Kobern-Gondorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kobern-Gondorf
Kobern-Gondorf
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kobern-Gondorf hervorgehoben
50.3091666666677.455555555555682Koordinaten: 50° 19′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Rhein-Mosel
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 28,36 km²
Einwohner: 3156 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56330
Vorwahl: 02607
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 212
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz: www.kobern-gondorf.de
Ortsbürgermeister: Michael Dötsch
Lage der Ortsgemeinde Kobern-Gondorf im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Kobern-Gondorf ist eine Ortsgemeinde und ein Weinort an der Untermosel im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz und seit 1976 Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Untermosel bzw. seit 2014 der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Kobern-Gondorf ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Der Ort wurde zumindest bahnamtlich bis 1928 Cobern-Gondorf geschrieben.[3]

Einleitung[Bearbeiten]

Die Herren von Coverstein (auch Coberstein, Copenstein, Copperstein genannt) führten den Adler in zweifacher Form im Wappen: einmal als einfachen Adler, ein andermal als einen auf dem Helme aufsteigenden Adler. Dieses Wappen weist auf ihre Abstammung von den Herren von Covern an der Mosel hin. Der nahe an der Moselmündung gelegene Ort Kobern (römisch Coverna) war die Residenz der Coverner, die dort zwei Burgen besaßen, die Ober- und die Niederburg. Mit Reimbold von Cobern starb um 1100 die männliche Linie der Coverner aus. Die Tochter und Erbin heiratete Gerlach IV. von Isenburg, die die Linie Isenburg-Cobern gründete, die sich einen Namen gemacht haben durch die Erbauung der berühmten Matthias-Kapelle neben der Koberner Oberburg. Mit Robin von Isenburg-Cobern erlosch er männliche Zweig dieser Linie. Im 14. Jahrhundert gelangte Kobern durch Kauf an Kurtrier.

Neben insgesamt vier Burgen hat sich in den Ortsteilen Kobern und Gondorf in erheblichem Umfang mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Im Verlauf der Straßen im Ortsteil Kobern lässt sich noch heute die mittelalterliche Straßenanordnung gut erkennen. Kobern war vermutlich befestigt. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts waren Reste zerfallener Tore erkennbar. Zum Erscheinungsbild des Ortsteils Kobern schreibt Johann August Klein in seinem Buch Das Moseltal zwischen Koblenz und Zell, Koblenz 1831, Seite 74 ff.: „Gegenüber schneiden zwei Thäler in das hohe, schroffe Gebirg ein […] Zwischen beiden breitet sich die anmuthige Ortschaft Cobern längst dem Gestade aus. Reste zerfallener Thore zeigen, dass sie fest war […] Regelmäßige Straßen laufen nach einem Platze, wo sich das Rathaus befindet.“

Kobern-Gondorf hat auf Grund von Ausgrabungen, beginnend Mitte des 19. Jahrhunderts, für die spätrömisch-frühmittelalterliche Geschichtsforschung eine herausragende Bedeutung, besonders der Ortsteil Gondorf: "[...] Seinen Ruhm verdankt Gondorf vor allem dem Gräberfeld spätrömischer und merowingischer Zeit, das sich durch Größe und seinen Reichtum von allen bisher erforschten Gräberfeldern an Mittelrhein und Mosel unterscheidet [...]".[4] Die wissenschaftliche Bearbeitung der Funde lässt auf eine, im 6. Jahrhundert zum Teil sehr wohlhabende, spätrömische Einwohnerschaft schließen. Sie stützt damit die Mosel-Reisebeschreibung de navigo suo des Venantius Fortunatus, der zwischen Trier und Andernach (sein Reiseziel) nur Contrua als bedeutenden Ort („antiquum nobilitate caput“) an der Mosel nennt.[5]Hinweis auf die Bedeutung des frühen Gondorfs sind auch Gondorfer Münzprägungen des 7. Jahrhunderts mit der Umschrift contrua castro der fränkischen Münzmeister Augemundus und Geroaldus[6]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Ortsteile Kobern und Gondorf liegen am linken Moselufer etwa 17 Kilometer von Koblenz und etwa 33 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Lehmen und moselabwärts Winningen. Auf der anderen Moselseite liegen Niederfell und Dieblich.

Kobern und Gondorf liegen am Prallhang des Dieblicher Moselbogens auf der Schwemmfläche mehrerer aus dem Maifeld einmündender Bäche und am zum Maifeld aufsteigenden Hang. Aufgrund der niedrigen Höhe ist vor allen Dingen der historische Ortskern des Ortsteils Kobern häufig von Hochwasser betroffen.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Außer den drei größeren Ortsteilen Kobern, Gondorf und Dreckenach gehören noch über 25, meist auf den Moselhöhen liegende Weiler, Wohnplätze und Höfe zur Gemeinde.

Die Ortsteile Kobern und Gondorf ziehen sich über eine Länge von etwa 3 Kilometern am Moselufer entlang. Der Ortsteil Dreckenach liegt abseits der Mosel auf dem Maifeld am Nothbach.

Klima[Bearbeiten]

Wie auch andere Gemeinden der Untermosel liegt Kobern-Gondorf klimatisch begünstigt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus vorgeschichtlicher Zeit finden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Kobern-Gondorf Grabhügelfelder und der Goloring, vermutlich eine Kultstätte. Die Ortsteile Kobern und Gondorf waren, wie zahlreiche Funde belegen, in der späten Latène-Zeit (vor Chr.) und ab Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. von Christen besiedelt.[7]

Kobern mit Niederburg und Oberburg
Gondorf mit spätmittelalterlicher Vorburg (links im Hintergrund) und Renaissancebau des Schlosses Leyen; ganz rechts der Turm von Schloss Liebieg

Ortsteil Kobern[Bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Egbert von Trier zu Gunsten des Benediktinerklosters St. Marien wird Kobern im Jahr 980 als coverna erstmals erwähnt. Es gibt jedoch Hinweise, die auf eine frühere Existenz des Ortes schließen lassen. So wurde in einer zwischen 751 und 768 verfassten Lebensbeschreibung des hl. Bischofs Maximin, die freilich legendarische Züge trägt, im Zusammenhang mit dem Heiligen Lubentius, dem Koberner Pfarrpatron, der Ort cubrunum erwähnt.

Ortsteil Gondorf[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Gondorf als condrovia im Jahr 871. Frühere Hinweise sind ein Reisebericht aus dem Jahr 588 mit einer Ortsnennung contrua[8], und merowingische Münzen mit der Inschriftprägung contrua castro aus dem 7. Jahrhundert.[9] In der bereits oben erwähnten Schenkungsurkunde aus dem Jahr 980 wird die Schreibweise gontreve verwendet.

Die Flussburg Schloss von der Leyen stammt aus dem 14. bis 17. Jahrhundert[10] und war der Stammsitz der Fürsten von der Leyen. Werner von Leyen wurde 1272 urkundlich erwähnt als Gondorfer Oberherr. Der Ort hieß damals Guntreve. Ein Trierer Ministerialengeschlecht de Gunthreve wird im 13. Jahrhundert als Erbauer der Niederburg (heute Schloss Liebieg) genannt.[11]

Gondorf wird im Trierer Feuerbuch von 1563 (hrsg. von Brommer, S. 164) mit 20 Feuerstätten im Amt Münstermaifeld aufgeführt.

Ortsteil Dreckenach[Bearbeiten]

Der Ortsteil Dreckenach wurde 1030 als drachenacha erstmals urkundlich erwähnt.

Kobern um 1900

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Kobern-Gondorf besteht aus drei vorher selbstständigen Gemeinden:[12]

  • Am 7. Juni 1969 wurden die beiden Gemeinden Kobern (2.108 Einwohner) und Gondorf (577 Einwohner) aufgelöst und daraus die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf neu gebildet.
  • Am 7. November 1970 wurde die Gemeinde Dreckenach (230 Einwohner) eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kobern-Gondorf bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.492
1835 2.002
1871 2.249
1905 2.321
1939 2.482
1950 3.046
Jahr Einwohner
1961 2.771
1970 3.019
1987 2.961
1997 3.191
2005 3.317
2013 3.156

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kobern-Gondorf besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[13]

Wahl SPD CDU WV FWG Gesamt
2014 3 7 8 2 20 Sitze
2009 1 8 8 3 20 Sitze
2004 1 10 6 3 20 Sitze
  • WV = Wählervereinigung „Für Kobern-Gondorf-Dreckenach“
  • FWG = Freie Wählergruppe Kobern-Gondorf-Dreckenach e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Michael Dötsch (Wählervereinigung Für Kobern-Gondorf-Dreckenach)

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1979 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Ortschaft Corbigny im Burgund. Außerdem bestehen partnerschaftliche Beziehungen zur belgischen Gemeinde Arendonk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kobern-Gondorf

Ortsteil Kobern[Bearbeiten]

Romanischer Glockenturm (12. Jahrhundert)
  • Oberhalb des Ortes liegt auf einem Bergsporn die Oberburg aus dem 12. Jahrhundert. Zur Burg gehört als bedeutendstes Bauwerk der Gemeinde Kobern-Gondorf die Matthiaskapelle, die zwischen 1220 und 1240 erbaut wurde. Hier soll nach dem fünften (sechsten) Kreuzzug als bedeutende Reliquie das Haupt des Apostels Matthias verwahrt worden sein.
  • Unterhalb der Oberburg, aber auf dem gleichen Bergsporn, liegt die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammende Niederburg.
  • Am unteren Ausläufer des Bergsporns findet sich ein allein stehender Turm. Er diente schon der ersten Koberner Pfarrkirche, die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammte und in der Nähe des heutigen Friedhofs stand, als Glockenturm. Diese Funktion erfüllt der Turm heute noch für die neue Pfarrkirche.
  • Die Koberner Pfarrkirche St. Lubentius und wurde in den Jahren 1827/28 als Saalkirche nach Plänen von Johann Claudius von Lassaulx erbaut. Die Kirche selbst hat keinen Turm, sondern nur einen Dachreiter. Die drei Glocken befinden sich in dem am Berghang stehenden Glockenturm. Im Kircheninneren zwei Seitenaltargemälde "St. Lubentius predigt den Heiden" und "Krönung Mariae" von 1835 von Joseph Anton Nikolaus Settegast aus der Künstlergruppe der Nazarener.[14]
  • Die gotische Dreikönigskapelle auf dem Koberner Friedhof stammt aus der Zeit um 1420 bis 1440. Im Innern haben sich Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert erhalten.[15]
  • Im Ortskern in der Nähe des Marktplatzes befindet sich in der Kirchstraße ein gotisches Fachwerkhaus. Es handelt sich um einen Hof des Klosters Sankt Marien. Aus Untersuchungen des zum Bau verwendeten Holzes lässt sich darauf schließen, dass dieses Haus bereits in den Jahren 1320/21 erbaut wurde. Damit ist es eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser in Rheinland-Pfalz.
  • Am anderen Ende des Marktplatzes in der Peterstraße liegt der sogenannte Rittersaal. Dieser ist Teil eines gotischen Burghauses der Familie Romilian. Reste des zur Anlage gehörenden Turms befinden sich in unmittelbarer Nähe.
  • Am 7. Juni 1990 stürzte im Bereich Kobern der Koblenzer SAR 73- Hubschrauber während eines Rettungseinsatzes ab. Bei diesem Unglück starben zwei Menschen.[16]

Ortsteil Gondorf[Bearbeiten]

Vorburg der Oberburg in Gondorf
  • Etwas außerhalb des Ortskernes, in der Nähe des Von-der-Leyen-Platzes gelegen, befindet sich die in den 1870er Jahren, im neogotischen Stil errichtete katholische Pfarrkirche St. Johannes Apostel, die dem heiligen Apostel Johannes geweiht ist. Erbaut, als durch den Eisenbahnbau der Moselstrecke, der Vorgängerbau, "ein 1731 erbautes, unansehnliches Gebäude," [17] abgerissen werden musste. Davor stand dort eine vermutlich baufällig gewordene, gotische Kirche aus mittelalterlicher Zeit.
  • Unmittelbar am Moselufer liegt der Stammsitz der fürstlichen Familie von der Leyen, die Oberburg, auch Schloss Gondorf genannt, mit Bauteilen aus Gotik und Renaissance. Vorgänger dieser Burg war bereits in spätrömischer Zeit das oben erwähnte contrua castro.[18]
  • Die Niederburg (nicht zu verwechseln mit gleichnamiger Burg im Ortsteil Kobern) am nordöstlichen Ortsrand entstand aus einem romanischen Wohnturm des 13. Jahrhunderts, den im 19. Jahrhundert der Kölner Architekt Vincenz Statz umbaute. Sie trägt den Namen Schloss Liebieg nach einem damaligen Besitzer.

Ortsteil Dreckenach[Bearbeiten]

  • Auf einer felsigen Anhöhe über dem Nothbachtal steht die 1840 erbaute Kirche St. Hubertus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau und Tourismus[Bearbeiten]

Sowohl Kobern als auch Gondorf sind Weinorte mit mehreren Winzerhöfen. Der Wein wird überwiegend in Steillagen angebaut. Die Gemeinde gehört zum „Weinbaubereich Burg Cochem“ im Anbaugebiet Mosel. Es sind sechs Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 36 ha. Etwa 90 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007).[2]

Die Gemeinde lebt überwiegend vom Tourismus. Unterkünfte stehen sowohl in Hotels und Pensionen als auch in Ferienwohnungen zur Verfügung. Es gibt reichliche Einkehrmöglichkeiten.

Der Ortsteil Dreckenach ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Weinlagen (moselabwärts gesehen)[19]

  • Gondorfer Fuchshöhle, darüber der Gondorfer Kehrberg
  • Gondorfer Gäns
  • Gondorfer Schlossberg
  • Koberner Schlossberg
  • Koberner Weißenberg
  • Koberner Fahrberg
  • Koberner Uhlen

Verkehr[Bearbeiten]

Am Moselufer entlangführt die B 416 am Ort vorbei. Diese verbindet Koblenz mit Cochem. Über eine in Richtung Maifeld führende Landstraße besteht Anbindung an die A 48, Abfahrt Ochtendung.

Der Bahnhof Kobern-Gondorf liegt an der Grenze der Gemarkungen Kobern und Gondorf. Hier hält der zwischen Koblenz und Saarbrücken verkehrende Regional-Express (Mosel-Saar-Express) der Deutschen Bahn. Darüber hinaus verkehrt ein Bus von und nach Koblenz.

Die Fährverbindung nach Dieblich wurde in den 1970er Jahren eingestellt. Seit 1977 gibt es eine Brückenverbindung zwischen Kobern-Gondorf und Niederfell. Im Sommerhalbjahr legen die Ausflugsschiffe der Köln-Düsseldorfer in Kobern an.

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kobern-Gondorf ist Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Rhein-Mosel.

Bildung[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Kobern befindet sich die Grundschule, die von Kindern aus Kobern, Gondorf, Dreckenach und Wolken besucht wird. Die Schule steht in Trägerschaft der Verbandsgemeinde und ist seit dem Jahr 2005 Schwerpunktschule für die Verbandsgemeinde Untermosel bzw. Rhein-Mosel.
  • Ebenfalls im Ortsteil Kobern befindet sich die Realschule plus für den Bereich Untermosel. Derzeit besuchen etwa 700 Schüler die Schule.
  • Einen Kindergarten in Trägerschaft der katholischen Kirche gibt es im Ortsteil Kobern.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

Im Jahr 1828 wurde im Ortsteil Kobern die erste Eisenerzgrube eröffnet. Weitere folgten. Im Oktober 1871 begann der Bau des Norbertus-Stollens. Der Stolleneingang befindet sich in der Lennigstraße unweit der Grundschule und ist von außen zu besichtigen. Die Grube Norbertus wurde vermutlich noch im 19. Jahrhundert endgültig geschlossen.

Mineralwasser[Bearbeiten]

Im Bereich der Gemeinde Kobern-Gondorf finden sich zahlreiche so genannte Säuerlinge, auch Sauerbrunnen genannt. Aber lediglich die Mineralquellen im zwischen Kobern und Winningen liegenden Belltal wurden etwa ab 1870 gewerblich genutzt. Die Fabrikation wurde erst im Jahr 1975 eingestellt. Die aus dem Jahr 1912 stammenden Gebäude der Versand- und Abfüllanlage verfallen.

Photovoltaikanlage[Bearbeiten]

Oberhalb des Ortsteils Gondorf errichtete die damalige RWE Energie AG ab 1988 zu Test- und Demonstrationszwecken eine Photovoltaik-Freiflächenanlage. Damals war die Anlage die größte ihrer Art in Europa. Bis heute wird sie als Testfeld für verschiedene Typen von Solarzellen und -modulen, Nachführsystemen und Wechselrichtern benutzt.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ortsgemeinde Kobern-Gondorf (Hrsg.): Kobern-Gondorf; 1980
  • Das Mittelrheinische Becken (= Werte der deutschen Heimat. Band 65). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 978-3-412-10102-2.
  • Joachim Krieger: Terrassenkultur an der Untermosel; Edition Krieger, 2003; ISBN 3-933104-08-4
  • Hildegard Sayn: Von dem freiadeligen Hofgut Coberstein und seinen Bewohnern; in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald) 1986
  • Otto von Czarnowsky: Die Mosel und ihre nächste Umgebung von Metz bis Coblenz, S. 243, online bei Google Books
  • Landschaftsverband Rheinland: Spätantike und frühes Mittelalter, Bonn 1991, ISBN 3-7927-1186-9

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kobern-Gondorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft Trier: Verzeichnis der Änderung von Bahnhofsnamen
  4. Schulze-Dörrlamm, Mechthild: Die spätrömischen und frühmittelalterlichen Gräberfelder von Gondorf, Gem. Kobern-Gondorf, Verlag Steiner, Stuttgart 1990, Seiten 17 ff.
  5. Monumenta Germaniae Historica AA IV, Carmen X,9, S. 242–244.
  6. Ausstellungskatalog Frühe Christen im Rheinland, S. 73 ff., Rheinisches Landesmuseum Bonn 1991
  7. LV Rheinland: Spätantike und..., S. 73ff
  8. MGH AA IV, Carmen X, 9, Stuttgart 1990, S. 17 ff.
  9. Frühe Christen im Rheinland, S. 73 ff., Bonn 1991
  10. Udo Liessem: Bemerkungen zur Bau und Kunstgeschichte der Wehrbauten von Kobern-Gondorf. Kobern 1980, S. 152 ff.
  11. O. Graf von Looz-Corswarem u. F. Theunert, Heimatchronik des Landkreises Mayen, Mayen 1954, S. 42 (Anm. 4)
  12. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 182 (PDF; 2,0 MB)
  13. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  14. Landesmuseum Mainz (Hrsg.) Reisewege zu den Nazarenern in Rheinland-Pfalz"", S. 56-57, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2649-1
  15. Elisabeth Haas-Reck, Die Dreikönigen-Kapelle auf dem Koberner "Kirchhof"., in "Moselkiesel Band 3", S. 156 ff., Bad Ems 2002, ISBN 3-9806059-1-4
  16. http://aviation-safety.net/wikibase/wiki.php?id=55657
  17. O. v. Czarnowsky: Die Mosel und ihre nächste Umgebung von Metz bis Coblenz"", S. 243
  18. Frühe Christen im Rheinland, S. 73 ff., Rheinisches Landesmuseum Bonn, 1991
  19. Krieger, Joachim: Terrassenkultur an der Untermosel, Joachim Krieger Verlag, Neuwied 2003