Hügel-Meier

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Hügel-Meier
Asperula cynanchica 080608.jpg

Hügel-Meier (Asperula cynanchica)

Systematik
Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae
Untertribus: Rubiinae
Gattung: Meier (Asperula)
Sektion: Cynanchicae
Art: Hügel-Meier
Wissenschaftlicher Name
Asperula cynanchica
L.

Der Hügel-Meier auch Hügel-Meister[1] oder Bräunewurzel[2] (Asperula cynanchica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Der Hügel-Meier ist eine krautige, ausdauernde Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis zu 40 cm. Die Pflanze wächst lockerrasig. Die Stängel sind biegsam. Die Blätter sind schmal-lineal und stehen in Quirlen von maximal vier Blättern. Die unteren Stängelblätter sind zur Blütezeit vertrocknet. Die Stängelblätter im mittleren und oberen Bereich sind kürzer als die Internodien. Die Hochblätter besitzen eine Stachelspitze und überragen den Fruchtknoten nicht oder kaum.

Die Blütenkrone ist hellrosa oder weiß, die Außenseite ist raukörnig. Die Krone ist vierspaltig, die Kronröhre ist ein- bis zweimal so lang wie die Zipfel. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Blütezeit ist Juni bis September.

Die Früchte sind trocken, tragen keine hakigen Haare und sind deutlich warzig.

Blütenstand

Ökologie[Bearbeiten]

Der Hügel-Meier ist ein Hemikryptophyt. Er wird durch Insekten bestäubt, wie z.B. Zweiflügler, Schmetterlinge und Käfer. Außerdem ist spontane Selbstbestäubung möglich. Die Früchte sind kleine gekörnelte Nüsse mit Ameisen- oder durch Verdauungsverbreitung. Es liegt ein reich verzweigtes Wurzelwerk vor, das eine vegetative Vermehrung als Wurzelkriecher ermöglicht.

Verbreitung, Standorte und Gefährdung[Bearbeiten]

Der Hügel-Meier ist in Europa außer dem Norden weit verbreitet[3]. Er kommt in Mitteleuropa im Süden häufig bis zerstreut vor, im Norden seltener. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft im Bereich südliche NiederlandeAhrtalSüntelBraunschweig – Süd-Mecklenburg-VorpommernBrandenburg. Er kommt in allen österreichischen Bundesländern häufig bis selten vor und gilt im niederösterreichischen Waldviertel, dem oberösterreichischen Mühlviertel und dem nördlichen Vorarlberg als gefährdet[4].

Der Hügel-Meier wächst in Kalkmagerrasen, an Böschungen, auf Sandfluren, in Trockengebüschsäumen, an Waldrändern und in Kiefern-Trockenwäldern. Er kommt vorwiegend über trockenen, kalkreichen Böden in der collinen bis subalpinen Höhenstufe vor und steigt bis 1800 m Seehöhe.

Systematik[Bearbeiten]

Die Art ist sehr formenreich. Von einigen Autoren werden zwei Varietäten unterschieden:

  • Asperula cynanchica var. cynanchica mit rosa Blüten und einer bis 2,5 mm langen Blütenkronröhre.
  • Asperula cynanchica var. arenicola (Reut.) Gremli mit häufig weißen Blüten und einer über 2,5 mm langen Kronröhre.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • R. Düll, H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Germplasm Resources Information Network (GRIN): Hügel-Meier, Hügel-Meister. In: wildblumen.net. Uwe Feßenbecker, abgerufen am 26. Mai 2011 (deutsch).
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 47, online.
  3. Asperula cynanchica. In: The Euro+Med Plantbase Project. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, 21. Juli 2010, abgerufen am 8. Dezember (englisch).
  4.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 715.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Asperula cynanchica – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien