Internationale Agentur für Krebsforschung
Die Internationale Agentur für Krebsforschung, kurz IARC (von engl. International Agency for Research on Cancer, franz. Centre international de recherche sur le cancer, CIRC) ist eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Lyon/Frankreich.
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Die Aufgaben der Agentur [Bearbeiten]
Die Hauptaufgabe der IARC ist die Leitung und Koordinierung der Erforschung der Ursachen von Krebserkrankungen.[1] Die IARC führt eine Reihe von weltweiten epidemiologischen Studien über Krebs durch. Des Weiteren werden wissenschaftliche Präventionsstrategien entwickelt. Die IARC gibt eine Reihe von Monografien über Krebsrisiken heraus. Bisher wurden 100 Bände veröffentlicht (Stand: 14. Februar 2012), wobei die Monographien der letzten 20 Jahre online verfügbar sind. Die Werke umfassen dabei Expositionen (auch berufsbedingt) mit verschiedenen Chemikalien (beispielsweise Formaldehyd[2], Bleiverbindungen[3]), physikalische Einwirkungen (beispielsweise Ionisierende Strahlung[4], Elektrosmog[5]), biologische Krankheitserreger (beispielsweise Helicobacter pylori[6], Epstein-Barr-Virus[7]) und durch die Lebensweise bedingte Faktoren (beispielsweise: Tabakgebrauch[8], Sonnenbaden[9]).
Seit 1971 wurden so mehr als 900 Wirkstoffe und Einflussgrößen untersucht, wobei etwa 400 als kanzerogen beziehungsweise potenziell kanzerogen für Menschen identifiziert wurden.[10].
Die IARC nimmt auch die Einteilung von Chemikalien und deren Mischungen in fünf Kategorien, von bekanntermaßen krebserregend für Menschen bis wahrscheinlich nicht krebserregend, vor (siehe: kanzerogen).
Die Forschung an der Behandlung von Krebs ist keine Aufgabe der IARC. Die Verhinderung (Prävention) von Krebserkrankungen steht im Fokus der Agentur.[1]
Die IARC beteiligt sich an der Festlegung von Krankheitsbezeichnungen und Klassifikationen im Bereich der Tumorerkrankungen und gibt mit der WHO die Buchserie "WHO Classification of Tumours" - "WHO-Klassifikation der Tumoren" heraus. Diese Bände beruhen jeweils auf Konsensusmeetings ausgewiesener internationaler Experten und versuchen so, divergierende Klassifikationssysteme zu vereinheitlichen.
Leitung des IARC [Bearbeiten]
Seit Januar 2009 ist der Brite Christopher Wild Direktor am IARC.[11]
Liste früherer Leiter [Bearbeiten]
- Peter Boyle (2004-2008)
- Paul Kleihues (1994-2003)
- Lorenzo Tomatis (1982-1993)
- John Higginson (1967-1981)
Weitere Informationen zum IARC [Bearbeiten]
An der IARC arbeiten ca. 300 Mitarbeiter aus rund 50 Ländern im Hauptquartier in Lyon, wobei jedes Jahr zusätzlich viele Gastwissenschaftler und Praktikanten beschäftigt sind. Das zweijährliche Budget 2006/2007 betrug rund 40 Millionen US$. Zusätzlich werden pro Jahr im Durchschnitt rund 20 Millionen US$ für individuelle Forschungsprojekte eingeworben.[12]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b iarc.fr: IARC's Mission: Cancer research for cancer control, abgerufen am 17. Oktober 2007
- ↑ Volume 88: Formaldehyde, 2-Butoxyethanol and 1-tert-Butoxypropan-2-ol (PDF; 53 kB)
- ↑ Volume 87: Inorganic and Organic Lead Compounds (PDF; 45 kB)
- ↑ Volume 75: Ionizing Radiation, Part 1: X- and Gamma (g)-Radiation, and Neutrons (PDF; 42 kB)
- ↑ Volume 80: Non-Ionizing Radiation, Part 1: Static and Extremely Low-Frequency (ELF) Electric and Magnetic Fields (PDF; 35 kB)
- ↑ Volume 61: Schistosomes, Liver Flukes and Helicobacter pylori (PDF; 46 kB)
- ↑ Volume 70: Epstein-Barr Virus and Kaposi's Sarcoma Herpesvirus/Human Herpesvirus 8 (PDF; 42 kB)
- ↑ Volume 83: Tobacco Smoke and Involuntary Smoking (PDF; 46 kB)
- ↑ Volume 55: Solar and Ultraviolet Radiation (PDF; 38 kB)
- ↑ iarc.fr: IARC Monographs, abgerufen am 17. Oktober 2007
- ↑ iarc.fr:BRIEF BIOGRAPHICAL SKETCH: Chris Wild, abgerufen am 28. Mai 2009
- ↑ iarc.fr: Director, IARC and Staff, abgerufen am 17. Oktober 2007
Weblinks [Bearbeiten]
- Die Internetpräsenz des IARC in englischer und französischer Sprache