IO.SYS

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IO.SYS ist eine Systemdatei in den Betriebssystemen MS-DOS, DCP und Windows 9x. Unter IBM PC DOS und DR DOS heißt die entsprechende Datei IBMBIO.COM. Sie ist ein Teil des Kernels und wird zum Booten des Betriebssystems benötigt. Es handelt sich um eine Datei, die im Normalfall nicht angezeigt wird, da sie unsichtbar oder „versteckt“ ist. Zusammen mit MSDOS.SYS (MS-DOS) bzw. IBMDOS.SYS (IBM PC DOS/DR DOS) bildet sie die Kernkomponente des Betriebssystems DOS. Prinzipiell reichen diese beiden Dateien und ein geladenes Programm wie COMMAND.COM, um ein funktionstüchtiges DOS zu haben.

Während des Bootvorgangs wird der Bootsektor vom Bootdatenträger in den Speicher eingelesen und ausgeführt. Der DOS-Bootsektor lädt die ersten drei Sektoren der Datei IO.SYS / IBMBIO.COM. Zu diesem Zeitpunkt ist der Dateisystemtreiber (FAT) noch nicht geladen, wodurch diese Datei erstens ganz am Anfang des Datenbereichs des Datenträgers, zweitens unfragmentiert und drittens die erste Datei im Hauptverzeichnis sein muss. Ab DOS 4.0 darf die Datei bis auf die ersten drei Sektoren fragmentiert sein. Mit DOS 5.0 darf die Datei auf einem beliebigen Ort des Datenträgers gespeichert sein, wobei hier auch die ersten drei Sektoren zusammenhängend (nicht fragmentiert) sein müssen;[1] die entsprechenden Angaben werden im Bootsektor hinterlegt.

Nachdem die ersten drei Sektoren der Datei eingelesen und ausgeführt sind, wird der Rest der Datei eingelesen und es werden folgende Schritte durchgeführt:

  • es werden Standardgerätetreiber geladen und verfügbar gemacht
  • der DOS-Kernel MSDOS.SYS (bei IBM: IBMDOS.COM) wird geladen und initialisiert (in Windows 9x ist MSDOS.SYS in IO.SYS integriert). Ab diesem Zeitpunkt ist der Dateisystemtreiber geladen und der normale Datenträgerzugriff ist gewährleistet.
  • die CONFIG.SYS-Datei wird verarbeitet (ab DOS 2.0)
  • Sofern in CONFIG.SYS kein anderer Kommandozeileninterpreter oder ein anderes ausführbares Programm definiert worden ist, wird die COMMAND.COM-Datei, die sich im Hauptverzeichnis befindet, gestartet und somit der MS-DOS-Kommandozeileninterpreter geladen, dieser führt AUTOEXEC.BAT aus.
  • unter Windows 9x lädt IO.SYS die Datei LOGO.SYS, welches den Bootscreen von Windows 9x lädt und darstellt. Fehlt LOGO.SYS, so wird der in IO.SYS enthaltene Bootscreen dargestellt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://support.microsoft.com/kb/66530/en-us
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