Gaspedal

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Pedale: Blick in den Fußraum eines PKW (Peugeot 206), rechts das Gaspedal

Das Gaspedal, fachsprachlich auch Fahrfußhebel oder Fahrpedal, ist ein Steuerungselement von Kraftfahrzeugen (Kfz), mit dem die Motorleistung geregelt werden kann. Es befindet sich im Fußraum des Fahrersitzbereichs und wird in der Regel mit dem rechten Fuß betätigt. Bei Krafträdern, in manchen Leichtkraftfahrzeugen und individuell für Menschen mit Körperbehinderungen umgerüsteten Kfz wird an Stelle des Fahrpedals ein Gasdrehgriff bzw. ein Handgas-Bedienelement verwendet. Kleinwüchsige Fahrer verwenden oft Pedalerhöhungen.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff „Gaspedal“ stammt aus der Zeit des Kraftfahrzeuges, in der durch das entsprechende Pedal der Luftdurchsatz durch den Vergaser, durch eine Drosselklappe oder Schieber mittels Seilzug oder Gestänge geregelt wurde. Mit der Einführung des Dieselmotors und der Einspritzung hat sich der Begriff von seiner Wortbedeutung gelöst.

Bauformen und Ausführungen[Bearbeiten]

Man unterscheidet zwei Bauformen. Das stehende Gaspedal ist am Wagenboden mit einem Scharnier befestigt, und meistens hoch und schmal. Das dazugehörige Gestänge kann entweder nach unten in den Wagenboden (Heckmotor) oder nach vorn oben (durch die Spritzwand) in den Motorraum führen. Das kleinere hängende Gaspedal ist an einem Hebel befestigt, der immer von vorne oben in den Fußraum reicht, und seinen Drehpunkt oben hat. Im PKW-Bereich werden meist hängende Pedale verwendet; stehende Pedale sind vor allem bei Sportwagen verbreitet. Bei beiden Bauarten kann das Pedal aus Metall oder Plastik bestehen, häufig ist die Oberseite mit Längsrillen versehen, um ein Abrutschen des Fußes zu verhindern. Metallpedale mit Löchern sind im Rennsport verbreitet, sie werden als Nachrüstsatz auch für gewöhnliche PKW angeboten.

Bei Motorbooten werden stehende Gaspedale mit einem erhöhten Rand verwendet, um dem Fuß auch bei Bewegungen des Bootes genügend Seitenhalt zu bieten. Besonders für Einbau- und große Außenbordmotoren werden festmontierte seilzugbetätigte Handhebel verwendet, die bei Wendegetrieben auch die Richtungsumkehr ermöglichen. Bei kleinen Außenbordmotoren wird das "Gasgeben" oft direkt am Motor vorgenommen.

Elektronisches Gaspedal (E-Gas)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Electronic Power Control
„Gaspedal“ mit elektrischem Geber

In neueren Kraftfahrzeugen wirkt das Gaspedal nicht mehr mechanisch-direkt über Gestänge oder Seilzug, sondern über die Motorsteuerung auf Drosselelemente (beim Ottomotor) oder auf das Einspritz-System (beim Dieselmotor). Der Sensor, der dem Steuergerät den Gaswunsch des Fahrers mitteilt, wird Pedalwertgeber genannt und ist meist ein aus Sicherheitsgründen doppeltes Potentiometer. Vereinzelt werden anstelle von Potenziometern auch verschleißärmere, aber teurere Sensorprinzipien, z. B. mit Hilfe von Hall-Elementen eingesetzt. Der Sensor überträgt die Gaspedalposition analog in Form zweier Spannungswerte an das Steuergerät. Im Falle einer CAN-Bus-Vernetzung sind auch digitale Soll-Signale realisiert.

Die Antriebsschlupfregelung kann so relativ einfach die Motorleistung reduzieren.

Zusätzlich sind auch Force-Feedback-Lösungen möglich, die eine energiesparende Fahrweise unterstützen, indem sie sich gegen ineffiziente Betriebsweise bzw. -zustände gleichsam „wehren“.

Pedalverlegung[Bearbeiten]

Für Menschen, die mit ihrem rechten Bein wegen einer Lähmung, Versteifung oder einer Amputation das Gaspedal nicht mehr bedienen können, wird dieses häufig nach links neben das Bremspedal verlegt. In diesem Fall wird mit dem linken Bein das Gas- und das Bremspedal bedient, während ein Automatikgetriebe statt des Schaltgetriebes die Kupplungsbetätigung unnötig macht.

Die Gaspedalverlegung gibt es in unterschiedlichen baulichen Ausführungen, ebenso unterschiedlich ist bei der Umbauvornahme individuell auch die Beibehaltung des Originalpedals und/oder die bedarfsweise schnelle Umstellbarkeit auf „Rechtsgas“ oder „Linksgas“ bei einem Fahrerwechsel.

Am einfachsten ist die Umsetzung des Gaspedals auf eine verlängerte Achswelle oder auf einem seitlichen Hebel-Ausleger nach links ohne Ersatz auf der rechten Seite. Für die begleitende Beibehaltung des Originalpedals gibt es zahlreiche mechanische Lösungen mit umklappbaren, umsteckbaren oder abnehmbaren Pedalen sowie auch elektrisch umschaltbaren Doppelpedal-Lösungen.

Alternatives Handgas[Bearbeiten]

Eine alternative Lösung zur Kraftfahrzeugumrüstung für körperbehinderte Menschen bietet sich mit der Umrüstung auf ein Handgas-Bedienelement. Das Handgas wird auch an Motorrädern, Quads, Motorbooten und Traktoren regulär oder als Zusatzausstattung verwendet, ohne dass dabei eine körperbehinderungsbedingte Anpassung vorliegt.

Pedalsperre[Bearbeiten]

Fallweise ist sowohl bei der Pedalverlegung als auch beim Einbau einer Handgas-Bedienung ein Bedarf an einer Pedalsperre gegeben, die am weiterhin vorhandenen aber aktuell nicht benötigten Originalpedal die versehentliche Betätigung durch Berührung mit dem inaktiven Bein oder der Beinprothese verhindert. Die Pedalsperre oder auch „Fußgassperre“ besteht dabei im einfachen Fall aus einer fest oder abnehmbar angebrachten metallenen Abdeckung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik. 2. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden, 2001, ISBN 3-528-13114-4
  • Kai Borgeest: Elektronik in der Fahrzeugtechnik. 1. Auflage, Friedr. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden, 2007, ISBN 978-3-8348-0207-1

Quellen[Bearbeiten]

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