Golkonda

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Dieser Artikel behandelt die historische Stadt Golkonda in Indien, für weitere Bedeutungen siehe Golkonda (Begriffsklärung).
Die Festung Golkonda

Golkonda (Telugu: గోల్కొండ Gōlkoṇḍa [ˈɡoːlkoɳɖʌ], auch Golconda, Golkanda) ist eine alte Festungs- und Ruinenstadt 11 Kilometer westlich von Hyderabad im Bundesstaat Telangana, Indien. Von 1512 bis 1687 war sie Hauptstadt des gleichnamigen Sultanats.

Die Festungsstadt ist gut erhalten und liegt auf einem 120 Meter hohen Granithügel, doch wird sie von den umliegenden Höhen beherrscht. Golkonda besteht aus vier unterschiedlichen Festungen mit insgesamt 87 halbkreisförmigen Bastionen, von denen einige noch heute mit Kanonen bestückt sind, acht Toren, vier Zugbrücken und einer Anzahl von königlichen Wohnungen und Hallen, Tempeln, Moscheen, Speichern, Stallungen usw. Eine der Festungen diente früher als Staatsgefängnis und Schatzkammer des britisch-indischen Vasallenstaats Hyderabad.

Golkonda zeigt in seiner Architektur und Bauweise interessante akustische Effekte. Ein Klatschen der Hände an einem der Tore kann noch einen Kilometer weit entfernt am höchsten Punkt der Festung vernommen werden. Dies diente als Warnruf bei Gefahr.

In der Nähe außerhalb der Mauern stehen 18 granitene, mit hohen Kuppeln und Zinnen versehene Mausoleen der Könige aus der Qutb-Shahi-Dynastie. Sie zeigen schöne Bildhauerarbeiten und sind umgeben von Landschaftsgärten.

Golkonda war in früherer Zeit durch die Diamanten bekannt, die in der Region gefunden und hier geschnitten und poliert wurden. Die Diamanten Koh-i-Noor, Hope-Diamant und Regent sollen hier gefunden und bearbeitet worden sein. Die Minen von Golkonda trugen auch zum Reichtum der Nizams von Hyderabad bei, die hier von 1724 bis 1948 regierten, bis Hyderabad durch Indien annektiert wurde. Der Staat Hyderabad wurde 1956 geteilt und Golkonda dem Bundesstaat Andhra Pradesh zugeschlagen. 2014 kam Golkonda zum neugegründeten Bundesstaat Telangana.

Der Name soll vom Telugu-Ausdruck Golla Konda („Schäferhügel“) herrühren. Der erste Europäer, der von Golkonda berichtete, war der russische Handelsreisende Afanassi Nikitin. Der surrealistische Maler René Magritte schuf im Jahr 1953 ein Gemälde mit dem Titel Golconda.

Golkonda mit Blick auf Hyderabad

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Golconda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

17.38333333333378.4Koordinaten: 17° 23′ 0″ N, 78° 24′ 0″ O