Irma Vep

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Filmdaten
Originaltitel Irma Vep
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Englisch, Französisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Olivier Assayas
Drehbuch Olivier Assayas
Produktion Georges Benayoun
Kamera Éric Gautier
Schnitt Luc Barnier
Besetzung

Irma Vep ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 1996.

Handlung[Bearbeiten]

Der französische Filmregisseur René Vidal möchte ein Remake des französischen Stummfilms Les Vampires von Louis Feuillade drehen. Die Hauptrolle Irma Vep in dem Film von 1915 hatte die französische Schauspielerin Musidora gespielt. Nun sucht Vidal eine passende Schauspielerin, die diesen Part übernehmen kann und findet sie in der chinesischen Schauspielerin Maggie Cheung. Maggie reist nach Paris, um die Rolle zu übernehmen. Sie spricht jedoch kein Wort französisch und verlangt deshalb, dass alle Mitarbeiter englisch mit ihr sprechen. Ein erstes Treffen mit der Kostümbildnerin Zoé findet statt. Sie soll ein hautenges Latexkostüm tragen und erfährt von Zoé, dass Vidals Karriere als Filmregisseur abwärts geht. Maggie ist jedoch nicht weiter besorgt und es kommt zu ersten Aufnahmen. Vidal ist jedoch unzufrieden und verlässt nach erster Sichtung des Materials seinen Arbeitsplatz.

Die Dreharbeiten verlaufen weiter chaotisch und sind geprägt von Intrigen innerhalb des Filmteams. Vidal ist am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Dennoch findet Maggie den Regisseur sympathisch und verteidigt ihn auch gegen einen französischen Journalisten, der besonders auf Filme von John Woo und Arnold Schwarzenegger steht und französisches Autorenkino langweilig findet. Als die Kostümbildnerin Zoé nach einem desaströsen Drehtag sie auf ihrem Motorrad mit zu Freunden nimmt, erfährt Maggie von diesen Freunden, dass Zoé ein Auge auf sie geworfen hat. Maggie ist entsetzt und kehrt allein zurück in ihr Hotel. Dort erhält sie zahlreiche Nachrichten von Vidal. Maggie ruft ihn und er bittet sie, zu ihm nach Haus zu kommen. Als sie dort ankommt, findet sie ihn nach einem Streit mit seiner Ehefrau unter dem Einfluss starker Beruhigungsmittel.

In der gleichen Nacht kehrt Maggie zurück in ihr Hotel und schlüpft in ihr Kostüm. Ähnlich wie ihr Rollencharakter bricht sie in ein Hotelzimmer ein, stiehlt Schmuck und flüchtet über die Dächer des Hotels, wirft den Schmuck allerdings weg. Am nächsten Morgen verschläft sie und wird von Zoé geweckt, die gekommen ist, um zu überprüfen, ob alles mit Maggie in Ordnung ist. Am Drehort herrscht wieder einmal das völlige Chaos. Vidal ist nicht am Set erschienen. Schließlich erfährt die Crew, dass Vidal einen Nervenzusammenbruch hatte und der Regisseur José Mirano seine Arbeit übernehmen soll. Mirano versteht jedoch nicht, warum Vidal ausgerechnet eine chinesische Schauspielerin besetzt hat, die nicht einmal französisch spricht. Er will die Regie nur übernehmen, wenn Maggie durch eine französische Schauspielerin ersetzt wird. Maggie wird entlassen und fliegt nach New York, um dort Ridley Scott zu treffen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde erstmals bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1996 gezeigt. Dort lief der Film in der Nebenreihe Un Certain Regard. Danach lief er auf einigen weiteren Filmfestivals und kam im November 1996 in die französischen Kinos. In den deutschen Kinos lief der Film erst 1998.

Kritiken[Bearbeiten]

„Olivier Assayas Film ist eine persönliche Bestandsaufnahme zum Filmemachen in Frankreich. Mit fast dokumentarischem, nichts beschönigendem Blick, mal in ironischem, selten auch in sarkastischem Tonfall zeigt er die alltäglichen Niederträchtigkeiten und den Abgrund zwischen gängiger Verklärung und Realität der Filmproduktion.“

Lexikon des internationalen Films

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]