Ignace Gelb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ignace Jay Gelb (* 14. Oktober 1907 in Tarnów, Polen; † 22. Dezember 1985 in Chicago, Illinois) war ein polnisch-US-amerikanischer Altorientalist der Universität Chicago.

Leben[Bearbeiten]

Gelb wurde in Polen geboren und besuchte von 1917 bis 1925 die Schule in seiner Heimatstadt Tarnów. Nach der Schule ging er nach Florenz, um die Renaissancekunst zu studieren, interessierte sich jedoch bald für den Nahen Osten und studierte ab 1926 nahöstliche Sprachen in Rom. Nach seinem Abschluss 1929 ging er an das Oriental Institut der Universität Chicago. 1947 wurde er dort Professor und blieb bis zu seiner Emeritierung 1980 am Institut.

Wirken[Bearbeiten]

Gelb arbeitete an der Entzifferung der hethitischen Hieroglyphen mit. In seinem Buch A Study of Writing (dt. unter dem Titel: Von der Keilschrift zum Alphabet: Grundlagen einer Schriftwissenschaft) versuchte er die Grammatologie, die Wissenschaft von der Schrift als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren. Seine Theorie von der Monogenese der Schrift und der Buchstabenschrift als logischem Endpunkt der Schriftentwicklung ist umstritten.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Gelb veröffentlichte über zwanzig Bücher und 250 wissenschaftliche Artikel.

  • Von der Keilschrift zum Alphabet: Grundlagen einer Schriftwissenschaft. Dt. Übers. aus d. Amerikan. von Renate Voretzsch. Stuttgart, Kohlhammer 1958 (A Study of writing, the foundations of grammatology, dt.)

Weblinks[Bearbeiten]