Hermann von Heeren

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Hermann Heeren

Johann Hermann Freiherr von Heeren (* 4. Oktober 1833 in Waldenau, Holstein; † 6. Mai 1899 in Rottenbuch, Oberbayern) war Diplomat der Freien Hansestädte, Commandant de la Légion d'Honneur und später bayerischer Agrarunternehmer.

Leben[Bearbeiten]

Johann Hermann Heeren studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg und Göttingen und promovierte mit "insigni cum laude" zum Dr. jur. Er schloss sich in Heidelberg dem Corps Suevia Heidelberg an und wurde in Göttingen Mitglied des Corps Hannovera. Als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Vincent Rumpff wurde er 1864 in Paris Ministerresident der drei Freien Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck am Kaiserlich-französischen Hof Napoléons III. Am 14. Dezember 1868 wird er zum Kommandeur der Ehrenlegion in Paris ernannt. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Jahr 1870 verhalf er Kaiserin Eugénie zu ihrer abenteuerlichen Flucht von Paris über Deauville ins Londoner Exil. Heeren trat anschließend von seinem Amt als diplomatischer Vertreter der Städte in Paris zurück.

Er setzte sich in Bayern zur Ruhe und erwarb das Gut Rottenbuch im Ammertal aus dem Bestand des säkularisierten ehemaligen Klosters Rottenbuch, wo er von dem Prinzregenten Luitpold von Bayern wegen seiner Verdienste um die Struktur der Landwirtschaft am 28. Juli 1889 in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben wurde. Er war in Rottenbuch auch Brauereibesitzer und begründete ein Familienfideikommiss.

Ernennungsurkunde Hermann Heeren zum Kommandeur der Ehrenlegion in Paris

Johann Hermann von Heeren hatte eine Zwillingsschwester Ida Wilhelmine Heeren (1833-1898, verheiratet mit Heinrich Amsinck). Mit seiner Ehefrau Maria del Carmen Heeren y Massa (1849-1924) hatte er vier Kinder:

  • August Wilhelm Alexander von Heeren (1870-1927), Kaiserlicher Geheimer Regierungsrat zu Straßburg, Gutsbesitzer zu Rottenbuch
  • Eggebert Hermann von Heeren (1880-1957), Oberleutnant der Luftwaffe, Gutsbesitzer zu Schloss Eppishausen bei Erlen im Thurgau (Schweiz)
  • Viktor von Heeren (1881-1949) war Gesandter in Prag und Belgrad
  • Maria del Consuelo von Heeren (1889-1952)

Literatur[Bearbeiten]

  • Armin Danco: Das Gelbbuch des Corps Suevia zu Heidelberg, 3. Auflage (Mitglieder 1810-1985), Heidelberg 1985
  • Heinrich Ferdinand Curschmann: Blaubuch des Corps Hannovera zu Göttingen, Band 1: 1809-1899 Göttingen 2002, S. 191, Nr. 597

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann von Heeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien