Hagebuttenöl

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Hagebuttenöl
Rohstoffpflanze(n)

Hunds-Rose (Rosa canina) und andere Wildrosen wie die Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) und die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina)

Herkunft

Samen aus den Früchten (Hagebutten)

Farbe

klar hellgelb bis orangerot

Inhaltsstoffe
Ölsäure 29,3 %[1]
Linolsäure 56,7 %[1]
Linolensäure 9,4 %[1]
Weitere Fettsäuren 4,5 % weitere gesättigte Fettsäuren
Eigenschaften
Dichte 0,9270 kg/l bei 15 °C
Iodzahl 152-169
Verseifungszahl 189-193
Herstellung und Verbrauch
Verwendung Kosmetik, Pharmazie

Hagebuttenöl, Hagebuttenkernöl oder Wildrosenöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen der Hagebutten verschiedener Wildrosen, vor allem der Hunds-Rose (Rosa canina) gewonnen werden kann. Das klar hellgelbe bis orangerote Öl kann sowohl in der Pharmazie und Medizin wie in der Kosmetik Verwendung finden.

Gewinnung und Eigenschaften[Bearbeiten]

Hagebutten der Hunds-Rose (Rosa canina), aufgeschnitten mit darin enthaltenen Samen

Hagebuttenöl wird aus den in den Hagebutten, den Früchten der Rosen, enthaltenen Samen durch mechanisches Pressen oder über eine Extraktion gewonnen und anschließend raffiniert. In der Regel erfolgt eine Stabilierung des Öls durch die Zugabe von Tocopherol (Vitamin E). Bei kühler und dunkler Lagerung kann das Öl etwa ein Jahr gelagert werden.

Hagebuttenöl ist in seiner Färbung klar hellgelb bis orangerot. Es besitzt einen Geruch, der als süß-sauer, nussig, metallisch, fettig, fruchtig, floral und aldehydig beschrieben wird. Das Öl ist bei Raumtemperatur flüssig. Hagebuttenöl setzt sich zusammen aus Glyceriden der Ölsäure (ca. 29,3 % der Fettsäurereste), Linolsäure (etwa 56,7 %) und α-Linolensäure (ca. 9,4 %). Weitere gesättigte Fettsäuren machen etwa 4,5 % der Fettsäurereste aus. Daneben sind in 100 ml Hagebuttenkernöl etwa 47 mg α- und β-Tocopherol enthalten.

Das Öl hat eine relative Dichte von 0,9270 kg/l (bei 15 °C) und einen Brechungsindex von 1,478 bis 1,4793. Die Iodzahl beträgt 152 bis 169, die Verseifungszahl 189 bis 193 und die Säurezahl 0,5.

Allgemeine chemische Struktur von Ölen, wie Hagebuttenöl. Darin sind R1, R2 und R3 Alkylreste (≤ 56 %) oder Alkenylreste (≥ 44 % mit einer meist ungeraden Anzahl von Kohlenstoffatomen). Hagebuttenöl ist, wie andere Öle, ein Gemisch von Triestern des Glycerins.

Nutzung[Bearbeiten]

In der Pharmazie und Medizin[Bearbeiten]

Hagebuttenöl wird in der Pharmazie und Medizin vor allem zur Behandlung von trockener, schuppiger und rissiger Haut eingesetzt. Es wird zudem angewendet bei Ekzemen, Psoriasis und pigmentstarker Haut sowie bei der Behandlung nach Verbrennungen und Verletzungen der Haut. Dabei wird vor allem die elastizierende und färbende Wirkung des Öls genutzt. Weitere Verwendungen umfassen die Behandlung von Verletzungen des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut, wo das Öl die Heilung beschleunigen soll.[1]

In der Kosmetik[Bearbeiten]

Im Bereich der Kosmetik wird das Hagebuttenöl wie andere Pflanzenöle in Salben und Cremes verwendet, vor allem in Nachtcremes. Die enthaltene Transretinolsäure soll den Hautregenerationsprozess beschleunigen und Kollagen aufbauen, wodurch die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit verbessert wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • S. Krist, G. Buchbauer und C. Klausberger: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Verlag Wien 2008, S. 141-142; ISBN 978-3-211-75606-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d S. Krist, G. Buchbauer und C. Klausberger, 2008: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Verlag, Wien. S. 184–187, ISBN 978-3-211-75606-5