International Karate

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International Karate
Studio System 3
Publisher System 3, Epyx
Erstveröffent-
lichung
1985
Plattform Amstrad CPC, Atari XL, Atari ST, Commodore-264-Serie, C64, Sinclair ZX Spectrum, MSX, MS-DOS
Genre Beat ’em up
Spielmodus Mehrspieler (maximal 2 Spieler gleichzeitig)
Steuerung Joystick
Medium 1 Diskette, Kassette
Sprache englisch

International Karate (IK) ist ein Beat ’em up-Computerspiel, das von System 3 entwickelt und 1985 für den ZX Spectrum in Europa veröffentlicht wurde. 1986 folgten Portierungen auf Amstrad CPC, Atari XL, Atari ST, C64, und MSX. Epyx vermarktete das Spiel in den USA als World Karate Championship. Ein ähnliches Spielprinzip haben Karate Champ und The Way of the Exploding Fist.

Spielbeschreibung[Bearbeiten]

International Karate stellt eine Karate-Weltmeisterschaft nach, die vor verschiedenen Hintergrundgrafiken, wie beispielsweise der Sphinx oder dem Palace of Westminster ausgetragen wird. Im Einzelspielermodus tritt der Spieler gegen eine Reihe von Gegnern an, deren Kampfstärke stetig zunimmt. Ein Kampf ist beendet, wenn einer der Kontrahenten zwei Punkte erzielen kann. Für einen Treffer erhalten die Spielfiguren entweder einen oder einen halben Punkt; nach jeder Punktvergabe werden die Figuren wieder in die Ausgangsposition bewegt. Im Zweispielermodus besitzt jeder Spieler bei Spielanfang sechs Punkte; Treffer transferieren diese Punkte zwischen den Spielern. Gehen alle Punkte verloren, oder läuft ein Zeitlimit ab, ist das Spiel beendet. Die Steuerung erfolgt mit einem Acht-Wege-Joystick und einem Knopf, was 16 verschiedene Bewegungen ermöglicht. Rob Hubbard komponierte die Musik zum Spiel. Ein Thema des Stücks ist aus dem Soundtrack des Films Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence entnommen. Beim Dritten symphonischen Spielemusikkonzert im Gewandhaus zu Leipzig wurde die Titelmusik von einem Orchester vorgetragen. Eigenen Angaben zufolge „erforschte“ Hubbard mit dem Stück die Pentatonik in B-moll. Er sei zufrieden gewesen mit dem Arrangement.[1]

Rechtsstreit[Bearbeiten]

Die Firma Data East klagte gegen Epyx, da sie eine Urheberrechtsverletzung International Karates gegenüber dem von ihnen vertriebenen Spiel Karate Champ sah. In erster Instanz wurde Data East Recht gegeben, da beide Spiele beispielsweise einen Ein- und Zweispielermodus besitzen, diverse gleiche Bewegungen und einen Schiedsrichter nachbilden, sowie eine Sprechblase mit gleichen Begriffen verwenden. Daraufhin mussten alle International-Karate-Spiele zurückgerufen werden. In der Revision Epyx' wurde das Urteil jedoch wieder aufgehoben, da das United States Court of Appeals for the Ninth Circuit der Meinung war, dass die bemängelten Punkte aus der Darstellung des Karatesports selbst entstehen müssten und so kein Recht Data Easts auf diese vorliegen könne. Weiterhin solle es einem 17,5 Jahre alten Jungen ohne weiteres möglich sein, zwischen den beiden Spielen unterscheiden zu können.[2]

Kritik[Bearbeiten]

Die Happy Computer beschrieb die C64-Version von IK als „Exploding Fist-Nachzieher“, der im Gegensatz zu den „LKW-Schüben“ an Beat 'em ups von 1986 ein „verflixt guter“ sei. Gelobt wurden die Technik des Spiels, die Sprachausgabe und die Musik von Hubbard. Es sei ein „Muß für Commodore-Besitzer, die sich ein Kampfsportspiel zulegen wollen.“[3] Fünf Jahre später schreibt die ASM, dass es selbst zu dieser Zeit nur wenige Spiele gab, die International Karate „das Wasser reichen können.“[4] 22 Jahre nach der Veröffentlichung schreibt das österreichische WirtschaftsBlatt, IK sei eines der „bekanntesten Spiele für den C64“ und eine Legende „der Spielegeschichte.“[5]

Nachfolger[Bearbeiten]

1987 wurde der Nachfolger International Karate Plus veröffentlicht. Im Jahr 2000 folgte mit International Karate 2000 eine Version für Game Boy Color und 2001 International Karate Advanced für Game Boy Advance.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Interview (Version vom 12. Januar 2005 im Internet Archive) mit Hubbard in der „Sid Tune Information List“ (STIL) der HVSC
  2. Professor Richard H. Sterns Script seines Kurses „Computer Law 484“ an der George Washington University Law School
  3. Happy Computer Spiele-Sonderteil Sonderheft 2/86 auf kultboy.com
  4. ASM 5/1990 auf kultpower.de
  5. „A History Of Computer Gaming“ Roland B. Seper auf Wirtschaftsblatt.at (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten]