Gaspedal

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Blick in den Fußraum eines PKW, rechts das Gaspedal

Das Gaspedal oder Fahrpedal ist ein Steuerungselement eines Kraftfahrzeuges, mit dem die Motorleistung gesteuert werden kann. Das Gaspedal wird in der Regel mit dem rechten Fuß betätigt. Es befindet sich im Fußraum des Fahrers.

Der Begriff „Gaspedal“ stammt aus der Frühzeit des Kraftfahrzeuges, in der durch das entsprechende Pedal der Luftdurchsatz durch den Vergaser durch eine Drosselklappe oder Schieber mittels Seilzug oder Gestänge geregelt wurde. Der Begriff hat sich auch für Fahrzeuge mit Dieselmotor eingebürgert, obwohl bei Dieseln weder eine Gasmenge noch eine Luftmenge, sondern die Zufuhr von Diesel-Kraftstoff zur komprimierten Luft im Verbrennungsraum reguliert wird.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bauformen und Ausführungen

Man unterscheidet zwei Bauformen. Das stehende Gaspedal ist am Wagenboden mit einem Scharnier befestigt, und meistens hoch und schmal. Das kleinere hängende Gaspedal ist an einem Hebel befestigt, der von vorne oben in den Fußraum reicht, und seinen Drehpunkt oben hat. Im PKW-Bereich werden meistens hängende Pedale verwendet; stehende Pedale sind vor allem bei Sportwagen verbreitet. Bei beiden Bauarten kann das Pedal aus Metall oder Plastik bestehen, häufig ist die Oberseite mit Längsrillen versehen, um ein Abrutschen des Fußes zu verhindern. Metallpedale mit Löchern sind im Rennsport verbreitet, sie werden als Nachrüstsatz auch für gewöhnliche PKW angeboten.

In neueren Kraftfahrzeugen wirkt das Gaspedal nicht mehr mechanisch-direkt über Gestänge oder Seilzug, sondern elektrisch-mittelbar auf Drosselelemente (beim Ottomotor) oder auf das Dieseleinspritz-System durch ein Gaspedalpotentiometer. Die "Soll-Information" wird bei Gaspedal-Potentiometern elektrisch-analog übertragen. Die Antriebsschlupfregelung kann so relativ einfach die Motorleistung reduzieren. Im Falle einer CAN-Bus-Vernetzung sind auch digitale Soll-Signale realisiert.

Bei Motorbooten werden stehende Gaspedale mit einem erhöhten Rand verwendet, um dem Fuß auch bei Bewegungen des Bootes genügend Seitenhalt zu bieten.

[Bearbeiten] Pedalverlegung

Für Menschen, die mit ihrem rechten Bein wegen einer Lähmung, Versteifung oder einer Amputation das Gaspedal nicht mehr bedienen können, wird dieses häufig nach links neben das Bremspedal verlegt. In diesem Fall wird mit dem linken Bein das Gas- und das Bremspedal bedient, während ein Automatikgetriebe statt des Schaltgetriebes im gewünschten oder vorhandenen Fahrzeug die Kupplungsbetätigung unnötig macht.

Die Gaspedalverlegung gibt es in unterschiedlichen baulichen Ausführungen, ebenso unterschiedlich ist bei der Umbauvornahme individuell auch die Beibehaltung des Originalpedals und/oder die bedarfsweise schnelle Umstellbarkeit auf „Rechtsgas“ oder „Linksgas“ bei einem Fahrerwechsel.

Am einfachsten ist die Umsetzung des Gaspedals auf eine verlängerte Achswelle oder auf einem seitlichen Hebel-Ausleger nach links ohne Ersatz auf der rechten Seite. Für die begleitende Beibehaltung des Originalpedals gibt es zahlreiche mechanische Lösungen mit umklappbaren, umsteckbaren oder abnehmbaren Pedalen sowie auch elektrisch umschaltbbaren Doppelpedal-Lösungen.

[Bearbeiten] Alternatives Handgas

Eine alternative Lösung zur Kraftfahrzeugumrüstung für körperbehinderte Menschen bietet sich mit der Umrüstung auf ein Handgas-Bedienelement. Das Handgas wird gegenüber dem Fußpedal auch an Motorrädern, Quads, Motorbooten und Traktoren regulär oder als Zusatzaustattung verwendet, ohne dass dabei eine körperbehinderungsbedingte Anpassung vorliegt.

[Bearbeiten] Pedalsperre

Fallweise ist sowohl bei der Pedalverlegung als auch beim Einbau einer Handgas-Bedienung ein Bedarf an einer Pedalsperre gegeben, die am weiterhin vorhandenen aber aktuell nicht benötigten Originalpedal die versehentliche Betätigung durch Berührung mit dem inaktiven Bein oder der Beinprothese verhindert. Die Pedalsperre oder auch „Fußgassperre“ besteht dabei im einfachen Fall aus einer fest oder abnehmbar angebrachten metallenen Abdeckung.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik. 2. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden, 2001, ISBN 3-528-13114-4

[Bearbeiten] Siehe auch

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