Harry Kesten

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Harry Kesten, Cornell 1970

Harry Kesten (* 19. November 1931[1] in Deutschland) ist ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich mit Wahrscheinlichkeitstheorie beschäftigte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kesten emigrierte mit seiner Familie 1933 in die Niederlande, wo er die Schule besuche. Er wurde 1958 bei Mark Kac an der Cornell University promoviert (Symmetric random walk on groups). Er war danach ein Jahr Instructor in Princeton und zwei Jahre an der Hebrew University, bevor er 1961 zurück als Assistant Professor an die Cornell University, ging, wo er von 1965 bis zu seiner Emeritierung eine volle Professur hatte. Kesten beschäftigte sich mit Perkolationstheorie (wie „first passage percolation“ als Modell z.B. für die Ausbreitung von Krankheiten), zentralen Grenzwertsätzen, stochastischen Prozessen und der Theorie der Zufallspfade (Random Walks) auf Graphen und Gruppen. Teilweise arbeitete er in Cornell mit Frank Spitzer zusammen.

Eine Vermutung von ihm und J. van den Berg aus dem Jahr 1985 in der Perkolationstheorie (Van den Berg-Kesten-Reimer Ungleichung) wurde 1996 von David Reimer bewiesen.

Kesten war Sloan (1963-65) und Guggenheim Stipendiat (1972/73). Er erhielt die niederländische Brouwer-Medaille (1981) und den George-Pólya-Preis der SIAM (1994). 2001 erhielt er für sein Lebenswerk den Leroy P. Steele Prize. Er war Invited Speaker auf den Internationalen Mathematikerkongressen in Nizza 1970 (Hitting of sets by processes with stationary independent increments) und Warschau 1983 (Percolation theory and resistance of random electrical networks) und hielt auf dem ICM 2002 in Peking einen Plenarvortrag (Some Highlights of Percolation). Er ist Mitglied der National Academy of Sciences und der American Academy of Arts and Sciences sowie auswärtiges Mitglied der königlich niederländischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Fellow der American Mathematical Society.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

als Autor
als Herausgeber
  • Probability on discrete structures (Encyclopedia of mathematical sciences; 110). Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-00845-4.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maury Bramson (Hrsg.): Perplexing problems in probability. Festschrift in Honor of Harry Kesten. Birkhäuser, Stuttgart 1999, ISBN 3-7643-4093-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geburtsdatum nach American Men and Women of Science. 21. Ausg. Thomson Gale, Detroit 2004, ISBN 0-7876-6523-1 (8 Bde.).