eingeteilt:[7]

Stadtbezirke von Minden (Westf.)
Bezirk Einwohner (Stand 31.12.2011)[8]
Bärenkämpen 6.402
Bölhorst 994
Dankersen 4.999
Dützen 3.788
Haddenhausen 1.622
Häverstädt 3.352
Hahlen 3.785
Innenstadt 10.159
Königstor 8.841
Kutenhausen 1.732
Leteln-Aminghausen 3.261
Meißen 3.381
Minderheide 3.963
Nordstadt 7.117
Päpinghausen 404
Rechtes Weserufer 4.457
Rodenbeck 8.359
Stemmer 1.617
Todtenhausen 3.393

Klima[Bearbeiten]

Niederschlag in Minden-Hahlen (blaue Linie) im Vergleich zum NRW-Landesschnitt (graue-weiße Schattierungen)

Minden liegt wie ganz Ostwestfalen im Übergangsbereich vom überwiegend vorherrschenden maritimen Klima sowie dem schwächer und in dieser Gegend nur temporär ausgeprägten Kontinentalklima. Daher sind die Temperaturen und Niederschläge im Jahresverlauf relativ ausgeglichen. Die Sommer sind im Vergleich zum hochkontinentalen Klima eher kühl, die Winter eher warm. Minden wird weiterhin von der Leelage am nördlichen Wiehengebirge beeinflusst. Der Teutoburger Wald sowie das Wiehengebirge schirmen die Stadt vor den vorherrschenden Winden aus Südwest ab, die Niederschläge vom Atlantik heranführen. Minden ist daher ein relativ - im Vergleich zum übrigen Ostwestfalen - niederschlagsarmes Gebiet und bewegt sich etwa im nordrhein-westfälischen Durchschnitt. Im Norden des Stadtgebiets liegen die mittleren Jahresniederschläge zwischen 600 und 650 mm. Weiter im Süden liegen diese Werte leicht darüber zwischen 650–700 mm. Die Temperatur wird vor allem durch die relativ niedrige Lage in der Norddeutschen Tiefebene sowie der Wesertalung bestimmt. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 9 °C und 9,5 °C und ist damit vergleichbar mit den Jahresmitteltemperaturen in der Westfälischen Bucht.[9] Einen Überblick über die Niederschläge in Minden-Hahlen gibt folgende Tabelle.


Niederschlag in Minden-Hahlen (46 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Niederschlag (mm) 57,1 42,6 52,9 51,5 61,2 80,2 63,8 68,1 58,5 46,3 55,8 63,5 Σ 701,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
57,1
42,6
52,9
51,5
61,2
80,2
63,8
68,1
58,5
46,3
55,8
63,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Niederschlag: DWD[10]

Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Minden

Von den Anfängen bis zum Mittelalter[Bearbeiten]

Kupferstich von Matthäus Merian

Siedlungsfunde an mehreren Stellen des gegenwärtigen Stadtgebietes lassen vermuten, dass Minden bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. besiedelt ist. Der Mindener Raum lässt vom 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. eine kontinuierliche Siedlungsentwicklung erkennen. Er gehörte während dieser Zeit dem rhein-weser-germanischen Formenkreis an. Dies wird in den kaiserzeitlichen Gräberfeldern Minden-Römerring, Porta Westfalica-Costedt deutlich.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Minden („Minda“) im Jahre 798 in den so genannten Reichsannalen, einer fränkischen Chronik, als Ort einer Reichsversammlung Karls des Großen. Um 800 gründete er in Minden ein Bistum. Im Jahr 977 wurden der Stadt das Marktrecht, das Münzrecht und das Zollrecht verliehen.[11][12][13]

Bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts war der vom Bischof eingesetzte Wichgraf Oberhaupt und Verwaltungsleiter der Stadt. Um 1230 konnten sich die Mindener Bürger und ihr Rat vom Bischof als weltlichen Landesherren soweit lösen, dass sie die Stadtrechte erhielten. Diese neuen Rechte nutzten sie und begannen einen von der Kirche unabhängigen Handel. Der Gewinn daraus war eine der Grundlagen für die weitere Entwicklung der Stadt. Im Mittelalter war Minden Mitglied der Hanse.

Das gestiegene Selbstbewusstsein der Mindener Bürger wurde im Bau des historischen Rathauses deutlich, das wahrscheinlich um 1260 in der Innenstadt direkt neben der Domimmunität errichtet wurde. Im Jahr 1306/07 zog es der damalige Mindener Bischof Gottfried von Waldeck vor, seine Residenz von Minden in das Schloss Petershagen zu verlegen.

Vom Ende des Mittelalters bis zur Neuzeit[Bearbeiten]

Blick von Minden auf die Porta Westfalica
Blick vom rechten Weserufer auf die Fischerstadt
Schlacht bei Minden, zeitgenössischer Stich

Im Zuge der Reformation kam es 1529 in Minden zu einem schweren Konflikt, der die Bildung eines Gremiums aus sechsunddreißig Männern zur Folge hatte, das fortan das Stadtregiment übernahm. Am 13. Februar 1530 schließlich verkündete Nikolaus Krage von der Kanzel der Martinikirche die evangelische Kirchenordnung für die Stadt Minden. In den Jahren 1584–1684 fanden Hexenprozesse gegen mindestens 170 Personen statt. Wie in vielen benachbarten Regionen wurden dabei in Minden fast ausschließlich Verfahren gegen Frauen eröffnet.[14] Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) war Minden von 1625 bis 1634 durch die katholischen Truppen des Kaisers besetzt. 1634 wurde die Stadt von den protestantischen schwedischen Truppen belagert und schließlich erobert (→ Belagerung von Minden). Königin Christina von Schweden gestand der Mindener Bürgerschaft volle Souveränität in allen inneren und äußeren Angelegenheiten der Stadt zu.[15] Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Minden gemäß Vertrag des Westfälischen Friedens von 1648 in den Besitz Brandenburg-Preußens, indem das Hochstift Minden in das säkularisierte brandenburgische Fürstentum Minden umgewandelt wurde, und blieb Bestandteil des Landes Preußen bis zu seiner Auflösung im Jahr 1947. Mit dem landesherrlichen Stadtreglement vom 10. Juni 1711 durch König Friedrich I. endete das vierhundertjährige Selbstbestimmungsrecht der Mindener Bürger. Das Gremium der „Vierziger“ wurde vom König aufgelöst und der Rat der Stadt durch einen Magistrat abgelöst, der von einem Gremium aus 16 Kaufleuten, 16 Handwerkern und 8 Vertretern der Gemeinde auf Lebenszeit gewählt wurde.

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde die befestigte Stadt Minden erneut zum Kriegsschauplatz. Im Sommer des Jahres 1757 wurde sie von französischen Truppen besetzt. Wenige Monate später begann eine alliierte Armee unter Herzog Ferdinand von Braunschweig eine Gegenoffensive, die im Winter 1758 zu heftigen Kämpfen um die Stadt führte (→ Belagerung von Minden). Minden blieb zunächst im Besitz der Alliierten, bis es im Sommer 1759 erneut durch französische Truppen eingenommen wurde. Im Ergebnis der am 1. August 1759 vor den Toren der Stadt erfolgten Schlacht bei Minden fiel die Festung endgültig an die alliierten Streitkräfte. Da durch die Schlacht bei Minden die Briten die Vorherrschaft über Nordamerika und Indien erhielten, war der 1. August 1759 der einzige Tag, an dem Minden Weltgeltung hatte. Traditionell wird in den britischen Regimentern weltweit und in der nordenglischen Stadt Preston mit großem Umzug der „Minden Day“ gefeiert. Aber auch in Minden findet jährlich eine Feier am Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht von Minden statt.

1719–1807 war die Stadt Verwaltungssitz des Territoriums Minden-Ravensberg und 1816–1947 Sitz einer Bezirksregierung.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Blick aus der Rathauslaube auf den Markt und das Schmiedingsche Haus

Bis 1806 wurde das Gebiet um den Mindener Dom, die sogenannte Domfreiheit, im Gegensatz zum übrigen Stadtgebiet vom katholisch gebliebenen Domkapitel regiert. Am 13. November 1806 besetzten französische Truppen die Stadt, die zunächst von August 1807 bis zum Ende des Jahres 1810 zum Königreich Westphalen und ab 1810 direkt zum Kaiserreich Frankreich gehörte.

Nachdem Napoleon I. in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 besiegt worden war, verließen die französischen Truppen das Mindener Land und Minden wurde wieder preußische Garnisonsstadt. In der Amtszeit des ersten Mindener Landrates von Arnim (1816–1820) wurde die Mindener Festung unter Oberaufsicht der Regierung des Regierungsbezirks Minden wiederaufgebaut. Dieser Wiederaufbau der Festung erwies sich für die Stadtentwicklung als verhängnisvoll, denn durch die erzwungene Enge verschlechterten sich die Wohnverhältnisse[16] und die wirtschaftliche Entwicklung wurde gehemmt, sodass die industrielle Entwicklung fast vollständig an Minden vorbeiging. Die Stadt und damit auch ihr preußischer Geist blieben in ihren Festungsmauern eingeschnürt. Zum damaligen Zeitpunkt wesentlich kleinere Städte – z. B. Bielefeld und Dortmund - legten in dieser Zeit den Grundstein zu wirtschaftlicher Blüte. Dagegen arbeitete in Minden auf der Weser immer noch eine mittelalterliche Schiffmühle (1998 rekonstruiert).[17]

Es gab in Minden drei zivile Hospitäler für die Armen- und Krankenpflege, die Mitte des Jahrhunderts aufgehoben wurden, und ein Lazarett. Das 1295 gegründete Beginenhaus war eine Sozialeinrichtung der Stadt geworden und wurde 1839 schließlich abgerissen.[18] 1830 überließ der preußische Staat das Gebäude des 1720 gegründeten Waisenhauses der Stadt zur Errichtung einer Armen-, Kranken- und Arbeitsanstalt, in der 1880 eine „Tobzelle“ für Geisteskranke und 1887 eine weitere „Irrenzelle“ eingerichtet wurden, während 1888 eine Badeeinrichtung eingebaut wurde. Nachdem 1898 erhebliche Mängel festgestellt wurden, kam es 1902–1904 zu einem Neubau eines Krankenhauses.[19]

Im Revolutionsjahr 1848 bildete sich am 18. April der Constitutionelle Club, der als Gegner aller Demokraten und Republikaner alle Demokratie-Bestrebungen ablehnte und Gesetz, Besitz und Ordnung unbedingt bewahren wollte. Dagegen formierte sich eine Volksversammlung, aus der zwei Parteien entstanden: der Demokratische Verein und der liberal-konservative Volksverein. Daneben bestand ein Bildungsverein. Die Wahlmännerwahlen für die Wahl der Abgeordneten zur preußischen und zur deutschen Nationalversammlung fielen zugunsten der großbürgerlich-liberalen Richtung aus.[20] In den folgenden Jahren entstanden unterschiedliche Parteien, die eine bürgerliche bzw. soziale Demokratie anstrebten.[21] Bereits vorher hatten sich demokratische Ideen auch in der preußischen Armee ausgebreitet, so dass es zu einer zeitweisen Spaltung der Offizierskorps der Garnisonen in Minden, Münster und Wesel in eine Mehrheit von „Königstreuen“ und eine Minderheit engagierter Demokraten kam. Ausgangspunkt für die politischen Auseinandersetzungen war das im September 1845 gegen den in Minden stationierten Artillerie-Leutnant Fritz Anneke eingeleitete Ehrengerichtsverfahren, das mit der Entlassung aus dem Dienst endete.

Die preußische Zeit war sehr prägend für Minden. Dies erkennt man bis heute in der Stadtanlage und im Stadtbild. Viele Gebäude aus dieser Zeit sind noch vorhanden. Bis 1873 war die Stadt preußische Festung, am 30. Mai 1873 beschloss der Reichstag in Berlin das Gesetz zur Aufhebung der Festungen Minden, Stettin, Erfurt, Wittenberg, Kosel, Graudenz, Kolberg und Stralsund. Erst jetzt wurden die Stadtmauern geschleift und die Stadt konnte wirtschaftlich aufholen.[22] Ihre frühere politische und wirtschaftliche Bedeutung erreichte sie jedoch nie wieder.

Die Weserschifffahrtsakte, von den Vertretern aller Weseruferstaaten am 10. September 1823 in Minden beschlossen, machte den Stapelrechten und anderen mittelalterlichen Privilegien ein Ende und ermöglichte eine durchgehende Weserschifffahrt. Zudem verpflichteten sich alle Anliegerstaaten zu notwendigen Strombaumaßnahmen und zur Sicherung der Schifffahrt auf der Weser.[23]

20. Jahrhundert bis zu den 30er Jahren[Bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg bestand auf dem Exerzierplatz Minderheide das Kriegsgefangenenlager Minderheide mit bis zu 25.000 Gefangenen. Die Arbeitskommandos wurden nicht nur in und um Minden eingesetzt, beispielsweise beim Bau des Mittellandkanals, sondern auch im Ruhrgebiet und im Rheinland.

Die Novemberrevolution am Ende des Ersten Weltkrieges verlief in Minden relativ ruhig. In einigen Kasernen der Garnison Minden kam es am 7. und 8. November 1918 zwar zu kleineren Unruhen, diese konnten aber durch örtliche Vertreter der SPD und der Gewerkschaften beruhigt werden. Am Nachmittag des 8. November 1918 übernahm ein Arbeiter- und Soldatenrat die öffentliche Gewalt in der Stadt Minden.[24]

Während des Kapp-Putsches im März 1920 war die Lage in der Stadt Minden dagegen wesentlich angespannter. Die Vertreter von SPD, DDP und USPD in der Mindener Stadtverordnetenversammlung erklärten sich loyal zu Reichspräsident Friedrich Ebert und zur Regierung Bauer, nur die Vertreter der Zentrumspartei nahmen eine abwartende Haltung ein. Am 15. März 1920 griff der Arbeiterrat erstmals direkt in die Verwaltung der Stadt ein, Mindener Tageblatt und Mindener Zeitung wurden, da sie Erlasse der Putschisten veröffentlicht hatten, zunächst unter Vorzensur gestellt und später verboten. Derartige Maßnahmen waren bisher beispiellos für Minden, nicht einmal während der Novemberrevolution 1918 waren solch drastische Maßnahmen ergriffen worden. Am 16. März 1920 bestätigten Reichspräsident Friedrich Ebert und Reichskanzler Gustav Bauer die Vollmachten des Arbeiterrates in einem Telegramm: „Dem Arbeiterrat Minden wird die oberste Vollzugsgewalt übertragen. Er hat alle Maßnahmen zu ergreifen um die verfassungsmäßige Regierung zu sichern und deren Anwendung zur Durchführung zu bringen. gez. Ebert Reichspräsident, gez. Bauer Reichskanzler.[25] Nach dem Scheitern des Kapp-Putsches waren die Bevölkerung und die Parteienlandschaft in Minden noch stärker polarisiert als ehedem. Als am 24. Juni 1922 Reichsaußenminister Walther Rathenau ermordet wurde, kam es in der Folge in Minden zu teilweise schweren Ausschreitungen. Am 27. Juni 1922 fand auf dem Marktplatz eine Kundgebung mit etwa 15.000 Teilnehmern statt, da die Reichsregierung zu Demonstrationen für die Republik aufgerufen hatte. Nach Beendigung der Kundgebung zogen zahlreiche Demonstranten durch die Stadt und durchsuchten Wohnungen, Geschäfte und Gaststätten von „Reaktionären“ und nationalistisch eingestellten Mindenern, zahlreiche Kaiserbüsten- und Bilder, sowie schwarz-weiß-rote Fahnen und andere Gegenstände wurden zertrümmert oder verbrannt. Die Mindener Zeitung bezeichnete die Unruhen am 1. Juli 1922 als „russische Zustände“.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Das Projekt Stolpersteine erinnert an die deportierten jüdischen Bürger, hier in der Bäckerstraße am Wesertor.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Weser- und Wiehengebirge bei Minden unterirdische Fabriken, genannt U-Verlagerungen, errichtet, in denen Zwangsarbeiter aus dem KZ Neuengamme Waffen und andere kriegswichtige Güter herstellen mussten. Nach dem Krieg wurden die Maschinen in diesen Fabriken von den Amerikanern demontiert und die Zugänge verschlossen.

Am Wasserstraßenkreuz Minden wurden Beschäftigte der Staatswerft und der Schachtschleuse Minden in einem sogenannten Winkelturm Bunker geschützt. Der Bunker wurde nach dem Krieg entfestigt und 2010 abgerissen.

Die jüdischen Bürger wurden größtenteils deportiert und enteignet. Am 13. Dezember 1941 fand von der Gestapozentrale in Bielefeld der erste der Transporte von Juden aus dem Regierungsbezirk Minden in das Konzentrationslager Riga statt, weitere folgten. Nur rund ein Zehntel der Gemeindemitglieder der jüdischen Gemeinde haben die Deportationen und Zwangsmaßnahmen überlebt. Heute erinnert das Projekt Stolpersteine an sie, das am 5. Juni 2012 den 81. Stolperstein in Minden verlegte.[26] In der Region gab es mehrere Arbeitslager für Zwangsarbeiter die in den Mindener Betrieben arbeiten mussten, als auch in der oben erwähnten kriegswichtigen U-Verlagerung. Erwähnt sei hier das Lager am Bahnhof Minden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Minden schwere Zerstörungen durch Bombardierungen. So wurde die Innenstadt und die wichtige Kanalüberführung über die Weser getroffen. Am 3. April 1945 forderten amerikanische Truppen aus Bad Oeynhausen gegenüber dem Bürgermeister Werner Holle oder dem Kampfkommandanten (?) telefonisch eine Übergabe der Stadt. Am 4. April gelangte das 1. kanadische Fallschirmjägerbataillon von Westen her in die Stadt; es stand kurz vor Mitternacht auf dem Marktplatz und meldete um 2.30 Uhr des 5. April, dass die Stadt vollständig gesäubert sei.[27] Bereits am 9. April 1945 nahm die Stadtverwaltung provisorisch wieder ihren Betrieb auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur kommunalen Neugliederung[Bearbeiten]

Der Mindener Dom, ursprünglich romanisch, heute großteils gotisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste er neu aufgebaut werden.

Minden wurde Teil der Britischen Besatzungszone und Standort der britischen Rheinarmee, die alte Kasernen im Stadtgebiet und eine neue in Minderheide bezog und bis Anfang der 1990er Jahre in Minden blieb. Hier wurden der deutsche Wirtschaftsrat für die Britische Besatzungszone von der britischen Militärregierung am 11. März 1946 eingesetzt, Vorläufer für den bizonalen Wirtschaftsrat. Dazu wurde das Zentralamt für Wirtschaft in der britischen Zone aufgebaut. Daraus wurde dann das neue von Viktor Agartz geleitete bizonale Verwaltungsamt für Wirtschaft (VAW) mit zuletzt 2000 Mitarbeitern, das schon Ende 1947 nach Frankfurt am Main verlegt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt Minden endgültig ihren Status als überregionaler Verwaltungsschwerpunkt. Der Sitz der Bezirksregierung wurde gegen den Rat der britischen Besatzungsstreitkräfte 1947 nach Detmold verlegt unter starkem Protest großer Teile der Mitarbeiter der Regierung. Einige weitere Institutionen verlegten ebenfalls den Hauptsitz ihrer Verwaltung. Erwähnt sei hier das Arbeitsamt, das 1962 seine Hauptverwaltung nach Herford verlegte, aber bis heute eine Dienststelle in Minden unterhält, ebenso wie die IHK. Weiterhin ist das Verwaltungsgericht in Minden ansässig, zuständig für das Gebiet des Regierungsbezirkes Detmold.

Der Wiederaufbau nach dem Krieg fand Stück für Stück statt. 1949 wurde die Brücke am Mittellandkanal über die Weser wieder in Betrieb genommen, 1955 das wiedererbaute neue Rathaus eröffnet, 1957 der wiedererbaute Mindener Dom. Für die beiden letztgenannten Bauten zeichnet der Architekt Werner March verantwortlich.[28]

1968 nahm die Deutsche Bundesbahn ihren Betrieb am Mindener Bahnhof elektrisch auf.

Im Jahr 1969 wurde im Vorlauf zur Stadtsanierung der Verkehr über die Weser bei Minden neu geordnet und der Verkehr über die Weserbrücke in Minden als einzigen Weserübergtang mit zwei weiteren Brücken flankiert, die Innenstadt verkehrsberuhigt und eine Umgehungsstraße gebaut.

Die Neuorientierung des Verkehrs hin zu einer autogerechten Stadt mit mehrspurigem Ring um die Altstadt und breiten Weserbrücken hatte auch Auswirkungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr. Er wurde in der Art neu geordnet, dass alle Linienbusse in der Innenstadt nur noch eine zentrale Haltestelle bedienten. Dazu wurde die zentrale Omnibushaltestelle (ZOB) aus der Altstadt vom Kleinen Domhof an den südlichen Rand der Innenstadt verlegt.

Die heutige Sichtachse aus der Rathauslaube auf das Westwerk des Domes

In den 1970er Jahren wurde in Minden die erste Stadtsanierung der Altstadt unter der Ägide des Stadtdirektors Erwin Niermann durchgeführt, der dazu Mittelaus der Städtebauförderung der Landesförderung Nordrhein-Westfalen aquirierte. Mit dem Geld wurde die Innenstadt umgebaut, nachdem der Verkehr herausgenommen war. Die Bäckerstraße, der Scharn, der Marktplatz, der Kleine Domhof um den Mindener Dom und die Obermarktstraße wurden zu Fußgängerzonen umgestaltet. Mithilfe von Parkhäusern am Innenstadtrand und auf Kanzlers Weide sollten motorisierte Besucher bequem in die Innenstadt gelangen. Dazu wurde der Wohnbereich um das Wesertor neu geordnet. Ältere, kleinparzellige Häuser wurden durch neue, auf großen Grundstücken stehende moderne Bauten ersetzt. So entstanden vor allem das großflächige Karstadthaus und das Bekleidungshaus C&A im östlichen Innenstadtbereich.

Auf dem bisherigen zentralen Omnibushalteplatz, dem Domeck zwischen altem Rathaus und der Alten Regierung entstand ein Neubau des Rathauses nach einem Entwurf von Harald Deilmann. Dieser stellt bewusst einen optischen Gegensatz zu dem alten Gebäuden des Rathauses und der alten preußischen Regierung dar und verbindet diese. Dabei wurde die Sichtachse aus dem Laubengang des Rathauses auf das Westwerk des Doms durch den Neubau eingeschränkt. Durch die Stadtsanierung wurde auch ein Teil der alten Fachwerkhäuser in Minden abgerissen, was später oft als Fehler bezeichnet wurde.

Von der Gebietsreform bis heute[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Aminghausen, Bölhorst, Dankersen, Dützen, Haddenhausen, Hahlen, Häverstädt, Kutenhausen, Leteln, Meißen, Päpinghausen, Stemmer, Todtenhausen und Teile von Barkhausen, Hartum, Holzhausen II und Neesen als Stadtteile in die Stadt Minden eingemeindet.[29] Damit vergrößerte sich die Fläche der Stadt Minden von 28,5 km² auf 101 km². Die Einwohnerzahl nahm von etwa 50.000 auf 80.000 zu.[30] Gleichzeitig wurde mit dem Bielefeld-Gesetz der neue Kreis Minden-Lübbecke aus den Altkreisen Minden und Lübbecke gebildet. Minden blieb Kreisstadt. Das neue Kreishaus wurde südlich der Innenstadt auf dem Gelände der ehemaligen Garnisonsgärtnerei im Bereich Portastraße / Alte Hausberger Torstraße gebaut, das alte Kreisgebäude als Kommunalarchiv der Stadt Minden weiter genutzt.

In der Stadt Minden wurde 1976 das Weserufer aufgewertet, indem die Promenade an der Weser vor der Fischerstadt bis zum Wasserstraßenkreuz Minden verlängert wurde. 1974 wurde das für die stadtnahe Erholung wichtige Glacis als Grüngürtel auf der alten aufgelassenen Festung neu gestaltet und erlebbarer gemacht. Ab 1979 wurde die alte Stadtmauer an der Fischerstadt erneuert und auf die alte Bauhöhe zurückgebaut. Durch den Abzug der britischen Truppen 1994 und eine Neuordnung der Übungsplätze der Bundeswehr war es möglich große Teile des an der Weser gelegenen Pionierübungsplatzes in das Glacis mit zu integrieren und so Naherholungsgebiete am Ufer der Weser zu gewinnen. Dieser Bereich wird an das Ostufer durch den Bau einer neuen Fußgängerbrücke erweitert und so die Kanzlers Weide als neuer Großparkplatz und Festgelände integriert.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird über die Entwicklung der Innenstadt erneut diskutiert. Der Rat der Stadt verabschiedete im Juni 2009 einen Masterrahmenplan zur Innenstadtentwicklung.

Demographie[Bearbeiten]

Religionen und andere Gemeinschaften[Bearbeiten]

Minden war von 800 bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts Bischofssitz des Bistums Minden. In den Jahren 1521–1529 setzte sich die Reformation in Minden durch. Am 13. Februar 1530 wurde durch den evangelischen Theologen Nikolaus Krage die evangelische Kirchenordnung im Auftrag des Rats der Stadt Minden verfasst. Diese evangelische Kirchenordnung wurde für alle Bewohner verbindlich. Am 7. September 1535 schloss der Rat mit dem Bischof und Domkapitel einen Vertrag, der ihre Rechte garantierte und ihren Besitz sicherte. Damit blieb der Dom als katholische Kirche unangetastet.

Evangelische[Bearbeiten]

Kirchturm der Marienkirche in Minden

Heute umfasst die Stadt Minden sechs evangelische Kirchengemeinden: Die Ev.-lutherischen Gemeinden St. Marien, St. Martini, St. Simeonis, St. Markus, St Jakobus und die überregionale Gemeinde der ev.- reformierten Petrikirche. Die evangelisch-lutherische Simeonskirche ist zurzeit als „offene Kirche“ ohne eigene Gemeinde. St. Thomas in Rodenbeck ist die Gemeindekirche und mit dem verbliebenen Teil der Simeonsgemeinde selbstständig. Zur Mariengemeinde gehören die ehemaligen Dörfer Todtenhausen und Kutenhausen, früher gehörte auch die heutige St.-Markus-Gemeinde Leteln zur Mariengemeinde. Zur Martinikirche gehörten früher Dützen, Bölhorst und Häverstädt, die heute die St.-Jakobus-Kirchengemeinde bilden.

Der Stadtteil Haddenhausen gehört zur ev. Kirchengemeinde Oberlübbe-Rothenuffeln und deren Pfarrbezirk Rothenuffeln-Haddenhausen.[31]

Katholiken[Bearbeiten]

In der Stadt Minden gibt es heute vier römisch-katholische Gemeinden: Die Propsteigemeinde des Mindener Domes St. Petrus und Gorgonius und die Gemeinden St. Mauritius, St. Paulus und St. Ansgar, die heute im Pastoralverbund Mindener Land zusammengefasst sind. Nach der Reformation blieb lediglich die Domgemeinde noch katholisch. Nach Aussage des Dompropstes hat die katholische Bevölkerung einen Anteil von 14 Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt Minden und ist damit eine Diaspora im preußisch geprägten Minden mit seiner hauptsächlich protestantischen Bevölkerung.[32]

Juden[Bearbeiten]

In der Stadt Minden gibt es seit dem 13. Jahrhundert eine Jüdische Gemeinde. Im 19. Jahrhundert wuchs sie stark an und hatte bis zu 400 Mitglieder.[33] 1850 spaltete sich die Gemeinde in eine konservative und eine Reformgemeinde, die sich aber schon ein Jahr später durch die Schlichtung des Arztes David Julius Heilbronn wieder zu einer Einheitsgemeinde zusammenschlossen.

Bereits vor der Judenverfolgung 1350 gab es einen jüdischen Friedhof vor dem Simeonstor im Süden der Stadt. Seit dem 17. Jahrhundert war den Juden in Stadt und Fürstentum Minden der Judenfriedhof in Hausberge zur Bestattung ihrer Toten zugestanden worden. Im 19. Jahrhundert gab es einen Judenfriedhof vor dem Marientor im Norden der Stadt, der bald den Festungsanlagen zum Opfer fiel. Spätestens seit 1897 besitzt die jüdische Gemeinde Mindens wieder einen eigenen Friedhof im Süden der Stadt am Erikaweg.[34] Eine Häuserliste von 1791 führte ein Mikwe „aufm Deichhofe“ auf.[35]

Nach der „Machtergreifung“ der NSDAP wurden auch in Minden die jüdischen Bürger durch Ämter und Mitbürger systematisch verfolgt, wie beispielhaft das Schicksal des Stadtarztes Robert Nußbaum zeigt. Ein anderes Beispiel ist die Ausgrenzung eines jüdischen Obersekundaners der Bessel-Oberrealschule, der 1939 separat von den anderen Schülern allein in der Bank sitzen musste und durch ein den übrigen Schülern auferlegtes Sprechverbot isoliert wurde, wobei die Schikanen insbesondere durch den Klassenlehrer geschürt wurden und schließlich der Direktor dem Vater nahelegte, den Sohn von der Schule zu nehmen, da die Schulleitung weder für die körperliche Sicherheit noch das seelische Wohlbefinden des Jungen die Garantie übernehmen könne.[36] Der Rentner und Invalide Heinrich Take aus Minden hingegen unterstützte verfolgte und deportierte Juden durch Briefe, Päckchen, Pakete oder kleine Geldbeträge teilweise auch, nachdem der Kontakt von Deutschblütigen zu Juden verboten war.[37]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Jüdische Kultusgemeinde Minden und Umgebung mit 40 Mitgliedern neu gegründet. 1958 wurde für die während der Novemberpogrome 1938 zerstörte Mindener Synagoge ein Neubau auf dem Nachbargrundstück der alten Synagoge in der oberen Altstadt eingeweiht; sie ist heute Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde.

Quäker[Bearbeiten]

Ab etwa 1796 gab es in Minden eine der wenigen deutschen Quäkergemeinden.[38] Sie geriet immer wieder in Konflikt mit der Obrigkeit, zunächst wegen eines nicht genehmigten Versammlungshauses, später wegen der Schulpflicht der Kinder. Zunächst wurde auf die Quäker Druck ausgeübt, weil sie ihre Kinder zu Hause unterrichteten und nicht zur Schule schickten. Daraufhin gründeten sie eine der wenigen Quäkerschulen, die je auf deutschem Boden entstehen sollten, zum größten Teil finanziert von angloamerikanischen und britischen Quäkern.

Die Napoleonischen Kriege und die Befreiungskriege brachten die Quäker an den Rand des Ruins. Ihr Schulunterricht kam 1813 vorübergehend zum Erliegen, da die Kinder zur Arbeit herangezogen werden mussten, um das nackte Überleben der Familien zu sichern.

Erst 1821 wurde in Minden der Schulbetrieb wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit unterrichtete man die Kinder zusammen mit denen der Quäkergemeinde in Bad Pyrmont (bzw. Friedensthal). Hierzu wurde eine Genehmigung der königlich-preußischen Regierungskommission eingeholt. Den Quäkern wurde aber ausdrücklich verboten, Kinder von Nichtquäkern zu unterrichten.

Aber auch hier kam es ab 1815 durch wiederholte Beschwerden des lutherischen Predigers und Lehrers Maximilian Linkmeyer bei der Regierung zu Konflikten. Er diffamierte die Quäkerschule als „Winkelschulenunfug“, weil diese Kinder von lutherischen Eltern – auf deren Wunsch – unterrichteten. Linkmeyer hatte zum einen ökonomische Interessen, da ihm auf dieses Weise das Schulgeld entging, zum anderen befürchtete er ein Konvertieren von Lutheranern. Der Konflikt wurde dadurch entschärft, dass die lutherischen Eltern für ihre Kinder Schulgeld entrichten mussten, obwohl die Kinder die Schule nicht besuchten. Für die Kinder der Quäker wurde die Schule, die sie nicht besuchten, ebenfalls in Rechnung gestellt. Im Gegensatz zu den Lutheranern weigerten sie sich allerdings zu zahlen. Das führte zu Zwangspfändungen mit noch höheren Gebühren.

1818 wurde dann endgültig die Zwangsschließung verfügt. Als der Schulleiter der Quäker den Unterricht trotzdem fortsetzte, wurde er mit Geldbußen und Gefängnis bestraft. Das geschah auf maßgebliches Betreiben des lutherischen Predigers Georg Hanff in dessen Funktion als preußischer Konsistoral- und Schulrat der Regierung zu Minden. Er war Gründer des Vorläufers der noch heute bestehenden Königsschule zu Minden, sodass von einem gewissen Eigeninteresse ausgegangen werden kann.

Auch als der Schulbetrieb 1821 wieder aufgenommen wurde, kehrte keine Ruhe ein. Diesmal entzündete sich der Streit wegen der angeblich mangelnden Qualifikation des Lehrkörpers. Der Lehrer Christian Schelp unterrichtete jetzt zwar auch in Englisch, konnte aber in den Fächern „Singen“, „Orgelspiel“ und „lutherische Glaubenslehre“ kein Examen nachweisen; was nicht verwunderlich war, da Quäkern weder das Singen noch das Orgelspielen erlaubt war. Der Konflikt zwischen der Schulbehörde und der Schule wegen seiner Zulassung zog sich fast 30 Jahre hin, bis der für seine ablehnende Haltung den Quäkern gegenüber bekannte Prediger Hermann Ohly 1857 den Schulleiter vor Gericht erfolglos verklagte und dieser im Jahre 1858 endlich doch noch die offizielle Erlaubnis zur Leitung der „Mindener Quäker-Privatschule“ erhielt.[39]

In den 1870er Jahren wurde die Schule dann wegen Schülermangels geschlossen. Heute gibt es in Minden keine Quäkergemeinde mehr.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Freimaurer[Bearbeiten]

Die Freimaurerei fand auch in Minden Anhänger: 1780 wurde in Minden zum einen die Johannisloge Wittekind zur Westfälischen Pforte nach der Lehrart der Großen königlichen Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ gegründet, und zum anderen wurde die Johannisloge Aurora von der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland zu Berlin gestiftet. Beide Logen lösten sich 1934 auf, entstanden aber wieder 1948, um sich zu einer neuen Loge Wittekind zur Westfälischen Pforte zusammenzuschließen.[40]

Sprache[Bearbeiten]

Minden liegt im Verbreitungsgebiet der ostwestfälischen Dialektgruppe des Plattdeutschen. Plattdeutsch wird im Mindener Land noch verbreitet gesprochen, von jüngeren Generationen aber kaum noch gepflegt. Im Stadtgebiet selbst ist das früher verbreitete „Mindener Platt“ de facto nicht mehr anzutreffen und wird nur noch aus Traditionsbewusstsein von interessierten Bürgern dokumentiert. Ein Mindener Soziolekt ist die Buttjersprache, die ebenfalls ausstirbt. Heute wird praktisch ausschließlich Hochdeutsch mit vereinzelt eingestreuten typisch westfälischen Eigenarten und Wendungen benutzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Vergleich der heutigen Stadtgliederung und Abweichungen von den Gebieten der Altgemeinden (betroffene Altgemeinden gefärbt)

Im Rahmen der Neugliederung der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen wurden durch das Bielefeld-Gesetz zum 1. Januar 1973 die Gemeinden Aminghausen, Bölhorst, Dankersen, Dützen, Haddenhausen, Hahlen, Häverstädt, Kutenhausen, Leteln, Meißen, Päpinghausen, Stemmer und Todtenhausen in die Stadt Minden eingegliedert. Diese ehemals selbstständigen Gemeinden gehörten verschiedenen Ämtern an, die nun aufgelöst wurden. Minden wurde dabei Rechtsnachfolgerin des Amtes Dützen. Die Stadt blieb nach der Vereinigung der Altkreise Minden und Lübbecke zum neu gebildeten Kreis Minden-Lübbecke Kreisstadt.[41]

Die bisherigen Altgemeinden wurden ganz überwiegend in ihren bisherigen Grenzen zu Stadtteilen der Stadt Minden. Ausnahmen sind die bisherigen Gemeinden Leteln und Aminghausen, die zu einem Stadtteil zusammengefasst wurden, sowie eine Gebietsneugliederung im Bereich des heutigen Stadtteils Minderheide. Dieser wurde aus dem südöstlichen Gebietsteil von Holzhausen II, dem Nordteil der Altgemeinde Hahlen, einschließlich deren Exklave im Norden und Teilen von Hartum, dem Südteil der Altgemeinde Stemmer, sowie kleineren nordwestlichen Teilen des bisherigen Stadtgebietes der Stadt Minden in ihren Grenzen vor 1973 gebildet. Ein Teil der Gemeinde Neesen und von Barkhausen der Ortsteil Zollern ist in die Kernstadt Minden eingegliedert worden. Das Gebiet der Kernstadt wurde in die Gebiete Nordstadt, Bärenkämpen, Königstor, Rodenbeck, Rechtes Weserufer sowie der Innenstadt eingeteilt.[42]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit wuchs die Einwohnerzahl von Minden nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Lange lag Minden nur am linken, hohen Weserufer, erst mit dem Bau des Klosters Mauritius im Jahre 1024 auf dem rechten Weserufer wurden die ersten vereinzelten Bauten auf dem gegenüberliegenden Ufer errichtet, jedoch wurde die Weser erst mit der Auflösung der Festung an beiden Ufern bebaut. Die Einwohnerzahlen stiegen jedoch erst mit der Industrialisierung. Im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1816 erst 6500 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 25.000. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich bis 1965 diese Zahl aufgrund dem Zuzug von Flüchtlingen auf 50.000 Einwohner.

Durch die Eingemeindung zahlreicher Orte am 1. Januar 1973 stieg die Bevölkerungszahl von 55.000 im Jahre 1972 auf 80.000 im Jahre 1973. Am 30. Juni 2008 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Minden nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 82.914 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).[43]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Minden hat geplante 50 Sitze, hinzu kommt der Bürgermeister, der laut Kommunalverfassung ein eingeschränktes[44] Stimmrecht im Rat besitzt. In der Wahlperiode ab 2009 besteht der Rat aus 58 Sitzen, dies ist die Folge von Überhang- und Ausgleichsmandaten. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2009
Zum Vergleich: Sitzverteilung im Stadtrat von 2004 bis 2009
[45][46][47] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 22 38,62 21 41,75 20 39,96 24 44,36 27 50,18 26 48,95 27 51,73 26 50,90
CDU 17 28,72 16 32,22 21 41,04 18 32,09 14 26,87 16 31,31 19 37,31 20 37,76
Grüne 6 9,49 5 9,48 4 8,08 5 10,09 4 9,15 5 10,97
MI1 4 7,18 5 11,02 3 6,68 4 7,57
FDP 4 7,08 3 5,42 2 4,24 0 4,64 4 8,24 4 8,35 5 9,85 5 10,53
BBM2 2 4,23
Linke 2 3,64
REP 1 1,04 0 1,25 2 5,55
DKP 0 0,41 0 1,12 0 0,80
Einzelbewerber 0 0,10
Gesamt3 58 100 50 100 50 100 51 100 51 100 51 100 51 100 51 100
Wahlbeteiligung 47,15 51,08 51,22 80,26 66,10 66,74 71,29 85,12

1Mindener Initiative
2Bürger-Bündnis Minden
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Stadtoberhaupt[Bearbeiten]

Rathaus der Stadt Minden

1999 wurde in Minden die Doppelspitze nach der Norddeutschen Ratsverfassung in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist oberster Repräsentant der Stadt, Vorsitzender des Rates und Leiter der Stadtverwaltung. Er wird seit 1999 direkt von der Bevölkerung gewählt.

Am 30. August 2009 wurde Michael Buhre (SPD), Diplom-Verwaltungswirt, als amtierender Bürgermeister wiedergewählt, und erhielt 48,56 % der Stimmen vor seiner Herausforderin, der CDU-FDP Kandidatin Anke Peithmann mit 41,99 % der Stimmen. Der Kandidat des erstmals angetretenen Bürgerbündnisses Minden (BBM) erhielt 9,45 %. Buhre steht damit dem Stadtrat bis 2015 vor. Er hat angekündigt, 2015 nicht wieder als Bürgermeister für eine dritte Amtszeit zu kandidieren.[48]

Haushalt[Bearbeiten]

Laut Angabe des Bund der Steuerzahler hat Minden im Jahr 2009 Verbindlichkeiten von 156.981.000 Euro zu tragen und damit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1905 Euro.[49] Diese stiegen nach der gleichen Quelle im Jahr 2010 auf 168.489.000 Euro und einer Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2010 von 2.047 Euro[50] und betrug im Jahr 2012 auf 139.002.000 Euro und einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1698,27 Euro.[51]

Ehrenring[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Minden vergibt seit 1964 den Ehrenring der Stadt Minden.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen-minden.svg
Blasonierung:

„Der von Gold und Rot gespaltene Schild zeigt vorn in Gold unter einer Kaiserkrone einen goldenen bewehrten, rot gezungten schwarzen Doppeladler, hinten in Rot zwei schräg gekreuzte silberne Schlüssel mit abgewendeten Bärten oben, wobei der Schlüssel mit dem zur Schildmitte weisenden Bart über dem anderen Schlüssel liegt.“[52]

Beschreibung:

Dieses Stadtwappen ist seit 1853 offizielles Wappen der Stadt und setzt sich aus den beiden schon länger in Gebrauch befindlichen Wappen zusammen. Der doppelköpfige Reichsadler in der rechten,[53] vorderen Hälfte des Wappens ist dabei der Stadt 1627, während des Dreißigjährigen Krieges von Kaiser Ferdinand II. als Zeichen des besonderen Schutzes verliehen worden, als die Stadt unter großen Opfern die kaiserlichen Truppen aufgenommen und versorgt hatte. Im linken Teil des Wappens befinden sich die beiden Schlüssel aus dem Wappen des ehemaligen Stadtherren, des Bischofs von Minden. Es sind die Schlüssel des heiligen Petrus.

Gleichzeitig wurde der Wahlspruch der Stadt Minden festgelegt. Er lautet seitdem „Jus et aequitas civitatum vincula“ (Recht und Gerechtigkeit sind das feste Band der Gemeinwesen). Die Stadtfarben der Stadt Minden sind noch heute weiß und rot, so wie es bei den Städten, die zur alten Hanse gehörten üblich war.[54]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Minden ist im Jahr 1968 dem Wilmersdorfer Kreis beigetreten. Zu diesem Zeitpunkt gehörten bereits die Städte Gladsaxe in Dänemark und Sutton in England dem Bund an. Im Jahre 1976 trat die Stadt Gagny aus Frankreich dem Kreis bei.

Ebenfalls seit 1968 unterhält Minden eine Partnerschaft zum Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach dem Mauerfall entstanden die Partnerschaften zu Tangermünde in Sachsen-Anhalt (2. August 1990) und zu Hrodna in Weißrussland (1. Juli 1991). Im Juni 1953 übernahm Minden die Patenschaft für die ehemaligen Bewohner der pommerschen Stadt Köslin.

Minden pflegt diese Partnerschaften mit Schüleraustauschen und Begegnungen von Schülern, Chören und Vereinen in den Partnerstädten oder vor Ort. Jährlich tagt die Bürgermeisterkonferenz des Wilmersdorfer Kreises. Zu aktuellen Themen werden Fachkonferenzen einberufen.

Darüber hinaus ist Minden Mitglied des Städtebundes der Neuen Hanse.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Kabarett[Bearbeiten]

Das Stadttheater in Minden

Das Stadttheater Minden feiert 2008 das 100-jährige Gründungsjubiläum als Rangtheater und spielt seitdem in dem Gebäude an der Tonhalle.[55] Weitere Theater- und Kulturveranstaltungen finden in Kultureinrichtungen in privater Trägerschaft statt, wie im Kulturzentrum BÜZ am Johanniskirchhof und im Theater am Weingarten. Im ersteren treten seit vielen Jahren sowohl Nachwuchskünstler als auch etablierte Kabarettisten auf. Außerdem gibt es Theatervereine ohne feste Spielstätte.[56]

Minden ist Gründungsort und Sitz des bundesweit bekannten Amateurkabaretts Mindener Stichlinge. Es wurde 1966 gegründet und ist somit das älteste aktive Amateur-Kabarett Deutschlands. Seit 1994 vergibt die Stadt Minden alle zwei Jahre den nationalen Kabarett-Förderpreis Mindener Stichling für literarisch-politisches Kabarett. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert und wird von der Firma Melitta sowie der Sparkasse Minden-Lübbecke gesponsert.

Musik[Bearbeiten]

In den Gründungsjahren der Bundesrepublik Deutschland trat der Mindener Kinderchor als Botschafter der Stadt auf. Bis zum Jahre 2000 gab es jährlich Konzerte und zahlreiche Auslandstourneen.

Bildende Kunst[Bearbeiten]

1974 gründeten sieben Mindener Künstler die freie Künstlervereinigung „der regenbogen“. Im Rahmen städtepartnerschaftlicher Aktivitäten trat die Gruppe häufig als Botschafter der Stadt auf. 2009 feierte die Künstlervereinigung ihr 35-jähriges Bestehen.

Museen[Bearbeiten]

Museumszeile Minden
Puppenmuseum

Minden hat neben dem Kommunalarchiv zwei bedeutende Museen. Zum einen ist dies das Preußen-Museum Minden, das neben Wesel als ein Standort des Preußenmuseums Nordrhein-Westfalen gilt. Es ist in der ehemaligen Defensionskaserne am Simeonsplatz untergebracht und bezieht sich damit auf die preußische Festung Minden, die die Stadt bis zu ihrer Auflösung 1873 geprägt hat. Zum anderen gibt es das Mindener Museum; hier wird seit 1922 die Kulturgeschichte in einer dekorativen Häuserzeile der Weserrenaissance in der Oberstadt gezeigt. Das angegliederte Kaffeemuseum bezieht sich auf die hundertjährige Firmengeschichte des Kaffeeproduzenten Melitta. Im Oktober 2012 eröffnete das neu gestaltete Museum nach einer dreijährigen Sanierungsphase.[57]

Weiterhin gibt es das Puppenmuseum in der oberen Altstadt, eine private Initiative.

Um die geschichtliche Aufarbeitung kümmert sich der Mindener Geschichtsverein.

Die Westfälische Mühlenstraße ist die erste Gründung ihrer Art und verbindet die im Kreis Minden-Lübbecke liegenden Wind-, Wasser- und Rossmühlen sowie die Rekonstruktion einer Schiffmühle. Diese wurden schon in den 1960er Jahren als technische Denkmäler erkannt und erhalten. Heute sind die meisten der mehr als 40 Mühlen im Kreis restauriert.

Die Mindener Museumseisenbahn betreibt mit altem preußischem Wagenmaterial eine Museumseisenbahn auf Strecken der Mindener Kreisbahnen. Sie ist für ihre preußische Tradition weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.

Am Wasserstraßenkreuz Minden betreibt das Wasser- und Schifffahrtsamt Minden ein Informationszentrum, in dem die Kreuzung zweier Bundeswasserstraßen ausführlich dargestellt wird. Hier findet man auch die neuesten Hinweise zum durch die Anforderungen der nächsten Binnenschiffsklasse nötigen Neubau einer weiteren Schleuse, der Weserschleuse Minden, neben der alten Schachtschleuse, die erhalten bleibt.[58]

Die Kösliner Heimatstube – in den 1950er Jahren gegründet und seit Ende 2012 im Stadtteil Dützen in der Lübbecker Straße 211 – zeigt Gegenstände zur Geschichte der Stadt Köslin in Pommern.[59] Die Stadt Minden ist seit 1953 Patenstadt von Köslin, verstanden als Patenschaft über die aus Köslin vertriebenen Einwohner.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Fischerstadt am linken Weserufer
Das als Windloch bezeichnete Fachwerkhaus an der Hohen Straße in unmittelbarer Nähe der Martinikirche

Das über 1200 Jahre alte Minden besitzt neben einer sehenswerten Altstadt rund um den Dom St. Gorgonius weitere Gebäude und Bauten, die zum einen aus der wirtschaftlich erfolgreichen Zeit des 16. Jahrhunderts stammen und sich architektonisch der Weserrenaissance zurechnen lassen, zum anderen der Epoche der ehemaligen preußischen Festung Minden angehören.

Als Kern von Minden gilt die Altstadt, die sich im Bereich der sogenannten Domfreiheit um den gotischen Dom mit romanischem Westwerk ausbreitet. Vorläuferbauten des Doms sind im 9. Jahrhundert nachgewiesen. Damit war hier auf der Unterterrasse der eigentliche Siedlungskern von Minden. Der im Bistum gesammelte Mindener Domschatz ist heute neben dem Dom in der Domschatzkammer ausgestellt. In unmittelbarer Umgebung der Domfreiheit findet sich das Alte Rathaus mit einem Laubengang aus dem 13. Jahrhundert, ergänzt durch den Rathausneubau (Architekt Harald Deilmann) von 1974 bis 1978. Dieser Erweiterungsbau fällt in die Zeit der Sanierung der Innenstadt mit mehreren Sanierungsgebieten unter dem Stadtdirektor Erwin Niermann. Der steinerne Laubengang des Alten Rathauses galt als einer der ersten Laubengänge in der Region und ist auch bei der Zerstörung des Rathauses im Zweiten Weltkrieg erhalten geblieben. Am Markt finden sich weitere Bürgerbauten mit repräsentativen Fassaden, so das Schmiedingsche Haus.

Der Aufgang zur Oberterrasse wird durch die Martinitreppe unterstützt. Die Geländestufe zur Oberterrasse nutzten die Kirchenbauer und stellten die Kirchtürme auf diese Kante, so dass sie von dort aus stadtbildprägend ins Land wiesen. Dies sind St. Martini (erbaut nach 1300) mit dem Martinikirchhof, die zur gotischen Hallenkirche umgestaltete St.-Marien-Kirche an der Hufschmiede und die Kirche St. Simeonis (nach 1305). Weiterhin finden sich in der Oberstadt das aus preußischer Zeit bestehende Proviant-Magazin und das vermutlich älteste Steinhaus Westfalens, die Alte Münze. Neben der Martinikirche befindet sich das Haus am Windloch, eines der kleinsten Gebäude in Minden. Durch den engen Durchgang zur Kirche pfiff hier immer der Wind, daher der Name. Etwas weiter die Museumszeile im Stil der Weserrenaissance und die Schwedenschänke. In dem Gebäude soll sich bereits zur Zeit der schwedischen Besetzung Mindens während des Dreißigjährigen Krieges eine Wirtschaft befunden haben. Zurzeit steht das Haus leer.

Fußgängerzone Bäckerstraße

Die Stadt hat sich innerhalb der Festungsmauern nach Norden auf der Unterterrasse erweitert. Hier steht die Kirche St. Johannis. Am Wesertor sind im Rahmen der oben erwähnten Stadtsanierung weitere Bereiche der alten Bebauung abgetragen worden und zwei große neue Kaufhauskomplexe entstanden, die den östlichen Teil der zentralen Innenstadtstraße der Bäckerstraße neu geprägt haben. Nördlich des Stadtkerns an der Weser liegt die Fischerstadt. Hier finden sich noch alte Teile einer Stadtmauer, die zur alten Festung Minden gehörten. Die anderen Wallanlagen wurden geschleift und durch den Grüngürtel des Glacis ersetzt. In diesen Bereichen entstanden nach Auflösung der Festung repräsentative Bürgerbauten.

Im Haus Flamme/Schmieding am Markt zeigt seit Januar 2010 zweimal täglich ein Figurenspiel Herzog Widukind und Kaiser Karl den Großen, die sich die Hand geben und mit dem Schwur „diese Burg soll nun min und din sin“ der Stadt Minden dieser Sage nach ihren Namen gaben.[60]

In Minden finden sich bedeutende Bauwerke im Stil der Weserrenaissance, wie das Regierungsgebäude des alten Regierungsbezirks Minden, das Haus Hill in der Bäckerstraße und das Haus Hagemeyer am Scharn.

Mit dem Schloss Haddenhausen befindet sich in Minden ein im 17. Jahrhundert errichtetes Schloss im Stil der Weserrenaissance.

Nördlich der Innenstadt von Minden befindet sich außerdem das zweitgrößte Wasserstraßenkreuz Deutschlands. Hier wird der Mittellandkanal über die Weser geführt.

Die Kampa-Halle ist eine große Sport- und Veranstaltungshalle. Sie ist Heimat des Handballvereins GWD Minden, der seit der Saison 2012/13 wieder in der 1. Handball-Bundesliga spielt.

In Minden und der Umgebung sind viele alte Mühlen wieder rekonstruiert worden und haben sich zur Westfälischen Mühlenstraße zusammengeschlossen. Diese wird auch touristisch vermarktet.

Baudenkmale[Bearbeiten]

Die Baudenkmale der Stadt Minden sind in der Liste der Stadt Minden erfasst und werden in Liste der Baudenkmäler in Minden aufgeführt.

Denkmäler[Bearbeiten]

Der Weserspucker stand lange in der Bäckerstraße

In der Stadt Minden finden sich aufgrund der preußischen Geschichte einige Denkmäler. Zu nennen ist das am Wesertor befindliche Denkmal des Großen Kurfürsten. Es stellt Friedrich Wilhelm von Brandenburg dar, der Markgraf von Brandenburg, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und Herzog in Preußen war und der ab 1675 den Beinamen „der Große Kurfürst“ trug.

In der Fußgängerzone steht der Weserspucker-Brunnen. Es symbolisiert auf lässige Art die Verbundenheit der Stadt mit der Weser. Zum Umbau der Innenstadt ist er von seinem Standpunkt in der Bäckerstraße entfernt worden und soll nach Ende der Bauarbeiten wieder aufgestellt werden.[61]

Auf dem Martinikirchhof steht das sogenannte Keilstück, eine Skulptur von Wilfried Hagebölling, welche die Stadt Minden 1987 ankaufte und um die jahrelang eine erbitterte Diskussion um Kunst im öffentlichen Raum geführt wurde. Das Oberlandesgericht Hamm entschied schließlich 2001 in einem richtungweisenden Urteil für den Verbleib im öffentlichen Raum.[62]

Am Wesertor steht der in den 1950ern aufgestellte Berliner Kilometerstein, der das Interesse und die Verbundenheit mit Berlin wecken soll.

Parks[Bearbeiten]

Die größte und wichtigste Parkanlage der inneren Stadt entstand aus dem ehemaligen Glacis der Festung Minden. Nach der Auflösung der preußischen Befestigungsanlagen 1873 wurde eine Parklandschaft mit wertvollem Baumbestand als „grüne Lunge“ rund um den dicht besiedelten Stadtkern gestaltet, das sogenannte Mindener Glacis.[63] Einbezogen in diesen ringförmigen Stadtpark ist der Alte Friedhof auf dem bis 1904 beerdigt wurde. Anschließend wurde der Friedhof umgewidmet und ab den 1950er Jahren zu einem botanischen Garten umgestaltet. Die Begräbnisanlagen wurden auf den Nordfriedhof verlagert, der am nördlichen Stadtrand direkt am Weserufer liegt. Der Botanische Garten steht insbesondere wegen zahlreicher noch erhaltener Grabstätten unter Denkmalschutz. Er tritt heute durch seinen alten Baumbestand und Themengärten hervor.[64] Am Weserufer grenzt eine Promenade an den dort Weserglacis genannten Park an, der hier auch einen von der Bastau gestauten Teich beinhaltet.


Sport[Bearbeiten]

Frank von Behren von GWD Minden, am 16. September 2006 in der SAP-Arena, heute Co-Trainer

Bekanntester Sportverein in Minden ist der Handballverein Grün-Weiß Dankersen Minden. Seit der Gründung der Handball-Bundesliga im Jahr 1966 wird hier mit drei Unterbrechungen Bundesligahandball gespielt. Im Jahre 1995 gelang GWD Minden der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga, wo die Mannschaft bis zur Saison 2009/2010 vertreten waren. Die Spiele finden nach einem Intermezzo in Hannover jetzt wieder in der Mindener Kampa-Halle statt.[65] In den Jahren vor der Bundesliga wurde im Weserstadion Minden die Turniere um den Feldhandball ausgetragen. Auch hier war der GWD mehrfach Deutscher Meister. Das Weserstadion wird heute als Leichtathletik und Fußballstadion genutzt, der Mindener Fußballverein Union Minden spielt in der Landesliga Westfalen.[66]

Die Lage an der Weser ermöglicht traditionell den Wassersport. Hier gibt es mehrere bekannte Vereine, die zum Ruf der Stadt Minden als Zentrum des Wassersports im norddeutschen Raum beitragen, wie zum Beispiel den MTV 1860 Minden e. V. Er ist der älteste und größte Mindener Sportverein mit den Abteilungen Turnen, Fechten, Handball, Kanurennsport, Judo, Schwimmen, Badminton, Volleyball und Breitensport. Das Bootshaus liegt an der Mündung der Baustau in die Weser. Etwas oberhalb an der Weser liegt das Vereinshaus des KSG Minden e. V., eines Kanu-Vereins, der den Mindener Weserdrachencup ausrichtet, einen Wettbewerb für Drachenboote. Etwas unterhalb der Weserbrücke gibt es auf dem rechten Weserufer den TV Jahn Sportclub, der ebenfalls eine große Kanu- und Kajakabteilung hat. Der Bessel-Ruder-Club e. V. ist ein Ruderverein, der aus den Ruderriegen des Bessel- und Herder-Gymnasiums hervorgegangen ist. Einmal im Jahr wird der Mindener Hafen-Sprint im Osthafen veranstaltet, eine der größten Schülerruderregatten in Deutschland. Zusammen mit weiteren Vereinen richten diese Wassersportvereine alle zwei Jahre die Wassersportveranstaltung Blaues Band der Weser aus.[67] Die Anlegestellen für den Wassersport sind mit dem Signet Gelbe Welle ausgestattet.

Logo des Minden Marathons

Von 2001 bis 2006 gab es in Minden den Minden-Marathon, auf einer Flachstrecke war dies ein besonders schneller Kurs. Als der Sponsor seine Sponsortätigkeit neu organisierte und die Förderung einstellte, konnte der Minden-Marathon nicht mehr finanziert werden. 2009 wurde diese Sportart durch den neu ausgeschriebenen Porta-Marathon im Kreis und in der Stadt wiederbelebt. Dessen Sponsor zog sich 2011 ebenfalls zurück, sodass in diesem Jahr der bis dahin letzte Marathon stattfand.

Der Tanzsportclub TSC Rot-Weiß Minden e. V. wurde 1964 gegründet. Abgesehen vom Spaß am Tanzen und der Förderung des Gesellschaftstanzens bemüht sich der Verein auch, hin und wieder echte "Highlights" ins Mindener Land zu holen. So richtete der TSC bereits zweimal ein Bundesligaturnier für die Spitzenmannschaften im Formationstanz aus. Diese Veranstaltungen fanden mit großem Erfolg vor jeweils rund 1300 Zuschauern in der Kampahalle statt. Eine neue Heimat für die Trainingsabende fand der Verein im „Hochhaus am Ring“ A&S Sport.

Der Mindener Squash Club trainiert im Sportcenter Falke in Minden. Die 1. Herrenmannschaft spielt in der Verbandsliga Ostwestfalen.

Der Billard-Club 1. PBC Minden hat seine Räumlichkeiten in der Kasernenstraße nahe dem Bahnhof. Die erste Mannschaft spielt in der Oberliga.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Candide Preis
    Der Literarische Verein Minden verleiht seit 2004 jährlich den Candide Preis, der aus dem Mindener Stadtschreiber-Stipendium hervorging.
  • Mindener Messe
    Jährlich findet Anfang Mai und Anfang November auf dem Festplatz „Kanzlers Weide“ am rechten Weserufer die Mindener Messe mit zahlreichen Fahrgeschäften und einem Höhenfeuerwerk statt.
  • Mindener Freischießen
    Alle zwei Jahre findet in Minden das Mindener Freischießen statt. Im Jahr 2006 fand es seit 324 Jahren statt. Hier findet ein großer Festumzug mit verschiedenen „Kompanien“, welche Stadtteile repräsentieren und von der jeweils dort ansässigen Wirtschaft gesponsert werden, zum Teil in historisierenden (preußisch entlehnten) Uniformen mit entsprechenden Dienstgraden statt. Die übrigen Teilnehmer der Ausmärsche tragen einen schwarzen Anzug und Zylinder. Der Ablauf und Inhalt des Festes ist sehr ähnlich wie bei einem Schützenfest.
  • Blaues Band der Weser
    Alle zwei Jahre findet auf der Weser die Wassersportgroßveranstaltung „Blaues Band der Weser“ statt. Das regelmäßige Treffen der Boots- und Wassersportler wird durch die im „Ring der Wassersportvereine um die Porta Westfalica e. V.“ zusammengeschlossenen Vereine organisiert. Die Veranstaltung mit ihren Regatten der verschiedenen Wassersportarten und dem großen Volksfest lockt regelmäßig mehrere tausend Menschen in die Stadt Minden. Der Höhepunkt der Veranstaltung ist ein großes Höhenfeuerwerk und die nächtliche Bootsparade auf der Weser.
  • Weserberglandrallye
    Jährlich findet im Herbst die Weserberglandrallye, ein Streckenrennen für Ruder- und Kanuboote auf der Weser statt. Es kann in drei Streckenlängen gestartet werden, die längste geht über 65 km. Die Weserberglandrallye gilt als eines der größten deutschen Wanderfahrertreffen.
  • Opernproduktionen des Richard Wagner Verbandes Minden
    Alle drei bis vier Jahre veranstaltet der Richard Wagner Verband Minden in Gemeinschaftsproduktion mit der Nordwestdeutschen Philharmonie und dem Stadttheater Minden Opernproduktionen mit Opern Richard Wagners.
    Im Jahre 2002 war das Der Fliegende Holländer (Regie: Holger Müller-Brandes, Musikalische Leitung: Frank Beermann), im Jahr 2005 Tannhäuser (Regie: Keith Warner; Musikalische Leitung: Frank Beermann), im Jahr 2009 Lohengrin (Regie: John Dew; Musikalische Leitung: Frank Beermann) und im Jahr 2012 Tristan und Isolde (Regie: Matthias von Stegmann; Musikalische Leitung: Frank Beermann)
  • Weserlieder Open Air
    Jährlich am letzten Wochenende im Juli findet im Amphitheater an der Weserpromenade das Weserlieder Open Air statt, eine Musikveranstaltung mit Bands aus der Region.[68]
  • Veranstaltungen auf dem Markt
    Der Markt am Rathaus der Stadt Minden ist der zentrale Platz in der Innenstadt der Stadt Minden. Hier finden regelmäßige Veranstaltungen im Bereich Kultur, Tourismus und Marketing statt. Die Stadt Minden listet für 2011 folgende Veranstaltungen auf: Stadtfest, Weinfest, Kultursommerbühne, Gourmetmeile, Jazz Summer Night und das Freischießen.
    • Jazz Summer Night: Seit 1982 findet jährlich die Jazz Summer Night auf dem Rathausplatz statt. Organisiert wird die Veranstaltung, bei der international bekannte Jazz-, Funk- und Soul-Künstler auftreten, vom Jazz Club Minden.
    • Mindener Weinfest: Jährlich findet in der Innenstadt von Minden das Weinfest statt
    • Gourmet Meile: Seit 2001 findet jedes Jahr dieses kulinarisches Fest auf dem Marktplatz statt, bei dem heimische Gastronomen eine Vielfalt an Speisen anbieten. Das Angebot und die Dekoration sind dabei jedes Jahr an ein anderes Thema angelehnt. So wurde zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden im Jahr 2009 die Gourmet Meile unter dem Motto „deutsch-britisch-französische Freundschaft“ zum europäischen Freundschaftsfest. Veranstalter ist die Minden Marketing GmbH.[69]
    • Mindener Kultursommerbühne: Jedes Jahr findet vor dem Mindener Dom die viertägige Kulturveranstaltung statt. Neben Programmpunkten aus den Bereichen Musical, Kabarett, Lesungen und Kinderprogramm ist ein Abend einem klassischen Konzert vorbehalten. Zu den musikalischen Highlights der letzten Jahre zählen außerdem die Auftritte von Weltstars wie Max Raabe mit seinem Palastorchester oder Till Brönner sowie der Kultgruppe „Die Prinzen“, Jan Josef Liefers, Culcha Candela oder Götz Alsmann oder Tom Gaebel. Veranstaltet wird dieses Ereignis von der Minden Marketing GmbH.

Europäische Autorenvereinigung „Die Kogge“[Bearbeiten]

Die Europäische Autorenvereinigung Die Kogge wurde 1924 in Bremen gegründet. 1933 wurde sie von den Nationalsozialisten verboten, bevor sie 1953 in Minden wiederbelebt wurde. Heute sind zirka 170 Autorinnen und Autoren aus 17 Ländern Mitglieder in der Autorenvereinigung. Höhepunkt ist die jährliche Zusammenkunft in Minden und die Verleihung des Literaturpreises der Stadt Minden auf Vorschlag der Kogge.

Weiße Flotte[Bearbeiten]

Die sich bei Minden kreuzenden Bundeswasserstraßen Weser und Mittellandkanal sowie das Wasserstraßenkreuz Minden werden in den Sommermonaten regelmäßig durch die Mindener Fahrgastschiffahrt befahren. Seit 2001 verkehrt von der Schlagde in Minden aus die Wappen von Minden, der letzte auf der Weser betriebene Schaufelraddampfer.

Kino[Bearbeiten]

Minden, Kino Birke
Kino Savoy und Cinema am Schwan

Waren in den 1970er und 1980er Jahren noch mehrere Kinos in Minden ansässig, so sind gegenwärtig noch zwei Kinos übrig geblieben: Die Birke, ein Kino mit einem Saal für 300 Besucher, und das Kino Savoy & Cinema am Schwan in der Nähe des Schwanenteichs, mit zwei Sälen.

Das Universum (Markt 22) an der Südseite des Marktes gehörte zu den ersten Mindener Kinos, die schlossen. Die Fassade des Gebäudes ist auch heute noch sehenswert. Zuvor hatten die Kinos Apollo (Simeonstr. 9), Central (Markt 9), Edison-Theater (Bäckerstr. 62), Ring-Theater (Lübecker Str. 73) und die Ufer-LS (Friedrich-Wilhelm-Str. 129) den Betrieb eingestellt.[70] Das Regina (Gebäude 1953 erbaut) unterhalb der Marienkirche wurde im Jahre 1997 nach einigen Jahren Leerstand in eine Markthalle umgewandelt. Nachdem das Konzept im ersten Anlauf gescheitert war, wurde die Markthalle am 10. August 2007 neu eröffnet, aber nach kurzer Betriebszeit wieder geschlossen. Das Scala, zwischen dem Busbahnhof und dem Markt gelegen, wurde schon in den 1980er Jahren geschlossen. Der Kinosaal wurde teilweise umgebaut, ist heute Teil des Viktoria-Hotels und wird als Fest- und Veranstaltungssaal verwendet.

Das Globe-Kino der britischen Besatzungstruppen, zu dem aber nur britische Militärangehörige Zutritt hatten, befand sich am Marienwall. Mit Abzug der Briten in den 1990er Jahren verschwand auch dieses Kino. Das Programmkino Stella in der Fischerstadt musste in den 1990er Jahren schließen, das Gebäude wurde im März 2003 abgerissen. Im Gebäude des Stella gab es des Weiteren das kleine Kino Solaris. Bevor das Stella in dem Gebäude an der Hermannstraße seine Tore eröffnete (Anfang der 1980er Jahre), war in dem Gebäude bereits das Colloseum-Kino untergebracht. Kurz vor Weihnachten 2010 haben die Mindener Kinos ihr Programm aus finanziellen Gründen kurzzeitig eingestellt, im Januar 2011 sind erste Kinos wieder eröffnet worden.[71]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Minden

Minden liegt an der Mittelgebirgsschwelle, dem Übergang von Niedersächsischen Bergland in die Norddeutschen Tiefebene. Unweit der Stadt Minden tritt die Weser an der Westfälischen Pforte aus dem Mittelgebirgsland. Daher kreuzen sich an der Furt über die Weser bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Der alte Handelsweg Hellweg vor dem Santforde schloss sich hier östlich an den Westfälischen Hellweg an, die Weser ermöglichte Transport und Verkehr zur Nordsee.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der neue ZOB am Rande der Altstadt

Der Bahnhof Minden (Westfalen) liegt an den Bahnstrecken Hannover–Minden und Hamm–Minden im Verlauf der Hauptverbindungen Köln–Ruhrgebiet–Berlin sowie der Bahnstrecke Löhne–Rheine im Verlauf der Hauptstrecke Amsterdam–Berlin. Außerdem zweigt hier die Bahnstrecke Nienburg–Minden (Weser-Aller-Bahn) mit der Strecke Minden–Nienburg als Teil einer direkten Verbindung zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet nach Norden ab.

Der Bahnhof ist Haltepunkt des Nah- und Fernverkehrs (ICE-, IC-Züge). Regionallinien:

Alle Bahnsteige haben behindertengerechte Zugänge. Im Bahnhofsbereich gibt es eine Fahrradstation. In der Bahnhofshalle stehen zwei Fahrkartenautomaten.

Der Bahnhof ist mit Stadtbussen alle 30 Minuten erreichbar. Zentraler Umsteigepunkt des Busnetzes ist jedoch der Busbahnhof im Stadtzentrum, zwei Haltestellen vom Bahnhof entfernt. Der „Stadtbus Minden“ wird mit einem Rendezvous-Konzept seit Juni 2011 von der Busverkehr Ostwestfalen GmbH betrieben. Stadt- und Regionalbusse (Linien u. a. nach Bad Oeynhausen, Lübbecke, Espelkamp, Petershagen) treffen sich im Halbstundentakt gleichzeitig am ZOB. Regional- und Stadtlinien sind teilweise miteinander verknüpft. Alle Busse verkehren nur bis ca. 20:00 Uhr, einige Stadtlinien fahren nur im Stundentakt. Die Stadt gehört zum Verkehrsverbund OWL Verkehr (OWLV) „Der Sechser“.

Auf einer Teilstrecke der Mindener Kreisbahnen verkehrt die Museumseisenbahn Minden (MEM) mit historischem Lok- und Wagenmaterial: (Hille–Minden, Oberstadt–Kleinenbremen, Besucherbergwerk). Einige Reststrecken der später auf Normalspur umgerüsteten ehemaligen Schmalspurbahnen dienen heute dem Güterverkehr der Mindener Kreisbahnen. Außerdem verkehrten von 1893 bis 1959 die Straßenbahn Minden und von 1953 bis 1965 der Oberleitungsbus Minden in der Stadt.

Straße[Bearbeiten]

Die Stadt liegt 15 km nördlich der Autobahn A 2 und der Autobahn A 30 und wird von der Bundesstraße 65 und der Bundesstraße 61 durchkreuzt. Letztere führt südlich der Stadt Minden als autobahnähnlich ausgebaute Straße durch den Weserauentunnel nach Porta Westfalica und weiter nach Bad Oeynhausen. Östlich des Stadtgebietes verläuft die Bundesstraße 482 vom Anschluss der A 2 in Richtung Nienburg/Weser. Um den Stadtkern herum laufen zwei Halbringe, von denen der innere, die Bundesstraße 61, um die Stadt herumführt. Der innere Stadtring ist fast komplett vierspurig ausgebaut, ein vollständiger Ausbau ist vorgesehen. Die Innenstadt unterliegt der Parkraumbewirtschaftung und wird durch ein Parkleitsystem gesteuert.

Wasserstraßen und Häfen[Bearbeiten]

Der Mittellandkanal überquert die Weser

Minden ist für die Schifffahrt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich die als Bundeswasserstraße ausgebaute Weser und der Mittellandkanal und bilden ein so genanntes Wasserstraßenkreuz, eines der wenigen in Deutschland. Die Schachtschleuse verbindet die Weser und den Mittellandkanal. Sie überwindet rund 13 m Höhendifferenz. Zurzeit wird sie durch einen Neubau, die Weserschleuse Minden, ergänzt. Die Mindener Häfen an Weser und Mittelkanal verzeichnen in letzter Zeit steigenden Umsatz. So ist vor allem der Ausbau des Industriehafens im Zusammenhang mit dem Containerumschlag zu nennen, welcher sich besonders durch die gute Schifffahrtsverbindung mit den Seehäfen Bremerhaven und Hamburg positiv entwickelt. Am Mittellandkanal östlich von Minden wird länderübergreifend sowohl auf NRW- als auch auf niedersächsischem Gebiet ein RegioPort Weser genannter Containerhafen geplant.

Weserbrücken[Bearbeiten]

Minden liegt an der einzigen Weserfurt nördlich der Mittelgebirgsschwelle, daher war der Weserübergnag immer wichtig. Aus der lange Zeit einzigen Weserbrücke im Bereich der Stadt sind inzwischen sieben Brücken geworden, die den Fluss überqueren: Drei Auto-, eine Fußgänger-, eine Eisenbahn- und zwei Wasserstraßenbrücken.

Die erste Weserbrücke wurde in einer Urkunde vom 12. Juni 1258 erstmals erwähnt.[72] Die Nachfolgebrücke, die Stadtbrücke Minden, existiert heute noch an der Stelle der alten Furt durch die Weser und verbindet den Innenstadtbereich mit den östlichen Vororten sowie dem Bahnhof und schloss im Zuge der Fernstraße 65 die Verbindung zwischen Osnabrück und Hannover. Diese Verkehrsbrücke, mehrfach erneuert und vierspurig ausgebaut, erhielt in den 1970er Jahren zwei Entlastungsbrücken, die nördlich und südlich der Innenstadt die Weser überqueren und damals Nordbrücke und Südbrücke genannt wurden. Heute heißen sie Gustav-Heinemann-Brücke und Theodor-Heuss-Brücke, sind vierspurig ausgebaut und sollen die Innenstadt vom Autoverkehr entlasten. Über die Südbrücke führt heute die Bundesstraße 65, die damit aus dem Innenstadtbereich herausgenommen wurde. Die Brücke sollte ursprünglich die damals geplante Bundesautobahn 30 aufnehmen, diese Planungen wurden aber verworfen. Inzwischen hat sie am westlichen Ufer verkehrstechnisch einen Anschluss durch den Weserauentunnel gefunden. Die Gustav-Heinemann-Brücke nimmt den Ring auf, der westlich um die Stadt führt. Auf dem rechten Weserufer führt sie zum Industriegebiet am Mindener Hafen.

Die Kleinbahnbrücke wurde durch die Mindener Kreisbahnen nördlich des Innenstadtbereichs in Form einer Fachwerkbogenbrücke für den Weserübergang gebaut, um der Mindener Kleinbahn einen Anschluss an die am östlichen Ufer liegenden Staatsbahn zu ermöglichen.

Beim Bau des Mittellandkanals musste nördlich der Altstadt das Wesertal gekreuzt werden. 1915 entstand das Wasserstraßenkreuz Minden. Bis zur Eröffnung des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg war es das größte in Deutschland. 1998 wurde das Kreuz nach fünfjähriger Bauzeit um eine zweite, größere Brücke für Großmotorschiffe erweitert.

Fußgängerbrücke von der Innenstadt zur Kanzlers Weide (Glacisbrücke)

Als letzte Brücke kam die Glacisbrücke hinzu, eine als Hängebrücke konstruierte Fußgängerbrücke, die die Innenstadt mit der als Großpark- und Festplatz ausgewiesenen Kanzlers Weide verbindet.

Die nächsten Weserübergänge finden sich stromauf in Porta Westfalica (rund 7 km) und stromab in Petershagen (rund 10 km). Es handelt sich dabei um Straßenbrücken.

Die Brücke über die Weser-Flutwiese, die so genannte Bunte Brücke, war durch statische Probleme nur noch für mittlere Lasten zugelassen. Seit Beginn des Jahres 2006 war sie nur noch auf einer Spur je Richtung befahrbar. Inzwischen ist die alte Brücke durch einen vierspurigen Neubau ersetzt.

Fahrrad[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an den Radfernwegen Mühlenroute und Weserradweg. Sie ist außerdem Ausgangspunkt der Wellness-Radroute. Am Bahnhof gibt es eine Fahrradstation mit Service-Einrichtungen. Die Stadt gehört seit 1996 zur Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW und hat seit 2007 einen Fahrradbeauftragten.[73] In dem im Juli 2010 beschlossenen Radverkehrskonzept wird mittel- bis langfristig ein Fahrradanteil am Gesamtverkehrsaufkommen von über 25 Prozent angestrebt.[74] Dazu gab es ab 1995 eine Projektgruppe „Fahrradförderung Minden“, die sich regelmäßig trifft und Vorschläge für die Verwaltung erarbeitet. Sie arbeitet an einem übergreifenden Radverkehrskonzept.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mindens wirtschaftliche Entwicklung war in der Stadt lange durch die Einschnürung der Festung behindert. 1873 wurde sie aufgelöst, die Stadt und damit die Wirtschaft konnte sich über die Grenzen hinaus entwickeln. Seit 1864 wurde ein Gaswerk betrieben, seit 1895 wurde privat elektrischer Strom erzeugt, und am 12. November 1902 nahm das städtische Elektrizitätswerk seinen Betrieb auf, das 1913 vom Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg übernommen wurde.[75] Heute gilt Minden als bedeutendes Wirtschafts-, Handels- und Dienstleistungszentrum.[76]

Neben der Landwirtschaft ist Minden durch eine vielseitige Industrie geprägt. Hier finden sich Chemie- und Metallindustrie, die Bereiche Elektronik, Papier, Keramik und Holzverarbeitung.[77] Die Stadtverwaltung zählt 4700 Unternehmen in der Stadt.[78] Die wirtschaftliche Entwicklung von Minden ist durch zwei Faktoren geprägt. Zum einen durch die Lage am Fluss. Hier besaß die Stadt das Stapelrecht und konnte vorbeifahrende Schiffe zum Ausladen der Ware zwingen. Zum anderen war die Stadt im Mittelalter im Getreidehandel äußerst aktiv und erfolgreich. Minden war Mitglied der Hanse. Eine am 7. Oktober 1295 vom Rat der Stadt Minden ausgestellte Urkunde ist der früheste Beleg der Mitgliedschaft Mindener Fernhandelskaufleute in der Hanse.[79] Heute nimmt die landwirtschaftliche Fläche noch einen Anteil von 50 % der Gesamtfläche der Stadt Minden ein. Das ist geringfügig mehr als der Durchschnitt in NRW, aber wesentlich größer als in den Verdichtungsflächen von Nordrhein-Westfalen.[80]

Östlich des Wasserstraßenkreuzes Minden wird zurzeit ein großer neuer Hafen geplant, der sogenannte RegioPort Weser.

Südlich der Stadt ist auf der Grünen Wiese direkt an der Stadtgrenze im Stadtteil Barkhausen der Stadt Porta Westfalica in den 1960er Jahren das Einkaufszentrum Porta Markt gebaut worden, das viel Kaufkraft aus der Stadt Minden abzieht.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verwaltungsgebäude Harting an der Portastraße von Mario Botta

In Minden befinden sich verschiedene mittelständische Betriebe. Der bekannteste bei den Verbrauchern ist wohl die Firma Melitta, die seit 1929 in Minden ansässig ist und von hier aus die Melitta-Group verwaltet.[81]

Die Stadt ist geprägt durch zahlreiche Betriebe mit langer Tradition, von denen hier einige aufgezählt seien. In der chemischen Industrie gab es die Chemische Fabrik Knoll, gegründet 1932. Jetzt firmiert sie unter BASF Pharmachemikalien und produziert im Industriegebiet an der Karlstraße. In der Chemischen Industrie zu Hause ist das Familienunternehmen Follmann. Die Ornamin Kunststoffwerke, mit Sitz an der Kuckuckstraße, produzieren und entwerfen neue Gebrauchsgegenstände im Sinne des Universal Design aus Kunststoff.[82] Das 1955 gegründete Unternehmen ging aus einer Zündschnurfabrik (Brücker und Zschetzsche) hervor, deren Wurzeln bis ins Jahr 1883 (ebenfalls an der Kuckuckstraße) zurückreichen.

In der Metallindustrie sei die Firma Drabert genannt, sie produziert seit 1898 in Minden Büromöbel, inzwischen gehört sie zur Kinnarps-Gruppe.[83] Die Firma Altendorf, ein 1906 gegründetes Maschinenbauunternehmen, ist Weltmarktführer für Formatkreissägen.[84]

Die in der Elektronik tätige Harting Technologiegruppe hat an der Portastraße ein neues Verwaltungsgebäude, eigentlich ist die Firma im benachbarten Espelkamp ansässig. WAGO Kontakttechnik hat sein Stammwerk nördlich der Innenstadt und produziert dort Verbindungstechnik. Schoppe & Faeser, Hersteller für Elektrotechnik, ist von ABB übernommen worden. Endler und Kumpf, eine alte Mindener Firma, betreibt Automatisierungstechnik.

Im Lebensmittelbereich gibt es den Fruchtsafthersteller Löffler. Er war erst am Brückenkopf auf dem rechten Weserufer beheimatet, ist jetzt in ein südliches Gewerbegebiet ausgelagert. Die Edeka Minden-Hannover hat ihre Zentrale in Minden. Der Sauerteig Spezialist Böcker betreibt seit 100 Jahren in Minden seine Firma. Bis Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts produzierte die Feldschlösschen Brauerei in Minden das Weser Pils. Ebenfalls vielen Menschen bekannt ist die Marke Strothmann (Wilhelm Strothmann Brennereien), unter anderem Produzent des bekannten Weizenkorns und anderer Spirituosen. Gegründet 1886, wurde die Brennerei Mitte der 1990er Jahre an Bols verkauft, weil sich kein Familiennachfolger fand. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr der seit drei Generationen in Minden beheimateten Verlagsbuchhandlung Marowsky, die in den 1980er Jahren an eine Buchhandelskette verkauft wurde. Seit 1982 produziert die Heimtiernahrungsfabrik von Mars Petcare Deutschland in Minden.

Im Verkehrsbereich lagerte die Deutsche Bahn nach dem Krieg ihr Zentralamt von Dresden nach Minden um, heute ist diese Behörde in DB Systemtechnik und DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH aufgegangen.

Im Baubereich ist der Fertighaushersteller Kampa Haus zu nennen, der seine Zentrale in Minden hatte, 2009 ging er endgültig in Insolvenz.

Im Bankwesen sind die beiden Genossenschaftsbanken Volksbank Minden und Volksbank Mindener Land zu nennen. Historisch sind sie angebunden an die Stadt Minden bzw. den Altkreis Minden.

Medien[Bearbeiten]

Die örtliche Tageszeitung ist das Mindener Tageblatt. Der öffentlich rechtliche Rundfunk wird durch den WDR betrieben, der in Bielefeld ein Studio für Ostwestfalen-Lippe unterhält. Von dort werden Lokalsendungen sowohl für das Fernsehen als auch für den Rundfunk produziert und gesendet. Aus Minden berichtet ein Regionalkorrespondent des WDR-Studios in Bielefeld.[85]

Das Fernsehprogramm ist im Jahr 2006 auf die digitale Form DVB-T umgestellt worden, welches vom Fernsehturm auf dem Jakobsberg für die Region gesendet wird. Als privater Rundfunk sendet Radio Westfalica (aus der Radio-NRW-Gruppe) ein Lokalradioprogramm aus Minden für den Kreis Minden-Lübbecke.

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten]

Logo der Öffentlichkeitsarbeit

Zur 1200 Jahr Feier der Stadt Minden 1998 wurde ein neues Werbelogo entwickelt, das die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Minden ab sofort begleiten soll. Im Logo sind in zwei Fenstern die Weserbrücke, die Stadtsilhouette, das grüne Wiehengebirge an dem Weserdurchbruch der Porta Westfalica und die Weser dargestellt. Die Fenster werden verbunden durch den neuen Schriftsatz „Min + Din“. In der Unterschrift wird das Gründungsjahr 798 mit dem augenzwinkernden Zusatz „merk-würdig“ benutzt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Minden ist die Kreisverwaltung des Kreises Minden-Lübbecke ansässig. Hinzu kommt Mindens Funktion als Bundeswehrstandort mit der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne und als Standort eines großen Krankenhauses, des Johannes-Wesling-Klinikums (Mühlenkreiskliniken). Bis März 2008 erfolgte ein Neubau des Krankenhauses am südlichen Stadtrand in Minden-Häverstädt. In Minden befand sich bis 2005 eine Filiale der Landeszentralbank von Nordrhein-Westfalen. Während die früher in Minden ansässige Bezirksregierung 1947 aus politischen Gründen nach Detmold verlegt wurde, gibt es heute in Minden eines von sieben Verwaltungsgerichten in NRW, das Amtsgericht Minden und das Arbeitsgericht Minden, die in einem gemeinsamen Gerichtszentrum untergebracht sind. In Minden befand sich das Bundesbahn-Zentralamt, heute DB Systemtechnik. Von 1850 bis 1934 war in Minden die Oberpostdirektion Minden beheimatet. Minden ist Sitz der Leitstelle der Einsatzkräfte der Feuerwehr Minden, die für den Kreis Minden-Lübbecke zuständig ist. Zudem ist Minden eine der wenigen kreisangehörigen Städte, die eine Berufsfeuerwehr unterhalten. Im Stadtteil Leteln ist die zentrale Kläranlage für die Stadt Minden und das rechte Weserufer eingerichtet worden. Sie ist seit 1981 betriebsfähig. In Minden befindet sich das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe, ein Zusammenschluss der Forstämter Minden und Bielefeld. Für den 1. Januar 2013 will die Stadt Minden mit den Stadtwerken Hameln die Stadtwerke Minden im Rahmen der Rekommunalisierung neu gründen.[86] Der Abfall der Stadt Minden wird gemäß Abfallgesetz der Bundesrepublik Deutschland im Entsorgungszentrum Pohlsche Heide entsorgt.

Stromnetz[Bearbeiten]

Minden gehört zu dem Stromnetz des ehemaligen Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg. Dieses betreibt das Stromnetz in Ostwestfalen als auch in den angrenzenden Kommunen in Niedersachsen bzw. Schaumburg-Lippe. Das Stromnetz ist von der E.ON Westfalen Weser Netz GmbH mit Sitz in Hameln übernommen worden. Diese betreibt die Netze in Teilen von Ostwestfalen und dem angrenzenden Niedersachsen. In Meißen ist Minden an die 380-Kilovolt-Leitung über ein Umspannwerk angeschlossen. Hier wird die Spannung auf die Hochspannung von 110 kV transformiert, die an fünf weiter Umspannwerke im Stadtgebiet (u. a. Schwabenring, Häverstädter Weg) verteilt wird. Dort findet die Reduzierung auf eine Mittelspannung von 10 bzw. 30 kV für Industriebetriebe statt. Die letztendliche Umwandlung auf die Niederspannung von 230 V findet in Transformatorenkästen statt.[87]

Bildung[Bearbeiten]

Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld

Minden ist Standort der Fachhochschule Bielefeld mit den Fachbereichen Gestaltung, Architektur und Bauingenieurwesen, Technik, Ingenieurwissenschaften und Mathematik (u. a. Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen), Sozialwesen sowie Wirtschaft und Gesundheit. Die Fernuniversität Hagen verfügt im Gebäude des Studienseminars für das Lehramt für die Primarstufe über ein Studienzentrum.

Die Stadt Minden unterhält drei Gymnasien (Herder-Gymnasium,[88][89] Besselgymnasium, Ratsgymnasium), zwei Realschulen (Freiherr-von-Vincke-Realschule, Käthe-Kollwitz-Realschule), drei Hauptschulen (Hauptschule Minden-Süd, Hauptschule Todtenhausen, Hauptschule Dankersen) sowie eine Gesamtschule (Kurt-Tucholsky-Gesamtschule) im Gebäude des früheren Caroline-von-Humboldt-Gymnasiums, das 1988 dem Herder-Gymnasium angegliedert wurde. Darüber hinaus gibt es in Minden zahlreiche Grundschulen und Förderschulen sowie berufsbildende Schulen. Das Weser-Kolleg bietet die Möglichkeit, Schulabschlüsse auf dem sogenannten zweiten Bildungsweg von der Fachoberschulreife bis zum Abitur nachzuholen. In privater Trägerschaft befinden sich die Freie Evangelische Schule (Grund- und Gesamtschule) sowie die Waldorfschule in Haddenhausen.

Der neue Schulentwicklungsplan trägt dem Rückgang der Kinderzahl in der Stadt Rechnung und verändert die Schullandschaft in nächster Zeit. So entsteht im Grundschulbereich am rechten Weserufer aus der zweizügigen Hafenschule und der einzügigen Grundschule Meißen die neue dreizügige Cornelia-Funke-Schule an der Olafstraße im Ortsteil Dankersen.

Zudem besteht seit dem 3. März 2009 eine BezirksSchülerInnenVertretung (kurz BSV). Die BSV ist als überparteiliche Vertretung der rund 40.000 Schülerinnen und Schüler in Minden-Lübbecke aktiv.

Die Städtische Musikschule Minden befindet sich am Simeonscarre.

Für die außerschulische Bildung betreibt die Stadt Minden im Zweckverband mit Porta Westfalica, Petershagen und Hille die Volkshochschule Minden, die 2012 mit der Volkshochschule Bad Oeynhausen eine dauerhafte Kooperation eingegangen ist.

Personen und Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Liste der Ehrenbürger von Minden

Ludwig von Vincke, Ehrenbürger von Minden

Die Ehrenbürgerwürde der Stadt Minden wurde am 23. Dezember 1841 unter anderem dem in Minden geborenen preußischen Reformer Freiherr Ludwig von Vincke verliehen. Vincke setzte sich für die Einigung Westfalens und Reformen im Verwaltungsapparat ein. Weiterhin sind Ehrenbürger die Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Minden Karl Gottlieb Richter (1777–1847) und Franz von Borries (1785–1858). In letzter Zeit ist der langjährige Bürgermeister (1977–1991) Heinz Röthemeier (* 1924) zum Ehrenbürger ernannt worden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Liste der Söhne und Töchter der Stadt Minden

In der Stadt Minden geborene Personen sind unter anderem der Mediziner Johannes Wesling (1598–1649), nach dem das neue Klinikum in Minden benannt worden ist, sowie der Verleger Franz Cornelsen, Gründer des gleichnamigen Verlags. Bedeutende in Minden geborene Wissenschaftler waren der Astronom und Mathematiker Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846), der die exakten Grundlagen der modernen Astronomie schuf, und Franz Boas (1858-1942), Ethnologe, Sprachwissenschaftler, Physiker und Geograph. Pauline von Mallinckrodt (1817–1881), Gründerin des Ordens der Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe, der heute in Paderborn beheimat ist, und die Schriftstellerin Gertrud von le Fort (1876–1971) sind bedeutende Frauen, die in Minden geboren wurden. In neuerer Zeit finden sich hier etwa die Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der Fernsehmoderator und Autor Peter Hahne, der langjährige Leiter des Adolf-Grimme-Instituts Lutz Hachmeister und der Rapper Curse.

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Liste der Persönlichkeiten der Stadt Minden

Personen, die zwar nicht in der Stadt geboren, aber durch ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Wirken eng mit Minden verbunden sind, sind Nikolaus Krage, der evangelische Reformator von Minden, Friedrich Hoffmann, in Minden praktizierender Garnisonsarzt, der die Hoffmannstropfen, ein altes Hausmittel, erfand. Abraham Jacobi war der Begründer der Kinderheilkunde in den USA und eröffnete dort das erste Kinderkrankenhaus. Der Unternehmer Carl Miele war Soldat in Minden, der Architekt und Hochschullehrer Paul Kanold war Baurat. Rainer Böhm, der Erfinder der elektronischen Dr.-Böhm-Orgel, lebte hier ebenso wie der langjährige Handball-RekordnationalspielerHerbert Lübking (Grün-Weiß Dankersen und TUS Nettelstedt) und die Handballerin Anika Ziercke. Die Krimiautorin Andrea Gerecke wohnt in Hille, wird aber stark mit der Stadt Minden in Verbindung gebracht und ist Gründungsmitglied der Mindener Lesebühne.

Liste der Preußischen Gouverneure und Kommandanten[Bearbeiten]

Gouverneure
Kommandanten
  • Völkerson
  • 1676 Moritz von Kanne
  • 1679 Johann Anton von Zieten
  • 1682 Bernhard de Huet
  • 1688 Magnus Friedrich Horn
  • 1705 Stefan Matheus du Bulson
  • 1718 du Clos
  • 1744 von Bornstedt
  • 1749 Ernst Ludwig von Borck
  • 1815 Johann August Friedrich Hiller von Gärtringen
  • 1815–1823 Ernst Michael von Schwichow

Wissenswertes[Bearbeiten]

Der Text der US-amerikanischen NationalhymneThe Star-Spangled Banner“ wurde von Francis Scott Key während des Angriffes auf Baltimore im Jahr 1814 auf der HMS Minden verfasst. Key war kurz zuvor gefangen genommen und auf die HMS Minden der Royal Navy gebracht worden, wo er den Text der ersten Strophe des Gedichts „The Defense of Ft. McHenry“ verfasste, welches später in „The Star-Spangled Banner“ umbenannt und zur Nationalhymne erklärt wurde. Das Schiff selbst wurde nach der Stadt Minden benannt, nachdem im Jahr 1759 die Briten und Preußen in der Schlacht bei Minden nahe der Stadt einen Sieg über die Franzosen erringen konnten. Nachdem die „Minden“ ihren Dienst im Britisch-Amerikanischen-Krieg von 1812 beendet hatte, wurde sie als Lazarett-Schiff nach Hongkong verlegt, wo sie wichtige Dienste in der Versorgung der Bevölkerung übernahm. Zu ihren Ehren wurden später zwei Straßen benannt: die Minden Row und Minden Avenue.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nannte einen Seenotrettungskreuzer der 23-m-Klasse zu Ehren der Stadt Minden.

Die bedeutendste technische Universität Malaysias, die Universiti Sains Malaysia, führt Minden im malaysischen Bundesstaat Penang als ihren Hauptsitz. Der Campus in Gelugor auf Penang wurde auf dem Gelände einer ehemaligen britischen Kaserne (Minden Barracks) errichtet, die nach der Schlacht bei Minden benannt war.

Die US-amerikanische Stadt Minden im Bundesstaat Louisiana wurde nach der deutschen Stadt Minden benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Ältere Literatur[Bearbeiten]

  • Wöchentliche mindensche Anzeigen. Minden, 1766–1808. (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)
  • Geographisch-Statistische Nachrichten von den Städten des Fürstenthums Minden. In: Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. Band 1 (1784), Heft 1–2, S. 35–53 UB Bielefeld
  •  im Auftr. des Provinzial-Verbandes der Provinz Westfalen bearb. von A. Ludorff (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Minden. 1902 (UB Bielefeld, Internet Archive).
  • Bürgerbuch der Stadt Minden. J. C. C. Bruns, Minden 1927, DNB 013285149.
  • Leopold Zedlitz: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm. Band 3, S. 207. (Digitalisat)

Neuere Literatur[Bearbeiten]

  •  Joachim Meynert, Ursula Bender-Wittmann (Hrsg.): Keine vaterlandslosen Gesellen. Beiträge zur Geschichte der Sozialdemokratie in Minden. Minden 1994, ISBN 3-928959-04-2.
  •  Hans Nordsiek: Die verdunkelte Stadt. Minden in der Endphase des 2. Weltkriegs.. 2 Auflage. J. C. C. Bruns Buchverlag, Minden 2005, ISBN 3-930222-02-7.
  •  Gerhard Schormann: Hexenverfolgung in Nordwestdeutschland. Hildesheim 1977, S. 87.
  • Stadt Minden (Hg.): Minden. Zeugen und Zeugnisse seiner städtebaulichen Entwicklung. Minden 1979

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Minden – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Minden – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Minden – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Minden – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Die Stadt Minden, Internetdarstellung, Homepage der Stadt Minden, abgerufen Januar 2009.
  3. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen: Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW. Minden.
  4. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB)
  5. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Minden
  6. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Kreis Minden-Lübbecke (PDF; 219 kB)
  7. Hauptsatzung der Stadt Minden, abgerufen Januar 2009
  8. Statistik des Stadt Minden abgerufen 1. Januar 2013.
  9. Stadt Detmold: Klimadiagramme
  10. Deutscher Wetterdienst: Monatliche Niederschlagswerte des Deutschen Wetterdienstes (1961–1990) (ZIP; 349 kB)
  11. Leopold Kulke: Zur Geschichte des Mindener Marktwesens. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 47 (1975), S. 69–129.
  12. Hans Nordsiek: Die Regalienverleihung an die Mindener Kirche im Jahre 977 und die Entwicklung Mindens von der Marktsiedlung zur Stadt. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 49 (1977), S. 13–34.
  13. Manfred Groten: Zur Verunechtung des Privilegs Ottos II. für das Bistum Minden von 977. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 51 (1979), S. 109–110.
  14.  Barbara Groß: Hexerei in Minden. Zur sozialen Logik von Hexereiverdächtigungen und Hexenprozessen (1584–1684). In: Westfalen in der Vormoderne. 2, Aschendorff, Münster 2009, S. 15.
  15. Hans Nordsiek: Die schwedische Herrschaft in Stadt und Stift Minden (1634–1650).Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 56 (1984), S. 27–48.
  16. Philipp von Bergmann-Korn: Wohnen in Minden. Zur Wohnsituation in einer Festungsstadt im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 59 (1987), S. 111–126.
  17. www.schiffmuehle.de: die Schiffmühle in Minden
  18. Hans Nordsiek: Vom Beginenhaus zum Armenhaus. Zur Geschichte der Mindener Beginen (1295–1839). Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 61 (1989), S. 19–44.
  19. Heinz-Peter Mielke: Zur Geschichte des Krankenhaus- und Medizinalwesens in Minden. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 55 (1983), S. 55–69.
  20. Dietrich Poeck:: Minden im Jahre 1848. Mitteilungen des Mindener Geschichtsverein, Jahrgang 44 (1972), S. 51–78.
  21. Arno Herzig: Die Trennung der sozialen von der bürgerlichen Demokratie in Minden 1861–1875. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 51 (1979), S. 25–46.
  22. Leopold Kulke: Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Minden nach der Entfestigung 1873. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 45 (1973), S. 15–80.
  23. Wasserstraßenschiffahrtsamt Minden: Der Schifffahrtsweg Weser Homepage des WSA, abgerufen am 7. Januar 2013
  24. Klaus-Ulrich Seifert: Die rote Fahne über der Simeonskaserne. Die Novemberrevolution 1918 in Minden. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 62 (1990), S. 155–161.
  25. (zitiert aus Meynert, Bender-Wittmann, S. 126)
  26. Homepage der Stadt Minden abgerufen 15. Februar 2013
  27. Mindener Tageblatt vom 4. April 2005
  28. Monika Schulte: Die Wiedereinweihung des Mindener Rathauses 1955 abgerufen im 12. Juli 2011.
  29.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 326.
  30. Stadt Minden (Hrsg.): Minden, Zeugen und Zeugnisse seiner städtebaulichen Entwicklung. 1979, S. 117.
  31. Homepage Kirche Rothenuffeln abgerufen 9. Juni 2012.
  32. Aussage des Propstes Falkenhagen in der Dokumentation "Der Dom zu Minden, Kleinod in der Diaspora", ein Film von Peter Schanz. Minden 2011
  33. Arno Herzig: Das Sozialprofil der jüdischen Bürger von Minden im Übergang vom 18. bis 19. Jahrhundert. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 50 (1978), S. 45–70.
  34. Hans Eberhard Brandhorst: Jüdische Friedhöfe in Minden. Ein Beitrag zur Stadttopographie des 18. und 19. Jahrhunderts. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 63 (1991), S. 167–171.
  35. Hans Eberhard Brandhorst: Das Judenbad am Deichhof in Minden. Eine bisher unbekannte Stätte jüdischen Gemeindelebens in Minden. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 64 (1992), S. 165–168.
  36. Joachim Meynert: Ausgegrenzt und allein. Jüdische Jugend in Minden-Ravensberg 1933–1938. Ein Beitrag zum Alltag im Nationalsozialismus. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 63 (1991), S. 115–134.
  37. Hans Nordsiek: „Bitte vergessen Sie uns nicht.“ Briefe verfolgter und deportierter Juden von 1939 bis 1944. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 60 (1988), S. 65–109.
  38. Claus Bernet: Die Geschichte der Quäkergemeinde Minden. Teil 1: Von ihrer Gründung 1796 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Westfälische Forschungen, 60, 2010, S. 503–527; Teil 2: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu ihrer Selbstauflösung 189. 61, 2011, S. 445–470.
  39. Claus Bernet: Paedagogica Quakeriana. In: Westfälische Zeitschrift, Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, 159. Band, 2009, S. 286–297.
  40. Alfred Kollmeyer: Zur Geschichte der Mindener Freimaurerlogen. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 52 (1980), S. 112–126.
  41. Das Bielefeld-Gesetz von 1972 (PDF; 322 kB)
  42. Stadt Minden (Hrsg.): Minden, Zeugen und Zeugnisse seiner städtebaulichen Entwicklung. Minden 1979, S. 137 ff.
  43. LDS NRW: Bevölkerung im Regierungsbezirk Detmold
  44. Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen, 5. Teil, §40.
  45. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05770024
  46. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  47. Web Archiv:Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/ Lippe Wahl des Rates 1999 abgerufen Oktober 2012.
  48. Mindener Tageblatt: Buhre will nicht wieder kandidieren Ausgabe vom 27. September 2013, abgerufan am 13. Oktober 2013
  49. Überblick des Steuerzahlerbundes über die Verbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände für NRW am 31.12.2009 (PDF; 54 kB) abgerufen 15. Februar 2011.
  50. Überblick des Steuerzahlerbundes über die Verbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände für NRW am 31.12.2010 (PDF; 114 kB), abgerufen 13. März 2013.
  51. Überblick des Steuerzahlerbundes über die Verbindlichkeiten der Kommunen in NRW zum Jahresende 31. Dezember 2012 (PDF; 673 kB)
  52. http://www.minden.de/internet/page.php?naviID=7000119&site=7000087&typ=2 Homepage der Stadt Minden
  53. Für den wappenunkundigen Betrachter scheinen diese Angaben seitenverkehrt, jedoch heraldisch betrachtet ist es nach der so genannten Blasonierung korrekt
  54. Homepage der Stadt Minden zum Thema Wappen Homepage, abgerufen Januar 2009.
  55. Homepage Stadttheater Minden
  56. Weitere Theatervereine in Minden
  57. Mindener Tageblatt: Mindener Museum feiert Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür Artikel vom 3. Oktober 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  58. Internetseite zu den Museen in Minden Onlineseite, abgerufen Januar 2009.
  59. Die Pommersche Zeitung. Nr. 37/2013, S. 7.
  60. Mindener Tageblatt vom 11. Januar 2010, abgerufen im Januar 2010
  61. Mindener Tageblatt: Neugestaltung der Fußgängerzone: Fahrradständer installiert Artikel vom 15. Juli 2013, abgerufen am 22. März 2014
  62. Urteil des Oberlandesgrichtes Hamm zur Entfernung des Keilstücks abgerufen Dezember 2012
  63. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Glacisanlagen Minden in LWL-GeodatenKultur
  64. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Botanischer Garten Minden in LWL-GeodatenKultur
  65. Homepage GWD Minden abgerufen Februar 2009.
  66. Homepage Union Minden abgerufen Februar 2009.
  67. Homepage Blaues Band der Weser abgerufen Februar 2009.
  68. Homepage Weserlieder Openair abgerufen im Mai 2011.
  69. Internetseite der Minden Marketing abgerufen 13. Juli 2011.
  70. Nordrhein
  71. Mindener Tageblatt vom 11. Januar 2011 abgerufen Januar 2011.
  72. Heinz-Peter Mielke: Die Weserbrücke im Wandel der Zeit (Katalog zur Ausstellung des Mindener Museums aus Anlass des Weserbrückenneubaus). Eigenverlag Mindener Museum, 1978.
  73. Homepage der Stadt Minden zum Fahrradvekehr in der Stadt abgerufen 4. Oktober 2012.
  74. Radverkehrskonzept der Stadt Minden 2010 abgerufen 4. Oktober 2012.
  75. Hans Eberhard Brandhorst: Das Elektrizitätswerk der Stadt Minden. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 49 (1977), S. 137–141.
  76. Sonderbeilage zum 150 Jährigen besten der MT, Juli 2006 (PDF; 292 kB) abgerufen September 2009.
  77. Zeit Lexikon, Band 9, Hamburg 2005.
  78. Sonderbeilage zum 150 Jährigen bestehen der MT, Juli 2006 (PDF; 292 kB) abgerufen September 2009.
  79. Geschichte der Hanse abgerufen am 15. September 2011.
  80. Kurzprofil der Stadt Minden auf dem Server der Landesdatenbank NRW (PDF; 74 kB) abgerufen September 2009.
  81. 100 Jahre Melitta, die Geschichte eines Markenunternehmens. Köln 2008, S. 28.
  82. Universal Design Awards 2009
  83. Homepage Drabert abgerufen Mai 2011.
  84. Altendorf – Der Weltmarktführer für Formatkreissägen: Geschichte
  85. Korrespondenten des Studios Bielefeld
  86. Mindener Tageblatt Hameln soll mit ins Boot Artikel vom 3. Oktober 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  87. Mindener Tageblatt: Wenn in Minden die Lichter ausgehen. Mindener Tageblatt vom 15. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  88. Herder-Gymnasium Minden
  89. Marianne Nordsiek: Die Schulbildung der bürgerlichen Frau im 19. Jahrhundert am Beispiel der Mindener Töchterschule 1826–1909. Ein Beitrag zum 150-jährigen Bestehen des Caroline-von-Humboldt-Gymnasiums Minden. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 48 (1976), S. 29–64.
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 8. September 2009 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.