Kunstakademie Düsseldorf
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| Kunstakademie Düsseldorf | |
|---|---|
| Gründung | 1773 |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | Düsseldorf |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Rektor | |
| Studenten | 371 (WS 2004/2005) |
| Professoren | 35 |
| Website | www.kunstakademie-duesseldorf.de |
Die Kunstakademie Düsseldorf ist eine staatliche Kunsthochschule in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.[1] Sie ist die einzige Hochschule in Nordrhein-Westfalen, an der keine Studiengebühren erhoben werden. In die Eingangstreppe eingemeißelt findet sich der von Irmin Kamp geprägte Anspruch der Akademie: „Für unsere Studenten nur das Beste“.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Abschlüsse
Das Studium schließt mit dem Akademiebrief (Diplom) oder dem Staatsexamen ab. Beiden Abschlüssen steht die Verleihung eines Meisterschülertitels durch den jeweiligen Professor offen. In den kunstbezogenen Wissenschaften besteht zudem die Möglichkeit einer ordentlichen Promotion.
[Bearbeiten] Fachbereiche
Das Studienangebot gliedert sich in die Fachbereiche Kunst und Kunstbezogene Wissenschaften, die sich wiederum folgendermaßen untergliedern:
- Kunst
- Malerei
- Bildhauerei
- Experimentelle Bildhauerei
- Integration Bildende Kunst und Architektur
- Baukunst (Architektur)
- Photographie
- Bühnenbild
- Freie Graphik
- Typographie
- Film
- Kunstbezogene Wissenschaften
- Kunstgeschichte
- Philosophie
- Pädagogik
- Didaktik der Bildenden Künste
- Soziologie
- Poetik und künstlerische Ästhetik
- Psychologie
[Bearbeiten] Werkstätten
In der Akademie existieren professionelle Werkstätten mit künstlerisch wie handwerklich ausgebildeten Werkstattleitern für:
- Kunststoff
- Stein
- Keramik
- Metall
- Holzbildnerei
- Holzbearbeitung
- Gips
- Maltechnik
- Photographie
- Video
- Graphik
- Metallguss
[Bearbeiten] Geschichte
Die Kunstakademie entstand 1773 als „Kurfürstlich-Pfälzische Academie der Maler, Bildhauer- und Baukunst“ aus der um 1762 durch Lambert Krahe (1712–1790) begründeten Zeichenschule.
Da während der napoleonischen Kriege die kurfürstliche Bildergalerie von Düsseldorf nach München gebracht wurde (1805/06), beschloss die preußische Regierung 1819 als Entschädigung die Wiederbegründung der alten Akademie als Königlich-Preußische Kunstakademie. Als erster Direktor wurde Peter von Cornelius (1783–1867) berufen. Der Lehrbetrieb begann 1822. Nach Cornelius’ Weggang nach München im Jahr 1824 folgte 1826 Friedrich Wilhelm von Schadow (1788–1862) aus Berlin kommend als neuer Direktor. Unter seiner Ägide (bis 1859) entwickelte sich die Akademie zu einer Institution von internationalem Rang. Mit ihr verband sich seit den 1830er-Jahren der Begriff der Düsseldorfer Malerschule, die über den eigentlichen Kreis der Akademielehrer und -schüler hinaus reichte. Speziell die Landschaftsmalerei, aber auch das Genre, genossen einen hervorragenden Ruf; zahlreiche Maler aus Skandinavien, Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika kamen zur Ausbildung nach Düsseldorf.
Studenten der 1920er Jahre waren u.A. Arno Breker und Wilhelm Lehmbruck.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden einige Lehrer wie Paul Klee abgelöst. Werner Peiners Professur für Monumentalmalerei wurde nach Kronenburg in der Eifel ausgelagert, dort erfolgte die Gründung der Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei, aus der der DDR-Staatskünstler Willi Sitte hervorging. Das eigens errichtete Gebäude wurde von Emil Fahrenkamp entworfen.
[Bearbeiten] Nach 1945
Nach dem Krieg erfolgte die Neuausrichtung der Akademie unter dem Rektor Ewald Mataré. Studenten dieser Zeit waren u. a. sein späterer Meisterschüler Joseph Beuys, Erwin Heerich und Günter Grass, der seinen Kommilitonen Herbert Zangs in der Blechtrommel als „Maler Lanke“ verewigte.
1959 wurde Karl Otto Götz and die Akademie berufen, aus dessen Klasse die Maler Gerhard Richter, Gotthard Graubner und Sigmar Polke hervorgingen.
In den bewegten 1960er- und 1970er-Jahren (68er-Bewegung, Punk nahm seinen Ausgang in Düsseldorf) erlebte die Akademie eine intensive Auseinandersetzung einerseits durch viele Fluxus-Veranstaltungen und Aktionen, andererseits kam es auch zu größeren Konflikten zwischen Professoren der Hochschule und Prof. Joseph Beuys. Es wurde sogar ein Manifest gegen ihn verfasst. Johannes Rau führte als Minister für Wissenschaft und Forschung mit Beuys eine juristische Auseinandersetzung um seine Kündigung, die erfolgt war, weil Beuys das Sekretariat gemeinsam mit abgewiesenen Studenten besetzt hatte. Der spätere Rektor Markus Lüpertz wurde in den 1960er-Jahren der Akademie verwiesen.
Nach wie vor ranken sich Legenden um die Düsseldorfer Akademie mit ihrem eindrucksvollen Gebäude und den riesigen Ateliers, so beispielsweise um den legendären Raum 20, in dem unter Prof. Joseph Beuys die Künstler Katharina Sieverding, Blinky Palermo, Imi Knoebel und Jörg Immendorff arbeiteten, bevor Knoebel, Immendorff und Palermo Raum 19 für sich beanspruchten. Ein ähnlicher Ausgangspunkt wichtiger künstlerischer Strömungen war die Foto-Klasse von Bernd und Hilla Becher mit den Schülern Andreas Gursky, Thomas Ruff, Candida Höfer und Thomas Struth.
Weitere wichtige Lehrer nach dem Zweiten Weltkrieg waren Prof. Klaus Rinke mit den Meisterschülern Reinhard Mucha und Thomas Schütte, Prof. Fritz Schwegler, bei dem unter anderem Thomas Demand und Katharina Fritsch studierten, Prof. Alfonso Hüppi mit einer Vielzahl an interessanten Schülern wie Dirk Skreber und Corinne Wasmuht und der Theoretiker Oswald Wiener.
In den 1980er Jahren gab es eine kulturpolitische Landtagsinitiative, nach der die Kölner Werkschulen (heute: Kunsthochschule für Medien, Köln) zusammen mit der 1971 gegründeten Kunstakademie Münster als Unterabteilung der Kunstakademie Düsseldorf geführt werden sollten.
In der Akademie befanden oder befinden sich kunsthistorisch relevante Werke wie die Fettecke von Joseph Beuys in Raum 3 (heute Professorenraum), Imi Knoebels Raum 19 (Verbleib: Dia:Beacon, New York), Gerhard Merz Installation eines Oberlichts in Raum 301 im Nordturm der Akademie und eine aus Kakteen bestehende Arbeit von Klaus Rinke. Dies hat unter Anderem mit der Tradition zu tun, den Professoren nicht nur Klassenräume zur Verfügung zu stellen, sondern auch ein eigenes Atelier.
[Bearbeiten] Heute
Die Konzeption des Studiums gilt als eine der weltweit freiheitlichsten und dem künstlerischen Denken verpflichtet. Aktuell unterrichtet an der Akademie eine divergente und internationale Professorenschaft mit Peter Doig (Schottland), Rita McBride und Christopher Williams (beide USA), Siegfried Anzinger, Herbert Brandl und Martin Gostner (alle Österreich), Tal R (Dänemark/Israel), Didier Vermeiren (Belgien), Tony Cragg (England) und den deutschen Künstlern Rosemarie Trockel, Reinhold Braun, Andreas Schulze, Hubert Kiecol, Georg Herold und Thomas Grünfeld (Auswahl). Im Bereich kunstbezogene Wissenschaften wurden unter Anderem Durs Grünbein und Siegfried Gohr berufen.
Jährlich zum Ende des Wintersemesters lädt die Akademie zum Rundgang ein. Alle Klassen stellen der Öffentlichkeit ihre künstlerischen Arbeiten vor.
Am Burgplatz besteht seit 2005 die sogenannte Akademie-Galerie. Sie bietet den Werken der Professoren der Kunstakademie und ihren früheren Studenten Ausstellungsraum und soll langfristig eine Sammlung der Kunstakademie aufbauen.
[Bearbeiten] Direktoren und Rektoren
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Andreas Achenbach, Die Kunstakademie in Düsseldorf, 1831
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[Bearbeiten] Bekannte Professoren und Studenten
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[Bearbeiten] Literatur
- Der ganze Riemen, Beuys’ Auftritt als Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf 1967–1972, von Johannes Stüttgen, Verlag der Buchhandlung König, Darmstadt, 2008.
- Rudolf Wiegmann: Die Königliche Kunst-Akademie zu Düsseldorf. Ihre Geschichte, Einrichtung und Wirksamkeit und die Düsseldorfer Künstler. Buddeus Verlag Düsseldorf 1856.
- Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918 herausgegeben vom Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof und von der Galerie Paffrath, Düsseldorf; Textredaktion: Martina Sitt. Bruckmann Verlag München 1997–1998, ISBN 3-7654-3009-9
- Lyubomir Szabo: Architekt 1930–2000+ Projekt: Überbau der Kunstakademie Düsseldorf
- Rolf Wederer, Thomas Kempas: „Architektonische Spekulationen.“ Drosteverlag 1970
[Bearbeiten] Einzelnachweis
[Bearbeiten] Weblinks
Universitäten:
RWTH Aachen | Universität Bielefeld | Ruhr-Universität Bochum | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn | Technische Universität Dortmund | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | Universität Duisburg-Essen | Fernuniversität in Hagen | Universität zu Köln | Deutsche Sporthochschule Köln | Westfälische Wilhelms-Universität Münster | Philosophisch-Theologische Hochschule Münster | Universität Paderborn | Theologische Fakultät Paderborn | Universität Siegen | Philosophisch-Theologische Hochschule SVD St. Augustin | Universität Witten/Herdecke | Bergische Universität Wuppertal | Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel
Kunst- und Musikhochschulen:
Hochschule für Musik Detmold | Kunstakademie Düsseldorf | Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf | Folkwang Hochschule im Ruhrgebiet | Hochschule für Musik und Tanz Köln | Kunsthochschule für Medien Köln | Kunstakademie Münster | Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft | Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen
