Georg Fülberth

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Georg Fülberth, 2011

Georg Fülberth-Sperling (* 25. September 1939 in Darmstadt) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Politiker (bis 1966 Mitglied der SPD, seit 1974 der DKP).

Leben[Bearbeiten]

1959 bis 1964 studierte Fülberth Germanistik und Geschichte an der Universität Frankfurt/Main. 1964 legte er dort das Erste Staatsexamen für das Lehramt ab. 1965 bis 1966 studierte er zusätzlich Politische Wissenschaften in Berlin und Marburg und ging dann für ein Jahr als Lektor nach Finnland. 1967 begann er seine wissenschaftliche Karriere als Verwalter einer Assistentenstelle bei Wolfgang Abendroth am Institut für wissenschaftliche Politik der Universität Marburg. Er promovierte 1970 bei Abendroth, im selben Jahr wurde er sein wissenschaftlicher Assistent. Fülberth war von 1972 bis 2004 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg.

Von 1962 bis 1966 gehörte Fülberth der SPD an, seit 1964 bis zu dessen Selbstauflösung dem SDS, seit 1974 ist er Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), für die er besonders auf lokaler Ebene in Marburg aktiv ist. So war er etwa in den Jahren 1990 bis 1993 Stadtverordneter der DKP in Marburg, 2001-2006 als DKP-Mitglied auf der Liste der PDS Kreistagsabgeordneter in Marburg-Biedenkopf, 2007-2011 ebenfalls als DKP-Mitglied Stadtverordneter der Fraktion "Marburger Linke" in Marburg (2009-2011 Fraktionsvorsitzender).

Die Forschungsschwerpunkte Fülberths liegen hauptsächlich in der Theorie und Geschichte des Kapitalismus, in der Geschichte der Arbeiterbewegung und in der lokalen Zeitgeschichte. Er publiziert regelmäßig in der jungen Welt, in Ossietzky, in konkret und gelegentlich im Freitag sowie im Neuen Deutschland und der UZ. Zudem hat er eine eigene Kolumne in der Zeitschrift Lunapark21. In seinen Büchern beschäftigt Fülberth sich unter anderem mit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, der Geschichte des Kapitalismus sowie des Sozialismus.

Fülberth nennt seinen Forschungszweig Kapitalistik und schlägt vor, ein gleichnamiges akademisches Fach zu etablieren. Dieses soll einen Querschnitt zwischen Sozial-, Kultur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften darstellen und die Eigenschaften des Kapitalismus in Geschichte und Gegenwart erforschen.[1]

1972-1979 und 1982-1991 war er im Bundesvorstand des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi).

Schriften[Bearbeiten]

  • Proletarische Partei und bürgerliche Literatur. Auseinandersetzungen in der deutschen Sozialdemokratie der II. Internationale über Möglichkeiten und Grenzen einer sozialistischen Literaturpolitik. Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied und Berlin 1972.
  • zusammen mit Jürgen Harrer: Die deutsche Sozialdemokratie 1890-1933. Hermann Luchterhand Verlag, Darmstadt und Neuwied 1974. ISBN 3-472-88002-3.
  • Leitfaden durch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Pahl-Rugenstein, Köln 1983, ISBN 3-7609-0841-1.
  • Die Beziehungen zwischen SPD und KPD in der Kommunalpolitik der Weimarer Periode 1918/19 bis 1933. Pahl-Rugenstein, Köln 1985, ISBN 3-7609-5198-8.
  • KPD und DKP. Zwei kommunistische Parteien in der vierten Periode kapitalistischer Entwicklung. Heilbronn 1990. ISBN 3-923208-24-3.
  • Sieben Anstrengungen, den vorläufigen Endsieg des Kapitalismus zu begreifen. konkret Literatur-Verlag, Hamburg 1991, ISBN 3-89458-101-8.
  • Eröffnungsbilanz des gesamtdeutschen Kapitalismus. Vom Spätsozialismus zur nationalen Restauration. konkret Literatur-Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-89458-119-0.
  • Der große Versuch. Geschichte der kommunistischen Bewegung und der sozialistischen Staaten. Papyrossa, Köln 1994, ISBN 3-89438-076-4.
  • G Strich - Kleine Geschichte des Kapitalismus. 5. Auflage, Papyrossa, Köln 2013, ISBN 3-89438-315-1.
  • Finis Germaniae. Deutsche Geschichte seit 1945. Köln 2007, ISBN 978-3-89438-360-2.
  • „Doch wenn sich die Dinge ändern.“ Die Linke. 2. Auflage, Papyrossa, Köln 2009, ISBN 978-3-89438-383-1.
  • Kapitalismus. Papyrossa, Köln 2010, ISBN 978-3-89438-429-6.
  • Sozialismus. Papyrossa, Köln 2010, ISBN 978-3-89438-430-2. [1]
  • "Das Kapital" kompakt. 3. Auflage, Papyrossa, Köln 2011, ISBN 978-3-89438-452-4
  • Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Papyrossa, Köln 2012, ISBN 978-3-89438-500-2
  • Marxismus. Papyrossa, Köln 2014. ISBN 978-3-89438-542-2
  • Explorationen. Politische Publizistik aus drei Jahrzehnten. Papyrossa, Köln 2014. ISBN 978-3-89438-575-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Fülberth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Fülberth, Kapitalistik - Ein Vorschlag, in: Ossietzky 17,2003