Gertrud Rask

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Gertrud Rask (* um 1673 auf dem Hof Vebostad, Insel Kveøy, Gemeinde Kvæfjord, in Nord-Norwegen; † 21. Dezember 1735 in Godthåb/Grönland) war die erste Ehefrau des dänisch-norwegischen Grönland-Missionars Hans Egede und Mutter des Missionars und Übersetzers Paul Egede.

Leben[Bearbeiten]

Gertrud Rask (das Kirchenbuch verzeichnet als Namen Gjertrud Nilsdatter Rasch) war das dritte von sechs Kindern von Niels Nielsen Rasch (um 1641–1704) und Nille Nilsdatter († um 1716). Sie wuchs geprägt von der rauen Natur Nordnorwegens auf. 1707 heiratete sie in Kvæfjord den 13 Jahre jüngeren Pfarrer der Lofoten-Insel Vaagen, Hans Egede, dem sie die vier Kinder Paul (1709–1789), Niels (1710–1782), Kirstine Matthea (1715–1786) und Petronelle (1716–1805) gebar.

Den Plänen ihres Mannes zur Grönland-Mission, die spätestens 1710 konkrete Formen annahmen, setzte sie anfänglich starken Widerstand entgegen, beugte sich aber schließlich seinem Willen. 1718 zog das Paar mit den Kindern nach Bergen und segelte von dort, nach dem Ende des Nordischen Kriegs, am 12. Mai 1721 nach Grönland, an dessen Westküste sie am 3. Juli 1721 ankamen. Die Reste des Hauses, in dem das Paar zusammen mit ca. 25 Menschen von 1721-1728 wohnte, sind heute noch erhalten.

Gertrud Rask, selbst pietistisch veranlagt, unterstützte ihren Mann bei der Missionsarbeit unter den einheimischen Inuit und war als Krankenpflegerin tätig. Eine 1733 durch ein dänisches Schiff eingeschleppte Pockenepidemie erfasste schließlich auch Gertrud, die daran 1735 starb. Tief betrübt reiste ihr Mann 1736 mit ihren sterblichen Überresten nach Dänemark zurück. Gertrud Rask wurde, wie auch 1758 Hans Egede, auf dem Friedhof von St. Nikolai in Kopenhagen beigesetzt.

Nach Gertrud Rask sind Straßen in Grönland sowie Dänemark, ein 1923 gebautes eisgängiges Schiff, die Kirche von Qaqortoq, ein Kinderheim, ein Gourmet-Restaurant in Nuuk, sowie eine Region im äußersten Norden Grönlands (Gertrud-Rask-Land im Nordwesten von Pearyland) benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Müller: Hans Egede und seine Gattin unter den heidnischen Grönländern. Ein schönes Lebensbild für Jung und Alt. Eyraud, Neuhaldensleben 1832, online.
  • Hans Egede: Die Heiden im Eis. Als Forscher und Missionar in Grönland 1721-1736. Thienemann, Edition Erdmann, Stuttgart u. a. 1986, ISBN 3-522-60150-5, (Alte abenteuerliche Reiseberichte).

Weblinks[Bearbeiten]