Große Chinesen-Mantis

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Große Chinesen-Mantis
Große Chinesen-Mantis (Tenodera sinensis), Weibchen

Große Chinesen-Mantis (Tenodera sinensis), Weibchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Fangschrecken (Mantodea)
Familie: Mantidae
Unterfamilie: Mantinae
Gattung: Tenodera
Art: Große Chinesen-Mantis
Wissenschaftlicher Name
Tenodera sinensis
(Saussure, 1871)

Die Große Chinesen-Mantis (Tenodera sinensis) ist eine Fangschrecke aus der Familie der Mantidae.

Merkmale[Bearbeiten]

Männchen
Detailaufnahme eines Männchens

Weibchen erreichen eine Körperlänge von 130 Millimetern, Männchen eine von 100, womit die Große Chinesen-Mantis ein größerer Vertreter der Fangschrecken ist. Die Vorderflügel sind braun gefärbt, sie zeigen ein grünes Costalfeld. Die Hinterflügel sind schwarz-transparent.[1] Die Beine und auch die Fangbeine sind braun, sowie auch das Abdomen, das Halsschild und der Kopf.[2] Es gibt jedoch auch einfarbig grüne Exemplare. Die Farbe kann bei den Nymphen zwischen verschiedenen Grün- und Brauntönen variieren.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Große Chinesen-Mantis war ursprünglich in Asien (Japan, China, Thailand und Mikronesien)[3] beheimatet, wurde jedoch ca. 1895 nach Nordamerika eingeführt und ist in den östlichen USA weit verbreitet.[2] Sie ist ebenso im äußersten Süden von Ontario (Kanada), an den Ufern des Eriesees und des Ontariosees heimisch geworden. In höheren Breiten sind die durchschnittlichen Temperaturen für eine Ausbreitung der Fangschrecke zu niedrig.[4] Die Fangschrecke wurde hauptsächlich zur Bekämpfung von schädlichen Insekten eingeführt, die Auswirkungen des Neozoons auf die nordamerikanischen Ökosysteme ist jedoch umstritten, da sie nicht zwischen Schädlingen und anderen Insekten unterscheidet.[4]

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Große Chinesen-Mantis bewohnt höheres Gras, Felder und Büsche.[1] Nach 14 Tagen der Adulthäutung sind beide Geschlechter geschlechtsreif.[1] Das Männchen nähert sich vorsichtig dem Weibchen, welches durch vorstrecken der Fangarme Paarungsbereitschaft anzeigt. Erst danach springt oder fliegt das Männchen auf den Rücken des Weibchens. Die Paarung kann bis zu 16 Stunden dauern. Ist das Weibchen während der Paarung hungrig, beginnt es schon während der Paarung das Männchen zu fressen.[5] Drei Wochen nach der Paarung wird die erste Oothek an abgestorbenen, aufrecht stehenden Stängeln[6] abgelegt. Weitere 7 bis 9 Ootheken kommen im Abstand von zwei bis drei Wochen hinzu. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen 200 bis 400, im Durchschnitt 250 Nymphen.[1] Nach dem Schlupf sind die Jungtiere 7 bis 8 Millimeter groß und sehr hell. Die Art ist monovoltin, die Weibchen sterben nach der Eiablage.[6] Die Tiere überwintern je nach dem im Verbreitungsgebiet herrschenden Klima im Ei.[1]

Die Große Chinesen-Mantis ernährt sich überwiegend von Insekten und Spinnen, jedoch auch von kleinen Wirbeltieren,[2] wie Kolibris oder Mäusen[7] usw. Die Tiere sind sehr aggressiv und neigen leicht zur Drohhaltung.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Große Chinesen-Mantis wurde ursprünglich von Henri de Saussure als Unterart der Japanischen Riesenmantis (Tenodera aridifolia) angesehen und als Tenodera aridifolia sinensis beschrieben.[8] Heute wird sie jedoch als eigenständige Art angesehen. Sie wird innerhalb der Unterfamilie Mantinae zur Tribus Polyspilotini gezählt.[9]

Terraristik[Bearbeiten]

Die Große Chinesen-Mantis ist wenig anspruchsvoll. Es genügt Waldboden oder Zellstoff als Bodensatz. Dazu braucht sie noch verschiedene Klettermöglichkeiten, wie Äste, Zweige usw. Sowie Rindestücke und Pflanzen. Als Beleuchtung sollten Halogenlampen verwendet werden, jedoch keine Neonröhren. Die Temperatur soll am Tag 22 bis 29 °C, in der Nacht 18 °C betragen.[1]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Claudia Heßler, Ingrid und Rudolf Bischoff: Mantiden - Faszinierende Lauerjäger. 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2008, S. 114–116.
  2. a b c Gordon Gordh, David Headrick: A Dictionary of Entomology. Cab International, 2011, ISBN 978-1-84593-542-9, S. 290.
  3. Reinhard Ehrmann: Mantodea: Gottesanbeterinnen der Welt. Natur und Tier Verlag, Münster 2002, S. 350.
  4. a b Robert A. Cannings: Recent range expansion of the Praying Mantis, Mantis religiosa Linnaeus (Mantodea: Mantidae), in British Columbia.In: J. Entomol. Soc. Brit. Columbia. 104, 2007, S. 79. (online) (PDF; 508 kB)
  5. F. R. Prete, H. Wells, P. H. Wells, E. L. Hurd: The Praying Mantids. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-6174-8.
  6. a b T. S. Bellows, T. W. Fisher: Handbook of Biological Control: Principles and Applications of Biological Control. Academic Press, 1999, ISBN 0-12-257305-6, S. 392.
  7. D. A. Nickle, J. Harper: Predation On A Mouse By The Chinese Mantid Tenodera aridifolia-Sinensis Saussure (Dictyoptera, Mantoidea). In: Proceedings of The Entomological Society of Washington. 83, 1981, S. 801–802. (online) (PDF; 1,1 MB)
  8. Henri de Saussure: Mélanges Orthoptériologiques – Mantides IV. 3. Lfg., 21, H. Georg, Genf 1871, S. 363–462.
  9. Polyspilotini Tree of Life Web Project. Version vom 22. November 2005.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Ehrmann: Mantodea: Gottesanbeterinnen der Welt. Natur und Tier Verlag, Münster 2002, ISBN 3-931587-60-6.
  • Claudia Heßler, Ingrid und Rudolf Bischoff: Mantiden - Faszinierende Lauerjäger. 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-930612-45-1, S. 114–116.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tenodera sinensis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien