Igor Dmitrijewitsch Nowikow

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Igor Dmitrijewitsch Nowikow (russisch И́горь Дми́триевич Но́виков, wiss. Transliteration Igor' Dmitrievič Novikov; * 10. November 1935 in Moskau) ist ein russischer Astrophysiker und Kosmologe.

Laufbahn[Bearbeiten]

Igor Nowikow erlangte seinen Doktortitel in Astrophysik im Jahre 1965, das Doktorat im selben Fach 1970. Zwischen 1974 und 1990 war er Leiter der Abteilung relativistischer Astrophysik am Weltraumforschungsinstitut Moskau. Auch war er vor 1999 Leiter der Abteilung theoretischer Astrophysik am Lebedew-Institut in Moskau und Professor an der Moskauer Staatsuniversität. Seit 1994 ist Nowikow Direktor des Zentrums für theoretische Astrophysik (TAC) der Universität Kopenhagen.

Seit 2005 ist er Professor der Astrophysik am Observatorium der Universität Kopenhagen, wo er seit 1991 gewesen ist. Seit 1998 trägt Nowikow den Titel eines Fellow der Royal Astronomical Society.

1964 veröffentlichte er mit A. Doroshkevich einen Vorschlag zur Beobachtung der Kosmischen Hintergrundstrahlung, die 1965 von Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson entdeckt wurde und schon in den 1940er Jahren von George Gamow und Kollegen vorhergesagt.[1] Er befasste sich auch mit der Astrophysik Schwarzer Löcher und schrieb mit Jakow Borissowitsch Seldowitsch ein Standardwerk über theoretische Astrophysik. Zum Problem der Zeitreise formulierte er in den 1980er Jahren das Nowikow-Selbstübereinstimmungsprinzip.

Persönliches[Bearbeiten]

Igor Nowikow ist mit Eleonora Kotok verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Mit seinem Sohn Dmitri verfasste er ein Buch über den kosmischen Mikrowellenhintergrund. Nowikows Vater verschwand unter dem Regime von Stalin und seine Mutter lebte für zwei Jahre im Gulag. Er selbst gelangte unter die Obhut von Seldowitsch, welcher ihn unter seine Fittiche nahm.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Populärwissenschaftlich:

  • The River of Time, Cambridge University Press 1998, 2001
  • Schwarze Löcher im All, Harri Deutsch 1989
  • "Evolution des Universums", Teubner Verlagsgesellschaft 2. Auflage 1986 und Verlag MIR, Moskau
  • "Schwarze Löcher im All", Teubner Verlagsgesellschaft 4. Auflage 1989 und Verlag MIR, Moskau

Er verfasste bzw. wirkte an 15 Büchern über Kosmologie und Astrophysik mit, unter anderem:

  • mit Alexander S. Scharow (Sarov) Edwin Hubble, Leben und Wirken, Cambridge University Press 1992,
    • deutsche Übersetzung: Edwin Hubble. Der Mann, der den Urknall entdeckte, Birkhäuser 1994
  • mit Jakow Seldowitsch Relativistic Astrophysics, Band 1 Stars and Relativity, 1971, Band 2 The structure and evolution of the universe 1975, University of Chicago Press
  • mit Valerij Frolov Physics of Black Holes, Kluwer 1989
  • mit Frolov Black hole physics: Basic concepts and new developments, Kluwer 1998
  • Evolution of the Universe, Cambridge University Press 1983
  • mit Dmitry Novikov, Pavel Naselsky The Physics of the Cosmic Microwave Background, Cambridge University Press 2011

Einige Aufsätze:

  • R- und T-Regionen in einer Raumzeit mit einem sphärisch symmetrischen Raum (Russisch), Mitteilungen des Staatlichen Astronomischen Instituts Sternberg (GAISh), Band 132, 1964, S. 3-42, wieder abgedruckt in George F. R. Ellis, Malcolm A. H. MacCallum, Andrzej Krasinski (Hrsg.) Golden Oldies in General Relativity. Hidden Gems, Springer Verlag 2013

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Doroshkevich, Novikov Doklady Akad. Nauka USSR, Band 154, 1964, S. 809. Die Geschichte ist auch von Igor Nowikow, Dmitri Nowikow und Pavel Naselsky in ihrem Buch Physics of the Cosmic Microwave Background, Cambridge University Press 2006, diskutiert