Hermann Josef Hack

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Hermann Josef Hack (2013)
Kunstaktion von Hermann Josef Hack mit 600 kleinen Klimaflüchtlingszelten vor dem hannoverschen Hauptbahnhof
Hermann Josef Hack als Botschafter der Klimaflüchtlingsrepublik am Auswärtigen Amt, Berlin 2010

Hermann Josef Hack (* 20. Juni 1956 in Bad Honnef) ist ein deutscher Künstler.

Wirken[Bearbeiten]

Hack gehörte ab 1973, 17-jährig, zu den zahlreichen Schülern von Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Er absolvierte von 1977 bis 1979 ein Studium und eine Ausbildung zum Dipl.-Verwaltungs-Betriebswirt bei der Deutschen Bundesbahn. Von 1990 bis 1997 war er Kunstbeauftragter des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und von 1992 bis 1998 Mitglied des Gründungskuratoriums der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.[1] Er wurde bekannt durch sozialpolitische Aktionen wie den Arme-Socken-Teppich (1998) und das World Climate Refugee Camp, ein Miniatur-Flüchtlingslager aus über 1.000 Zelten, das er im Zentrum europäischer Hauptstädte aufbaut, um auf die Opfer des Klimawandels hinzuweisen. Als Maler benutzt Hack Zeltplane für die Darstellung globaler Herausforderungen.[2]

Wichtige Stationen seiner Betätigung waren u. a. das weltweit erste interaktive Fernsehprojekt Piazza Virtuale bei Van Gogh TV, welches er gemeinsam mit der Künstlergruppe Ponton zur Documenta IX im Jahre 1992 durchführte.

Die erste Bildtelefonverbindung zwischen Forschern am Nordpol, vom Südpol und Besuchern des Kunstmuseum Siegburg im Jahr 1994 (die sogenannte „Polarnacht“ wurde auch ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen), sowie die erste Videokonferenz zwischen der Besatzung des Forschungsschiffes Polarstern in der Antarktis und Besuchern des Museum Koenig in Bonn waren weitere Aktionen, die er unternahm, um Wissenschaftler mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu bringen.

Mit seinem „World Climate Refugee Camp“, einem Klimaflüchtlingslager im Miniaturformat aus von Hack gefertigten und mit Aufschriften versehenen Zelten, bereist der Künstler die Metropolen Europas und mittels der Wanderausstellung "Zur Nachahmung empfohlen!" auch anderer Kontinente, um auf die Nöte der schon jetzt vom Klimawandel Bedrohten hinzuweisen und für deren Anerkennung als Flüchtlinge einzutreten.

Seit 2013 verwandelt Hack seine Bilder auf Zeltplanen in sogenannte „Bewohnbare Bilder“, indem er diese z.B. von der Museumswand in den Raum hineinragen lässt, so dass sie eine Schutzplane bilden oder auf einem aus Stöcken zusammengeknoteten Unterbau als Notbehausung fungieren.

Weiterhin ist bzw. war Hack Gastdozent u. a. an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, der Universität Hohenheim, der Leuphana Universität Lüneburg sowie der privaten Universität Witten/Herdecke.

Aktionen, Ausstellungen und Projekte[Bearbeiten]

  • 2000 Ultimedia, Stadtmuseum Siegburg
  • 2001 Aktion Börsianer-Bibel vor der Börse in Frankfurt [3]
  • 2001 Aktion „Du bist Köln“ [4]
  • 2009 Aktion zum städtischen Klimatag in Leipzig [5]
  • 2010–2012 „Zur Nachahmung empfohlen! – Examples to follow!“, Uferhallen Berlin (mit Yes Men Group, Olafur Eliasson, Tue Greenvort u. a.) [6]
  • 2012-2015 "Zur Nachahmung empfohlen! - Ejemplos a seguir!" weitere Stationen mit Hacks WORLD CLIMATE REFUGEE CAMP in Mumbai, Peking, Sao Paulo, Puebla/Mexico, Zeche Zollverein Essen, Lima/Peru

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Pohlmann (Hrsg.): Hermann Josef Hack, Ultimedia. Stadtmuseum Siegburg, 2000, ISBN 3-93500500-8

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetseite Kunstnetzwerk NRW
  2. Kunstforum, Band 1988, 2009, S. 216
  3. Die Welt: Bibel für Börsianer, vom 28. April 2001
  4. Aktionskünstler Hack Neue Namen für Kölns Straßen, in: Spiegel online vom 29. Oktober 2001
  5. Magazin art: Hermann Josef Hack - Interview – „Backöfen statt Krisenherde" vom 15. Juni2009
  6. http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/kultur_der_nachhaltigkeit/zur_nachahmung_empfohlen.html