Dynamo Kiew
| Dynamo Kiew | |||
| Voller Name | FK Dynamo Kiew | ||
| Ort | Kiew, Ukraine | ||
| Gegründet | 1. November 1927 | ||
| Vereinsfarben | Weiß-Blau | ||
| Stadion | NSK Olimpijskyj | ||
| Plätze | 70.050 | ||
| Präsident | |||
| Trainer | |||
| Homepage | www.fcdynamo.kiev.ua | ||
| Liga | Premjer-Liha | ||
| 2012/13 | 3. Platz | ||
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Der FK Dynamo Kiew (ukr. ФК Динамо Київ/FK Dynamo Kyjiw; russisch ФК Динамо Киев, FK Dynamo Kiew) ist ein ukrainischer Fußballverein aus Kiew, der Hauptstadt des Landes.
Der Club gewann dreizehn ukrainische Meistertitel, ist dreizehnfacher sowjetischer Meister, neunmaliger ukrainischer Pokalsieger, neunmaliger sowjetischer Pokalgewinner und konnte zwei mal den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger feiern. Er ist damit der erfolgreichste Fußballverein der Ukraine.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Sowjetunion[Bearbeiten]
Dynamo Kiew wurde im November 1927 von Sergei Barminski und Nikolai Channikow gegründet. Das erste registrierte Spiel des Vereines war am 17. Juli 1929 gegen Dynamo Odessa (2:2). 1936 war Dynamo Gründungsmitglied der Gesamt-sowjetischen Liga, der Club blieb als eine von nur zwei Mannschaften, neben Dynamo Moskau, seit 1936 – mit Ausnahme der Unterbrechung des Spielbetriebs während des Großen Vaterländischen Krieges – stets in der jeweils höchsten sowjetischen Spielklasse und ist nie in die 2. Liga abgestiegen. [1]
Unter der deutschen Besatzung Kiews kam es angeblich am 9. August 1942 zum sogenannten Todesspiel. Eine Auswahl von ukrainischen Spielern, darunter acht Spieler Dynamo Kiews, spielte gegen eine Flakelf der deutschen Wehrmacht und gewann das Spiel mit 5:3. Eine Woche darauf wurden acht der ukrainischen Spieler von der Gestapo verhaftet, im Gefängnis soll einer von ihnen gestorben sein. Die restlichen sieben sollen ins KZ Syrez gebracht worden sein, wo drei von ihnen erschossen wurden. Die Vorfälle sind nicht restlos geklärt (siehe Todeself), das Spiel nimmt in der Historie Dynamos dennoch einen zentralen Platz ein; unter anderem stehen vor dem Stadion drei Skulpturen zur Erinnerung daran.
1954 gewann Dynamo Kiew als erste nicht-Moskauer Mannschaft den sowjetischen Fußballpokal. In der Saison 1961 folgte der erste Meistertitel. Von 1966 bis 1968 folgten drei weitere Titelgewinne in der sowjetischen Liga in Folge.
Der frühere Star Walerij Lobanowskyj kehrte 1974 als Trainer zu seinem Klub zurück und war für zwei weitere Meisterschaften in den Spielzeiten 1974 und 1978 verantwortlich. Daneben gewann der Verein 1975 den ersten Europapokal für eine sowjetische Mannschaft, im Finale des Europapokals der Pokalsieger wurde Ferencvárosi TC mit 3:0 geschlagen. Im anschließenden Duell um den europäischen Supercup setzte sich Dynamo gegen den FC Bayern München durch.
In den 1980er Jahren folgten vier weitere gewonnene Meisterschaften, drei nationale Pokale und im Jahre 1986 ein weiterer Triumph im Pokal der Pokalsieger, als in Lyon vor 50.000 Zuschauern nach einer überragender Vorstellung der spanische Vertreter Atlético Madrid klar mit 3:0 im Endspiel besiegt wurde.[2]
Dynamo Kiew ist mit dreizehn gewonnenen Meisterschaften der erfolgreichste und einer der bekanntesten Fußballvereine der ehemaligen Sowjetunion. Außerdem stellte Dynamo Kiew zahlreiche Spieler der sowjetischen Auswahlmannschaft. Höhepunkt waren die Jahre 1986–1988: Zunächst schossen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko neun Dynamospieler die UdSSR zu einem 6:0-Sieg über Ungarn; zwei Jahre später bei der Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland scheiterte die Elf um Olexander Sawarow und Wassili Raz erst im Finale an den Niederlanden. Auch heute ist Dynamo Kiew einer der wenigen osteuropäischen Fußballvereine, die überregionale Bekanntheit und Popularität vorweisen können.
In der ewigen Tabelle der sowjetischen Liga belegt Dynamo Kiew mit 2306 erzielten Toren und 681 gewonnenen Spielen den zweiten Platz hinter Spartak Moskau.
Ukraine[Bearbeiten]
Im Jahre 1992, nach dem Zerfall der Sowjetunion und anschließender Unabhängigkeit der Ukraine, war Dynamo Kiew einer der Gründungsmitglieder der ukrainischen Wyschtscha Liha und gehört zu den vier Mannschaften, neben Schachtjor Donezk, Dnipro Dnipropetrowsk und Tawrija Simferopol, die noch nie aus der ukrainischen Eliteklasse abgestiegen sind. In der ersten Auflage der ukrainischen Meisterschaft belegte Dynamo nur den zweiten Platz, gewann aber die folgenden neun Meisterschaften in Folge. Neben dem zum Verein zurückgekehrten Startrainer Walerij Lobanowskyj waren vor allem die genialen Stürmer Serhij Rebrow und Andrij Schewtschenko für diese Erfolgsserie verantwortlich. 1998 zog das Team aus Kiew ins Viertelfinale der UEFA Champions League ein, im folgenden Jahr war sogar erst im Halbfinale Endstation. Ebenso stellte Dynamo Kiew in der Saison 1998/99 mit Andrij Schewtschenko und 1999/00 mit Serhij Rebrow den Torschützenkönig der UEFA Champions League.
Während die beiden Topstürmer den Verein richtung Ausland verließen, starb Walerij Lobanowskyj im Jahr 2002. Sein Assistent Oleksij Mychajlytschenko übernahm den Cheftrainerposten, konnte aber nicht verhindern, dass Dynamos Hegemonie vom Schachtar Donezk beendet wurde. Dynamo Kiew holte erst in den Jahren 2003 und 2004 wieder zwei Meistertitel. In den Jahren 2007 und 2009 konnte das Team diese Erfolge wiederholen. Ebenfalls 2009 zog die Mannschaft unter dem russischen Trainer Juri Sjomin ins Halbfinale des UEFA-Pokals ein, unterlag dort aber ausgerechnet dem Landesrivalen aus Donezk. Der neu verpflichtete russische Cheftrainer Waleri Gassajew konnte anschließend nicht verhindern, dass der Klub aus Kiew in der Saison 2009/10 der UEFA Champions League Gruppenletzter wurde.
In der Saison 2012/13 war Dynamo Kiew der Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League gelungen. In der Play-off-Runde genügte dazu nach einem 3:1-Hinspielsieg beim deutschen Vertreter Borussia Mönchengladbach im Rückspiel eine 1:2-Heimniederlage.[3] In der Gruppenphase der UEFA Champions League erkämpfte die Mannschaft hinter Paris Saint-Germain sowie FC Porto und vor Dinamo Zagreb den dritten Rang und spielte somit in der UEFA Europa League 2012/13 weiter, wo sie im Sechszehntelfinale Girondins Bordeaux unterlegen war. In der selben Spielzeit musste Dynamo Kiew sowohl den Dauerrivalen aus Donezk als auch Metalist Charkiw in der Premjer-Liha vorbeiziehen lassen und belegte den enttäuschenden dritten Rang, was die schlechteste Platzierung der Vereinsgeschichte darstellt.
Zu den bekanntesten Spielern des Klubs gehören Oleh Blochin (Europas Fußballer des Jahres 1975), Ihor Bjelanow (Europas Fußballer des Jahres 1986), Andrij Schewtschenko (Europas Fußballer des Jahres 2004) und Olexandr Schowkowskyj.
Vereinswappenhistorie[Bearbeiten]
Erfolge und Statistiken[Bearbeiten]
Meisterschaftserfolge[Bearbeiten]
- Sowjetischer Meister (13×): 1961, 1966, 1967, 1968, 1971, 1974, 1975, 1977, 1980, 1981, 1985, 1986 und 1990
- Ukrainischer Meister (13×): 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2003, 2004, 2007, 2009
Pokalerfolge[Bearbeiten]
- Sowjetischer Pokalsieger (9×): 1954, 1964, 1966, 1974, 1978, 1982, 1985, 1987 und 1990
- Sowjetischer Supercupsieger (3×): 1980, 1985, 1986
- Ukrainischer Pokalsieger (9×): 1993, 1996, 1998, 1999, 2000, 2003, 2005, 2006 und 2007
- Ukrainischer Supercupsieger (5×): 2004, 2006, 2007, 2009, 2011
Internationale Erfolge[Bearbeiten]
- Europapokal der Pokalsieger
- UEFA Champions League
- Halbfinale: 1998/99
- UEFA-Pokal
- Halbfinale: 2008/09
- UEFA Super Cup-Sieger: 1975
- GUS-Pokalsieger (4×): 1996, 1997, 1998, 2002
- Channel One Cup-Sieger (1*): 2008
- Amsterdam 700 Tournament-Sieger: 1986
Rekordtorschützen[Bearbeiten]
Treffsicherster Angreifer in Diensten von Dynamo Kiew ist Oleh Blochin, der in 432 Spielen für die Mannschaft aus Kiew insgesamt 211 Tore erzielte.
| Platz | Name des Spielers | Tore | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| 1. | 211 | 1969–1987 | |
| 2. | 113 | 1992–2000, 2005–2008 | |
| 3. | 97 | 1999–2008 | |
| 4. | 84 | 1994–1999, 2009–2012 | |
| 5. | 80 | 1953–1964 | |
| 6. | 70 | 1959–1971 | |
| 7. | 62 | 1971–1981 | |
| 8. | 61 | 1992–1998 | |
| 9. | 57 | 2002– | |
| 10. | 56 | 1973–1984 |
Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligatreffer. Tore in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen. Stand: Ende der Saison 2011/12.
Rekordspieler[Bearbeiten]
1987 stellte Oleh Blochin mit 432 absolvierten Partien für Dynamo Kiew den Rekord für die meisten Ligaspiele im Dress von Dynamo auf.
| Platz | Name des Spielers | Einsätze | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| 1. | 432 | 1969–1987 | |
| 2. | 370 | 1993– | |
| 3. | 347 | 1979–1990, 1992–1993 | |
| 4. | 310 | 1968–1982 | |
| 5. | 304 | 1973–1984 | |
| 6. | 302 | 1965–1977 | |
| 7. | 277 | 1976–1990 | |
| 8. | 254 | 1993–2002, 2005–2008 | |
| 9. | 253 | 1989–1999 | |
| 10. | 242 | 1992–2000, 2005–2008 |
Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligaspiele. Spiele in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen. Stand: Ende der Saison 2011/12.
Kader der Saison 2012/13[Bearbeiten]
| Name | Rückennummer | Nationalität | Geboren | Im Verein seit | Letzter Verein |
|---|---|---|---|---|---|
| Trainer | |||||
| Oleh Blochin | 5. November 1952 | 2012 | Ukraine | ||
| Torwart | |||||
| Olexandr Schowkowskyj |
1 | 2. Januar 1975 | 1993 | eigene Jugend | |
| Maxym Kowal | 35 | 9. Dezember 1992 | 2010 | Metalurh Saporischschja | |
| Denis Boiko | 71 | 29. Januar 1988 | 2005 | eigene Jugend | |
| Abwehr | |||||
| Danilo Silva | 2 | 24. November 1986 | 2010 | SC Internacional | |
| Taras Mychalyk | 17 | 28. Oktober 1983 | 2005 | FK ZSKA Kiew | |
| Domagoj Vida | 24 | 29. April 1989 | 2013 | Dinamo Zagreb | |
| Jewhen Selin | 28 | 9. Mai 1988 | 2013 | Worskla Poltawa | |
| Taye Taiwo | 33 | 16. April 1985 | 2012 | AC Mailand | |
| Jewhen Chatscheridi | 34 | 28. Juli 1987 | 2008 | Olkom Melitopol | |
| Mittelfeld | |||||
| Miguel Veloso | 4 | 11. Mai 1986 | 2012 | CFC Genua | |
| Olexandr Alijew | 8 | 3. Februar 1985 | 2011 | Lokomotive Moskau | |
| Roman Bezus | 9 | 26. September 1990 | 2013 | Worskla Poltawa | |
| Admir Mehmedi | 13 | 16. März 1991 | 2012 | FC Zürich | |
| Denys Harmasch | 19 | 19. April 1990 | 2007 | eigene Jugend | |
| Oleh Husjew | 20 | 25. April 1983 | 2003 | Arsenal Kiew | |
| Niko Kranjčar | 21 | 13. August 1984 | 2012 | Tottenham Hotspur | |
| Lukman Haruna | 25 | 4. Dezember 1990 | 2011 | AS Monaco | |
| Wladislaw Kalitwinzew | 45 | 4. Januar 1993 | 2009 | eigene Jugend | |
| Dudu | 99 | 7. Januar 1992 | 2011 | Cruzeiro Belo Horizonte | |
| Angriff | |||||
| Andrij Jarmolenko | 10 | 23. Oktober 1989 | 2008 | Desna Tschernihiw | |
| Ideye Brown | 11 | 10. Oktober 1988 | 2011 | FC Sochaux | |
| Marco Rubén | 15 | 26. Oktober 1986 | 2012 | FC Villarreal | |
| Artem Krawez | 22 | 3. Juni 1989 | 2007 | eigene Jugend | |
| Lucas | 10. September 1988 | 2013 | FK Karpaty Lwiw | ||
| Stand: März 2013 | |||||
Trainer[Bearbeiten]
(unvollständig)
- 1964–1970:
Wiktor Maslow - 1970:
Wiktor Terentjew - 1971–1973:
Alexander Sewidow - 1973–1982:
Walerij Lobanowskyj - 1983:
Juri Morosow - 1984–1990:
Walerij Lobanowskyj - 1990–1992:
Anatoli Pusatsch - 1992:
József Szabó - 1993:
Michail Fomenko - 1994:
József Szabó - 1995:
Wolodymyr Onyschtschenko - 1995:
Mykola Pawlow - 1995–1996:
József Szabó - 1997–2002:
Walerij Lobanowskyj - 2002–2004:
Oleksij Mychajlytschenko - 2004–2005:
József Szabó - 2005:
Leonid Burjak - 2005–2007:
Anatoliy Demyanenko - 2007:
József Szabó - 2007:
Oleh Luschnyj - 2008–2009:
Juri Sjomin - 2009–2010:
Waleri Gassajew - 2010:
Oleh Luschnyj - 2011–2012:
Juri Sjomin - 2012–:
Oleh Blochin
Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ UEFA (Hrsg.): FC Dynamo Kyiv. 9. Februar 2011, abgerufen am 3. April 2012.
- ↑ Finale 1986
- ↑ Olympia-Verlag GmbH (Hrsg.): Großer Kampf! Gladbach verpasst das Wunder knapp. 29. August 2012, abgerufen am 30. August 2012.
Arsenal Kiew | Dnipro Dnipropetrowsk | Dynamo Kiew | FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod | Illitschiwez Mariupol | Karpaty Lwiw | Krywbas Krywyj Rih | Metalist Charkiw | Metalurh Donezk | Metalurh Saporischschja | Schachtar Donezk | Sorja Luhansk | Tawrija Simferopol | Tschornomorez Odessa | Wolyn Luzk | Worskla Poltawa

