Georgi Atanassow

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Georgi Iwanow Atanassow (bulgarisch: Георги Иванов Атанасов; * 10. Juni 1933 in der Oblast Plewen) ist ein bulgarischer Politiker und ehemaliger Ministerpräsident.

Biographie[Bearbeiten]

Studium und Jugendfunktionär[Bearbeiten]

Atanassow absolvierte ein Studium der Geschichte an der St.-Kliment-Ohridski-Universität Sofia, das er 1953 mit der Graduierung abschloss. Im Anschluss daran wurde er Funktionär in der Kommunistischen Jugendunion der damals herrschenden Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP) (Balgarska Komunisticeska Partija).

Bereits 1966 wurde er erstmals zum Abgeordneten der 5. Großen Nationalversammlung gewählt, der er dann bis zur 9. Wahlperiode 1990 angehörte. 1968 wurde er Sekretär des Zentralkomitees (ZK) der BKP.

Aufstieg zum Ministerpräsidenten und Verurteilung[Bearbeiten]

Am 21. März 1986 wurde er als Nachfolger von Grischa Filipow der Vorsitzende des Ministerrates. Als solcher unterstützte er am 10. November 1989 den Sturz des Staatsratsvorsitzenden und Generalsekretärs der BKP, Todor Schiwkow, durch Außenminister Petar Mladenow. Noch in den letzten Wochen seiner Amtszeit wurden erste Schritte für mehr Rechte der Minderheiten in Bulgarien, insbesondere der türkischen Minorität, versprochen.[1]

Am 3. Februar 1990 übergab er das Amt des Ministerpräsidenten an den früheren Minister für auswärtige Wirtschaftsbeziehungen in seinem Kabinett, Andrei Lukanow.[2]

Im November 1992 wurde er von einem Gericht wegen Veruntreuung zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, allerdings 1994 aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Resurrecting Ghostly Rivalries. Artikel im TIME-Magazine vom 29. Januar 1990
  2. Around The Bloc - Bulgaria. Artikel im TIME-Magazine vom 12. Februar 1990


Vorgänger Amt Nachfolger
Grischa Filipow Ministerpräsident von Bulgarien
1986–1990
Andrei Lukanow