Heinz Kähler
Heinz Kähler (* 21. Januar 1905 in Tetenbüll; † 9. Januar 1974 in Köln) war ein deutscher Klassischer Archäologe.
Der Sohn eines Pastors studierte in Freiburg i. Br., Berlin und Kiel Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Altphilologie und Kunstgeschichte. 1929 promovierte er in Freiburg über Die römischen Kapitelle des Rheingebietes. Es folgten Forschungsreisen durch Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und das westliche Kleinasien. Den Reisen entsprangen Aufsätze über Denkmäler römischer Kunst, vor allem der Architektur. Von 1934 bis 1936 lebte er als freier Wissenschaftler in Berlin. Von 1937 bis 1941 war er bei Ernst Buschor in München Assistent. Trotz Verpflichtung zum Kriegsdienst erfolgte 1942 seine Habilitation mit der Arbeit Der große Fries von Pergamon. 1943 wurde er Dozent für Klassische Archäologie. 1951 wurde er in München zum außerordentlichen Professor ernannt. 1953 erhielt er den Lehrstuhl in Saarbrücken. Als Nachfolger von Andreas Rumpf übernahm Kähler 1960 die Leitung des Instituts der Klassischen Archäologie der Universität zu Köln.
Seine Arbeitsschwerpunkte waren die Architektur und Bauplastik von der archaischen Zeit Griechenlands bis zur römischen und byzantinischen Spätantike. Als herausragende Arbeiten gelten u. a. die Untersuchungen am Pergamonfries, den griechischen Metopen und den Triumphbögen (1939). In späteren Jahren lag der Schwerpunkt auf der Spätantike mit Untersuchungen über die Kirchen in Aquileia (1957 und 1962), die Hagia Sophia (1967) und die Villa des Maxentius bei Piazza Armerina (1973).
Schriften (Auswahl) [Bearbeiten]
- Die frühe Kirche. Kult und Kultraum. Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-548-36066-1.
- Die Hagia Sophia. Berlin 1967.
- Der Fries vom Reiterdenkmal des Aemilivs Pavllvs in Delphi. Berlin 1965.
- Das Fünfsäulendenkmal für die Tetrarchen auf dem Forum Romanum. Köln 1964.
- Das griechische Metopenbild. München 1949.
- Triumphbogen (Ehrenbogen), in: RE 7 A1, 1939, 373-493.
Literatur [Bearbeiten]
- Christoph Schwingenstein: Heinz Kähler 1905–1970. In: Archäologenbildnisse. Porträts und Kurzbiographien von Klassischen Archäologen deutscher Sprache. S.293–294, Mainz 1988, ISBN 3-8053-0971-6.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Heinz Kähler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Heinz Kähler (1953–1960) | Nikolaus Himmelmann (1962–1966) | Friedrich Hiller (1967–1995) | Carola Reinsberg (seit 1995)
1. Lehrstuhl (Klassische Archäologie): Andreas Rumpf (1928–1960) | Heinz Kähler (1960–1973) | Hans-Volkmar Herrmann (1973–1987) | Henner von Hesberg (1988–2006) | Michael Heinzelmann (seit 2008)
2. Lehrstuhl (Klassische Archäologie): Tobias Dohrn (1960–1976) | Henning Wrede (1978–1994) | Dietrich Boschung (seit 1996)
3. Lehrstuhl (bis 1988 Vorderasiatische Archäologie, seit 1992 Provinzialrömische Archäologie): Wolfram Nagel (1972–1988) | Thomas Fischer (seit 1992)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kähler, Heinz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Klassischer Archäologe |
| GEBURTSDATUM | 21. Januar 1905 |
| GEBURTSORT | Tetenbüll |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1974 |
| STERBEORT | Köln |