Hannah Whitall Smith

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Hannah Whitall Smith

Hannah Whitall Smith (* 7. Februar 1832 in Woodbury, New Jersey; † 1. Mai 1911 in London) war eine US-amerikanische, einflussreiche Vertreterin der Heiligungsbewegung und Frauenrechtlerin.

Whitall Smith stammte aus einer Glasfabrikantenfamilie in der Tradition der Quäker.

1851 heiratete sie Robert Pearsall Smith (1827–1898) und wurde mit ihm gemeinsam um 1867 für die methodistisch geprägte Heiligungsbewegung gewonnen. Daraufhin veröffentlichte sie 1870 den Bestseller The Christian's Secret of a Happy Life (Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens). Das Ehepaar Smith schloss sich William Edwin Boardman (1810–1886) an, dessen Buch The Higher Christian Life (1858) als Standardwerk der Heiligungsbewegung galt. 1874 siedelte Whitall Smith mit ihrer Familie nach England über, wo sie ihren Mann auf großen Konferenzen in Oxford und Brighton unterstützte. Für Aufsehen sorgten dabei ihre Auftritte als glänzende Rednerin, nicht nur vor Frauen, sondern auch vor Männern, was bis dahin im Christentum kaum vorkam. Hannah Whitall Smith setzte sich in der Folgezeit für die öffentliche Lehrtätigkeit von Frauen ebenso ein wie für das Frauenwahlrecht. Ebenfalls im Jahr 1874 wurde sie Mitbegründerin der Woman’s Christian Temperance Union, die gegen Alkoholmissbrauch kämpfte. Zwischen 1875 und 1888 kehrten die Smiths wieder in die USA zurück. Hannah zog sich nun aus der aktiven Unterstützung der Heiligungsbewegung zurück. Im Jahr 1888 siedelte die Familie dann endgültig nach London über, wo ihre Tochter Mary (1864–1945) den irischen Anwalt Frank Costelloe geheiratet hatte. Mary ließ sich später scheiden und heiratete den Kunsthistoriker Bernard Berenson. Die andere Tochter Alys (1867–1951) wurde die erste Ehefrau des englischen Mathematikers und Philosophen Bertrand Russell. Der Sohn Logan Pearsall Smith (1865–1946) wurde ein bekannter Literaturkritiker. Hannah Whitall Smiths Nichte Martha Carey Thomas wurde 1884 die erste weibliche Dekanin eines US-amerikanischen Colleges und eine aktive Frauenrechtlerin.

Auch Hannah Whitall Smith engagierte sich in den 1890er Jahren für die Frauenrechtsbewegung, sie blieb aber ebenso eine gefragte Rednerin in christlichen Kreisen. Im Jahr 1903 veröffentlichte sie ihre Autobiographie The Unselfishness of God And How I Discovered It. Darin legt sie unter anderem dar, wie sie zu der Überzeugung einer Allaussöhnung gekommen ist. Seit Herbst 1904 trat sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr öffentlich auf. Sie starb am 1. Mai 1911 in London.

Literatur über Whitall Smith[Bearbeiten]

  • Paul Fleisch: Die Heiligungsbewegung, TVG Brunnen 2003 (Nachdruck);
  • Karl Heinz Voigt_ Die Heiligungsbewegung zwischen Methodistischer Kirche und Landeskirchlicher Gemeinschaft, TVG Brockhaus/Brunnen 1996;
  • Dieter Lange: Eine Bewegung bricht sich Bahn, TVG Brunnen 1990;
  • Rudolf Dellsperger u. a.: Auf Dein Wort, Bern 1981
  • Karl-Hermann Kauffmann: Franz Eugen Schlachter – ein Bibelübersetzer im Umfeld der Heiligungsbewegung, Johannis-Verlag, Lahr 2007

Werke[Bearbeiten]

  • Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens, Herold Verlag