Gauß (Einheit)

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Physikalische Einheit
Einheitenname Gauß
Einheitenzeichen \mathrm{Gs,\, G}
Physikalische Größe(n) Magnetische Flussdichte
Formelzeichen B
Dimension \mathsf{M\;T^{-2}\;I^{-1} }
System CGS-Einheitensystem
In SI-Einheiten \mathrm{1 \, Gs = 10^{-4} \; \frac{kg} {A \, s^2} = 0{,}1 \; mT}
In CGS-Einheiten \mathrm{1 \, Gs = 1 \; \sqrt{\frac{erg}{cm^3}} = 1 \; \sqrt{\frac{g}{cm \cdot s^2}} }
Benannt nach Carl Friedrich Gauß
Abgeleitet von Zentimeter, Gramm, Sekunde

Gauß (in der Schweiz oder unter englischsprachigem Einfluss auch Gauss, Einheitenzeichen: Gs, G) ist die Einheit der magnetischen Flussdichte B im elektromagnetischen CGS-System und im Gaußschen CGS-System. Sie ist benannt nach Carl Friedrich Gauß.

1 Gs = 1 cm-1/2g1/2s-1

Das Gauß ist in Deutschland seit 1970 keine gesetzliche Einheit im Messwesen, es wird aber vor allem in der Astrophysik weiterhin verwendet. Im Internationalen Einheitensystem (SI) ist die Einheit der magnetischen Flussdichte das Tesla, als SI-Einheit ist es in der EU und der Schweiz die gesetzliche Einheit.

Im Gaußschen Einheitensystem und in elektromagnetischen CGS-Systemen sind, anders als im SI, magnetische Flussdichte (B) und magnetische Feldstärke (H) von gleicher Dimension, im Vakuum stimmen sie miteinander überein, B = H. Deshalb wird das Gauß sehr oft mit der Gaußschen CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke, dem Oersted verwechselt, denn beide Einheiten sind formal gleich, jede der beiden CGS-Einheiten ist darstellbar als 1 cm-1/2g1/2s-1.

Parallel existierte die Einheit Gamma (Einheitenzeichen: γ) mit folgendem Zusammenhang:

1 γ = 10-5 Gs

Das Gamma entspricht dem Nanotesla (nT = 10-9 T) und wird u. a. in der Astrophysik und der Geomagnetik verwendet, weil die magnetischen Anomalien im interstellaren Raum und auf der Erdoberfläche im Bereich von 0,1 bis einigen tausend γ bzw. nT liegen.

Historisches[Bearbeiten]

Im Jahre 1900 wurde auf dem 5. Internationalen Elektrizitätskongress in Paris „Gauß“ als Name der elektromagnetischen CGS-Einheit für die magnetische Feldstärke festgelegt – vgl. auch Gauß-Effekt. Infolge eines Missverständnisses nahmen die amerikanischen Delegierten jedoch an, „Gauß“ sei als Name für die elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Flussdichte vereinbart worden. Diese Mehrdeutigkeit wurde 1930 auf der IEC-Tagung in Stockholm und Oslo zugunsten der amerikanischen Auffassung bereinigt. 1933 legte das IEC auf einer Sitzung in Paris fest, dass 1 cm-1/2g1/2s-1 als elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke Oersted heißen soll.[1]

Die IEC hat 1935 auf einer Konferenz in Scheveningen das Einheitenzeichen „Gs“ für das Gauß festgelegt.

Literatur[Bearbeiten]

  1.  Ulrich Stille: Messen und Rechnen in der Physik. 2 Auflage. Vieweg, Braunschweig 1961, S. 212.