Maniitsoq

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Maniitsoq (Unebener Ort)
Sukkertoppen (Zuckerhut)
Kommune Qeqqata Kommunia
Geographische Lage 65° 24′ 59″ N, 52° 53′ 59″ W65.416388888889-52.8997222222220Koordinaten: 65° 24′ 59″ N, 52° 53′ 59″ W
Maniitsoq (Grönland)
Maniitsoq
Höhe m
Einwohner 2.530 (1.1.2014)
Gründung 1781
Zeitzone UTC-3
Website maniitsoq.gl/eng/
Gemeinde / Provinz (bis 2008)

Maniitsoq / Kitaa

Wappen Maniitsoqs (inoffiziell)
Lage von Maniitsoq auf Grönland
Fläche 62 600 km²

Maniitsoq (zu deutsch etwa ‚unebener Ort‘, dänisch: Sukkertoppen) ist eine Siedlung in West-Grönland mit 2.715 Einwohnern (Stand 2012).[1]

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer Insel mit alpiner Landschaft landeinwärts. Im Hinterland steigen die Berge bis auf 2000 Meter Höhe an. Die Temperaturen schwanken von 20 Grad Celsius im Sommer bis −40 Grad im Winter. Im Gestein finden sich reiche Edelsteinvorkommen mit Diamanten, Rubinen und Lasurit. Im Hinterland leben Rentiere und in den 1960er-Jahren angesiedelte Moschusochsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde deuten auf mindestens 4000 Jahre Siedlungsgeschichte hin. Man findet in der Umgebung Überreste aus der Saqqaq-, hauptsächlich aber der Thule-Kultur. Europäer besuchten im 17. Jahrhundert erstmals die Region, hauptsächlich zum Walfang. 1755 gründete der norwegische Kaufmann Anders Olsen am Ort der heutigen Siedlung Kangaamiut die Siedlung „Sukkertoppen“ (deutsch Zuckerhut), deren Name sich von den dortigen vergletscherten Berggipfeln ableitet. Als der Ort 1781 an die heutige, günstiger gelegene Stelle übersiedelt wurde, nahm man den Namen mit.

Wirtschaft, Verwaltung und Kultur[Bearbeiten]

Zentrum von Maniitsoq 1890

1832 wurde hier eine Walfangstation eingerichtet. Während früher die Wirtschaft auf Wal- und Robbenjagd gründete, sind heute der Fischfang (Dorsch) sowie die Krabben- und Krebsverarbeitung wichtigste Einnahmequellen. Im Jahr 2000 wurde der Flughafen in Betrieb genommen. Inzwischen hat sich auch der Tourismus zu einer Einnahmequelle entwickelt. Ungefähr 30 Kilometer nordöstlich der Stadt am Festland liegt am Apussuit-Gletscher eines der größten Skigebiete Grönlands, hier wird sowohl alpiner Skisport als auch Langlauf betrieben.

Bis zur Gründung der Kommune Qeqqata, die 2009 durch Zusammenlegung mit der Kommune Sisimiut entstand, war Maniitsoq eine eigenständige Gemeinde mit 3489 Einwohnern (2007), zu der auch die Siedlungen Atammik, Napasoq und Kangaamiut gehörten.

Wegen der vielen Brücken, die die umliegenden besiedelten Inseln und Inselchen verbinden, wird Maniitsoq das Venedig Grönlands genannt.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau eine eingeschobene gerade silberner Spitze über der ein Rentierkopf mit Geweih in verwechselten Farben liegt.

Krater[Bearbeiten]

Im Juli 2012 veröffentlichte ein internationales Forscherteam unter Leitung der Geologischen Forschungsanstalt für Dänemark und Grönland (GEUS) einen Bericht über die Entdeckung einer rund 50 km südöstlich von Maniitsoq gelegenen kreisförmigen geologischen Struktur von etwa 100 km Durchmesser, in der sie die Überreste des bisher größten und ältesten entdeckten Meteoriteneinschlagkraters der Erde identifiziert zu haben glauben.[2] Entnommene Granitproben zeigen ungewöhnliche Gepräge (Impaktite, Strahlenkegel), die auf die kurzzeitige einmalige Einwirkung enormer Energien zurückgeführt werden, wie sie bei einem Impaktereignis freiwerden. Nach Ansicht der Forscher ist die Struktur auf den Einschlag eines ca. 30 km großen Asteroiden im Mesoarchaikum (rund 3000 mya) zurückzuführen; der ursprüngliche Krater soll mit 500–600 km Breite und 30 km Tiefe erheblich größer gewesen sein als die bisher größte sicher identifizierte derartige terrestrische Struktur, der Vredefort-Krater in Südafrika.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistics Greenland (Hrsg.): Greenland in Figures 2012. März 2012, ISBN 978-87-986787-6-2, ISSN 1602-5709, S. 9 (stat.gl, abgerufen am 13. Mai 2012).
  2. Adam A. Garde et al.: Searching for giant, ancient impact structures on Earth: The Mesoarchaean Maniitsoq structure, West Greenland (Abstract). Earth and Planetary Science Letters, Bd. 337–338, 1. Juli 2012, S. 197–210, ISSN 0012-821X, doi:10.1016/j.epsl.2012.04.026, eingereicht 2. Juli 2012