Drive-by-Wire

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Drive-by-Wire (kurz DbW) ist die Bezeichnung für (zumindest partielles) Fahren oder Steuern von Fahrzeugen ohne mechanische Kraftübertragung der Bedienelemente zu den entsprechenden Stellelementen wie etwa Drosselklappen. Das Drive-by-Wire-Konzept umfasst dabei zumindest zwei oder mehr der „X-by-Wire“- Systeme wie etwa Brake-by-Wire (Bremssteuerung) und Steer-by-Wire (Lenkung).

Entsprechend dem Namen bestehen keine mechanischen Verbindungen. Die Steuerung von Funktionen geschieht über elektrische Leitungen und Servomotoren bzw. elektromechanische Aktoren. Es kann zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führen, wenn keine energieintensiven hydraulischen oder mechanischen Systeme betrieben werden müssen.

Die aktuelle Entwicklung im Kraftfahrzeugbau tendiert dazu, alle Fahrerbefehle nur noch elektrisch weiterzuleiten. Shift-by-Wire-Systeme sind inzwischen in Serie, jedoch erschweren Gesetze die Verwendung rein elektrischer Systeme sowohl für Steer-by-Wire[1] als auch für Brake-by-Wire[2], daher gibt es zur Zeit nur ausgiebige Untersuchungen. Probleme würde bei diesen Systemen beispielsweise ein Ausfall der elektrischen Versorgung bereiten, der zu totaler Unlenkbarkeit oder Bremsversagen führen könnte.

Aus Sicherheitsgründen müssen vor allem die Daten schnell und parallel über mehrere unabhängige Leitungen redundant übertragen werden können. Hier sollte der Übergang zum FlexRay-Bus im Fahrzeug Probleme des CAN-Busses überwinden.

Der Honda NSX hatte bereits ab 1995 ein DBW-System
Der Toyota Prius verfügt über weitreichende DBW-Technik

Anwendungsbeispiele[Bearbeiten]

Der Honda NSX war ab 1995 der erste Serienwagen, der sowohl elektronische Drosselklappensteuerung (E-Gas, verbunden mit der Regelung von Tempomat und der PGM-FI-Benzineinspritzung), als auch eine vollelektronische Servolenkung hatte. Das DBW-System ermöglichte ein schnelleres Ansprechen des Motors auf Gaspedalbefehle und eine exaktere Steuerung der Traktionskontrolle.

Beim NSX wurde die Gefahr eines Throttle-by-Wire-Ausfalls durch Einbau einer Notstromversorgung verringert.

Ein Beispiel für konsequenten Einsatz der Drive-by-Wire-Technik ist das Hybridfahrzeug Toyota Prius.

Das Drive-by-Wire-Konzept ist auch relevant für die Kraftfahrzeuganpassung für körperbehinderte Menschen.[3][4]

Anwendung im Motorrad[Bearbeiten]

Zwischenzeitlich geht auch bei Motorrädern der Trend zur elektrischen Übertragung der Fahrsignale. Hier wird jedoch i.d.R von „Ride-by-wire“ gesprochen. So setzt z.B. BMW bei der R 1200 GS (K50) auf ein sogenanntes E-Gas. Dabei wird die Stellung des Gasgriffes elektronisch erfasst und ebenso an den Motor und die Drosselklappen weitergeleitet. Mit dieser Technik ist es auch recht einfach möglich, verschiedene Modi, wie z.B. verhaltenes ansprechen des Motors bei Regen oder direkte Gasannahme im Sport-Modus, zu realisieren. Auch andere Hersteller wie KTM bedienen sich dieser Technologie.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. § 38 Lenkeinrichtung Abs.(1) StVZO
  2. § 41 Bremsen und Unterlegkeile Abs. 1 StVZO
  3. Paravan: Space Drive Technik. Abgerufen am 6. September 2012.
  4. Joysteer: Drive-by-Wire beim Lenken und Bremsen eines Fahrzeuges. Abgerufen am 6. September 2012 (PDF; 4,6 MB).