Grodzisk Wielkopolski

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Grodzisk Wielkopolski
Wappen von Grodzisk Wielkopolski
Grodzisk Wielkopolski (Polen)
Grodzisk Wielkopolski
Grodzisk Wielkopolski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Grodzisk
Fläche: 18,08 km²
Geographische Lage: 52° 14′ N, 16° 22′ O52.23333333333316.366666666667Koordinaten: 52° 14′ 0″ N, 16° 22′ 0″ O
Einwohner: 14.265
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 62-065
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PGO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WolsztynPoznań
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 134,00 km²
Einwohner: 19.406
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 145 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3005023
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Henryk Szymański
Adresse: Stary Rynek 1
62-065 Grodzisk Wielkopolski
Webpräsenz: www.grodzisk.wlkp.pl
Das Rathaus
Ehemalige evangelische Kirche
Szeroka-Straße (Breite-Straße)

Grodzisk Wielkopolski anhören?/i [ˈgrɔʥisk vʲɛlkɔˈpɔlsci] (deutsch Grätz) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen (Wielkopolskie). Die Stadt liegt südwestlich von Posen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste feste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Grodzisk Wielkopolski stammt aus dem Jahr 1257. Die Schreibweise des Namens änderte sich öfters, Versionen sind: Grodisze, Grottische, Grodisce, Grozisce, Grodih, Grodziscz, Grodyscze, Grodzysko, Grodzisko, zu dem heute üblichen Grodzisk. Zeitweilig war auch der deutsche Name Grätz gebräuchlich.

Wann der Ort genau das Stadtrecht verliehen bekam, ist unbekannt. Aus Schriftstücken geht hervor, dass der Ort mit Sicherheit bereits 1303 das Stadtrecht besaß.

Die ersten Juden siedelten sich Anfang des 16. Jahrhunderts an. Das erste Dokument, das dies belegt, stammt aus dem Jahr 1505, es erwähnt den Juden Abraham von Grodzisk. Auf Jiddisch und Hebräisch hieß der Ort גרידץ (Gritz oder Gritza)[3].

1563 wurde in der Stadt eine Schule von Stanisław Ostroróg gegründet.

1593 wurde das Stadtrecht für Grodzisk Wielkopolski, das inzwischen etwa 1.160 Einwohner besaß, erneut vergeben. Die erneute Vergabe des Stadtrechtes erfolgte mit der Gründung einer neuen Stadt etwa 150 m vor der alten Stadt. 1601 wurden die ersten Privilegien für die Bierbrauerei vergeben. Der Ort wurde schnell ein wichtiger Ort für das Brauen von Bier. Ende des 18. Jahrhunderts gab es 53 Brauereien in der Stadt. 1626 wechselten die Eigentümer der Stadt zur Familie Opaliński. Sie blieben die Eigentümer bis 1775.

Mit der Zweiten polnischen Teilung wurde die Stadt 1793 Preußen zugeschlagen und wurde der neugebildeten Provinz Südpreußen zugeordnet. Zwischen 1807 und 1815 zum Herzogtum Warschau gehörig, kam die Stadt 1815 wieder zu Preußen und gehörte fortan zur Provinz Posen. Von 1887 bis 1918 war Grätz Sitz des Kreises Grätz, danach bis 1932 eines polnischen Powiat, nachdem die Stadt 1920 wieder zu Polen gelangt war.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Stadt von 1939 bis 1945 von Deutschland annektiert und dem Reichsgau Wartheland zugeordnet. In nahegelegenen Młyniewo entstand ein Durchgangslager zum Weitertransport in Konzentrationslager, anfänglich für Juden, später auch für umgesiedelte Polen und Kriegsgefangene. Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee die Stadt, welche seitdem wieder zu Polen gehört.

Die immer mehr zurückgegangene Bierproduktion wurde 1993 ganz eingestellt. 1999 wurde die Stadt wieder Sitz eines Powiats.

Gmina[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Grodzisk Wielkopolski besteht aus den folgenden Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1918)
deutscher Name
(1939–45)
Albertowsko Albertoske 1939–43 Albertshof
1943–45 Albertsdorf
Biała Wieś Weißhauland Weißhauland
Borzysław Vorwerk Borzyslaw Vorwerk Hellau
Chrustowo Chrustowo Korngut
Czarna Wieś Schwarzhauland Schwarzhauland
Grąblewo Gromblewo 1939–43 Bahneck
1943–45 Grommau
Grodzisk Wielkopolski Grätz Grätz
Kąkolewo Konkolewo 1939–43 Rotenau
1943–45 Kunklau
Kobylniki Kobylnik Koppeln
Kurowo Kurowo Hennersdorf
Lasówki Gut Lasuwko  ?
Ptaszkowo Ptaszkowo 1939–43 Gildenau
1943–45 Gildau
Rojewo Rojewo
1906–18 Waldhorst
Waldhorst
Słocin Slocin Vorwalden
Snowidowo Snowidowo Schneefeld
Sworzyce Sworzyce Waldesruh
Woźniki Woznik Erlenbruch
Zdrój Zdroj Grätz Abbau

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Rudolf Mosse (* 1843), deutscher Verleger, Stifter des Krankenhauses in Grätz
  • Marcus Mosse (*1808) in Märkisch-Friedland (poln: Miroslawiec), Vater von Rudolf, Arzt in Grätz, im Völkerfrühling 1848 kämpfte er auf der Seite der polnischen Insurgenten im Kampf um Grätz
  • Michał Drzymała (* 1857), polnischer nationaler Aktivist
  • Salomon Herzfeld (* 1875), deutscher Rechtsanwalt und Notar, Mitglied des Hauptvorstandes des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
  • Hans Heinrich Müller (* 1879), deutscher Architekt

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Altstadt ist von Bebauung aus dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt. Am Altmarkt liegt das in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute klassizistische Rathaus. In der Altstadt befinden sich die katholischen Kirchen St. Hedwig, errichtet in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, im 17. Jahrhundert im barocken Stil umgebaut, die im 17. Jahrhundert im Barockstil erbaute ehemalige Klosterkirche der Bernhardiner sowie die neugotische Kirche des Heiligen Herzens Jesu, erbaut 1904/1905 als evangelische Kirche nach Plänen von Ludwig von Tiedemann.

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballklub Dyskobolia Grodzisk spielte bis zur Saison 2007/08 in der obersten polnischen Liga, bis der Klub mit Polonia Warszawa fusionierte, welche den Platz von Grodzisk in der Ekstraklasa einnahmen. Seit der Saison 2008/09 spielt der Klub in der 4. Liga.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Aaron Heppner, Isaak Herzberg: Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen. Selbstverlag, Koschmin und Bromberg 1909, S. 420 ff.
  • Nikolaus Wilhelm-Stempin: Nebenbahnen und ihre Strecken im Westen Polens. Wolsztyn und Umgebung. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-8083-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grodzisk Wielkopolski – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. November 2013.
  3. Aaron Heppner, Isaak Herzberg: Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen. Selbstverlag, Koschmin und Bromberg 1909, S. 420.