Hedwig Jagiellonica (1457–1502)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Herzogin Hedwig Jagiellonica von Bayern - das Bild zeigt sie noch als unverheiratete Frau; erkennbar an den offen getragenen Haaren
Wappen Herzog Georgs und der Hedwig Jagiellonica von Bayern im Gewölbe der Stadtpfarrkirche St. Johannes in Dingolfing. Datiert 1502
Georg der Reiche und Hedwig von Polen in einem Fenster des Landshuter Rathauses

Hedwig Jagiellonica (polnisch Jadwiga Jagiellonka; * 21. September 1457 in Krakau; † 18. Februar 1502 in Burghausen), auch bekannt als Hedwig von Burghausen, war von 1479 bis 1502 Herzogin von Bayern-Landshut als Gemahlin von Herzog Georg dem Reichen.

Sie war die Tochter des Königs von Polen und Großfürsten von Litauen, Kasimir und seiner Gemahlin Elisabeth von Habsburg, Tochter des römisch-deutschen Königs Albrecht II. Ihr Bruder Władysław war seit 1471 König von Böhmen.

Im Frühjahr 1474 begannen die Verhandlungen zwischen den Höfen in Landshut und Krakau über eine Ehe zwischen Hedwig und Herzog Georg, dem ältesten Sohn des regierenden Herzogs Ludwig IX. der Reiche von Bayern-Landshut. Da auch ihr Bräutigam durch seine Großmutter mit dem österreichischen Herzogshaus verwandt war, benötigte das Brautpaar zur Verehelichung eine päpstliche Dispens.

Am 14. November 1475 fand die Hochzeit in Landshut statt. Mit Anwesenheit des Kaisers und zweier Kurfürsten dauerten die Feierlichkeiten sechs Tage und gingen als eine der glanzvollsten Hochzeiten des Mittelalters in die Geschichte ein. Noch heute feiert die Stadt Landshut alle vier Jahre die sog. Landshuter Hochzeit.

Herzogin Hedwig lebte nach der Hochzeit wie ihre Vorgängerinnen auf der Burg zu Burghausen, wo sie angeblich fünf Kinder gebar, von denen nur zwei Mädchen, Elisabeth und Margarete, am Leben blieben. Die Ehe galt als nicht besonders glücklich. Die Meinung jedoch, dass sie gleich nach ihrer Hochzeit nach Burghausen verbannt worden sei, entspricht nicht den Tatsachen. Hedwig starb in Burghausen 1502, ein Jahr vor ihrem Gatten. Sie wurde in der Kirche des Zisterzienserklosters Raitenhaslach, dem Begräbnisort der in Burghausen verstorbenen Wittelsbacher, bestattet. Dort war auch ihr Hochgrab bis zur Säkularisation zu sehen. Jüngst wurde an seiner Stelle mit Unterstützung der Förderer (der Landshuter Hochzeit) eine Gedenkinschrift in den Fußboden eingelassen.

Nach dem Tod vom Herzog Georg kam es 1504 wegen des Fehlens eines männlichen Nachkommen zum Landshuter Erbfolgekrieg.

Landshuter Rathaus. An den Wänden des Prunksaales befinden sich Szenen aus der Prinzenhochzeit von 1475. Hier sehen wir den Wagen der polnischen Prinzessin Hedwig. Neben ihr reitet der Herzogssohn Georg der Reiche. Das Bild entstand Ende des 19. Jahrhunderts und wurde von August Spieß, Rudolf Seitz, Ludwig Löfftz und Konrad Weigand gemalt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hedwig Jagiellonica (1457–1502) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Dorner: Herzogin Hedwig und ihr Hofstaat - Das Alltagsleben auf der Burg Burghausen nach Originalquellen des 15. Jahrhunderts. In: Burghauser Geschichtsblätter. Nr. 53