Arnold Schwarzenegger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarzenegger ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Schwarzenegger (Begriffsklärung) aufgeführt.
Arnold Schwarzenegger (Juni 2013) Signatur

Arnold Alois Schwarzenegger (* 30. Juli 1947 in Thal, Steiermark) ist ein austroamerikanischer[1] Schauspieler sowie US-amerikanischer Politiker. Er war von November 2003 bis Januar 2011 der 38. Gouverneur Kaliforniens. Vor seiner politischen Laufbahn ist Schwarzenegger international bekannt geworden als der weltweit erfolgreichste Bodybuilder mit anschließender Karriere als Filmschauspieler, insbesondere durch seine Verkörperung des Terminators.

Leben[Bearbeiten]

Schwarzenegger mit dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan am 23. August 1984

Arnold Schwarzenegger wurde als zweiter Sohn der Hausfrau Aurelia Schwarzenegger, geborene Jadrny, (1922–1998) und des Gendarmen Gustav Schwarzenegger (1907–1972) in der kleinen Ortschaft Thal bei Graz geboren. Seine Eltern hatten am 20. Oktober 1945 in Mürzsteg geheiratet. Arnold und sein Bruder Meinhard wuchsen in einem für diese Zeit typisch strengen Elternhaus auf. Ab 1953 besuchte Schwarzenegger die Volksschule in Thal,[2] bevor er 1957 an die Hauptschule Friedrich Fröbel in Graz wechselte.[3]

Schwarzenegger leistete seinen Wehrdienst beim Panzerbataillon 4 des Bundesheeres in Graz.[4]

1968 wanderte Schwarzenegger in die USA aus, wo er sich in den 1970er Jahren ein Millionenvermögen als Immobilienmakler erwirtschaftete. Am 20. Mai 1971 kam sein Bruder Meinhard (* 1946) bei einem Autounfall ums Leben, im darauffolgenden Jahr erlag sein Vater in Weiz einem Schlaganfall.

Ab 1973 besuchte Schwarzenegger diverse Kurse in Betriebswirtschaftslehre an zwei Community Colleges (SMC und WLAC), der UCLA und der UW. Aufgrund seines Visums war es ihm nicht erlaubt, regelmäßig zu studieren. An jeder Einrichtung durfte er nur eine begrenzte Anzahl an Kursen belegen.[5] 1979 schloss Schwarzenegger schließlich mit einem Bachelor of Arts in internationaler Wirtschaftslehre an der University of Wisconsin-Superior (UW) ab.

1979 engagierte sich Schwarzenegger als internationaler Trainer der Gewichtheber bei den Special Olympics.

Die US-Staatsbürgerschaft erhielt Schwarzenegger am 16. September 1983.[6][7]

Am 26. April 1986 heiratete der Republikaner die Nichte von John F. Kennedy, die demokratische Journalistin Maria Shriver, mit der er vier Kinder hat: Katherine Eunice (* 1989), Christina Maria Aurelia (* 1991), Patrick Arnold (* 1993) und Christopher Sargent Shriver (* 1997). Anfang Mai 2011 gab das Paar seine Trennung bekannt.[8] Wenige Tage später erklärte Schwarzenegger, dass er der Vater des Kindes einer jahrelangen Hausangestellten sei.[9] Seine Hausangestellte war zur selben Zeit schwanger, als seine Ehefrau mit Sohn Christopher schwanger war.[10] Schwarzenegger lebt in Brentwood.

Zuvor schon als Besitzer des Restaurants Schatzi on Main in Santa Monica erfolgreich, eröffnete Schwarzenegger im Jahr 1991 zusammen mit seinen Schauspielerkollegen Bruce Willis, Demi Moore, Jackie Chan und Sylvester Stallone in New York die Fast-Food-Kette Planet Hollywood. 1998 verkaufte er seine Anteile an Schatzi on Main.[11]

Im Jahr 1996 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der University of Wisconsin in Superior verliehen.[12] Ein Jahr darauf wurde in Graz-Liebenau das Arnold-Schwarzenegger-Stadion eröffnet. Dieses wurde allerdings aus Anlass der Debatte über die durch Schwarzenegger versagte Begnadigung des zum Tode verurteilten Stanley Williams und infolge des anschließenden Entzugs der Namensrechte durch Schwarzenegger von der Stadt Graz 2006 wieder umbenannt. Inzwischen heißt es UPC-Arena.

Für seine Unterstützung der Holocaust-Forschung wurde Schwarzenegger 1991 und 1997 mit dem National Leadership Award der Simon-Wiesenthal-Stiftung ausgezeichnet.[13]

2001 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der ehemaligen privaten IMADEC University in Wien verliehen. Die Verleihung erwies sich aber 2006 nach einem Spruch des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes als ungültig, da Privatuniversitäten kein Recht zur Verleihung von Ehrendoktortiteln besitzen.[14]

Am 4. Oktober 2012 erschien die Autobiografie unter dem Namen Total Recall: Autobiographie – Die wahre Geschichte meines Lebens, in der Schwarzenegger u. a. über seinen Fehltritt mit seiner Haushälterin schreibt. Ein Trailer zum Buch wurde auf YouTube veröffentlicht.[15]

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Der Weg zum erfolgreichsten Bodybuilder der Welt[Bearbeiten]

Arnold Schwarzenegger, dessen Vater Meister im Eisstockschießen war, betrieb schon als Kind verschiedene Sportarten. So spielte er ab dem Alter von zehn Jahren vereinsmäßig Fußball und übte darüber hinaus verschiedene Einzelsportarten wie Schwimmen und Boxen aus. Mit 15 Jahren betrat der junge Arnold das erste Mal in seinem Leben ein Gewichtheberstudio, da sein Fußballtrainer Krafttraining für die Beine anordnete. Schon bald gab Schwarzenegger das Fußballspielen völlig auf und schloss sich der kleinen Gruppe an, die den zu dieser Zeit in Europa noch relativ unbekannten Bodybuildingsport betrieb. Seine Motivation und sein Wissen dafür bezog er vor allem aus US-amerikanischen Fachzeitschriften, in denen Fotos und Trainingsprogramme der Stars der damaligen Szene abgedruckt waren. Besonders Reg Park, welcher schon mehrere bedeutende Titel gewinnen konnte, dessen Popularität aber vorrangig seiner Mitwirkung in diversen Sandalenfilmen geschuldet war, beeindruckte Schwarzenegger und diente ihm als Vorbild.

Bis zu seinem 18. Lebensjahr bestritt Schwarzenegger neben Bodybuilding noch einige Wettkämpfe im olympischen Gewichtheben, wo er 1965 in der Juniorenklasse Österreichischer Staatsmeister wurde. Im Oktober des gleichen Jahres gewann er in Stuttgart mit der internationalen Juniorenmeisterschaft „Bestgebauter Athlet“ seinen ersten großen Bodybuilding-Wettkampf. Unmittelbar nach seinem Sieg lernte Schwarzenegger den Münchner Geschäftsmann Rolf Putziger kennen, in dessen Bodybuilding-Studio er 1966 eine Stelle als Trainer antrat. Ebenfalls 1966 nahm Schwarzenegger zum ersten Mal an der Weltmeisterschaft des Verbandes NABBA in London teil und belegte mit 19 Jahren auf Anhieb den zweiten Platz in der Kategorie der Amateure. Ein Jahr später gewann er an gleicher Stätte die NABBA-Weltmeisterschaft, wodurch er mit zwanzig Jahren zum bis heute jüngsten Mister Universum wurde. Bei seiner dritten Teilnahme 1968 musste Schwarzenegger als amtierender Weltmeister der Amateur-Klasse gemäß den NABBA-Regeln in der Profi-Kategorie antreten, wo er seinen zweiten Mr. Universum-Titel gewann.

Dieser Sieg war für Schwarzenegger das Sprungbrett für seine internationale Bodybuilding-Karriere. So wurde der Österreicher unmittelbar nach den NABBA-Weltmeisterschaften vom US-amerikanischen Unternehmer und Herausgeber diverser BB-Zeitschriften Joe Weider zur Weltmeisterschaft des Konkurrenzverbandes IFBB eingeladen, welcher in den Folgejahren die NABBA als bedeutendste BB-Organisation ablösen sollte. Zu diesem Zeitpunkt war die Etablierung des Bodybuildings als Leistungssport in den USA, und dort vor allem in Kalifornien, deutlich weiter vorangeschritten als in Europa – dies zeigte sich auch in dem höheren Leistungsniveau der Athleten. Gleich bei seiner ersten Teilnahme am IFBB Mr. Universum Wettbewerb 1968 wurde Schwarzenegger vom über 15 kg leichteren US-Amerikaner Frank Zane geschlagen und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Nach diesem Wettkampf blieb der gebürtige Steirer in den USA, wo er weitaus professioneller trainieren konnte als in München. Die besseren Trainingsmöglichkeiten führten beim Österreicher zu einer weiteren Formsteigerung und so konnte er 1969 auch die IFBB-Weltmeisterschaft gewinnen.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte Schwarzenegger nur noch der Titel des Mr. Olympia, um den am selben Abend wie um den IFBB Mr. Universum gekämpft wurde. Der Kampf wurde ebenfalls von der IFBB ausgetragen. Im Gegensatz zur verbandseigenen Weltmeisterschaft besaß der Mr. Olympia weltweit von allen Wettbewerben die höchste sportliche Wertigkeit, da hier die Weltmeister aller Verbände die Möglichkeit hatten, sich untereinander zu vergleichen. In den Jahren 1967 und 1968 konnte jeweils Sergio Oliva die „Meisterschaft der Meisterschaften“ für sich entscheiden. Der Exilkubaner war gleichzeitig auch der letzte verbliebene Weltklasse-Athlet, den Schwarzenegger bis dato noch nicht im Wettkampf bezwungen hatte. Daran änderte sich auch nichts nach ihrem ersten Aufeinandertreffen beim Mr. Olympia 1969, da Oliva im Duell knapp mit 4:3 Kampfrichterstimmen die Oberhand behielt und somit seinen Titel wiederum verteidigte. Durch den erneuten Gewinn der NABBA-Weltmeisterschaft der Profis konnte sich Schwarzenegger eine Woche später in London zumindest mit seinem vierten Mr. Universum-Titel trösten.

1970 fanden die NABBA-Weltmeisterschaften in London vor dem Mr. Olympia statt. In diesem Wettkampf, den Schwarzenegger wiederum gewann, war unter den Geschlagenen auch Schwarzeneggers Idol Reg Park, welcher bei seinem Comeback letztendlich den zweiten Rang belegte. Einen Tag nach dem Gewinn seines fünften Mister Universum-Titels gelang Schwarzenegger in Columbus (Ohio) durch einen Sieg beim Mister World-Wettkampf über Sergio Oliva die Revanche für seine im Jahr zuvor erlittene Niederlage beim Mr. Olympia. Zwei Wochen später konnte sich Schwarzenegger auch bei dieser prestigeträchtigsten Meisterschaft die Krone aufsetzen, als er Sergio Oliva erneut bezwingen konnte.

Ab diesem Zeitpunkt dominierte Schwarzenegger die BB-Szene und gewann sämtliche Wettkämpfe, an denen er teilnahm. Dazu zählten auch sechs Siege beim Mr. Olympia, wo er 1972 seinen langjährigen Rivalen Sergio Oliva endgültig in die Schranken wies. 1975 gab Schwarzenegger seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt und widmete sich fortan vermehrt dem Filmgeschäft. Außerdem veranstaltete er in den Folgejahren mehrere BB-Wettkämpfe mit seinem Partner Jim Lorimer, darunter auch den Mr. Olympia in den Jahren 1976 bis 1979.

1980 kehrte Schwarzenegger nach fünf Jahren Pause ins Wettkampfgeschehen zurück und schlug beim Mr. Olympia-Wettbewerb in Sydney die versammelte Weltelite. Dieser Sieg war der letzte Auftritt Schwarzeneggers als Bodybuilder. Wegen fehlender Motivation kehrte er diesmal für immer der Wettkampfbühne den Rücken. Schwarzenegger interessierte und engagierte sich allerdings weiterhin für den Bodybuildingsport und initiierte den 1989 erstmals ausgetragenen und nach ihm benannten Wettbewerb Arnold Classic.

Mit insgesamt sieben Mr. Olympia-Titeln und fünf Mr. Universum-Titeln war Arnold Schwarzenegger der erfolgreichste Bodybuilder seiner Zeit und wird bis heute als prägende Persönlichkeit des Bodybuildings angesehen. 1999 wurde Schwarzenegger in die Hall of Fame der IFBB aufgenommen. Schwarzenegger erhielt für sein karitatives Engagement im Jahr 2003 den Laureus World Sports Award (Sport for Good Award).

Wichtigste Titel[Bearbeiten]

  • IFBB Mr. Olympia (7x): 1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1975, 1980
  • NABBA Mr. Universum (4x): 1967 (Amateur-Kategorie), 1968, 1969, 1970 (Profi-Kategorie)
  • IFBB Mr. Universum: 1969
  • IFBB Mr. International: 1969
  • IFBB Mr. World: 1970
  • IFBB Mr. Europe: 1966, 1969

Sonstiges[Bearbeiten]

Mit Büchern wie The Encyclopedia of Modern Bodybuilding, Arnold: The Education of a Bodybuilder und Arnold’s Bodybuilding for Men wurde er zum Bestsellerautor. Bereits Ende der 1960er Jahre verdiente er seine erste Million mit Fitnessartikeln und -nahrung.

Schwarzenegger gestand in Interviews den Konsum von anabolen Steroiden zu seiner Zeit als aktiver Bodybuilder.

Schwarzeneggers Körpermaße waren, wie bei jedem Bodybuilder, je nach Alter und Trainingszustand unterschiedlich. In den 1970er Jahren wurden bei ihm während der Wettkampfphase folgende Werte gemessen:[16]

Größe 1,88 Meter
Gewicht 106 Kilogramm
Armumfang 56 Zentimeter
Brustumfang 145 Zentimeter
Taillenumfang 86 Zentimeter
Oberschenkelumfang 72 Zentimeter
Wadenumfang 51 Zentimeter

Filmkarriere[Bearbeiten]

Abdrücke von Arnold Schwarzenegger vor dem Grauman’s Chinese Theatre

Schwarzenegger als Schauspieler[Bearbeiten]

Seit seiner Jugend interessierte sich Schwarzenegger für Helden- und Sandalenfilme. Früh reifte in ihm der Entschluss, es seinen Vorbildern gleichzutun und Schauspieler zu werden. Seine imposante Erscheinung half Schwarzenegger, im Filmgeschäft Fuß zu fassen – zunächst unter dem Pseudonym Arnold Strong. Seine erste Rolle war Hercules im Film Hercules in New York (1970), bei dem seine Stimme im amerikanischen Original wegen seines starken steirischen Akzents synchronisiert werden musste.

Im Jahr 1982 erlangte Schwarzenegger durch seine Hauptrolle in Conan der Barbar erstmals internationale Beachtung als Schauspieler. 1984 spielte er auch in der Fortsetzung Conan der Zerstörer mit. Im gleichen Jahr sollte der Science-Fiction-Film Terminator sowohl für Schwarzenegger als auch für Regisseur James Cameron den endgültigen Durchbruch in Hollywood bedeuten. Schwarzenegger verkörperte hier zum ersten Mal den Bösewicht, wobei er im ganzen Film nur etwa 17 Sätze mit etwa 70 Wörtern zu sprechen hatte.

In den folgenden Jahren untermauerte Schwarzenegger mit weiteren Filmen (Phantom-Kommando, Predator) seinen Ruf als Ikone des Action- und Science-Fiction-Kinos, welcher vorrangig auf seiner beeindruckenden physischen Präsenz basierte. Darüber hinaus zeigte er in humorvollen Produktionen wie Twins – Zwillinge (neben Danny DeVito) oder Kindergarten Cop auch eine komödiantische Seite. Gegen Ende der 1980er Jahre gehörte Schwarzenegger schließlich zu den bestverdienenden Schauspielern in Hollywood. Sein früher oft geschmähter Akzent war mittlerweile zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen geworden.

1990 spielte Schwarzenegger mit dem 60-Millionen-Dollar-Projekt Die totale Erinnerung – Total Recall in einer der bis dato teuersten Produktionen der Filmgeschichte mit. Ein Jahr später schlüpfte er zum zweiten Mal in seine Parade-Rolle als Terminator. Terminator 2 – Tag der Abrechnung setzte sowohl in den Herstellungskosten als auch in der Tricktechnik neue Maßstäbe und war mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 500 Millionen Dollar der umsatzstärkste Film des Jahres 1991. Wie schon im ersten Teil führte auch hier James Cameron Regie. Das Erfolgsduo arbeitete danach noch zweimal zusammen (True Lies – Wahre Lügen, 1994 und T2 3-D: Battle Across Time, 1996).

Die Weiterentwicklung der digitalen Tricktechnik führte auch zu grundlegenden Änderungen in der Filmlandschaft. Das klassische Actionkino, in dem der einsame Held in der Regel ein Feuerwerk abbrannte, war immer weniger gefragt. So konnte auch Schwarzenegger mit der Zeit nicht mehr an seine Erfolge der frühen 1990er Jahre anknüpfen. Filme wie The 6th Day oder Collateral Damage – Zeit der Vergeltung blieben in der Publikumsgunst weit hinter den Erwartungen zurück. Schließlich endete mit dem Abschluss der Dreharbeiten zu Terminator 3 – Rebellion der Maschinen im September 2002 vorläufig die Filmkarriere des gebürtigen Österreichers. Schwarzenegger wandte sich ab diesem Zeitpunkt voll und ganz der Politik zu und wurde schließlich im Oktober 2003 zum Gouverneur von Kalifornien gewählt. Einzig im Jahr 2004 hatte er einen kurzen Gastauftritt in der Jules-Verne-Verfilmung In 80 Tagen um die Welt. Aufgrund seiner engen Freundschaft zu Sylvester Stallone übernahm Schwarzenegger einen Cameo-Auftritt in dessen Actionfilm The Expendables.

Im Januar 2011 erklärte Schwarzenegger gegenüber einer Schweizer Zeitung, dass er sich nunmehr, nach seiner Politkarriere, tatsächlich wieder der Schauspielerei widme und bereits drei Drehbücher lese.[17] Wenig später wurde bekannt, dass die Universal-Filmstudios einen weiteren Teil der Terminator-Reihe drehen wollen, eine Beteiligung Schwarzeneggers dabei wurde aber nur gemutmaßt.[18] Dann wurde bekannt gegeben, dass sein erster Film nach seiner Politkarriere die Actionkomödie Cry Macho unter der Regie von Brad Furman sein wird und Schwarzenegger darin einen alternden Helden spielen soll.[19] Wegen einer Ehekrise legte Schwarzenegger seine Comebackpläne jedoch zunächst auf Eis.[20]

Nach vielen Gerüchten begann Schwarzenegger erst Ende 2011 die Dreharbeiten an The Last Stand. Seine Rolle in diesem Film ist die eines alten Sheriffs, der Schuld an der Verkrüppelung seines einstigen Kollegen ist und sich nun gegen einen Drogenboss beweisen kann. Seine Beteiligung an Cry Macho sagte er zwischenzeitlich ab, obwohl er hierfür mehr Gage als für The Last Stand erhalten hätte: Er wollte sich aber erst testen, bevor er wieder große Projekte angeht. Zuvor war er in The Expendables 2 zu sehen, wobei er eine größere Rolle gespielt hat.[21]

Gemeinsam mit James Cameron und Jerry Weintraub ist Schwarzenegger Executive Producer der 9-teiligen Doku-Serie Years of Living Dangerously, die sich mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels befasst. Die erste Folge wurde im April 2014 im TV-Sender Showtime ausgestrahlt. In einer Folge tritt Schwarzenegger auch als Korrespondent auf und berichtet vom Kampf der kalifornischen Feuerwehr gegen die Folgen der globalen Erwärmung in Form großflächiger Waldbrände.

Ende 2014 ist Schwarzenegger unter der Regie von Henry Hobson in einer Hauptrolle zusammen mit Abigail Breslin im Horror-Drama Maggie zu sehen. Weiters haben die Dreharbeiten zu Terminator: Genisys, mit Schwarzenegger in der Rolle des T-800, im April 2014 begonnen. Die Veröffentlichung ist für Juli 2015 geplant. Angekündigt wurden mit Triplets und The Legend of Conan zwei weitere Produktionen mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle.

Schwarzenegger als Regisseur[Bearbeiten]

Sein Regie-Debüt feierte Schwarzenegger mit einer Episode der TV-Serie „Geschichten aus der Gruft“. Sein erster eigener Film war die TV-Komödie Christmas In Connecticut (1992) mit Kris Kristofferson und Tony Curtis, in der er auch als Schauspieler kurz in Erscheinung tritt.

Filme[Bearbeiten]

Kino[Bearbeiten]

Kino - Kurzauftritte, Sprechrollen, Cameos, usw.[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

  • 1974: Happy Anniversary and Goodbye
  • 1977: Die Straßen von San Francisco (The Streets of San Francisco) (TV-Serie), Episode Dead Lift
  • 1977: California Okay (The San Pedro Beach Bums) (TV-Serie), Episode Lifting is my Life
  • 1977–1979: Dinah! (Serie)
  • 1980: The Jayne Mansfield Story
  • 1986: Mensch Meier (Kurzer Auftritt)
  • 1989–2009: Entertainment Tonight (TV Serie)
  • 1990: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt) (TV-Serie), Episode Switch, (Darsteller und Regisseur)
  • 1992: Lincoln (TV-Film) (Stimme)
  • 1992: Christmas in Connecticut (Regie)
  • 2002: Liberty’s Kids: Est. 1776 (Stimme)
  • 2004–2005: Hannity & Colmes (Fernsehserie)
  • 2005: Imagine
  • 2006–2008: Meet the Press
  • 2008: 60 Minutes
  • 2009: Desperate Beauty – Verzweifelte Schönheit Kambakkht Ishq
  • 2010: Gerrymandering (Dokumentarfilm)
  • 2011: 16th Annual Critics' Choice Movie Awards
  • 2011: California State of Mind: The Legacy of Pat Brown (Dokumentarfilm)
  • 2014: Years of Living Dangerously (Executive Producer und "Korrespondent")

Als Produzent[Bearbeiten]

  • 1993: Last Action Hero
  • 2000: The 6th Day

Als Regisseur[Bearbeiten]

  • 1990: Tales from the Crypt
  • 1992: Christmas in Connecticut

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine schauspielerische Tätigkeit erhielt Arnold Schwarzenegger folgende Ehrungen und Auszeichnungen:[22]

Stern von Arnold Schwarzenegger auf dem Hollywood Walk of Fame
  • 1977: Golden Globe (Bester Nachwuchsdarsteller)
  • 1985: Special Award (Internationaler Star des Jahres)
  • 1987: Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (Schauspieler) (Stern Nr. 1847)
  • 1989: Kids' Choice Awards (beliebtester Schauspieler)
  • 1991: Kids' Choice Awards (beliebtester Schauspieler)
  • 1992: Kids' Choice Awards (Aufnahme in Hall of Fame)
  • 1992: MTV Movie Award (Bester männlicher Darsteller)
  • 1993: Special Award (Internationaler Star des Jahrzehnts)
  • 1996: Goldene Kamera (Film International)
  • 1996: Golden Apple Awards (Männlicher Star des Jahres)
  • 1996: Bambi
  • 1997: Sherrill Corwin Humanitarian Award
  • 1998: World Artist Award
  • 1998: American Cinematheque Gala Tribute (Anerkennung für Beitrag zum Kino)
  • 1999: DIVA-Award (European Video Award)
  • 2001: Taurus Honorary Award (Bester Action-Filmstar)
  • 2004: Maverick Tribute Award (Lebenswerk)

Am 13. März 1993 wurde ihm vom österreichischen Bundespräsidenten das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[23] überreicht.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Obwohl Schwarzenegger 1977 für seine Rolle in Mister Universum den Golden Globe als Bester Newcomer entgegennehmen konnte, warfen ihm Kritiker wiederholt mangelndes schauspielerisches Talent vor. Bei den als „Gegen-Oscar“ ausgetragenen Razzie Awards wurde Schwarzenegger im Laufe seiner Karriere insgesamt achtmal für die Goldene Himbeere in der Kategorie Schlechtester Darsteller nominiert – bekam diesen aber letztlich nie zugesprochen. Das brachte ihm bei der „Himbeer“-Verleihung 2005 den wenig schmeichelhaften Titel Worst Razzie Loser of Our First 25 Years (Schlechtester Nichttitelträger der ersten 25 Jahre) ein.
  • Die Figur des vornehmlich in Actionfilmen auftretenden Rainier Wolfcastle in der amerikanischen Serie Die Simpsons basiert auf Schwarzenegger, in Die Simpsons – Der Film war Schwarzenegger selbst Präsident der USA.
  • Für die deutschsprachigen Fassungen seiner Filme leiht ihm der Berliner Schauspieler und Schlagzeuger Thomas Danneberg seine Stimme.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Anfänge seiner politischen Laufbahn[Bearbeiten]

Arnold Schwarzenegger gehört der Republikanischen Partei an. Bis zu seiner Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien trat er politisch nur gelegentlich in Erscheinung. 1990 wurde er vom damaligen US-Präsidenten George Bush zum Vorsitzenden des nationalen Rates für Fitness und Sport ernannt.

Gouverneur von Kalifornien[Bearbeiten]

Arnold Schwarzenegger (2010)

Am 7. August 2003 gab Arnold Schwarzenegger öffentlich seine Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien bekannt. Er kündigte an, jeden Dollar, den der amtierende Gouverneur Gray Davis zur Verhinderung seiner Abwahl ausgebe, mit einem eigenen Dollar zu kontern. In sein Team holte er dazu den ehemaligen US-Außenminister George P. Shultz sowie den Milliardär Warren Buffett. Während seines Wahlkampfes wurde Schwarzenegger von einigen seiner republikanischen Parteifreunde heftig als „Mogelkandidat“ angegriffen, da er ihrer Meinung nach kein allzu scharfes Profil als Republikaner zeigte. Allgemein trat die Person Schwarzenegger (bzw. seine Schauspielerkarriere) statt der geplanten Politik in den Vordergrund der Berichterstattung und Schwarzenegger nahm im Wahlkampf nur an einer Debatte teil. Gerade dieses Profil hat Schwarzenegger als republikanischer Kandidat im eigentlich eher demokratischen (links-liberalen) Kalifornien jedoch vielleicht zur Stimmenhoheit verholfen. Am 7. Oktober 2003 gewann Schwarzenegger die Gouverneurswahl mit über 48 % der abgegebenen Stimmen und wurde am 17. November 2003 als 38. Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien vereidigt.

Schwarzenegger verstand sich darauf, auch politische Gegner zur Unterstützung zu gewinnen, was angesichts der demokratischen Mehrheit im kalifornischen Parlament auch von vornherein erforderlich war. So ernannte er beispielsweise die Demokratin Susan Kennedy 2005 als seine neue Stabschefin.[24] Als ehemaliger Schauspieler wusste er sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren, Humor und Familiensinn zeichneten von ihm in den Medien ein volksnahes, sympathisches Bild. Dazu trug auch seine Ankündigung bei, auf sein Gehalt als Gouverneur verzichten zu wollen.

Haushaltspolitik und Kontroversen

Im Ausland, vor allem in Europa, erhielt Schwarzeneggers unnachgiebige Haltung zur Todesstrafe große Aufmerksamkeit und er stand stark in der öffentlichen Kritik. In Österreich wurde unter anderem aus mehreren politischen Richtungen gefordert, dass ihm die Österreichische Staatsbürgerschaft, die er trotz seiner amerikanischen nicht verloren hat,[25] entzogen wird.[26][27] Im Januar 2005 entbrannte erstmals eine Diskussion um eine Namensänderung des „Arnold Schwarzenegger Stadions“ in Graz, da Schwarzenegger ein gestelltes Gnadengesuch eines zum Tode Verurteilten am 19. Januar 2005 ablehnte, doch die Gespräche im Grazer Gemeinderat verliefen im Sand.[28] Im Dezember 2005 wurde in Kalifornien erneut eine Hinrichtung vollzogen, erneut lehnte Schwarzenegger sämtliche Gnadengesuche ab, erneut forderten Politiker die Umbenennung des Stadions.[29] Bevor im Grazer Gemeinderat Einigkeit erzielt werden konnte, kam Schwarzenegger einer Entscheidung zuvor und entzog der Stadt Graz das Recht auf die Verwendung seines Namens. Heute heißt das Stadion UPC-Arena.

In Kalifornien ist die Politik Schwarzeneggers hingegen eher wegen seiner Vergabe von Regierungsaufträgen und -posten an laut den Vorwürfen eng verbundene Geschäftsleute und seiner Budgetpolitik umstritten.[30] Bei der Volksabstimmung im November 2005 über seine Reformpläne erlitt er eine schwere Niederlage, als die Wähler sämtliche Vorhaben des Republikaners ablehnten. Dabei ging es um längere Probezeiten für Lehrer, strengere Auflagen für Gewerkschaften, eine Neuregelung der Wahlbezirksgrenzen und Kürzungen im Haushaltsbudget. Seine Ankündigung mit seiner Regierungspolitik (so etwa einige, nicht in der Volksabstimmung enthaltene, durchgeführte Kürzungen) das kalifornische Haushaltsdefizit zu verringern, wurde nicht eingelöst. Das Defizit vergrößerte sich durch die Immobilienblase und gesunkene Steuereinnahmen anstatt dessen,[31] und die Bonität Kaliforniens wird als am geringsten unter den US-Bundesstaaten eingeschätzt.[32] Schwarzenegger hat dazu 2010 ein weiteres Kürzungspaket mit einem geschätzten Umfang von 12,4 Mrd. Dollar verordnet. Das Paket umfasst unter anderem unbezahlten Zwangsurlaub für Angestellte, deutliche Kürzungen (und somit Entlassungen) im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen sowie erhöhte Schulgelder.[31]

Im Januar 2006 wurde Schwarzenegger vom Parlament des mexikanischen Bundesstaates Baja California Sur zur unerwünschten Person erklärt. Die verschärfte Integrationspolitik des ursprünglich selbst in die USA eingewanderten Schwarzenegger wurde von den mexikanischen Politikern als „rassistisch“ bezeichnet.

Gouverneur Schwarzenegger mit dem zu diesem Zeitpunkt amtierenden US-Präsidenten George W. Bush (2003)
Umweltpolitik
Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2011 nicht mehr aktuell zu sein: Wie haben sich die Treibhausgas-Emissionen entwickelt? Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2011

Schwarzenegger als Republikaner folgte in der Umweltpolitik nur bedingt dem politischen Programm von US-Präsident George W. Bush. So unterzeichnete der Gouverneur am UN-Umwelttag am 1. Juni 2005 eine Durchführungsverordnung zur Reduzierung der Treibhausgase in seinem Bundesstaat, obwohl die USA das Kyoto-Protokoll, welches verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen festlegt, nicht ratifiziert haben. Nach dieser neuen Verordnung müssen bis 2010 in Kalifornien die Treibhausgas-Emissionen auf das Niveau des Jahres 2000 und bis 2020 auf das von 1990 reduziert werden. 2050 dürfen die Emissionswerte schließlich noch 20 Prozent von denen im Jahr 1990 betragen.

Schwarzenegger konzentrierte sich dabei in erster Linie auf die Reduzierung der Autoabgase, da diese allein in Kalifornien – wo 32 Millionen Fahrzeuge registriert sind – für mindestens 30 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich gemacht werden. Dazu berief er sich auf einen Beschluss des kalifornischen Parlaments, nach dem bereits im Jahre 2002 für Kalifornien eine drastische Reduzierung der Autoabgase aufgrund strengerer Emissionsobergrenzen festgeschrieben wurde. Um diese Grenzwerte im Alleingang festsetzen zu können, wurde 2005 in Washington ein Antrag eingereicht, damit Kalifornien von den milderen Bundesgesetzen zur Luftreinhaltung ausgenommen wird. Dieser Vorstoß des Westküstenstaates stieß jedoch innerhalb der Automobilindustrie auf großen Widerstand. Ein kalifornisches Bezirksgericht wies jedoch die Klage der Autohersteller ab, welche auf bundesweit einheitliche Gesetze pochten. Zur endgültigen Umsetzung der Grenzwertfestlegung steht noch die Einwilligung der Umweltbehörde EPA aus.[33] Außerdem setzte sich Schwarzenegger für die Förderung erneuerbarer Energien in Kalifornien ein. So war er Wegbereiter eines Förderprogramms nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Wiederwahl

Am 7. November 2006 erreichte Schwarzenegger seine Wiederwahl zur zweiten und laut Gesetz letzten Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien. Dabei setzte er sich bei sehr geringer Wahlbeteiligung mit 55,9 % der Stimmen[34] gegen den demokratischen Herausforderer Phil Angelides durch. Sein Kommentar zur Wahl: „Ich liebe es, Mehrteiler zu machen. Aber das ist ohne jeden Zweifel meine liebste Fortsetzung“.[35] Seinen Eid für die zweite Amtszeit legte er am 5. Januar 2007 ab.

Nach der kalifornischen Verfassung konnte Schwarzenegger im November 2010 nicht erneut für das Gouverneursamt kandidieren, da die Verfassung nur eine einmalige Wiederwahl zulässt. Im Januar 2011 wurde er daher von dem bei der Wahl erfolgreichen Demokraten Jerry Brown abgelöst.

Umweltschutzinitiativen

Im Jahr 2010 gründete er die R20 Regions of Climate Action, eine Umweltschutzinitiative, die aus 20 weltweit verteilten regionalen Regierungen besteht.[36]

Im Präsidentschaftswahlkampf 2008[Bearbeiten]

Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 unterstützte Schwarzenegger den Republikaner John McCain. Zusammen mit McCain trat er wenige Tage vor der Wahl bei einer Veranstaltung in Columbus, Ohio, auf.

Präsidentschaftsambitionen[Bearbeiten]

Am 19. Oktober 2013 berichtete die New York Post, dass Schwarzenegger auf einem Promo-Termin für seinen Film Escape Plan erzählte, dass er Lobby-Arbeit betreiben würde, um 2016 als Präsident kandidieren zu können.[37]

Rezeption[Bearbeiten]

Arnold Schwarzenegger wird in der öffentlichen Wahrnehmung mit Attributen wie Zielstrebigkeit und Ehrgeiz beschrieben. Bei seinen ersten landesweiten Fernsehinterviews in den 1970er Jahren nahm er zu Fragen rund um seinen Sport offen Stellung. Auf die Frage, ob er während seiner aktiven Bodybuildingzeit auch „Anabolika“ eingenommen habe, bejahte er überraschenderweise und gestand, diese unter ärztlicher Aufsicht genommen zu haben. Kritiker werfen ihm Egozentrik und Selbstsucht vor. Unabhängig von der Bewertung seiner Person gilt seine Karriere als beispielhaft und bemerkenswert. Kraftsportler oder Bodybuilder blieben im Filmbusiness bis zu seinem Auftreten meist auf klischeehafte Rollen wie beispielsweise Herkules-Darstellungen begrenzt, die ihren Körper in den Vordergrund rückten. Dazu zählten u. a. Reg Park und Steve Reeves, die Schwarzenegger als seine Vorbilder bezeichnete.

Der Kanadier Joe Weider verstand es, Arnold Schwarzeneggers Charisma für das Interesse an Bodybuilding und den Körperkult allgemein zu nutzen. Die Vermarktung begann mit Nahrungsergänzungsmitteln, reichte aber über materielle Güter weit hinaus. Arnold Schwarzenegger, der in seinen ersten beiden Filmen noch das Pseudonym Arnold Strong führte, legte dieses ab. Sein langer und für viele Amerikaner unaussprechlicher Nachname wurde bereits in den 1970er Jahren zum Synonym für den Kraftsport schlechthin. Im Zeitraum von 1967 bis 1975 posierte Schwarzenegger in 50 Wettbewerben, kam 47-mal auf das Siegerpodest und wurde fünfmal zum Mr. Universum und siebenmal zum Mr. Olympia gekürt.[38] In der 1977 erschienenen Dokumentation Pumping Iron sprach Schwarzenegger über sein Verständnis von Bodybuilding, seinen Körper zu modellieren ähnlich wie ein Bildhauer eine Skulptur meißelt. Schwarzenegger posierte vor Kunststudenten und wurde gezeichnet und nachmodelliert.[39]

Schwarzenegger war nicht nur in Weiders Zeitschrift Muscle & Fitness meist fotografiertes Model und am häufigsten auf der Titelseite zu sehen, sondern wurde zusehends in Gesellschaftszeitschriften und sogar politischen und Nachrichtenmagazinen wie dem Spiegel oder dem Time magazine dargestellt. Schwarzenegger wurde immer häufiger im Nadelstreifenanzug gezeigt und trug zur Kultivierung des Selbstverständnisses bei, dass körperliche Ertüchtigung ein Teil des Lebens sein solle. Sportliche Fitness oder Bodyshaping sind Begriffe, die in den 1980er Jahren regelrecht gesellschaftsfähig wurden. Schwarzeneggers Popularität trug einen Teil dazu bei, dass Fitnessstudios ihr bis in die 1960er Jahre recht zwielichtiges Image ablegen konnten.

Schwarzenegger wurde auch in der Werbung genutzt. Namhafte Firmen wie BMW oder E.ON bedienten sich ebenso wie ein japanischer Nudelhersteller. Selbst „Doppelgänger“ von Schwarzenegger oder die Terminator-Filmfigur dienen manchen Firmen als Werbeträger.

Der Kult um Schwarzenegger ebbte mit seinem verstärkten politischen Engagement etwas ab. Jedoch wird seiner Person nach wie vor Bedeutung und Interesse beigemessen, wie zahllose Parodien zeigen. Dabei wird, wie beispielsweise im Simpsons-Film, häufig auf seine Ambitionen fürs Präsidentenamt Bezug genommen. Als Einwanderer erfüllt Schwarzenegger aber nicht die nötigen Voraussetzungen, um US-Präsident werden zu können.

Die steirischen Stoakogler bedachten ihn 1992 in ihrem Hit Steirermen san very good im Refrain.[40] Anlässlich seines 60. Geburtstages im Juli 2007 veröffentlichte der österreichische Karikaturist Manfred Deix die satirische Bilderbuch-Biografie Arnold Schwarzenegger. Die nackte Wahrheit über sein Leben als „Bodybuilder, Mister Universum, Womanizer, Muttersohn, Barbar, Behindertenfreund und Gouverneur“, so Deix im Vorwort.

In der Geisteswissenschaft wurde bislang vor allem Schwarzeneggers filmisches Werk thematisiert. So interpretierte der Journalist Helmut Merschmann im Jahr 2000 den Kinofilm Last Action Hero als Paradebeispiel für die Übertragung der Ästhetik der Postmoderne in den Bereich der Mainstream-Kultur.[41] Der Medienphilosoph Konrad Leiner alias QRT vertrat 1999 eine ähnliche Position zu Last Action Hero: „Schwarzenegger [gelingt] ein äußerst raffiniertes Crossover aus Komödie, Actionfilm, Polizeifilm, Kinderfilm und Serial, und dabei ein sehr intelligentes Spiel mit autoreflexiven und iterativen Ebenen. Wie die postmoderne Ästhetik es vorschreibt, ist der Film überwuchert mit Quotations, Zitaten, Placements und sogar Selbstzitaten aus früheren Schwarzeneggerfilmen.“[42] Der Philosoph Peter Sloterdijk erkannte 1994 im Genre des Actionfilms, das Schwarzenegger maßgeblich geprägt hat, eine „Gattung experimenteller Vor- und Frühgeschichtsschreibung“.[43] Über den zweiten Teil der Terminator-Reihe schrieb Sloterdijk, der Film schicke mit Hilfe seines Grundthemas, nämlich „Laufen und Schießen“, „seine Sonden ins Hominisationsfeld [zurück], um sich und uns über den realen Inhalt der vorgeschichtlichen Menschenbildung aufzuklären“.[44]

Politikwissenschaftlich orientierte, aber nicht im strengen Sinne akademische Studien zu Schwarzeneggers Amtszeiten als Gouverneur von Kalifornien wurden u. a. von den Journalisten Daniel Weintraub (The Sacramento Bee) und Joe Matthews (Los Angeles Times) verfasst. Mit dem Begriff „Blockbuster Democracy“ umschrieb Matthews den Politikstil Schwarzeneggers, der Demokratie und Entertainment stärker als je zuvor verknüpft habe.[45] Weintraub bezeichnete Schwarzenegger als „Party of One“ und damit als wegweisende Figur für eine nicht länger parteipolitisch orientierte Form der Demokratie, in welcher flexible, unideologische Wechselwähler zunehmend den Ton angeben.[46] Unter den zahlreichen Biographien über Schwarzenegger gehen Laurence Leamers Fantastic. The Life of Arnold Schwarzenegger (2005) und Marc Hujers Arnold Schwarzenegger. Die Biographie (2009) am detailliertesten auf Schwarzeneggers politische Karriere ein.

Die erste umfassende geisteswissenschaftliche Studie zu Schwarzenegger legte der Kunsthistoriker und Philosoph Jörg Scheller 2012 vor. In seinem Buch Arnold Schwarzenegger oder Die Kunst, ein Leben zu stemmen widmet er sich Schwarzenegger als mythologischer Figur. Scheller analysiert u. a. Schwarzeneggers Ausflüge ins Kunstsystem der 1970er Jahre, als Body und Performance Art sowie Grenzgänge zwischen Hochkultur und Subkultur en vogue waren, und beleuchtet Schwarzeneggers Bekanntschaft mit Andy Warhol.[47] Darüber hinaus erkennt er Parallelen zwischen dem Mythos Schwarzenegger und dem antiken Mythos des Herkules, da beide Figuren keinen semantischen Kern aufwiesen und sich stattdessen durch performative Kompetenzen wie Kraft und Ausdauer auszeichneten: „Schwarzenegger gilt wie Herakles/Herkules über ideologische Grenzen hinweg als Paradebeispiel für Selbstüberschreitung und zeichnet sich durch die typische Widersprüchlichkeit des antiken Helden aus, die einzig durch das diskursive Band der Mythologie zusammengehalten wird.“[48] Auch Nietzsches vitalistisch-biologistische Konzeption des Übermenschen lässt sich Scheller zufolge für ein besseres Verständnis Schwarzeneggers heranziehen, da Nietzsche den Übermenschen als heiteres, macht- und körperbewusstes Wesen ohne ideologischen oder religiösen Eifer charakterisiert habe. Diesem Ideal entspreche Schwarzenegger hinsichtlich der für ihn typischen „ausgleichenden Pendelbewegungen zwischen Exzess, Hybris, Widersprüchlichkeit und Spontanität auf der einen, Kompromissbereitschaft, Anpassung und postideologischem Denken auf der anderen Seite“.[49]

Sonstiges[Bearbeiten]

2012 wurde Schwarzenegger zum Professor bei dem nach ihm benannten Schwarzenegger Institute for State and Global Policy in Kalifornien ernannt. Hier will er sich für eine zukunftsgerichtete Politik einsetzen.[50]

Seit 1. März 2013 ist Schwarzenegger Group Executive Editor (Chefredakteur) beim Verlagsunternehmen American Media seines frühen Förderers Joe Weider, in dem viele Bodybuilding-, Sport- und Fitness-Zeitschriften erscheinen.[51][52]

Am 6. April 2013 trat er für World Wrestling Entertainment bei deren Ruhmeshallenzeremonie auf und hielt die Laudatio für seinen langjährigen Freund Bruno Sammartino.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Güldenzopf: The People’s Governor. Die Wahl Arnold Schwarzeneggers zum Gouverneur von Kalifornien. poli-c-books, Berlin/München 2005, ISBN 3-938456-05-1.
  • Marc Hujer: Arnold Schwarzenegger: Die Biographie. Deutsche Verlags-Anstalt, 2009, ISBN 978-3-421-04405-1.
  • Hans Janitschek: Arnold von Kalifornien. Der steile Weg des Steirerbuben Arnold Schwarzenegger. Molden Verlag, Wien 2003, ISBN 3-85485-105-7.
  • Werner Kopacka, Christian Jauschowetz: Arnold hautnah. Herbig Verlag, München 2003, ISBN 3-7766-2362-4. (Mit einem Vorwort von Arnold Schwarzenegger)
  • Konradin Leiner: Schlachtfelder einer elektronischen Wüste. Schwarzkopf, Schwarzenegger, Black Magic Johnson. Merve Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-88396-152-3.
  • Joe Matthews: The People’s Machine: Arnold Schwarzenegger and the Rise of Blockbuster Democracy. Public Affairs, New York 2006.
  • Peter Osteried: Arnold Schwarzenegger und seine Filme. MPW, Hille 2011, ISBN 978-3-942621-03-8.
  • Arnold Schwarzenegger: Bodybuilding für Männer: Das perfekte Programm für Körper- und Muskeltraining. Heyne Verlag, München 2004, ISBN 3-453-87991-0.
  • Arnold Schwarzenegger, Douglas Kent Hall: Karriere eines Bodybuilders. 6. Auflage, Wilhelm Heyne Verlag, München 1991, ISBN 3-453-41625-2.
  • Arnold Schwarzenegger, Peter Petre: Total Recall. Die wahre Geschichte meines Lebens. Hoffmann und Campe, Hamburg 2012, ISBN 978-3-455-50278-7. (Autobiografie mit vielen Fotos)[53]
  • Jörg Scheller: Arnold Schwarzenegger oder Die Kunst, ein Leben zu stemmen. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10106-6. ( Zugl.: Karlsruhe, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Dissertation, 2011)
  • Daniel Weintraub: Party of One: Arnold Schwarzenegger and the Rise of the Independent Voter. PoliPointPress, Sausalito 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnold Schwarzenegger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schwarzenegger 'damages Austria'
  2. Gemeinde Server Steiermark: Besuch von Arnold Schwarzenegger in Thal (Version vom 15. Juni 2007 im Internet Archive)
  3. Homepage der NMS Fröbel: Geschichte. nms-froebel.at. Abgerufen am 14. April 2014.
  4. Hannelore Hegyi: Mal eben einen Panzer gekauft, Berliner Morgenpost vom 16. Juli 1994, abgerufen am 24. Mai 2011.
  5. Arnold Schwarzenegger, Douglas Kent Hall: Karriere eines Bodybuilders. Heyne-Verlag, München 1990, ISBN 3-453-41625-2.
  6. brainyhistory.com: Arnold Schwarzenegger becomes a U.S. citizen... September 16 in History, Zugriff am 17. Mai 2011.
  7. telegraph.co.uk: Arnold Schwarzenegger and Maria Shriver in pictures – Telegraph, Zugriff am 17. Mai 2011.
  8. Schwarzenegger und Shriver trennen sich in: Tages-Anzeiger vom 10. Mai 2011.
  9. Maria Shriver beklagt schmerzvolle Zeit in: Focus vom 17. Mai 2011.
  10. bunte.de am 18. Mai 2011 Arnold Schwarzenegger: Packt die Ex-Geliebte jetzt aus?
  11. Schwarzenegger.com (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive) zum Verkauf von Schatzi on Main, 4. April 2001 (deutsch).
  12. Verleihung von Ehrendoktorwürden im Jahr 1996 und 2002 (Version vom 2. Mai 2006 im Internet Archive)
  13. Feature der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über Schwarzenegger anlässlich seiner Wiederwahlkampagne, 5. November 2006, Nr. 44, S. 61.
  14. Kein Dr.: „Gouvernator“ ist Ehrentitel los. Die Presse, 30. Juni 2006.
  15. Arnorld Schwarzenegger verspricht in "Total Recall"-Trailer intime Enthüllungen. Cinemaxx, 20. September 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  16. Muscle&Fitness Juli 1997, S. 120.
  17. blick.ch: Kino-Comeback: Arnold Schwarzenegger will Schweizer General spielen, Zugriff am 27. Februar 2011.
  18. gala.de: Arnold Schwarzenegger: Comeback als Terminator?, Zugriff am 27. Februar 2011.
  19. Arnold Schwarzenegger wird jetzt zum Cry Macho
  20. Ehe kaputt, Comeback futsch
  21. Arnold Schwarzenegger tweetet Bild zu The Last Stand
  22. Film-Auszeichnungen von Arnold Schwarzenegger
  23. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  24. Press Release: Governor Schwarzenegger Appoints Susan Kennedy Chief of Staff. Abgerufen am 18. August 2010.
  25. Heimat, fremde Heimat im Falter vom 21. Dezember 2005, abgerufen am 25. November 2010.
  26. Resolutionsantrag einer Bezirks-SPÖ-Fraktion (PDF; 1,4 MB) vom 14. Dezember 2005, abgerufen am 5. August 2009.
  27. PASS-STREIT UM SCHWARZENEGGER auf Spiegel Online vom 23. Januar 2005, abgerufen am 5. August 2009.
  28. ORF: Kritik an Schwarzenegger aus alter Heimat
  29. ORF: Stadion Liebenau heißt künftig "UPC Arena"
  30. Crew’s Worst Governors. Citizens for Responsibility and Ethics in Washington, archiviert vom Original am 25. April 2010, abgerufen am 28. August 2010 (pdf, englisch).
  31. a b Financial Times Deutschland: Aufstand im Reich des TerminatorsVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, 27. August 2010.
  32. Financial Times Deutschland: Kalifornien droht Schulden-Déjà-vuVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, 20. August 2010.
  33. Arnie gewinnt (Version vom 15. April 2008 im Internet Archive), sueddeutsche.de, 13. Dezember 2007.
  34. CA Secretary of State. Ergebnisse der Gouverneurswahlen 2006 (Version vom 15. Februar 2008 im Internet Archive)
  35. Weitere vier Jahre in Sacramento. ORF, 8. November 2006.
  36. About R20 abgerufen am 1. Februar 2013
  37. Smith, E.: Arnold lobbies for White House run. New York Post, 19. Oktober 2013, abgerufen am 23. Oktober 2013 (englisch).
  38. Der Spiegel, Heft 12/1985, S. 278.
  39. Kunstwissenschaftliche Betrachtung Schwarzeneggers von Jörg Scheller, DIE ZEIT, 26. Juli 2007.
  40. „Steirermen san very good, very, very, good for Hollywood, Arnold und sein Steirer-Schmäh [/ Muskel-Schmäh] kennan’s drüb’n in U.S.A. / Muskelschönheit und a Hirn, des kannst exportiern!“
  41. Vgl. Helmut Merschmann, Von Fledermäusen und Muskelmännern. Postmoderne im amerikanischen Mainstream-Kino: Arnold Schwarzenegger und Tim Burton, Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Spiess, 2000.
  42. QRT 1999, S. 46
  43. Peter Sloterdijk, „Sendboten der Gewalt: Zur Metaphysik des Action-Kinos. Am Beispiel von James Camerons Terminator 2“, in: Andreas Rost (Hg.), Bilder der Gewalt, Frankfurt a.M.: Verlag der Autoren, 1994, S. 20.
  44. Ebd., S. 21.
  45. Vgl. Joe Matthews, The People’s Machine: Arnold Schwarzenegger and the Rise of Blockbuster Democracy, New York: Public Affairs, 2006.
  46. Vgl. Daniel Weintraub, Party of One: Arnold Schwarzenegger and the Rise of the Independent Voter, Sausalito: PoliPointPress, 2007, S. 127–139
  47. Vgl. Scheller 2012, S. 41-77.
  48. Ebd., S. 108-109.
  49. Ebd., S. 192.
  50. Spiegel Arnold Schwarzeneggers Titelsammlung vom 4. August 2012
  51. Schwarzenegger wird Chefredakteur bei Bodybuilder-Magazin, Süddeutsche.de, 5. März 2013
  52. AMI announces editorial partnership with Arnold Schwarzenegger, AMI, 1. März 2013
  53. Christoph Schneider: Die martialischen Weisheiten des Terminators. In: Tages-Anzeiger vom 1. November 2012