Honeymoon Killers

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Filmdaten
Deutscher Titel Honeymoon Killers
Originaltitel The Honeymoon Killers
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1970
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Leonard Kastle
Drehbuch Leonard Kastle
Produktion Warren Steibel
Musik Gustav Mahler
Kamera Oliver Wood
Schnitt Richard Brophy
Stanley Warnow
Besetzung

Honeymoon Killers ist ein in Schwarzweiß gedrehter US-amerikanischer Film-Thriller von Leonard Kastle aus dem Jahr 1970. Zum Zeitpunkt seines Erscheinens ein Misserfolg, galt er in späteren Jahren als Kultfilm.[2][3]

Handlung[Bearbeiten]

Die übergewichtige, nicht mehr ganz junge Krankenschwester Martha verliebt sich in den Heiratsschwindler Ray. Beide werden ein Liebespaar. Zunächst ermorden sie Marthas Mutter und lassen es wie Selbstmord aussehen. Danach erschleichen sie sich mit Ray als scheinbar heiratswilligem Bewerber das Vertrauen älterer, alleinstehender Frauen, um diese auszurauben und zu ermorden. Als eine dieser Frauen scheinbar von Ray schwanger wird, informiert die eifersüchtige Martha die Polizei. Beide werden festgenommen und, wie der Schlusstitel mitteilt, hingerichtet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Fall der so genannten Lonely Hearts Killers Ray Fernandez und Martha Beck, die 1951 wegen nachgewiesenen Mordes an mindestens drei Personen hingerichtet wurden.[4]

Der Film war die erste Produktion des Produzenten Warren Steibel, das Drehbuch stammte von dem Opernkomponisten Leonard Kastle. Ein Freund Steibels, Leon Levy, finanzierte den 150.000 US-Dollar[2] teuren Film. Als Regisseur wurde zunächst Martin Scorsese engagiert, dieser wurde jedoch wegen Differenzen entlassen, ebenso sein Nachfolger Donald Volkman. Schließlich übernahm Kastle die Regie, der mit dem Film sein Debüt gab.[4][3]

Honeymoon Killers lief am 4. Februar 1970 in New York an.[5][6] Während der Film in den USA kommerziell erfolglos blieb, konnte er in Großbritannien und Frankreich einen bescheidenen Gewinn erzielen.[4]

In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Film am 17. November 1970 gestartet und am 11. Oktober 1990 wiederaufgeführt.[7]

Rezeption[Bearbeiten]

Honeymoon Killers erhielt überwiegend gute Kritiken. So schrieb etwa Variety, er sei „mit Sorgfalt, Authentizität und Liebe zum Detail gemacht“.[8] Die New York Times lobte die Leistungen von Regie und Hauptdarstellern und nannte den Film ein „gelungenes Kammerspiel“.[6] Zu den wenigen Ausnahmen zählte Pauline Kael, die von einem „furchtbaren Film“ sprach.[9] Francois Truffaut bezeichnete ihn als einen seiner liebsten amerikanischen Filme.[3][10]

Der Spiegel schrieb 1990 anlässlich der deutschen Wiederaufführung: „Kein Krimi, sondern ein Liebesfilm; seine Bilder sind so hell, daß die Augen schmerzen; seine Personen geben das Geheimnis ihrer kranken Liebe nicht preis und verweigern sich jeder Deutung.“[10] Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Der einzige Film des Opernkomponisten Kastle ist eine billig produzierte, aber hervorragend fotografierte, ebenso unterkühlte wie beklemmende Satire auf den American way of life.“[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung vom 7. März 2005 (PDF; 72 kB) der FSK; eingesehen am 5. November 2014
  2. a b 200.000 US-Dollar laut Danny Peary: Cult Movies, Dell Publishing, New York 1981, ISBN 0-385-28186-2, S. 139 ff.
  3. a b c Leonard Kastle, Composer and Filmmaker, Dies at 82, Artikel in Der New York Times vom 21. Mai 2011, abgerufen am 29. Juli 2012.
  4. a b c Behind the Filming of 'The Honeymoon Killers, Artikel in der New York Times vom 20. Oktober 1992, abgerufen am 29. Juli 2012.
  5. Honeymoon Killers auf Turner Classic Movies.
  6. a b Rezension in der New York Times vom 5. Februar 1970, abgerufen am 29. Juli 2012.
  7. a b Honeymoon Killers im Lexikon des Internationalen Films.
  8. „[…] made with care, authenticity and attention to detail.“ – Rezension in Variety aus dem Jahr 1969, abgerufen am 29. Juli 2012.
  9. „It's such a terrible movie, I wouldn't recommend it to anyone“ – zitiert nach Danny Peary: Cult Movies, Dell Publishing, New York 1981, ISBN 0-385-28186-2, S. 139 ff.
  10. a b Kino-Liebe geht über Leichen, Kurzkritik in Der Spiegel Nr. 43/1990 vom 22. Oktober 1990, abgerufen am 29. Juli 2012.