Hermann Biow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hermann Biow (* 1804 vermutlich in Breslau, andere Quellen geben 1810/1811 an; † 20. Februar 1850 in Dresden) war ein bedeutender deutscher Fotograf in der Frühzeit der Fotografie.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Hermann Biow: Porträt Alexander von Humboldt, 1847
Hermann Biow: Die Zerstörungen des Hamburger Brandes von 1842 im Bereich der Kleinen Alster. Blick vom Dach der Börse in Richtung Lombardsbrücke.

Biow, der vermutlich der Sohn des Malers Raphael Biow war, arbeitete zunächst als Maler und Schriftsteller, bis er am 15. September 1841 sein Atelier in Hamburg (Altona) eröffnete. Von 1842 bis 1843 arbeitete er mit dem Fotografen Carl Ferdinand Stelzner zusammen. Ab 1845 lernte er seine Schwester Jenny Bossard-Biow als Daguerreotypistin an. Ab 1846 begab er sich auf Deutschlandreise, 1848 übernahm seine Schwester das Hamburger Atelier. 1849 gründete er ein neues Atelier in Dresden. 1850 starb Hermann Biow in Dresden an einem Leberleiden aufgrund der beim Entwickeln eingeatmeten Quecksilberdämpfe.

Werk[Bearbeiten]

Biow wurde vor allem durch seine Porträtfotografie berühmt. Er porträtierte Politiker, Prominente und wohlhabende Bürger, unter anderem Franz Liszt, Alexander von Humboldt und Friedrich Wilhelm IV.

Seine zeitgeschichtlich bedeutendsten Werke sind jedoch die vermutlich ersten Fotos von Hamburg, welche Biow nach dem großen Stadtbrand von 1842 angefertigt hatte. Er kann somit als einer der Begründer der deutschen Dokumentarfotografie angesehen werden. Bekannt sind seine Parlamentarierportraits der ersten deutschen Nationalversammlung in Frankfurt 1848/49.

Seine Technik war die in Frankreich von Louis Jacques Mandé Daguerre entwickelte Daguerreotypie. Auf welchem Weg Biow mit ihr in Kontakt kam, und wie er sie erlernte, ist nicht bekannt. Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen, die kleinformatige Daguerreotypien machten, experimentierte Biow auch mit großformatigen Bildern (bis zu 32×26 cm).

Literatur[Bearbeiten]

  • Silber und Salz Zur Frühzeit der Photographie im deutschen Sprachraum 1839–1860 von Bodo von Dewitz und Reinhard Matz, herausgegeben von Agfa Foto Historama, Köln, 1989, ISBN 3-925835-65-2. Kataloghandbuch zur Jubiläumsausstellung 150 Jahre Photographie, 696 Seiten. (Enthält u.a. ein Kapitel über die daguerreotypisierten Männer der Frankfurter Paulskirche).
  • Vor der Camera. Zur Geschichte der Photographie in Hamburg von Fritz Kempe, Christians Verlag, Hamburg, 1976, 144 Seiten
  • Die Daguerreotypie in Hamburg 1839–1860 von Prof. Wilhelm Weimar. Ein Beitrag zur Geschichte der Photographie als 1. Beiheft zum Jahrbuch der Hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten XXXII. 1914
  • Guido Dieckmann: Herrin über Licht und Schatten. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-25590-8. Ein historischer Roman über Hermann Biow und seine Schwester Jenny Bossard-Biow.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Biow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien