Gebirgslandschaft mit Regenbogen

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Caspar David Friedrich 020.jpg
Gebirgslandschaft mit Regenbogen
Caspar David Friedrich, 1810
Öl auf Leinwand, 70 cm × 102 cm
Museum Folkwang, Essen

Gebirgslandschaft mit Regenbogen ist ein 1810 entstandenes Gemälde des deutschen Malers Caspar David Friedrich. Es befindet sich heute im Museum Folkwang, Essen.

Bildinhalt[Bearbeiten]

Das Gemälde zeigt den 619 Meter hohen Růžovský vrch (deutsch Rosenberg) in der rechtselbischen Böhmischen Schweiz in Tschechien. Seine fast kreisrunde Kegelform macht ihn zu einem der typischsten Vertreter der Bergwelt Nordböhmens. Der Růžovský vrch befindet sich im rechtselbischen Teil des Elbsandsteingebirges, ungefähr 10 km nordöstlich von Děčín (Tetschen). Am Fuß des Berges befinden sich die Gemeinden Růžová (Rosendorf) und Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz).

Die hell erleuchtete Figur im Vordergrund mit ihrer hellen Hose und der roten Joppe ist ein Selbstporträt von Caspar David Friedrich. Das Gemälde wird allgemein als Ausdruck der religiösen Überzeugungen des Malers interpretiert. Der Maler begann das Gemälde ursprünglich als Nachtszene und fügte später den Regenbogen ein, was zu einem Widerspruch führt. Das Licht, das durch die Wolken schimmert, kommt offensichtlich vom Mond. Ein Regenbogen wäre jedoch nur während des Tages bei Sonnenschein sichtbar, wenn die Sonne hinter dem Betrachter steht. Der Regenbogen wurde von Caspar David Friedrich vermutlich eingefügt, um die symbolische Bedeutung des Gemäldes zu unterstreichen. Der Mond symbolisiert die Erleuchtung der Welt durch Jesus Christus während der Regenbogen das Symbol für die Versöhnung zwischen Gott und Mensch steht. Das wolkenverhangene Tal zwischen dem Porträtieren und dem Rosenberg im Hintergrund steht als Metapher für den Schicksalsweg des Menschen, der nur mit Gottes Hilfe gegangen werden kann. Der Abgrund im Vordergrund symbolisiert den Tod. Der auf dem Boden liegende Hut, ein Motiv das sich mehrmals im Werk von Caspar David Friedrich findet, steht für die Demut des Malers vor der Natur und dem Tode. Der Fels symbolisiert dagegen den Glauben, der ihm Kraft gibt.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Werk von Caspar David Friedrich gibt es ein weiteres Werk, das den Titel Landschaft mit Regenbogen trägt. Es entstand im Zeitraum 1808 bis 1810. Caspar David Friedrich wollte mit diesem Gemälde die Vision der Natur darstellen, die Johann Wolfgang von Goethe in seinem Gedicht Schäfers Klagelied (1802) zum Ausdruck brachte. Das Gemälde befand sich in der Staatlichen Kunstsammlung in Weimar und ist seit 1945 verschollen.

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • The Metropolitan Museum of Art: German Masters of the Nineteenth Century: Paintings and Drawings from the Federal Republik of Germany, Harry N. Abrams, New York 1981, ISBN 0-87099-263-5

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. The Metropolitan Museum, S. 104