Ghost World

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Ghost World
Originaltitel Ghost World
Produktionsland USA, GB, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Terry Zwigoff
Drehbuch Daniel Clowes
Produktion Pippa Cross
Janette Day
John Malkovich
Musik David Kitay
Kamera Affonso Beato
Schnitt Carole Kravetz
Michael R. Miller
Besetzung

Ghost World ist ein Coming-of-Age-Film von Terry Zwigoff aus dem Jahr 2001. Er basiert auf einem gleichnamigen Comic von Daniel Clowes, der auch das Drehbuch zum Film schrieb.

Der Film ist eine Satire auf die Leere der Pop-Kultur und nimmt absichtlich das ironische Format eines Teenie-Films an.

Handlung[Bearbeiten]

Die Geschichte konzentriert sich auf die Beziehung der zwei Freundinnen Enid Coleslaw (ein Anagramm von Daniel Clowes) und Rebecca, die an ihrer High School Außenseiterinnen sind. Der Film beinhaltet die Geschichte von Enids wachsender Beziehung zu dem Außenseiter Seymour. Sie erkennt, dass sich die Welt und die Menschen um Enid auch ohne sie weiterbewegen und sie sich von ihrer alten Welt trennen muss, um einen Neuanfang zu starten.

Nachdem Enid und Rebecca ihren High-School Abschluss feiern, beschließen sie eine gemeinsame Wohnung zu mieten sowie dafür eine Arbeit zu finden, was Enid (mal mehr, mal weniger) unterschwellig sabotiert. Da Enid einen Kunstkurs wiederholen muss und durch das Herumhängen mit Rebecca auf der Suche nach skurrilen Dingen und Abenteuern ist, treffen sie bald auf den Außenseiter Seymour. Nachdem Enid anfänglich Seymour unterstützt und ihn sogar mit einer Frau verkuppelt, bricht das konstruierte Gerüst bald zusammen.

Eine von Seymour geliehene alte Werbetafel (Coon Chicken) wird bei einer Ausstellung von Enids Kunstkurs als pro-rassistische Botschaft fehlinterpretiert, da Enid die Vorstellung versäumte. Ihr in Aussicht gestelltes Stipendium an einer Kunsthochschule muss verworfen werden. Durch ihre Unfähigkeit einen Nebenjob zu halten und ihrer Sabotage bei der Wohnungssuche wird die Beziehung zu ihrer Freundin Rebecca immer kritischer. Da Enid eine Nacht mit Seymour verbrachte, trennt sich dieser nun von seiner neuen Freundin, nur um aufgrund der Affäre um die Werbetafel seinen Job zu verlieren und sich von Enid betrogen zu fühlen, da er ihren Schulfreund Josh als deren Komplizen und Geliebten vermutet – er rastet daraufhin völlig aus.

Enids Welt ist dadurch völlig umgekrempelt. Rebecca ist zu einer selbstständigen jungen Frau entwachsen, die vermutlich eine Beziehung zu Josh beginnt (siehe Buchvorlage). Seymour befindet sich in therapeutischer Behandlung und Enids alleinstehender Vater plant eine erneute Beziehung zu einer von Enid verhassten Ex-Freundin.

Am Ende erfüllt sich Enid ihren alten Traum, einfach spontan ohne jede Ankündigung die Stadt mit dem Bus zu verlassen, um eine andere Person bzw. erwachsen zu werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Daniel Clowes und Terry Zwigoff wurden im Jahr 2002 für das Drehbuch für den Oscar nominiert. Steve Buscemi und Thora Birch wurden für ihre Darstellungen 2002 für den Golden Globe Award nominiert.

Thora Birch gewann im Jahr 2000 einen Preis des Deauville Film Festivals. Im Jahr 2001 gewann sie den San Diego Film Critics Society Award und den Golden Space Needle Award des Seattle International Film Festivals. Sie wurde 2002 für den MTV Movie Award in zwei Kategorien sowie für den Online Film Critics Society Award und den Golden Satellite Award nominiert.

Scarlett Johansson gewann 2001 den Toronto Film Critics Association Award und 2002 den Chlotrudis Award. Sie wurde 2002 für den Online Film Critics Society Award nominiert.

Steve Buscemi gewann 2001 den New York Film Critics Circle Award sowie 2002 den Chicago Film Critics Association Award, den Independent Spirit Award, den Kansas City Film Critics Circle Award, den Las Vegas Film Critics Society Award, den National Society of Film Critics Award, den Vancouver Film Critics Circle Award und den Online Film Critics Society Award. Er wurde 2002 für den Golden Satellite Award und den AFI Film Award nominiert.

Kritiken[Bearbeiten]

„Amüsante Komödie nach einer Comic-Vorlage, die als unverbindliche Teenie-Unterhaltung mit rasanten Schnitten beginnt, zunehmend unbequemer wird und bald in die Abgründe menschlicher Existenz blicken lässt. Die subversive Zustandsbeschreibung einer desillusionierten Jugend, getragen von einer überaus wandlungsfähigen Hauptdarstellerin.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Ghost World im Lexikon des Internationalen Films