Hryhorij Surkis

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Hryhorij Surkis (2011)

Hryhorij Mychajlowytsch Surkis (ukrainisch Григо́рій Миха́йлович Су́ркіс; russisch Григорий Суркис, Grigori Surkis; * 4. September 1949 in Odessa) ist ein ukrainischer Großindustrieller und Sportfunktionär. Surkis war von 2000 bis September 2012 Präsident des ukrainischen Fußballverbands „Federazija Futbolu Ukrajiny“ (FFU). Er ist auch Mitglied des Exekutivkomitee der UEFA sowie Vorsitzender der Kommission für Nationalmannschaftswettbewerbe und stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Stadien und Sicherheit in der UEFA. Surkis spielte, vor allem in den 1990er Jahren auch eine bedeutende Rolle in der ukrainischen Politik.

Leben[Bearbeiten]

Surkis war in der Ukraine zuständig für die Organisation der Fußball-Europameisterschaft 2012, die parallel in der Ukraine und in Polen stattfand.

Hryhorij Surkis, studierter Ingenieur und heutiger Milliardär, gehört heute zum kleinen Kreis der mächtigen Oligarchen der Ukraine. Von 1975 bis 1991 arbeitete Surkis noch für das Normalgehalt von nur wenigen hundert Rubel in der Bauabteilung der Stadtverwaltung der Hauptstadt Kiew, zuletzt als Leiter des Wohnungsbau-Kombinats. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine (1991) machte er Karriere und investierte mit Geld unbekannter Herkunft in Erdöl, Landwirtschaft und Banken.

Im Jahr 1993 kaufte Surkis seinen Lieblingsfußballverein Dynamo Kiew, dessen Präsident er bis 1998 war; seitdem wird der Verein von Bruder Ihor geführt. 1995 versuchten beide Brüder, den spanischen Schiedsrichter Lopez Nieto mit teuren Pelzmänteln für ein Europapokal-Spiel des Vereins zu bestechen. Dynamo Kiew wurde darauf hin für ein Jahr gesperrt.[1] 1996 wurde Surkis Präsident der nationalen Fußballliga der Ukraine, 1998 Mitglied des Olympischen Komitees.

Surkis gehörte längere Zeit zu den Anführern des sogenannten "Kiewer Clans", eines einflussreichen Netzwerks von mehreren ukrainischen Großindustriellen[2]. Im März 1998 wurde er als Mitglied der Vereinten Sozialdemokratische Partei der Ukraine (Sozial-demokratytschna partija Ukrajiny) in die Werchowna Rada gewählt. Im Jahr 1999 unterstützte er die Kampagne zur Wiederwahl des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma, im selben Jahr kandidierte er in Kiew für das Amt des Bürgermeisters, verlor allerdings diese Wahl mit nur 17 Prozent der Stimmen deutlich trotz einer intensiven Werbekampagne.[3]

Als Präsident des Industrie- und Finanzkonzerns „Slawutytsch“, einer geschlossenen Aktiengesellschaft mit den Kernbereichen Energielieferung, Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten und Investitionsprojekte, nimmt er heute auch als Haupteigner von Fernsehkanälen Einfluss auf die ukrainische Medienwelt. Vor den Präsidentschaftswahlen im Jahr 1999 kontrollierte Surkis ein Viertel der regionalen Stromversorger.[4] Surkis galt auch in der Regierungszeit des Präsidenten Wiktor Juschtschenko als einer der einflussreichsten Männer der Ukraine,.[5][6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1996: Ukrainischer Verdienstorden 3. Grades
  • 1999: Ukrainischer Verdienstorden 2. Grades
  • August 2006: Ukrainischer Orden Fürst Jaroslaw der Weise „für große sportliche Leistungen, Mut, Selbstaufopferung und Siegeswillen bei der Fußball-WM sowie die Stärkung der internationalen Autorität der Ukraine“ durch Präsident Wiktor Juschtschenko[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Platinis Dank und die Rolle von Surkis
  2. http://www.nzz.ch/2001/08/28/al/article7L41T.html
  3. Wem gehört die Wirtschaft in der Ukraine?
  4. Die heimliche Wende in der Ukraine
  5. Der Pate bricht sein Schweigen
  6. "In der Ukraine ist der Fussball mit politischen Inhalten überfrachtet" Berliner Zeitung, Juni 2006
  7. Hohe Auszeichnungen für Blochin und Ukraine-Stars

Weblinks[Bearbeiten]