Global Reporting Initiative

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Die Global Reporting Initiative (GRI) entwickelt in einem partizipativen Verfahren Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten von Großunternehmen, kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), Regierungen und NGOs.

Organisation und Zielstellung[Bearbeiten]

Die Global Reporting Initiative versteht sich als ein kontinuierlicher internationaler Dialog, der eine Vielzahl von Anspruchsgruppen einbezieht. Die Grundlage einer Berichterstattung nach GRI ist Transparenz, ihr Ziel eine Standardisierung und Vergleichbarkeit.

Mit dieser Vision und diesem Ziel wurde GRI 1997 von Ceres (früher: Coalition of Environmentally Responsible Economies, aktuell: Investors and Environmentalists for Sustainable Prosperity) in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet. Die GRI arbeitet weltweit unter aktiver Beteiligung von Firmen, Menschenrechts-, Umwelt-, Arbeits- und staatlichen Organisationen und weiteren Anspruchsgruppen.

Seit September 2002 befindet sich das GRI-Sekretariat in Amsterdam.

Rahmen für Nachhaltigkeitsberichterstattung[Bearbeiten]

Die GRI-Richtlinien sollen nachhaltige Entwicklung weltweit unterstützen und gleichzeitig Firmen, Regierungen, Investoren, Arbeitnehmern und einer interessierten Öffentlichkeit vergleichbare Entscheidungs- und Orientierungshilfen bieten. Sie sollen Unternehmen/Organisationen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten mit einem freiwilligen Rahmen für die Berichterstattung unterstützen. Durch die Forderung der Richtlinie nach bestimmten Kennzahlen und Indikatoren zu wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekten ihrer Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen wird die Vergleichbarkeit der Berichte erhöht. Sie ergänzen damit das betriebliche bzw. institutionelle Nachhaltigkeitsmanagement und -controlling. Den Mitgliedern des Global Compact der Vereinten Nationen wird mittlerweile empfohlen, einen CSR- oder einen Nachhaltigkeitsbericht vorzulegen, der nach den Richtlinien der GRI verfasst ist.

Entwicklung der Richtlinien[Bearbeiten]

1999 lag der erste Entwurf der GRI-Richtlinie für Nachhaltigkeitsberichterstattung vor. In einer Erprobungsphase wurde er in 21 Unternehmen (1999-2000) getestet und von zahlreichen weiteren Unternehmen und nicht unternehmensgebundenen Experten kommentiert und fortgeschrieben. Der daraus entstandene Indikatorensatz aus dem Jahr 2002 wird in einem Stakeholder-Dialog kontinuierlich weiterentwickelt. Die aktuelle GRI-Richtlinie ("G3") wurde im Oktober 2006 vorgestellt. Sie umfasst insgesamt über 120 Indikatoren, die sowohl das Unternehmen und dessen Leistung als auch den Bericht selbst beschreiben. Es existiert eine Übersetzung der im Original englischen Richtlinie in über 10 Sprachen. Auch wenn es sich um offizielle Übersetzungen handelt, enthält das englische Original verlässlichere Erklärungen und Indikatorenbezeichnungen.

Indikatorenbereiche der G3 (deutsch) Anzahl der Indikatoren
Arbeitspraktiken & Beschäftigung 14
Berichtsparameter 13
Gesellschaftlich-soziale Leistung 8
Governance, Verpflichtungen und Engagement 17
Menschenrechte 9
Ökologische Leistung 30
Ökonomische Leistung 9
Produktverantwortung 9
Strategie und Analyse 2
Unternehmensprofil 10

Zusätzlich zu dem allgemeinen Indikatorensatz existieren so genannte Sector Supplements, die auf spezielle Branchen wie Transport&Logistik angepasst sind. Diese haben als Grundlage allerdings die Fassung der Richtlinie von 2002 und nicht die aktuelle G3.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rieth, L. : Global Governance und Corporate Social Responsibility. Welchen Einfluss haben der UN Global Compact, die Global Reporting Initiative und die OECD-Leitsätze auf das CSR-Engagement deutscher Unternehmen? Budrich UniPress, Opladen 2009, ISBN 978-3940755315
  • Global Reporting Initiative (GRI): Sustainability Reporting Guidelines 2002. Deutsche Übersetzung durch das Centre for Sustainability Management, 2003 CSM Lüneburg (PDF-Datei; 2,59 MB)

Weblinks[Bearbeiten]