Himmelsbrief

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Als Himmelsbriefe werden bestimmte Texte bezeichnet, die angeblich außerirdischen oder göttlichen Ursprungs sind.

Bei Himmelsbriefen handelt es sich zum Teil um Texte auf Flugblättern, die zur Heiligung des Sonntags aufrufen. Es gibt auch alte literarische Belege für Himmelsbriefe. So wird davon berichtet, dass ein Brief von Gott selbst in Goldlettern geschrieben und auf wundersame Weise vom Erzengel Michael überbracht wurde. Jeder, der eine Kopie dieses Briefs bei sich trägt oder in seinem Haus aufbewahrt, soll vor Unwetter geschützt sein, alle Feinde überwinden und Gottes Gunst wiedererlangen. Schwangere Frauen sollen auf eine glückliche Geburt hoffen können. Im Mittelalter waren Himmelsbriefe besonders weit verbreitet. Noch im 20. Jahrhundert wurden sie verkauft, oft in Form eines Bilderbogens. Sowohl Katholiken als auch Protestanten verwendeten ihn als Haussegen.

Der Ursprung der Himmelsbriefe liegt in der Antike. In ihrer christlichen Form reichen sie bis ins 6. Jahrhundert zurück.

Himmelsbriefe sind von den so genannten Briefen zum Himmel zu unterscheiden. Bei ihnen handelt es sich um Bitt- und Dankschreiben, die von Gläubigen an Kultorten deponiert wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Brückner: Brief, III. Frömmigkeitsgeschichtlich. In Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 2, Sp. 690. Herder, Freiburg 1993, ISBN 3-451-22002-4
  • Ellen Ettlinger: The Hildburgh Collection of Austrian and Bavarian Amulets in the Wellcome Historical Medical Museum. Folklore 76, 2 (Summer 1965): 104–117, ISSN 0015-587X
  • Hans Günther Bickert / Norbert Nail: „Es stand ein Wirtshaus an der Lahn…“ Der alte Gasthof zum Schützenpfuhl in Marburg. Mit einem Beitrag über „Himmelsbriefe“. Marburg 2008 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur; 90). ISBN 978-3-923820-90-0