Grumbach (Jöhstadt)

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50.54503333333313.1035770Koordinaten: 50° 32′ 42″ N, 13° 6′ 13″ O

Grumbach
Stadt Jöhstadt
Höhe: 670–795 m
Einwohner: 957 (1990)
Eingemeindung: 1. Juli 1996
Postleitzahl: 09477
Vorwahl: 037343
Grumbach (Sachsen)
Grumbach

Lage von Grumbach in Sachsen

Grumbach ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Jöhstadt im Erzgebirgskreis.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Grumbach liegt etwa 4 Kilometer nördlich von Jöhstadt im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 1,5 Kilometer in West-Ost-Richtung entlang des Grumbachs, welcher nach Osten zur Preßnitz fließt. Die Ansiedlung Neugrumbach liegt etwa 1 Kilometer nordwestlich des Ortskerns.
Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 7130 Mildenau–Jöhstadt. Über die Kreisstraße 7129 besteht jeweils in Ost und West Anschluss an die Staatsstraße 265 Steinbach–Cunersdorf. Östlich des Ortes im Preßnitztal verläuft die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt (heute teilweise Museumsbahn). Sie besitzt seit 1998 einen Halt am Andreas-Gegentrum-Stolln.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Mildenau Arnsfeld
Königswalde Nachbargemeinden Steinbach
Jöhstadt Schmalzgrube

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche St. Margarethen von Süden gesehen

Das Waldhufendorf wird in einer Urkunde, datiert vom 8. April 1386 erstmals als Grunbach erwähnt. Es wird jedoch angenommen, dass die Besiedelung des Ortes mit dem Landesausbau im Erzgebirge von der Mitte des 12. bis Mitte des 13. Jahrhunderts in Verbindung stand.
Im Ort existierten nachweislich sieben Mühlen, drei der Gebäude sind bis heute erhalten. Aus einer 1821 zwischen Grumbach und Jöhstadt errichteten Mühle entstand eine Jugendherberge.
Ein Zeuge des Altbergbaus ist das so genannte Zechenhaus (Mühlenweg 12).
Die Kirche St. Margarethen entstand in ihrer heutigen Form 1680 und ist in ihrem Ursprung vermutlich eine Wehrkirche. Sie gilt als das wahrscheinlich älteste steinerne Gebäude des Ortes. Bis 1843 war Grumbach Filialkirche von Arnsfeld und wurde danach eigene Parochie. Von 1940 bis 2001 unterstand sie wiederum der Kirchgemeinde Jöhstadt. Seit 2001 besteht ein Schwesterkirchverhältnis mit der St.-Salvator-Kirchgemeinde Jöhstadt.[1]

Zum 1. Juli 1996 wurde Grumbach nach Jöhstadt eingemeindet.[2]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl [3]
1551/53 28 besessene Mann, 13 Inwohner, 21 Hufen
1764 40 besessene Mann, 35 Häusler, 15¼ Hufen
1834 1042
1871 1336
Jahr Einwohnerzahl
1890 1241
1910 1131
1925 1120
1939 1195
Jahr Einwohnerzahl
1946 1256
1950 1404
1964 1147
1990 957

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Karl Friedrich Klinger, Kantor. Führte von 1849 bis 1871 ein Privatseminar (als Nebenstelle des Annaberger Lehrerseminars). Viele seiner etwa 70 Zöglinge errangen sachsenweit und darüber hinaus als Lehrer Bekanntheit. Seine Grabstätte befindet sich auf dem örtlichen Friedhof. Die Grumbacher Grundschule trägt ihm zu Ehren seinen Namen.
  • Max Wenzel, Lehrer und Mundartdichter, arbeitete 1903/04 in Grumbach als Lehrer.
  • Ehrenfried Ullmann, Generalleutnant der NVA Luftstreitkräfte, lebte von 1932 bis 1953 in Grumbach.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Grumbach. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 79.
  • Bernd Schreiter: Grumbach im Erzgebirge - Eine kleine Schrift zum 625-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung des Ortes 1386-2011. VBS Arnsfeld, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Geschichte von Grumbach und Neugrumbach, abgerufen am 7. November 2010
  2. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1996 bis 31. Dezember 1996 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen (PDF; 21 kB), abgerufen am 12. September 2012.
  3. vgl. Grumbach im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen