AUTOEXEC.BAT

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Die AUTOEXEC.BAT (ab Windows 95 kann sie auch als autoexec.bat klein geschrieben werden) ist eine System-Konfigurationsdatei unter MS-DOS-basierten Computersystemen. Der Name der Datei ist ein Kofferwort aus den Begriffen automatic („automatisch“) und execution („Durchführung“), wodurch ihre Funktion erklärt wird: Sie führt automatisch Befehle beim Systemstart aus. Technisch handelt es sich um eine Stapelverarbeitungsdatei („Batchdatei“), erkennbar an der Dateiendung .bat. Die Datei muss im Stammverzeichnis der aktiven Partition liegen. Sie wird bei Systemstart von COMMAND.COM aufgerufen.

Nutzung[Bearbeiten]

Die AUTOEXEC.BAT wird bei MS-DOS sowie bei MS-Windows-Betriebssystemen, die MS-DOS zum Starten verwenden (Windows 3.x, Windows 9x), eingesetzt. Die Datei enthält Einstellungen und Befehle, die das Betriebssystem individuell anpassen (Start von Treibern, Lokalisierung u. Ä.).

Die Datei wird beim Systemstart, sobald COMMAND.COM in den Speicher geladen ist, von ihr ausgeführt, bei Windowssystemen noch vor dem Start der grafischen Oberfläche. Anders als die CONFIG.SYS, welche durch MSDOS.SYS (MS-DOS), IBMDOS.COM (PC DOS, DR-DOS) bzw. IO.SYS (Windows 9x) ausgeführt wird, kann die AUTOEXEC.BAT auch in der Kommandozeile der DOS-Eingabeaufforderung direkt gestartet werden.

Das jeweilige Betriebssystem startet auch, wenn AUTOEXEC.BAT nicht vorhanden ist.

Anwendungen, die bei Start der Windowsumgebung ausgeführt werden sollen, verwenden andere Mechanismen (beispielsweise Einträge in der Windows-Registrierungsdatenbank (Registry) oder im Autostart-Ordner). Siehe hierzu Windows-Autostart-Möglichkeiten.

Aufbau[Bearbeiten]

Die textbasierte Batchdatei AUTOEXEC.BAT kann vom Benutzer nach seinen Wünschen geändert werden. Daher gibt es keinen festgelegten Inhalt, sondern nur übliche Einträge. Ein sehr einfaches Beispiel ist:

@ECHO OFF
PROMPT $p$g

Diese Zeilen unterbinden die Ausgabe der Befehle während der Ausführung des Skriptes (@ECHO OFF) und stellen die DOS-Eingabeaufforderung (engl. Prompt) darauf ein, dass der aktuelle Pfad („$p“) gefolgt von einem „>“ („$g“) erscheint.

Meist ist die AUTOEXEC.BAT deutlich weiter ausgebaut, etwa bei dieser Datei aus einem System mit MS-DOS und Windows 3.11:

@ECHO OFF
REM -- Festplattencache:
C:\WINDOWS\SMARTDRV.EXE 2038 512
PROMPT $p$g
PATH C:\DOS;C:\WINDOWS;C:\WINDOWS\SYSTEM;
SET TEMP=C:\TEMP
MODE LPT1:,,P >NUL
C:\DOS\SHARE.EXE /F:150 /L:1500
C:\WINDOWS\MOUSE.COM /Y
CD \WINDOWS
WIN

Diese Konfiguration lädt den Maustreiber, startet die Dienste Festplattencache (SMARTDRV.EXE) und Netzwerk-Dateisperrdienst (SHARE.EXE) und definiert zudem die Liste der Standardverzeichnisse für die Suche nach ausführbaren Dateien. Außerdem legt sie andere diverse Einstellungen fest und startet zuletzt Windows.

Zeilen, die mit der Bezeichnung REM beginnen enthalten Anmerkungen und stellen keine Befehle dar. Entsprechend wird der REM-Befehl immer dann benutzt, wenn Teile kommentiert werden sollen oder wenn einzelne Funktionen temporär ausgeschaltet sind, beispielsweise verschiedene Treiber. Eine weitere Methode zur Kommentierung sind zwei Doppelpunkte (::), diese wird jedoch sehr selten genutzt.

Bootmenü[Bearbeiten]

Ab MS-DOS Version 6.0 gibt es die Möglichkeit, in der CONFIG.SYS ein Bootmenü einzurichten, um verschiedene Konfigurationen der Systemeinrichtung leicht zu ermöglichen. Die gewählte Konfiguration lässt sich in der AUTOEXEC.BAT ermitteln und entsprechend kann diese dann nur bestimmte Abschnitte ihres Inhalts ausführen.

Windows NT[Bearbeiten]

In Windows NT und seinen Weiterentwicklungen Windows 2000, Windows XP, Windows Vista und auch Windows 7 wird das Äquivalent der autoexec.bat als autoexec.NT benannt und liegt im Systemordner unter \system32. Diese Datei wird nicht beim Start des Computers geladen, sondern nur dann, wenn eine DOS-basierte Anwendung gestartet werden soll.

Die autoexec.bat kann jedoch trotzdem häufig in Windows-NT-Systemen gefunden werden. Das Betriebssystem nutzt in dem Fall nur die als SET angegebenen Befehle, mit denen die Umgebungsvariablen für alle Benutzer eines Rechners eingestellt werden können (alternativ zu Einträgen in der Registry). Umgebungsvariablen in dieser Datei zu setzen, ist zudem eine interessante Option, wenn neben dem Windows-System auch ein DOS-System startet (dies setzt allerdings die Verwendung des FAT-Dateisystems voraus) oder um die Einstellungen auch nach einer Neuinstallation noch zu haben. Durch die TweakUI-Anwendung der PowerToys-Sammlung kann diese Funktion kontrolliert werden (Parse Autoexec.bat at logon).

Für den Start des Kommandozeileninterpreters cmd.exe (das Öffnen einer „MS-DOS-Eingabeaufforderung“) kann eine entsprechende Batchdatei in der Registry eingetragen werden, oder dem Programm bei dessen Aufruf als Parameter /k c:\dos\shell.bat mitgegeben werden (entsprechende shell.bat enthält dann die Befehle).

Andere Betriebssysteme[Bearbeiten]

Unter AmigaDOS findet sich eine entsprechende Datei: Es werden beim Bootvorgang diejenigen Befehle ausgeführt, die sich in der Datei „startup-sequence“ befinden. Vorausgesetzt ist jedoch, dass sich die Datei ihrerseits im Verzeichnis „s“ des Bootmediums befindet.