Holzbrücke bei Essing
48.938411.7808354Koordinaten: 48° 56′ 18,2″ N, 11° 46′ 50,9″ O
| Holzbrücke bei Essing | ||
|---|---|---|
| Überführt | Fußgänger, Fahrradfahrer | |
| Unterführt | Main-Donau-Kanal, Staatsstraße 2230 | |
| Ort | Essing | |
| Konstruktion | Spannbandbrücke | |
| Gesamtlänge | 189,91 m | |
| Durchfahrtshöhe | 7 m | |
| Baukosten | € 2,0 Mio. | |
| Freigabe | 1986 | |
| Planer | Richard Johann Dietrich | |
| Lage | ||
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| Höhe über dem Meeresspiegel | 354 m ü. NHN | |
Die Holzbrücke bei Essing ist eine Spannbandbrücke, die bei Essing in der Nähe von Kelheim Fußgänger- und Fahrradfahrer über den Main-Donau-Kanal führt. Die nach sieben Planungsjahren 1986 errichtete Brücke war mit 189,91 m die längste Holzbrücke Europas bis sie 2006 vom Drachenschwanz in Ronneburg abgelöst wurde. Speziell an der vor Ort als Tatzelwurm bezeichneten Brücke ist die Verwendung von Brettschichtholz als Spannband.
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Anfertigung und Zahlen [Bearbeiten]
Der Entwurf der Brücke stammt von Richard Johann Dietrich, statische Berechnungen wurden von Heinz Brüninghoff und der Technischen Universität München durchgeführt, Modelle wurden angefertigt und unter anderem im Windkanal getestet.
Die ausgefeilte Statik des Bauwerks gilt als eindrucksvolle Ingenieurleistung. Die 9 als Spannband ausgeführten 200 Meter langen Hauptträger haben jeweils einen Querschnitt von 22 x 65 cm. Da sie zwischen den Stützkonstruktionen frei hängend der Seilzuglinie folgen, werden sie überwiegend auf Zug belastet und können dadurch schlank gehalten werden. Die Träger wurden in 40 m langen Teilstücken angeliefert und vor Ort per Keilzinkung verleimt. Dadurch wird erreicht, dass die Brücke einer Belastung von 500 Kilogramm pro Quadratmeter stand hält. Die Baukosten betrugen rund 4 Millionen D-Mark.
Obwohl die Brücke über der Mitte der Fahrrinne des Main-Donau-Kanals am tiefsten durchhängt, weist sie an dieser Stelle (353,60 m ü NN) noch eine Durchfahrtshöhe von 7,0 m über dem „Höchsten schiffbaren Wasserstand“ (HSW) auf.
Feuchtigkeitsbedingte Pilzschäden an der Holzkonstruktion erforderten Anfang des 21. Jahrhunderts die Instandsetzung der betroffenen Stellen.
Lage [Bearbeiten]
Das Bauwerk überspannt den Main-Donau-Kanal und eine Umgehungsstraße. Sie dient überwiegend Fußgängern und Radfahrern, kann im Bedarfsfall aber auch mit Kraftfahrzeugen befahren werden. Aufgrund ihrer geschwungenen Form, der sie auch ihren lokal verwendeten Namen Tatzelwurm verdankt, fügt sich die Brücke elegant in das Landschaftsbild des Altmühltals ein.
Bilder [Bearbeiten]
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deutsche Briefmarke von 1992 zur Eröffnung des Main-Donau-Kanals.
Weblinks [Bearbeiten]
- Holzbrücke bei Essing. In: Structurae.
- Die Brücke auf der Webseite des Ingenieursbüros Dietrich
- Manfred Sack: Mit Schwüngen über den Kanal. Im Altmühltal eröffnet: Die Brücke von Essing. Die Zeit, 5. Juni 1987, abgerufen am 8. Februar 2013.
Literatur [Bearbeiten]
- Richard J. Dietrich: Faszination Brücken, Callwey, München 1998; S. 206-213, ISBN 3-7667-1326-4
- Matthew Wells: 30 Bridges, Laurence King, 2002, S. 140-143, ISBN 1-85669-217-5 (dt.: 30 Brücken, Callwey, München ISBN 3-7667-1501-1)
- Heinz Brüninghoff: The Essing Timber Bridge, Germany, in: Structural Engineering International, Volume 3, No. 2, Mai 1993