Henrik Hertz

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Henrik Herz

Heyman Henrik Hertz (* 25. August 1798 in Kopenhagen; † 25. Februar 1870 ebenda) war ein dänischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie stammte aus dem jüdischen Bildungsbürgertum Dänemarks. Der Vater, Philip Hertz, war erst Kaufmann, dann Bäckermeister. Er verstarb als Henrik 1 1/2 Jahre alt war. Nach seinem Tod übernahm die Mutter, Beline Hertz, geborene Salomonsen, die Bäckerei in der Klosterstræde. Im Jahr 1807 wurde die Bäckerei bei der Bombardierung von Kopenhagen durch einen großen Brand im gesamten Viertel der Stadt zerstört und damit auch die glückliche Kindheit von Henrik Hertz, die nur einmal überschattet wurde durch eine fast tödliche Operation im vierten Lebensjahr, wo sich Knötchen am Hals gebildet hatten. 1814 ereilte ihn der zweite Schicksalsschlag mit dem Tod seiner Mutter, der ihn im Alter von 17 Jahren zum Vollwaisen machte.

Bis zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich Henrik mit Lesen von Romanen und kannte bereits die wichtigsten deutschen und dänischen literarischen Werke. Sein Bruder Salomo Sylvester Hertz (geboren 1792), der zweitälteste Sohn der Familie, später Herausgeber der bekannten Vejle Amtsavis, hatte eine dichterische Begabung und beendete gerade sein Magisterstudium in Philosophie (1809). Zur Vorbereitung auf die Metropolitanskolen in Kopenhagen, einer Grundschule der gehobenen Mittelklasse, brachte er dem jüngeren Bruder immer wieder Literatur mit. “Soweit ich mich erinnere”, schrieb Hertz in seinem autobiographischen Manuskript Gjenganger-Breve, das er 1870 anonym veröffentlichte. “hielt ich es ab meinem 11 Jahr für eine beschlossene Sache, dass ich Verse schreibe. Mein Bruder gab mir deshalb einmal einen Auftrag in Dänisch, den ich mit einer kleinen Komödie, durchsetzt mit Liedern, beantwortete.” Als Henrik 13 Jahre alt war, kam er ins Gymnasium und als seine Mutter starb war es fraglich, ob er als Waise überhaupt studieren konnte. In dem Herausgeber der Berlingske Tidende, ML Nathanson , fand er einen Gönner, der ihm das Jura Studium ermöglichte, das er 1817 mit Bravour abschloss.

Henrik Hertz war ein begeisterter Fan von Adam Oehlenschläger‎ , traf Oehlenschlägers literarischen Erzfeind, den dänischen Dichter Jens Immanuel Baggesen (1764-1826) und war ein guter Freund von Johan Ludvig Heiberg und dessen Gattin. In seiner Autobiographie Gjenganger-Breve, in der er übrigens den Märchendichter Hans-Christian Andersen kritisch sieht, bekannte er sich zu Johan Ludvig Heiberg und dessen Schule. Seine frühen Gedichte waren beeinflusst von Bernhard Severin Ingemann , später Adam Oehlenschläger. Er verehrte Svend Grundtvig, Adolph Wilhelm Schack von Staffeldt‎ und bewunderte William Shakespeare.

Die Dramen und Komödien von Henrik Hertz waren sehr erfolgreich und gelten als Vorreiter für den bürgerlichen Realismus in Dänemark.

Im Jahre 1845 erhielt Henrik Hertz den Titel Professor , wurde im Jahr 1850 zum Ritter des Dannebrog und 1865 Dannebrogsmand ernannt. Er war einer der vier Dichter (neben Hans Christian Andersen , Christian Winther und Frederik Paludan-Müller ), denen als erste eine Dichtergage vom Reichstag gewährte wurde.

Mit 52 Jahren, heiratete er Louise von Halle, die Tochter des Händlers Amsel von Halle und Sara geb. Nathanson. (1850) und erlebte mit ihr noch 20 erfolgreiche Jahre als Schriftsteller und Autor.

Am 25. Februar 1870 wurde er auf dem Friedhof von Assinstens beerdigt.

Werke[Bearbeiten]

  • Henrik Hertz's Samlede Skrifter. (1. 1854 - 18. 1873)
  • Udvalgte dramatiske Værker. (1.1897 - 8.1898)

Rezeption[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Kyrre: Henrik Hertz. - Kopenhagen, Hagerup, 1916
  • Brøndsted, Mogens: Henrik Hertzes teater. - Kopenhagen, Munksgaards Forlag 1946

Weblinks[Bearbeiten]