Gaisburger Marsch

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Gaisburger Marsch
Die Gaststätte Bäckerschmide in Stuttgart-Gaisburg (2007)

Gaisburger Marsch, Verheierte, Kartoffelschnitz und Spätzle oder Böckinger Feldgeschrei ist ein traditionelles schwäbisches Eintopfgericht, das als Besonderheit die Beilagen Kartoffeln und Nudeln (in Form von Spätzle) miteinander vereint. Auf diese Verbindung spielt der Name Verheierte („Verheiratete“) an.[1]

Zur Zubereitung wird eine kräftige Rinderbrühe mit Ochsenfleisch und Suppengrün gekocht. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten und mit gekochten Kartoffeln und Spätzle auf einem Teller angerichtet. Die heiße Brühe wird darüber gegossen und mit in Butter goldbraun gebratenen Zwiebeln sowie gehackter Petersilie serviert.

Der Name „Gaisburger Marsch“ soll daher rühren, dass im 19. Jahrhundert Stuttgarter Offiziersanwärter eine Vorliebe für einen kräftigen Ochsenfleischeintopf mit Spätzle und Kartoffeln entwickelten, der in der im nahen Gaisburg befindlichen Gaststätte Bäckerschmide serviert wurde. Da die Offiziersanwärter auf dem Weg von der Berger Kaserne in dieses Wirtshaus eine gewisse militärische Marschordnung einhalten mussten, trug das Gericht letztlich den Namen Gaisburger Marsch.

Einer anderen Version nach kamen die Gaisburger Männer angeblich in Kriegsgefangenschaft, und ihren Frauen wurde erlaubt, sie mit einer Schüssel Essen pro Tag zu versorgen. In diese Schüssel wurde alles getan, was gut schmeckte und nahrhaft war. Damit marschierten die Frauen dann jeden Tag zu ihren Männern.

Im namensgebenden Stuttgarter Stadtteil Gaisburg wird die Geschichte dieses Gerichts einmal jährlich in den Sommermonaten mit einem mehrtägigen Fest gefeiert.

Der Gaisburger Marsch gilt als Lieblingsgericht von Horst Köhler (ehem. deutscher Bundespräsident), der es zu seinem Amtsantritt 2004 mehreren tausend Gästen bei einem Mahl der Demokratie servieren ließ, sowie auch des ehemaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan, wie er in einem Interview mit dem Sender bwtv äußerte. Ebenfalls benannte der Spitzenkoch Harald Wohlfahrt den Gaisburger Marsch als sein Lieblingsgericht.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Lesniczak: Alte Landschaftsküchen im Sog der Modernisierung. Studien zu einer Ernährungsgeographie Deutschlands zwischen 1860 und 1930, Teil 4. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08099-6, S. 173 (Studien zur Geschichte des Alltags; Bd. 21).
  2. hr1 talk vom 5. August 2007