Internetzugang über Satellit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Internet über Satellit ist ein satellitengestützter Breitband-Internetzugang, dessen Nutzung durch den Einsatz eines geostationären Satelliten im gesamten Ausstrahlungsbereich des Satelliten möglich ist, z. B. europaweit über Eutelsat und SES Astra.

Satellitenanlage für Internetzugang

Varianten[Bearbeiten]

Grundsätzlich muss zwischen zwei Arten der Satellitenverbindung unterschieden werden.

2-Wege-Satellitenverbindung[Bearbeiten]

Bei dieser Form der Verbindung werden der Hin- und Rückkanal (Down- und Upstream) über einen Satelliten hergestellt.

Im Downstream stehen je nach Anbieter Übertragungsraten zwischen 64 kbit/s und 150 Mbit/s bereit, in gesondert auszuhandelnden Einzelfällen auch abweichende Übertragungsraten. Die Übertragungsrate des Upstream liegt je nach Zielgruppe (Endverbraucher und professionelle Nutzer) zwischen 64 kbit/s und 20 Mbit/s. Technisch sind jedoch wesentlich höhere Übertragungsraten möglich. So meldete das belgische Satellitentechnologieunternehmen Newtec Mitte Juni 2012, dass es über einen 72 MHz Transponder auf einem Eutelsat-Satelliten Geschwindigkeiten von über 500 Mbit/s erreichte.

1-Weg-Satellitenverbindung[Bearbeiten]

1-Weg-Satellitenverbindung

Eine vor mehr als zehn Jahren erstmals eingesetzte asymmetrische Verbindung, bei der nur der Downstream über einen Satelliten geführt wurde, der Upstream aber über terrestrische Verbindungen lief. Diese technische Lösung wurde bis vor wenigen Jahren in Europa noch von einigen zehntausend Nutzern eingesetzt. Im Downstream standen dem Benutzer seinerzeit je nach Anbieter Übertragungsraten zwischen 256 kbit/s und 36000 kbit/s bereit. Der Empfang der Satellitensignale kann auch mittels handelsüblicher DVB-S-Karte erfolgen, sofern die Modulation unterstützt und eine kompatible Software zur Verfügung steht.

Die Datenübertragungsrate des Rückkanals richtete sich nach der eingesetzten Technik. Meist wurden Modem-Verbindungen über POTS oder ISDN-Verbindungen eingesetzt, was bis zu 128 kbit/s Upstreamrate bereitstellte. Für mobile Anwendungen konnten auch GPRS-, UMTS- oder GSM-Verbindungen für den Rückkanal genutzt werden.

Bei Verbindungen mit terrestrischem Rückkanal wurde dieser bei einigen Anbietern parallel zum Satellitenlink für die Datenübertragung in Downstream-Richtung verwendet. Ist dieser Rückkanal ausgelastet, fließen die weiteren Pakete über die für den Anbieter teurere Satellitenübertragungsstrecke. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn die terrestrische Leitung nicht voll ausgelastet wird – z. B. auf Grund eines langsamen Internet-Servers – treffen alle Daten terrestrisch ein. Bei Anbietern, die diese Technik nicht einsetzten, lief der eigentliche Download ausschließlich über Satellit.

Vorteile[Bearbeiten]

Der Vorteil der Satellitenverbindungen liegt in der Kombination der relativ großen Bandbreite und ihrer breiten Verfügbarkeit, die weitgehend ortsungebunden ist.

Vorteil der reinen Satellitenverbindung ist, dass sie hierbei völlig unabhängig von terrestrischen Daten- oder Telefonleitungen verfügbar ist und kein fester Standort benötigt wird. Sie steht somit auch für Schiffe und Flugzeuge zur Verfügung. Der Nutzer muss sich lediglich im Ausstrahlungsbereich eines geeigneten Satelliten befinden bzw. sich darin bewegen.

Der Vorteil einer Verbindung mit terrestrischen Rückkanal gegenüber einer Zwei-Wege-Lösung lag früher in den geringeren Kosten für die Satellitenübertragungsrate, den geringeren Signallaufzeiten (Latenz), sowie den günstigeren Endgeräten. Sofern für den Rückkanal ein Mobilfunksystem genutzt wird, kann der Nutzer ebenfalls mobil sein.

Nachteile[Bearbeiten]

Sehr hohe Latenzzeit[Bearbeiten]

Schon allein durch die großen Entfernungen und die Lichtgeschwindigkeit von etwa 300.000 km/s ergeben sich z. B. mit geostationären Satelliten von der Erdstation zum Satelliten und zurück zum Dienstnehmer Signallaufzeiten von mindestens 239 ms. Bei bidirektionaler Kommunikation über den Satelliten muss für den Hinweg von Anfragen und den Rückweg einer Antwort diese Strecke zweimal überwunden werden. Zusammen mit anderen Verzögerungsfaktoren ergeben sich Latenzen zwischen 500–700 ms, was weitaus schlechter ist als z. B. die bei Modemeinwahl üblichen Latenzen von „nur“ 150–200 ms. DSL-Latenzen liegen größenordnungsmäßig bei 20 ms. Internetdienste, die den Satelliten für Hin- und Rückweg nutzen, eignen sich daher nicht für Videotelefonie und -spiele oder andere Anwendungen, bei denen hohe Latenzzeiten mit starken Einschränkungen verbunden sind.

Transparenz vs. Übertragungsrate[Bearbeiten]

Den Anforderungen nach möglichst effektiver Nutzung der theoretisch zur Verfügung stehenden Datenübertragungsraten und möglichst großer Applikationstransparenz kann meist nicht gleichzeitig entsprochen werden. Die effektivste Datenübertragungsratennutzung bietet beim Ein-Wege-Dienst die Client/Servervariante. Sie leitet die Verbindung vor und hinter der Satellitenverbindung über einen Proxyserver (Client- und Remote-Proxy). Um applikationstransparent zu bleiben, wird beim Ein-Wege-Dienst in der Regel eine Tunnelvariante (VPN/PPTP)angeboten.

Slow Start[Bearbeiten]

Das Transmission Control Protocol (TCP) ist nicht für Signallaufzeiten ausgelegt, wie sie bei Satellitenverbindungen auftreten. Die Signallaufzeit liegt bei ca. 240 ms für den Weg von der Erde zum Satellit und zurück. Die durch diese Laufzeiten entstehende Round Trip Time (RTT) führt dazu, dass eine TCP-Verbindung nach dem sogenannten Slow Start die Datenübertragungsrate nicht wesentlich erhöht und so z. B. auf einer Verbindung mit 2 Mbit/s theoretischer Datenübertragungsrate unter ungünstigen Bedingungen nur einige 10 kbit/s übertragen werden könnten. Dieses Problem kann durch den Einsatz spezieller Proxy Server umgangen werden.

Anbieter[Bearbeiten]

Der folgende Abschnitt ist hinsichtlich der genannten Zahlen nicht belegt. Er ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Anbieter Ausstrahlungsbereich Produkt Verbindungsart Downstream (max) Upstream (max) Downstream (min) Upstream (min) Dual Play Triple Play


Arabsat 2-Wege
atrexx Afrika 2-Wege
Businesscom Networks Limited Afrika, Europa, Mittlerer Osten, Nordamerika, Südamerika, Asien „iDirect“–VSAT 2-Wege 4.000 kbit/s 1.000 kbit/s 256 kbit/s 64 kbit/s Nein Nein
CETel GmbH Europa 2-Wege
Comnet Indien 2-Wege
dsl2u Europa 2-Wege
EgyptSat Telecom Afrika 2-Wege
Filiago[1] Europa SES Broadband 2-Wege 16.384 kbit/s 1.536 kbit/s 4.096 kbit/s 256 kbit/s Ja Ja
getinternet S.á r.l Europa Tooway–KA SAT 2-Wege 22.000 kbit/s 64 kbit/s 64 kbit/s 1.000 kbit/s Nein Nein
Globalstar 2-Wege
HETAN@Home Europa 2-Wege
HughesNet 1-Weg
HughesNet 2-Wege
Inmarsat Broadband Global Area Network 2-Wege
IPSTAR Asien, Australien 2-Wege
Iridium Weltweit Iridium 2-Wege 128 kbit/s 128 kbit/s 2,4 kbit/s 2,4 kbit/s ja nein
level421 Afrika 2-Wege
ORBITCOM GmbH Europa Astra–KA SAT 2-Wege 20.000 kbit/s 2.000 kbit/s 256 kbit/s 256 kbit/s Nein Nein
Optus Australien 2-Wege
SAT-Network Europa 2-Wege 10.000 kbit/s 4.000 kbit/s Ja Ja
Sat Internet Services GmbH Europa Tooway–VSAT 2-Wege 20.000 kbit/s 6.000 kbit/s k. A. k. A. Ja Ja
Satlynx Europa 2-Wege
satspeed Europa SAT_SPEED+2 2-Wege 10.240 kbit/s 4.096 kbit/s Ja Ja
SES Astra 2-Wege
SkyGate Europa, Middle East 2-Wege 10.240 kbit/s Ja Ja
skyDSL Europa skyDSL 1-Weg 36.000 kbit/s 1.500 kbit/s Nein Nein
skyDSL Europa skyDSL2+ / KA-SAT / VSAT 2-Wege 20.000 kbit/s 6.000 kbit/s 6.000 kbit/s 1.000 kbit/s Ja Ja
SOSAT.COM Europa dsDSL-Power 2-Wege 18.432 kbit/s 6.144 kbit/s 256 64
Spacenet Nordamerika 2-Wege
StarDSL[2] Europa SES Broadband 2-Wege
Thuraya Europa, Afrika, Asien, Australien ThurayaIP 2-Wege 444 kbit/s[3] 444 kbit/s 16 kbit/s 16 kbit/s nein nein
Vconn / AZ Communication Philippinen 2-Wege
WildBlue Nordamerika 2-Wege
WorldSpace 1-Weg

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. golem.de: Filiago bringt Internet per Satellit mit Rückkanal
  2. golem.de: StarDSL bietet ab sofort Internet per Satellit mit Rückkanal
  3. thuraya.com Thuraya IP Price Plans