Hauptfriedhof Koblenz

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Friedhofskreuz mit dahinter liegender Kapelle auf dem Hauptfriedhof Koblenz
Lageplan des Hauptfriedhofes Koblenz
Denkmal für die deutschen Veteranen der Armee Napoleons
Scheibe eines Riesenmammutbaums (6 m Durchmesser)

Der Hauptfriedhof Koblenz ist der größte Friedhof der Stadt Koblenz und zugleich ein Landschaftspark. Die terrassenförmige Anlage wurde 1820 eingeweiht und liegt am Rand der Goldgrube am Nordhang zur Karthause. Dort befinden sich noch einige sehenswerte Grabdenkmäler aus dem 19. Jahrhundert wie seltene klassizistische Stelen und neugotische Grabmäler. Der drittgrößte Waldfriedhof Deutschlands zeichnet sich durch seinen alten Baumbestand aus.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Anlage des Hauptfriedhofs wurde nötig, als das preußische Militär den Standort des 1777 geweihten Friedhofs beim Löhrtor für den Bau der Stadtbefestigung brauchte. Die erste Beisetzung auf dem neuen Friedhof am Fuß der Karthause fand am 22. Januar 1820 statt, noch vor der Weihe des Friedhofs, die am 28. Mai 1820 stattfand. Mit dem 29. Mai 1820 begannen die regelmäßigen Beisetzungen. Der Friedhof lag damals noch außerhalb der Stadt und im Schussfeld der Festungswerke. Da das Schussfeld möglichst frei bleiben sollte, waren anfangs Grabsteine, Grüfte und feste Zäune verboten. Der älteste Teil ist das heutige Gräberfeld 4. Die Beschränkungen mitsamt den kurzen Belegungsfristen von zehn Jahren und das Verbot einer weiteren Ausdehnung ließen sich nicht durchhalten, so dass der Friedhof schon 1834 zum ersten Mal erweitert werden durfte und dann entlang der Beatusstraße und schließlich die Karthause hinauf wuchs. Sowohl das Wachsen der Stadt zur Großstadt als auch die Kriegsereignisse trugen dazu bei.

[Bearbeiten] Merkmale

Im historischen Kern des Friedhofs dominiert eine alte Platanenallee. In ihrer Achse steht das Friedhofskreuz vor der nach Plänen Johann Claudius von Lassaulx in den Jahren 1821–22 in Anlehnung an die Grundform der Matthias-Kapelle über Kobern erbauten Leichenhalle, die in den 1950er Jahren zur Friedhofskapelle umgebaut wurde.

Dichtes Grün mit vielen immergrünen Gehölzen prägt den Friedhof. Die Grabstätten sind ins Grün eingebettet. Die nicht mit Gräbern belegten Hangflächen sind als Teil eines Landschaftsparks ausgestaltet. Wege und Gräberfelder steigen in enger Verflechtung den Hang der Karthause hinauf bis zum Hüberlingsweg, an dem eine modernere Aussegnungshalle steht.

[Bearbeiten] Gräber bekannter Persönlichkeiten

Die Grabstätten spiegeln den Umgang der Menschen mit dem Tod durch mehr als 180 Jahre ebenso wie Geschichte und Kunstgeschichte wider.

Nahe dem Eingang neben dem Verwaltungsgebäude Beatusstraße sind einige Grabsteine des 18. Jahrhunderts am Weg aufgestellt, die an die Koblenzer Kirchhöfe und den Friedhof am Löhrtor erinnern.

Über den Friedhof verteilt, aber eher im historischen Teil konzentriert, befinden sich Gräber bedeutender Personen wie:

Außerdem ruhen auf dem Friedhof einige der Koblenzer Oberbürgermeister, kommandierende Generäle des in Koblenz beheimateten VIII. preußischen Armee-Korps, Angehörige verschiedener in Koblenz wirkender, zum Teil auch hier gegründeter Orden wie der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. Auch der in Koblenz gebürtige amerikanische General und Diplomat Peter Joseph Osterhaus war hier bestattet. Das Grab wurde in den 1950er Jahren eingeebnet.

Wegen der Zunahme der Feuerbestattungen gibt es inzwischen größere Felder für anonyme oder namentliche Urnenbestattung. Seit einigen Jahren finden auch die früh gestorbenen Kinder, die vor oder bei der Geburt in Koblenzer Krankenhäuser starben, ihre letzte Ruhe in einem eigenen Feld.

[Bearbeiten] Gedenkstätten und Ehrengräber

Die Batterie Hübeling auf dem Hauptfriedhof
Alliierten-Ehrenfriedhof

[Bearbeiten] Arboretum

Ein Baumlehrpfad, der über 500 Baum- und Straucharten umfasst, zieht sich über den Hang des Friedhofsgeländes bis hinauf auf die Karthause. Hauptattraktion ist die Scheibe eines Riesenmammutbaums im Eingangsbereich (Beatusstraße). Der 1945 in 2.450 m hohen Gebirgslagen der kalifornischen Sierra Nevada umgestürzte Gigant war 31 m hoch, und sein Alter geht nach der Jahresringzählung auf ca. 250 v. Chr. zurück. Einem Koblenzer Gartenarchitekten und seiner Frau gelang 1991 mit Hilfe von Sponsoren der Abtransport der Scheibe von 6 m Durchmesser. Sie wurde Oberbürgermeister Willi Hörter 1992 zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Koblenz als Geschenk überreicht.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Hauptfriedhof Koblenz. Dokumentation zum 160jährigen Bestehen des Hauptfriedhofes. Koblenz: Stadt Koblenz 1981 (Dokumentationen der Stadt Koblenz, 9).
  • Susanne Just: Mein letzter Garten. Ein Friedhofsführer für Kinder. Redaktion: Jörg Hahn u. a. Eine Publikation im Rahmen der Sonderausstellung "Mein letzter Garten - 10.000 Jahre Grabkultur an Rhein und Mosel" der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Landesmuseum Koblenz 15. April 2011 bis November 2012. Koblenz: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz - Direktion Landesmuseum Koblenz und Eigenbetrieb der Stadt Koblenz Grünflächen- und Bestattungswesen 2011. ISBN 978-3-925915-72-7 - Ist erhältlich im Landesmuseum Koblenz und im Beratungsbüro am Koblenzer Hauptfriedhof.
  • Stadt Koblenz. Der Friedhofswegweiser. Diesseits & Jenseits. Leipzig: Mammut-Verlag 2005. Ohne ISBN, ist in Koblenz an verschiedenen Stellen kostenlos zu bekommen.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Hauptfriedhof Koblenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.3514447.5756961111111Koordinaten: 50° 21′ 5″ N, 7° 34′ 33″ O

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